Sein Name ist Snow, einfach nur Snow. Erinnert nur bedingt an Snake. Die Prämisse des Films hingegen erinnert weniger bedingt an DIE KLAPPERSCHLANGE. Man könnte glauben, das schon lang diskutierte Remake von John Carpenters Gefängnis-Action hat doch noch den Weg auf die Flimmerwand gefunden. Von einem Remake bleibt man Gott sei Dank noch verschont. Damit hat diese Luc-Besson-Produktion aber auch keinen besseren Stand. Ein hartgesottener Ex-CIAler wird in ein im Orbit um die Erde liegendes Hochsicherheitsgefängnis geschickt, um die Tochter des amerikanischen Präsidenten herauszuhauen. Das, und nichts weiter, ist die Handlung. Alles, was sonst noch während des Films passiert, ist nur Füllwerk und Staffage. Das wäre ganz okay, es geht ja nichts über ordentliche B‑Film-Qualitäten. Aber LOCKOUT nimmt sich einfach nicht ernst genug, um überhaupt in der für ihn konzipierten Liga bestehen zu können.
LOCKOUT hat einen ganz großen Pluspunkt, und der heißt Guy Pearce. Selten hat man den Australier so locker, so cool, und in seiner Überheblichkeit so überzeugend gesehen. Seine Einzeiler bringt er trocken, aber auch im perfekten Timing. Physisch bringt er sowieso die notwendigen Voraussetzungen mit. Pearce hätte hier für sich eine Paraderolle finden können, doch dazu agiert er im falschen Umfeld. Damit geht es zurück zum Thema. Ein B‑Movie darf sich einfach nicht ernst nehmen, wenn es ernst genommen werden will. Und das haben James Mather und Stephen Leger als LOCKOUT-Macher definitiv nicht verstanden. Sie nehmen ihren Film viel zu ernst, und sie inszenieren ihn mit einer Ernsthaftigkeit, die jeden Spaß aus der Inszenierung nimmt. Dadurch haben sie die Konditionen für einen ordentlichen B‑Movie eben nicht ernst genommen. Das ist die Crux bei solchen Filmen und weniger kompliziert, als es sich anhört.
Die Marvel-Studios sind am Ende ihrer Träume angekommen. Bereits 1996 gründete Marvel sein hauseigenes Studio, das mit dem ersten Teil von IRON MAN schließlich in der Kinowelt für Furore sorgte. Marvel hatte seinen ersten Erfolg mit einem komplett selbstständig finanzierten Film. Man wollte den Hollywood bestimmenden Studios nicht mehr das Sagen und die finanzielle Ausbeute überlassen, die sich mit SPIDER-MAN und X‑MEN eine goldene Nase verdienten. Bisher durfte Marvel immer schön mitproduzieren, die allgemeinen Verwertungsrechte lagen allerdings bei Sony bzw. der Centfox. Der Weg war steinig und uneben.
Die Neuauflage von HULK folgte und war nur leidlich überzeugend, der zweite IRON MAN überzeugte, bot aber nichts Neues. THOR war okay, CAPTAIN AMERICA hingegen ganz im Sinne der Fans und der Erfinder. Marvel war siegesbewusst auf dem richtigen Kurs, wenngleich es starke Vertriebspartner wie Universal und Paramount dazu benötigte, um die wertvolle Fracht in die Welt hinauszutragen. Der erste IRON MAN war einfach zu gut, um allzu schnell in seiner filmischen und unterhaltenden Qualität übertroffen zu werden. Mittlerweile gehört Marvel zu Disney, und fünf Superhelden-Filme nach IRON MAN macht THE AVENGERS in seiner Größe, seiner Inszenierung und seinem Unterhaltungswert den Eindruck eines abschließenden Feuerwerks.
Ich habe mich immer wieder darüber beklagt, dass die deutsche Filmbranche trotz (oder gerade wegen) aller behaupteten Qualität nicht in der Lage zu sein scheint, auch nur halbwegs brauchbare Phantastik-Filme zu realisieren. Sieht man mal von Produktionen ab, die in Zusammenarbeit mit Hollywood gemacht wurden und bei denen die deutsche Beteiligung zumeist nur klein im Abspann steht, kommt direkt aus deutschen Landen – immerhin in der Tradition eines Fritz Lang – nichts, aber auch gar nichts.
Doch halt, ein kleines Häuflein Aufrechter hat gegen alle Widerstände und gegen die deutsche SF-Film-Realität etwas produziert, das man eigentlich nicht mehr als Fanfilm und angesichts des investierten Geldes auch streng genommen nicht als No-Budget-Film bezeichnen kann – angesichts des Budgets auch billiger Profi-SF-Produktionen aber allerdings dann wieder doch. Nennen wir es vielleicht einfach einen »Independent-Film«.
