Amy Kathleen Ryan: STERNENFEUER – GEFÄHRLICHE LÜGEN

Als der Post­bo­te ein Päck­chen von Droemer Knaur brach­te und ich dar­in das Rezen­si­ons­ex­em­plar eines »Young Adult«-SF-Romans aus der Pan-Ver­triebs­schie­ne vor­fand, habe ich mich zuerst gefreut. Ange­sichts der schie­ren Men­ge an Fan­ta­sy, die der­zeit auf den Markt gepumpt wird und ange­sichts der lee­ren oder nonexis­ten­ten SF-Rega­le in den Mas­sen­buch­lä­den war ich sehr ange­tan dar­über, dass man das der­zeit in Deutsch­land ver­schmäh­te Gen­re ver­le­gen und Jugend­li­chen andie­nen möch­te.

Trotz der Ziel­grup­pe »älte­re Kin­der« oder eher »jun­ge Erwach­se­ne« (schwer­punkt­mä­ßig weib­lich), die der­zeit dank Ste­phe­nie Mey­er haupt­säch­lich mit Schmu­se­vam­pi­ren oder ähn­li­chem Lie­bes­sch­mon­zes bom­bar­diert wer­den, kann es ja auch recht les­ba­ren Stoff unter den für Jugend­li­che vor­ge­se­he­nen Roma­nen geben, wie nicht zuletzt bei­spiels­wei­se HARRY POTTER, die LARK­LIGHT-Tri­lo­gie oder SKULLDUGGERY PLEASANT bewei­sen.

Doch lei­der hat­te ich mich zu früh gefreut. GEFÄHRLICHE LÜGEN von der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Amy Kath­le­en Ryan (im Ori­gi­nal SKY CHASERS 1 – GLOW) gehört näm­lich zum Schlech­tes­ten, was ich in nicht nur in letz­ter Zeit, son­dern in mei­ner gesam­ten SF-Lauf­bahn lesen muss­te – und die dau­ert immer­hin seit deut­lich über 30 Jah­ren an. Um ein fun­dier­tes Urteil abge­ben zu kön­nen habe ich mich tat­säch­lich durch den gesam­ten Roman gequält, auch wenn ich mehr­fach kurz davor war, abzu­bre­chen.

Klap­pen­text:

Der Auf­takt zur gro­ßen Ster­nen­sa­ga! Die 15-jäh­ri­ge Waver­ly gehört zu den ers­ten Kin­dern, die an Bord des Ster­nen­schif­fes Empy­re­an gebo­ren wur­den. Jeder­mann erwar­tet, dass sie bald ihren Freund Kier­an hei­ra­ten wird, um eine Fami­lie zu grün­den und das Über­le­ben der Mensch­heit auf der lan­gen Rei­se zu einem fer­nen Pla­ne­ten zu sichern. Waver­ly liebt Kier­an sehr – aber ist sie trotz­dem schon bereit, so früh die­sen ent­schei­den­den Schritt zu gehen? Das fried­li­che Leben endet dra­ma­tisch, als wie aus dem Nichts das lan­ge ver­schol­len geglaub­te Schwes­ter­schiff angreift, die Erwach­se­nen tötet und alle Mäd­chen ent­führt. Wäh­rend Kier­an auf der schwer beschä­dig­ten Empy­re­an um sein Über­le­ben kämpft, muss Waver­ly vie­le Licht­jah­re ent­fernt alles dar­an­set­zen, zu ihm zurück­keh­ren zu kön­nen …

Die »gro­ße Ster­nen­sa­ga« berich­tet über die Aben­teu­er einer Grup­pe Jugend­li­cher und Kin­der, die auf einem Genera­ti­ons­schiff namens Empy­re­an lebt. Die­ses Raum­schiff ist zusam­men mit einem Schwes­ter­schiff seit unge­fähr 45 Jah­ren auf dem Weg in ein ande­res Son­nen­sys­tem, um dort einen Pla­ne­ten zu ter­ra­for­men und zu kolo­ni­sie­ren.

Die Prot­ago­nis­ten des Romans sind die fünf­zehn­jäh­ri­ge Waver­ly und der gleich­alt­ri­ge Kier­an, die in der Gebor­gen­heit des Schif­fes auf­wach­sen und durch uner­war­te­te Ereig­nis­se aus ihrem übli­chen Leben geris­sen wer­den.