Dennoch atmet NYDENION in jeder Minute das Fan-Sein und den Enthusiasmus seiner Macher – und das ist wohl auch der Grund dafür, dass dieser Science Fiction-Film, der selbstverständlich nicht die Qualität einschlägiger Hollywood-Blockbuster aufweisen kann, einfach in jeder Minute einen Heidenspaß macht. Vielleicht auch gerade deswegen, weil eben nicht alles perfekt ist, man aber dennoch die Hingabe zum und den Spaß der Macher am Genre durchgängig eindeutig spürt. Und das ist wahrscheinlich der Unterschied zu sogenannten Profis.
…
Es ist eine harte Welt dort draußen. Irgendwo im Nirgendwo von Alaska gibt es diesen Mikrokosmos einer Öl-Raffinerie. Eine Welt für sich, in der es gerade nach Feierabend sehr rau und brutal zugehen kann. Es sind harte Männer, die sich in Fünf-Wochen-Schichten aufarbeiten. Die Frage nach den Alpha-Männchen wird schnell, hart und unter dem Jubel der Kollegen ausgetragen. Joe Carnahan zeigt diese Welt mehr im Hintergrund, widmet ihr scheinbar nur wenig Aufmerksamkeit. Er möchte sich mehr auf das Innenleben der Figuren konzentrieren. Und mit dem sieht es nicht sehr gut aus, wie man an den Gedanken von Ottway hören kann, dem Mann mit dem Gewehr, der Arbeiter auf dem freien Feld vor Bären und Wölfen schützt. Dieser Ottway ist ein gebrochener Mann, inmitten dieser Welt, die nur scheinbar jeglicher Zivilisation fern scheint. Unvermittelt stehen acht dieser harten Kerle auf freier Wildbahn und kämpfen um ihr Leben. Sie kämpfen gegen die Natur und erfahren, was ein fehlender Kontakt zur Zivilisation tatsächlich bedeutet.
Da reitet er wieder. Perseus – Halbgott, Fischer, Witwer und Vater. Seit zwei Jahren nicht mehr beim Barbier gewesen, dafür immer noch von kämpferischer Natur. Es mutet verwegen an, was sich die Produzenten mit einer Fortsetzung da erdacht haben. Das von Kritik und Fan-Gemeinschaft nicht sehr gut angenommene Remake des 1981 entstandenen Klassikers hat trotz allem stattliche 500 Millionen Dollar weltweit eingespielt. Aber eine nicht zu ertragende 3‑D-Konvertierung und die hölzerne Umsetzung aller technischen und darstellerischen Künste, machten KAMPF DER TITANEN zu einem nicht sehr beliebten Film. Doch gewiefte Produzentenaugen schielen immer zuerst auf die Zahlen, und dann auf die Möglichkeiten. Und die griechische Mythologie steckt voll unzähliger Möglichkeiten. Wie um allen damaligen Kritikern eine Nase zu drehen, kommt keine zwei Jahre nach einem künstlerischen Flop eine noch aufwendigere Fortsetzung, mit denselben Darstellern, über dieselben Charaktere, und erst recht in 3‑D. Und kaum zu glauben, aber man hat sich die allgemeinen Vorwürfe nicht nur zu Herzen genommen, sondern tatsächlich aus den eigenen Fehlern gelernt.
Die Hammer-Film-Produktionen hatten zweifellos ihre Hochphase Mitte der Sechziger, mit einem kurzen Abstecher in die Siebziger des letzten Jahrtausends. Dann wurde es sehr, sehr ruhig. Bis sich Hammer 2010 wieder mehr ins Gespräch brachte, als das Remake LET ME IN produziert wurde. Ein Vampir-Film. Doch erst was James Watkins mit seiner zweiten Regiearbeit ablieferte, als er Susan Hills WOMAN IN BLACK verfilmte, lässt den Geist der besten Jahre von Hammer wieder aufleben.
1916 wird der verwitwete Anwalt Arthur Kipps nach Crythin Gifford beordert, um dort den Nachlass der verstorbenen Alice Drablow zu verwalten. Kipps wird nicht sehr herzlich aufgenommen in Crythin Gifford, wo sich Kinder immer wieder auf unerklärliche Weise selbst das Leben nehmen. Auf dem Anwesen Eel Marsh House kann Kipps nach und nach das Geheimnis um die Zusammenhänge der verstorbenen Kinder, des Dorfes und der Geschichte um Alice Drablow lüften. Nächte, die Arthur Kipps nie wieder vergessen und für die er letztendlich einen hohen Preis bezahlen wird.
Als der Postbote ein Päckchen von Droemer Knaur brachte und ich darin das Rezensionsexemplar eines »Young Adult«-SF-Romans aus der Pan-Vertriebsschiene vorfand, habe ich mich zuerst gefreut. Angesichts der schieren Menge an Fantasy, die derzeit auf den Markt gepumpt wird und angesichts der leeren oder nonexistenten SF-Regale in den Massenbuchläden war ich sehr angetan darüber, dass man das derzeit in Deutschland verschmähte Genre verlegen und Jugendlichen andienen möchte.
Trotz der Zielgruppe »ältere Kinder« oder eher »junge Erwachsene« (schwerpunktmäßig weiblich), die derzeit dank Stephenie Meyer hauptsächlich mit Schmusevampiren oder ähnlichem Liebesschmonzes bombardiert werden, kann es ja auch recht lesbaren Stoff unter den für Jugendliche vorgesehenen Romanen geben, wie nicht zuletzt beispielsweise HARRY POTTER, die LARKLIGHT-Trilogie oder SKULLDUGGERY PLEASANT beweisen.
Doch leider hatte ich mich zu früh gefreut. GEFÄHRLICHE LÜGEN von der amerikanischen Autorin Amy Kathleen Ryan (im Original SKY CHASERS 1 – GLOW) gehört nämlich zum Schlechtesten, was ich in nicht nur in letzter Zeit, sondern in meiner gesamten SF-Laufbahn lesen musste – und die dauert immerhin seit deutlich über 30 Jahren an. Um ein fundiertes Urteil abgeben zu können habe ich mich tatsächlich durch den gesamten Roman gequält, auch wenn ich mehrfach kurz davor war, abzubrechen.
…
Anmerkung des Herausgebers: Nein, THE ARTIST ist keine Phantastik, auch nicht im weitesten Sinne. Ich habe mich aber dennoch entschieden, Bandits Besprechung des Films auch hier auf PhantaNews zu veröffentlichen. Warum? Der erste Grund steht schon auf der Seite Mission: der Fokus ist hier unscharf, es wird auch über interessante Projekte am Rande oder abseits der Phantastik berichtet. Der zweite Grund: ich finde es persönlich ganz großartig, dass sich in der heutigen Zeit mit ihrem Special-Effects-Overkill in Multimillionen-Dollar-Blockbuster-Produktionen jemand traut, in einem schwarz (!) – weißen (!) Stummfilm (!!), dessen Produktionskosten gerade mal knapp im zweistelligen Bereich liegen, ganz einfach nur eine Geschichte zu erzählen. Man könnte sogar sagen: ich finde es phantastisch!
Die Begeisterung für THE ARTIST kennt keine Grenzen. Keine Preisverleihung, die ohne dieses strahlende Juwel in schwarz-weiß auskommen könnte. Ein Film, der aufhorchen lässt, der bewegt, der die Möglichkeiten des modernen Kinos auszureizen versteht, um die Vergangenheit begreifbar zu machen. Und wer THE ARTIST gesehen hat, verfällt seinem Charme, ist hingerissen von seiner Konsequenz und zeigt sich begeistert vom Spiel mit den Techniken der filmischen Erzählkunst. Doch wenngleich THE ARTIST auch keine Mogelpackung ist, sollte er auch nicht als das Meisterwerk missverstanden werden, welches man ihm als Attribut anheften möchte.
Beginnend im Jahre 1927, als der Stummfilm noch grandiose Urstände feierte, und endend 1932, als der Tonfilm sich als allbeherrschend etabliert hatte, zeichnet Michel Hazanavicius mit seinem Film die Werte der Filmkunst als solche nach. Er verdeutlicht aber nicht die Notwendigkeit des immerwährenden Prozesses der Veränderung, obwohl dies offensichtlich in seiner Absicht lag. Die Klammer des Films ist jeweils eine Step-Nummer, anfangs ohne die vertrauten Klänge, am Ende in bester THAT´S ENTERTAINMENT-Manier. Während das Für und Wider des Tonfilms auf der Hand zu liegen scheint, sind beide Szenen einfach zu perfekt als Hommage an die jeweilige nur wenige Monate auseinanderliegende Zeit angepasst, dass jede in ihrem eigenen Charme gerechtfertigt bleibt. Eine greifbare Differenzierung war vielleicht erdacht, findet aber doch nicht statt.