Das ande­re Schiff, die New Hori­zon, hat eigent­lich deut­li­chen Vor­sprung, des­we­gen ist man an Bord der Empy­re­an natür­lich erheb­lich ver­wun­dert, als von dort Kon­takt auf­ge­nom­men wird und man fest­stel­len muss, dass es ent­ge­gen aller Erwar­tun­gen ganz in der Nähe ist.
Es kommt zu einem Angriff durch die Besat­zung der New Hori­zon, in des­sen Ver­lauf nicht nur alle weib­li­chen Kin­der aus der Empy­re­an ent­führt, son­dern auch alle Erwach­se­nen außer Gefecht gesetzt, ent­führt oder getö­tet wer­den. Waver­ly muss nun für sich und die ande­ren Mäd­chen einen Weg zurück aufs Hei­mat­schiff fin­den und Kier­an ver­sucht, die Lage auf der beschä­dig­ten Empy­re­an halb­wegs unter Kon­trol­le zu brin­gen.

Das in kur­zen Wor­ten die Rah­men­be­din­gun­gen des Romans. Der Ansatz den die Autorin ver­folgt, ist leicht zu erken­nen und sie selbst weist auch im Nach­wort dar­auf hin: Es sind deut­li­che Par­al­le­len zu den ame­ri­ka­ni­schen Grün­der­vä­tern zu erken­nen – das hät­te eine attrak­ti­ve Idee wer­den kön­nen, lei­der krankt die Durch­füh­rung gleich mehr­fach.

Die gesam­te Hand­lung ist ins­be­son­de­re aus tech­ni­scher Sicht in hohem Maße unglaub­wür­dig, die Situa­ti­on an Bord des Genera­tio­nen­schiffs wird geschil­dert wie »ganz nor­ma­les Leben«. Spe­zia­li­sier­te Tech­ni­ker scheint es kaum oder nicht zu geben, die Besat­zung besteht offen­sicht­lich fast aus­schließ­lich aus Bau­ern, die Getrei­de und Früch­te anbau­en und sich um Zie­gen, Kühe und Hüh­ner küm­mern, um das Über­le­ben der Schiffs­be­sat­zung zu ermög­li­chen. Unglaub­wür­dig. Wei­te­re Klei­nig­kei­ten wie die Tat­sa­che, dass man aus »Stein­gut« isst (im Ernst …), pas­sen eben­falls nicht ins Bild. Letz­te­res ist völ­lig unsin­nig – wenn man über Jahr­zehn­te unter­wegs ist, muss man zwin­gend auf recy­c­le­ba­re Mate­ria­li­en zurück­grei­fen.

Die Autorin bedankt sich im Nach­wort für Unter­stüt­zung bei der »Phy­sik«, weil sie selbst sich nach eige­ner Aus­sa­ge »bes­ser mit Wor­ten aus­kennt«. Das kann ich so defi­ni­tiv unter­schrei­ben. Etli­che Abschnit­te der Hand­lung kön­nen nur als hane­bü­chen bezeich­net wer­den. Sei es die Beschrei­bung der Raum­fahrt an sich, die gern Hard-SF sein möch­te, aber schon den Raum­flug nicht kor­rekt hin­be­kommt, sei es die Tat­sa­che, dass man Strah­lung im Schiff ein­fach durch »Ent­lüf­ten« besei­ti­gen kann (und ver­strahl­te Per­so­nen mit Dekom­pres­si­ons­schä­den dann nur »ein wenig rei­nen Sauer­stoff« (!) brau­chen) oder sei es der völ­lig unglaub­wür­di­ge Fakt, dass jun­ge Erwach­se­ne auf einem Schiff mit begrenz­tem Per­so­nal nicht recht­zei­tig mit grund­le­gen­den Hand­ha­bun­gen ver­traut gemacht wur­den, die über­le­bens­not­wen­dig sind. Ent­fern­te Objek­te im All wer­den mit »Radar« (!) ange­mes­sen. Zahl­lo­se wei­te­re gründ­lich ver­bock­te Details kom­men hin­zu – das ist SF wie sie sich viel­leicht Lies­chen Mül­ler aus der letz­ten Ecke von Wyo­ming (der Hei­mat der Autorin) vor­stellt, aber kei­nes­falls mehr. Auch für die Ziel­grup­pe ist das übri­gens Unsinn, die inhalt­li­chen Schwä­chen sind kei­nes­falls alters­ab­hän­gig.

Erschwe­rend kommt noch hin­zu, dass die Art und Wei­se, wie die Autorin alle Erwach­se­nen »ent­sorgt«, damit die Kin­der auf sich allein gestellt die Haupt­hand­lungs­trä­ger sein kön­nen, der­art an den Haa­ren her­bei gezo­gen und unglaub­wür­dig ist, dass es schon fast weh tut.

Die auf sich allein gestell­ten Jugend­li­chen – ins­be­son­de­re die auf der Empy­re­an zurück­ge­las­se­nen Jungs – beneh­men sich der­art dumm, dass man sie am liebs­ten sofort übers Knie legen möch­te. Das ist ein Aspekt der Hand­lung, der zumin­dest halb­wegs glaub­wür­dig erscheint, aller­dings wird auch hier außer Acht gelas­sen, dass das Ver­hält­nis von Jugend­li­chen an Bord eines räum­lich stark begrenz­ten Raum­schiffs ein deut­lich ande­res sein muss, als uns auf der Erde geläu­fig. Lei­der ver­schenkt die Autorin auch die­se Mög­lich­keit und die Teen­ager beneh­men sich ein­fach wie Teen­ager. Wie extrem ner­vi­ge Teen­ager.

Das Sei­ne zum gru­se­li­gen Ein­druck trägt übri­gens auch noch die Über­set­zung bei, der man lei­der all­zu deut­lich anmerkt, dass auch die Über­set­zer (es waren zwei, aus wel­chen Grün­den auch immer) lei­der offen­bar kei­ner­lei Ahnung von Tech­nik haben. Lie­be Über­set­zer, das Wort »dekom­pres­siert« gibt es nicht, und man soll­te auch das im Eng­li­schen ver­wen­de­te »decom­pres­sed« nicht ein­fach durch ein schnell erfun­de­nes Kunst­wort erset­zen. Es heißt zwar »Dekom­pres­si­on«, aber das kor­rek­te Verb wäre hier »dekom­pri­miert« gewe­sen – man hät­te auch etwas mit »Druck­ab­fall« oder »luft­leer« for­mu­lie­ren kön­nen.
Und: auch wenn man im Ori­gi­nal »to plot a cour­se« schreibt, dann ist es im Deut­schen nicht wirk­lich üblich (wenn auch von der Her­kunft her grund­sätz­lich nicht ganz falsch), »einen Kurs abste­cken« zu ver­wen­den. »Einen Kurs ein­ge­ben« oder »einen Kurs anle­gen« hät­te gepasst, auf einem Raum­schiff arbei­tet nie­mand mit einem Zir­kel, wie zu Zei­ten der christ­li­chen See­fahrt.
Das waren jetzt nur zwei Bei­spie­le, aber es gab diver­se mehr, bei der die Nomen­kla­tur ent­we­der nicht stimm­te, oder Sät­ze, denen man die fal­sche Über­set­zung deut­lich anse­hen konn­te, weil das eng­li­sche Ori­gi­nal noch »durch­schim­mer­te«, statt dass man auf eine pas­sen­de deut­sche For­mu­lie­rung zurück gegrif­fen hät­te.

In Sachen Spra­che der han­deln­den Per­so­nen muss man sich eben­falls fra­gen, ob es sein muss, dass die­se sich eines Duk­tus‹ beflei­ßi­gen, wie er uns heu­te geläu­fig ist, obwohl die Hand­lung zum einen in einer nicht all­zu nahen Zukunft spielt und sich zum ande­ren die Spra­che in einem eng begrenz­ten Lebens­raum wie dem Schiff mit einer sehr klei­nen Grup­pe von Men­schen auf­grund die­ser beson­de­ren Umstän­de fast zwangs­läu­fig auch in nur knapp 50 Jah­ren ver­än­dern muss. Aber wie oben schon ange­spro­chen: die Men­schen auf dem Schiff beneh­men sich wie Bau­ern, nicht wie aus­ge­bil­de­te Raum­fah­rer, deren ein­zi­ger Lebens­raum eben der künst­li­che des Raum­schiffs ist.