»Jetzt tanzen alle Puppen
macht auf der Bühne Licht,
macht Musik bis der Schuppen
wackelt und zusammenbricht.«
Gary und Walter sind Brüder. Sie teilen alles, machen alles gemeinsam und verstehen sich prima. Ihr Leben scheint perfekt, bis Walter die alte Fernsehserie THE MUPPET SHOW für sich entdeckt. Aus der anfänglichen Begeisterung für den Frosch Kermit und seine Gesellen wird eine manische Leidenschaft. Der aus Fleisch und Blut bestehende Gary steht seinem Bruder Walter bei. Doch was bindet Walter so fanatisch an diese längst vergangene Zeit und ihre schrillen Figuren? Ist es nur deshalb, weil Walter selbst irgendwie nach Filz und Schaumstoff aussieht?
Nach 90 Minuten Leidenschaft, Lacher und Liedern bleibt die Frage offen, ob dies nun ein lautstarkes Comeback gewesen sein soll oder ein grandioses Abschiedsfest. Sehr freundlich wurde Darsteller Jason Segels Anliegen, die Muppets wieder ordentlich auf die große Leinwand zu bringen, nicht aufgenommen. Viele Kontroversen wegen verschiedener Drehbuchentwürfe mussten überwunden werden, und Entrüstungen über den Hintergrund der Handlung, die Muppets hätten ihre Popularität längst verloren, waren unvermeidlich. Doch wer die letzten mühseligen, oft unangenehmen Versuche sah, die Muppets filmisch weiterzubringen, der kann Jason Segels Hartnäckigkeit nur zu schätzen wissen. Seine persönliche Geschichte um die Wiedererweckung der anarchischen Horden spiegelt sich im Drehbuch wieder, mit Walters Bemühen, die Muppets für diesen einen, ganz großen Auftritt wieder zusammenzubringen.
Hat sich eine Filmreihe jetzt schon den eigenen Wind aus den Segeln genommen? Man dürfte niemanden damit überraschen, wenn man erwähnt, dass in SPIEL IM SCHATTEN Sherlock Holmes´ legendärer Rivale Professor Moriarty eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Nach einem furiosen Auftakt vor zwei Jahren mussten die Macher nach den Regeln der Fortsetzung selbstverständlich das Tagwerk großzügiger ausstatten. Und bis zu einem gewissen Grad hat es auch funktioniert. Alles ist vorhanden, was Teil eins so extravagant, kühn und provozierend machte.
Natürlich schrien Puristen auf, die einen Basil Rathbone oder Peter Cushing erwarteten, aber einen abgehalfterten Action-Helden bekamen. Sogar der selbstgefällig unsympathische Benedict Cumberbatch traf den Nerv der Holmes-Fangemeinde viel eher als die Interpretation eines Downey Jr.. Dabei ist die Umsetzung der Figur, wie sie 2009 von Lionel Wigram und Michael Robert Johnson ersonnen und von Guy Ritchie umgesetzt wurde, viel näher an dem von Arthur Conan-Doyle geschriebenen Charakter als die bisherigen Verfilmungen. Die erklärten Vorahnungen, die Freude an Verkleidungen, die Depression ohne Arbeit, seine asiatischen Kampfkünste, es ist alles da, was Arthur Conan Doyle vorgegeben hat. Und nach den Regeln der Fortsetzung eben dieses Mal alles eine Schlagzahl höher angelegt.
Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies und von eingebundenen Skripten Dritter zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest (Navigation) oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst Du Dich damit einverstanden. Dann können auch Cookies von Drittanbietern wie Amazon, Youtube oder Google gesetzt werden. Wenn Du das nicht willst, solltest Du entweder nicht auf "Akzeptieren" klicken und die Seite nicht weiter nutzen, oder Deinen Browser im Inkognito-Modus betreiben, und/oder Anti-Tracking- und Scriptblocker-Plugins nutzen.
Mit einem Klick auf "Akzeptieren" werden zudem extern gehostete Javascripte freigeschaltet, die weitere Informationen, wie beispielsweise die IP-Adresse an Dritte weitergeben können. Welche Informationen das genau sind liegt nicht im Einflussbereich des Betreibers dieser Seite, das bitte bei den Anbietern (jQuery, Google, Youtube, Amazon, Twitter *) erfragen. Wer das nicht möchte, klickt nicht auf "akzeptieren" und verlässt die Seite.
Wer wer seine Identität im Web schützen will, nutzt Browser-Erweiterungen wie beispielsweise uBlock Origin oder ScriptBlock und kann dann Skripte und Tracking gezielt zulassen oder eben unterbinden.