Da ich soeben schon das Wort »christ­lich« benutzt habe: ein Aspekt der Hand­lung ist die Tat­sa­che, dass von den bei­den auf die Rei­se geschick­ten Schif­fen eins ein »christ­li­ches« und eines ein »säku­la­res« ist. Soll hei­ßen: um Kon­flik­te zu ver­mei­den, hat man die Gläu­bi­gen auf den einen Kahn ver­frach­tet und die­je­ni­gen, die nicht so auf Gott ste­hen auf den ande­ren, zumin­dest wird dem Leser das am Anfang so ver­kauft.
Spä­ter muss man dann fest­stel­len, dass die Leu­te auf dem »säku­la­ren« Schiff Empy­re­an zum einen doch irgend­wie Chris­ten sind – über­spitzt dar­ge­stellt gehen die Men­schen auf der New Hori­zon ein­mal die Woche in den Got­tes­dienst, die auf der Empy­re­an ein­mal im Monat. Und die gläu­bi­gen Mos­lems wur­den auch auf die Empy­re­an ver­frach­tet, weil die Ver­ant­wort­li­chen vor der Abrei­se der Ansicht waren, die­se wür­den auf das »christ­li­che« Schiff nicht pas­sen.
Man möge mir die offe­nen Wor­te ver­ge­ben, aber das klingt lei­der nach ver­schro­be­nem ame­ri­ka­ni­schen Glau­bens­bild. Auch, dass gläu­bi­ge Mos­lems aufs »säku­la­re« Schiff kom­men, weil ihr Glau­be nicht »passt«, ist eine der­art offen­sicht­lich ame­ri­ka­ni­sche Dok­trin, dass es weh tut.
In der Hand­lung klingt dann auf ein­mal eine Chris­ten­tums-Kri­tik an. Nach­dem ich erst fast posi­tiv über­rascht war, neh­me ich an, dass das in den wei­te­ren Bän­den der Rei­he garan­tiert rela­ti­viert wer­den wird, denn auch das kauft man der Autorin nicht ab. Ich ver­mu­te, dass sich in den ange­droh­ten spä­te­ren Bän­den alle geläu­tert wer­den und sich der »wah­ren« Reli­gi­on wie­der zuwen­den.

Eben­falls kon­ser­va­tiv ame­ri­ka­nisch und schier uner­träg­lich ist das Gesell­schafts­bild, das in die­sem Roman ver­mit­telt wer­den soll. Auch wenn die weib­li­che Prot­ago­nis­tin vor­der­grün­dig ein star­ker und unab­hän­gi­ger Cha­rak­ter ist, wird die Rol­le der Frau den­noch mehr­fach ein­deu­tig und ganz offen­sicht­lich unkri­tisch als »am Herd« und »Kin­der­aus­trä­ge­rin« für den Neu­an­fang der Mensch­heit auf dem neu­en Pla­ne­ten ver­or­tet. Ich habe mich mehr­fach bei der Lek­tü­re gefragt, ob die­ses das Frau­en­bild ist, das Droemer Knaur den jugend­li­chen Lese­rin­nen ver­mit­teln möch­te, indem sie die­ses Mach­werk über­set­zen las­sen und als Hard­co­ver unters Volk wer­fen. Das Beschrie­be­ne mag viel­leicht in Wyo­ming gera­de noch so durch­ge­hen, auf mich wirk­te es gera­de­zu mit­tel­al­ter­lich.
Es exis­tiert so viel her­vor­ra­gen­de US-SF auch für Her­an­wach­sen­de und Jugend­li­che (man muss nur mal einen Blick auf die all­jähr­li­chen Sci­ence Fic­tion-Awards jen­seits des gro­ßen Teichs wer­fen), dass ich mich ernst­haft fra­ge, war­um gera­de eine der­ar­ti­ge Null­num­mer wie GEFÄHRLICHE LÜGEN an den Tor­wäch­tern des Ver­lags vor­bei kom­men kann? Wer sucht so etwas aus? Und mit wel­cher Inten­ti­on? Weil das School Libra­ry Jour­nal (abge­kürzt: SLJ, eine ame­ri­ka­ni­sche Fach­zeit­schrift für Kin­der- und Jugend­bi­blio­the­ka­re) den Wäl­zer aus­ge­zeich­net hat? Das muss noch lan­ge nicht bedeu­ten, dass er für den deut­schen Markt geeig­net ist. Ver­legt lie­ber was Ordent­li­ches oder viel­leicht mal einen deut­schen Autor!

Zum nicht beson­ders ori­gi­nel­len Cover möch­te ich mich nicht detail­liert äußern, nur so viel: es hat nichts mit dem Inhalt zu tun und ist mit der Dar­stel­lung einer Hals­ket­te lei­der all­zu offen­sicht­lich als »Köder« für die anvi­sier­te weib­li­che Leser­schaft aus­ge­legt wor­den. Ein Kli­schee mehr.

Als Fazit bleibt mir nur zu schrei­ben, dass die­ser Roman auf allen Ebe­nen ver­sagt: ins­be­son­de­re die Sci­ence in der Fic­tion ist nahe­zu nicht vor­han­den und das Beschrie­be­ne hane­bü­chen, die Sto­ry ist in wei­ten Tei­len Mum­pitz, Wer­te und Welt­bild mit­tel­al­ter­lich, die Über­set­zung schlecht. Die zahl­rei­chen Defi­zi­te sind nicht dar­in begrün­det, dass ich nicht zur Ziel­grup­pe gehö­re, die sind alters- und geschlechts­un­ab­hän­gig. Ab 12 Jah­ren ist es auf­grund der beschrie­be­nen phy­si­schen und psy­chi­schen Gewalt übri­gens defi­ni­tiv nicht geeig­net.

Fin­ger weg!

Ach ja: qua­li­ta­tiv pas­send zum Inhalt des Buches ist auch der »Buch­trai­ler«: gru­se­lig.

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst.

 

STERNENFEUER Band 1 – GEFÄHRLICHE LÜGEN
Amy Kath­le­en Ryan
Hard­co­ver – Sci­ence Fic­tion
emp­foh­le­nes Alter: 12 – 16 Jah­re
432 Sei­ten – 16,99 Euro
Erschei­nungs­da­tum: 01.03.2012
ISBN-10: 3426283611
ISBN-13: 978–3426283615
PAN-Ver­lag

p.s.: nach dem Ver­fas­sen der Rezen­si­on habe ich mal im Netz nach ande­ren Mei­nun­gen zu die­sem Roman gesucht. Die meis­ten die ich gefun­den habe (in Blogs oder auf Lovely­books) stam­men von jun­gen Frau­en, die zum Teil fast eupho­risch über die Dar­stel­lung und die Hand­lung (und die kom­pli­zier­te Bezie­hung zwi­schen Kier­an und Waver­ly) äußern. Mal abge­se­hen davon, dass man als nicht-SF-affi­ne Lese­rin mög­li­cher­wei­se noch dar­über hin­weg­se­hen könn­te, dass die tech­ni­schen Details der­art hane­bü­chen sind, kann ich per­sön­lich nicht ver­ste­hen, wie die­se Lese­rin­nen das prä­sen­tier­te anti­quier­te Frau­en­bild so unkri­tisch gut­hei­ßen kön­nen.

Creative Commons License

Cover­ab­bil­dung Copy­right Pan/Droemer Knaur

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online dar­über.

6 Kommentare for “Amy Kathleen Ryan: STERNENFEUER – GEFÄHRLICHE LÜGEN”

Camo

sagt:

Du bist sooo fies oO
Jetzt habe ich böse Sze­nen vor Augen, wie der Boots­mann die Matro­sen in die Wan­ten schickt, um die Son­nen­se­gel zu set­zen, wäh­rend der Kapi­tän auf dem Ach­ter­deck bei der Posi­ti­ons­be­stim­mung ver­zwei­felt, weil er nicht weiß, wel­che Son­ne er anpei­len soll. Ich glau­be, bevor sie die Tie­fe loten, um die Aste­rioden­schwär­me zu umge­hen, wer­de ich mich jetzt betrin­ken.

Und ich woll­te noch was tip­pen heu­te… aber mit die­sen Kicher­an­fäl­len wird dat nix, lei­der. :D

fhjsf

sagt:

Beim lesen der »High-Tech« Bestand­tei­le die­ses Wer­kes die hier genannt wer­den, lief mir ein Schau­er über den Rücken, wie man es nor­ma­ler­wei­se nur von guten Hor­ror-strei­fen kennt. Emp­feh­le der Autorin des Buches DRINGEND sich mit ECHTEM SF aus­ein­an­der­zu­set­zen oder sich ein ande­res Gen­re zu suchen. Zu dem Welt­bild das in dem Buch ver­herr­licht wird feh­len einem zivi­li­sier­ten Men­schen wie mir die Wor­te. Das ein­zi­ge eig­nung die­ses Buch nach dei­ner Bewer­tung (die Bäu­me die für die Auf­la­ge her­hal­ten muss­ten kön­nen einem ehr­lich leid tun) sehe ich in der Nut­zung als Feu­er­an­zün­der XD

Stefan Holzhauer

sagt:

Ich bin grund­sätz­lich gegen das Ver­bren­nen von Büchern.

Das Welt­bild wird prä­sen­tiert und nicht in Fra­ge gestellt, aber nicht »ver­herr­licht«.

fhjsf

sagt:

war vllt etwas hard aus­ge­drückt, doch was soll­te man sonst sinn­vol­les damit anfan­gen?^^

ok, ok es wird nicht ver­herr­licht, aber sehr leicht beein­fluss­ba­ren Kin­der solch ein Welt­bild als »gut« ver­kau­fen zu wol­len ist zumin­dest grob fahr­läs­sig – fin­dest du nicht auch?

Stefan Holzhauer

sagt:

Was ich »fin­de« steht im Arti­kel. »Grob fahr­läs­sig« ist nicht dar­un­ter. Du soll­test von sol­chen über­trie­be­nen und sach­lich fal­schen Aus­sa­gen abse­hen.

Michael Gimmel

sagt:

Das bespro­che­ne Buch habe ich mir als Remit­ten­te für 3 EUR mit­ge­nom­men, ein bischen drin quer­ge­le­sen und war froh, dass ich nur 3 EUR dafür aus­ge­ge­ben habe. Ich grei­fe ein­mal Dei­ne Bemer­kung auf, es gäbe so viel bes­se­re ame­ri­ka­ni­sche SF, die man statt­des­sen hät­te über­set­zen las­sen kön­nen. Da stim­me ich Dir sehr zu!. Es gibt sicher zahl­rei­che Bei­spie­le mehr, aber als ich das las, dach­te ich spon­tan an Caro­li­ne Jani­ce Cher­ryh. Die schreibt zwar nicht aus­drück­lich für Kin­der / jun­ge Erwach­se­ne, aber eine gan­ze Rei­he ihrer Bücher schei­nen mir auch für die­se Ziel­grup­pe gut geeig­net (Die Cyte­en-Tri­lo­gie, Down­be­low Sta­ti­on, Finity’s End etc. pp.) Die sind vor vie­len Jah­ren auch mal auf deutsch bei Hey­ne ver­legt wor­den und ich fra­ge mich, war­um die nicht wie­der auf­ge­legt wer­den. Wirk­lich scha­de, dass eine so »wert­vol­le« Autorin in Deutsch­land kaum noch bekannt ist. Ich dach­te bei Dei­ner Bemer­kung aber v. a. an die mitt­ler­wei­le 16 Bän­de aus dem For­eig­ner-Uni­ver­sum. Die ers­ten drei wur­den damals (auch bei Hey­ne) über­setzt, danach hat man nichts mehr auf dem deut­schen Markt von der Autorin gehört. Eine Schan­de, weil ihre »anthro­po­lo­gi­sche SF« ein ein­ma­li­ges Phä­no­men ist und soviel an Ein­sich­ten in gesell­schaft­li­che Vor­gän­ge und das Zusam­men­le­ben ver­schie­de­ner Kul­tu­ren ver­mit­telt, dass man es gera­de­zu zur Pflicht­lek­tü­re für jun­ge Leu­te (und nicht nur die) machen müss­te. Ich ver­ste­he nicht, war­um plötz­lich kein Ver­lag mehr die­se Autorin für den deut­schen Markt ver­füg­bar machen will. Gut, ich lese sie im Ori­gi­nal. ist eh bes­ser, aber die vie­len Leu­te die nicht dazu in der Lage sind, kann man doch nicht eina­fach so im Stich las­sen – und dann eine Frau Ryan als Ersatz anbie­ten!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.