eBook

Rant: Neues Geschäftsmodell – Gütesiegel für eBooks

Qualitaetssiegel

Micha­el Stühr ist der Geschäfts­füh­rer von Mark­Stein, die brin­gen unter dem Namen Tan­go ver­schie­den Lösun­gen für Satz und eBook-Erstel­lung auf den Markt. Im Tan­go-Publi­shing-Blog sowie zweit­ver­wer­tet im Buch­re­port-Blog schwa­dro­niert der dar­über, dass eBooks uuuuun­be­dingt ein Qua­li­täts­sie­gel benö­ti­gen.

Fällt erst ein­mal posi­tiv auf, dass er auch bei den Ver­la­gen ein deut­li­ches Abneh­men der Qua­li­tät erkennt, wer­den sei­ne Aus­füh­run­gen danach eher abstrus. Da wird doch tat­säch­lich gefor­dert, dass es irgend­wel­che wie auch immer gear­te­ten Dienst­leis­ter geben muss, die eBooks (und nur eBooks) dar­auf über­prü­fen, ob sie qua­li­ta­tiv okay sind:

Zu beur­tei­len wäre die Form (Cover, Inhalts­ver­zeich­nis, Regis­ter), das sach­li­che Lek­to­rat und selbst­ver­ständ­lich Recht­schrei­bung und Nutz­bar­keit (Quer­ver­wei­se, Links etc.).

Ein sol­ches Güte­sie­gel muss ja nicht kos­ten­frei abge­ge­ben wer­den, der Auf­wand soll­te schon ver­gü­tet wer­den. Die Leser soll­ten von jedem Ver­lag oder Self-Publisher ein­for­dern, dass er sei­ne digi­ta­len Wer­ke prü­fen lässt, um sicher­zu­stel­len, dass bestimm­te Qua­li­täts­stan­dards ein­ge­hal­ten wur­den.

Man soll­te sich den Arti­kel mal durch­le­sen, um zu ver­ste­hen, wovon er da redet. Also: nicht nur Self­pu­blisher, son­dern auch Ver­la­ge sol­len gegen teu­er Geld ihre Pro­duk­te auf Qua­li­tät prü­fen las­sen, weil nur dann der Kun­de Qua­li­tät bekommt? Das ist ja eine groß­ar­ti­ge Idee! Pure Geld­ma­che­rei, denn wie wird sicher gestellt, dass die Inqui­si­to­ren ihre Arbeit gut machen? Wie bekloppt müss­te ich sein, einem sol­chen Dienst­leis­ter ein Buch ein­zu­rei­chen, der sackt mei­ne Koh­le ab und weist das Buch dann zurück – aus wel­chen Grün­den auch immer? Woher weiß ich, wie kom­pe­tent der Dienst­leis­ter ist? Was, wenn da ein von sich selbst über­zeug­ter kul­tur­chau­vi­nis­ti­scher Anspruchs­mu­tant mit Ortho­gra­fie-Fetisch sitzt, der alles ablehnt, was nicht aus lite­ra­risch wert­vol­len, aber lei­der stink­lang­wei­li­gen Schach­tel­sät­zen besteht?

War­um soll­ten wir uns die gera­de ent­ste­hen­de Frei­heit des Publi­zie­rens mit Abschaf­fung der alten Tor­wäch­ter in den Ver­la­gen, die gera­de in den letz­ten Jah­ren nur noch das ver­le­gen, was sich auch »dre­hen« lässt, durch die Hin­ter­tür in ganz ähn­li­cher Form wie­der ein­füh­ren? Ja, es ist nicht ganz ein­fach, sich durch den Wust an Bull­shit zu wüh­len, der im Bereich Self­pu­bli­shing, aber genau­so von den Publi­kums­ver­la­gen ver­öf­fent­licht wird. Aber das gilt für zahl­lo­se ande­re Berei­che des Lebens ganz genau­so und ohne ein wenig Eigen­in­itia­ti­ve bei der Suche wird man mög­li­cher­wei­se pri­ma Lese­stoff ver­pas­sen, ins­be­son­de­re, wenn man sich aus­schließ­lich auf angeb­lich »pro­fes­sio­nel­le« Ver­öf­fent­li­chun­gen ver­lässt. Dumm gelau­fen. Selbst schuld.

Und vor allem: War­um bezieht er das nur aufs eBook? Hat er noch nichts von Crea­teSpace oder Print On Demand gehört? Ist ihm nicht klar, dass die von ihm bemän­gel­ten Qua­li­täts­ver­lus­te bei den »pro­fes­sio­nel­len« Ver­la­gen sich nicht aufs eBook beschrän­ken, son­dern selbst­ver­ständ­lich auch im Print­buch zu fin­den sind? Kann ich mir nicht vor­stel­len, aber war­um rei­tet er so aus­dau­ernd aus­schließ­lich auf dem Elek­tro­buch her­um?

eReader-Facepalm

Es ist ihm zudem offen­sicht­lich ent­gan­gen, dass sich mit Qin­die bereits ein Güte­sie­gel zumin­dest für Self­pu­blisher eta­bliert hat, in dem Autoren dar­über ent­schei­den, ob die Qua­li­tät von Wer­ken stimmt, statt irgend­ei­ner über­ge­ord­ne­ten Inqui­si­ti­on, die ein Inter­es­se dar­an hat, Bücher abzu­leh­nen, damit die­se immer und immer wie­der ein­ge­reicht wer­den müs­sen, und man pri­ma Koh­le absei­hen kann. Oder die – da ver­lags­nah – Ver­lags­bü­cher durch­win­ken und sol­che von Indie-Autoren blo­ckie­ren; und es soll mir kei­ner erzäh­len, dass es nicht so kom­men wür­de.

Und dann folgt ein zwin­gen­des Qua­li­täts­sie­gel dem nächs­ten und irgend­wann musst Du so vie­le davon auf Dei­nem Cover kle­ben haben, dass man das Titel­bild nicht mehr sieht.

Und tat­säch­lich gibt es kaum etwas über­flüs­si­ge­res als sol­che erzwun­ge­nen »Qua­li­täts­si­che­rungs­dienst­leis­tun­gen«. Man kann sich als Indie frei­wil­lig an Lek­to­ren und Kor­rek­to­ren wen­den, muss es aber nicht. Ver­la­ge könn­ten Lek­to­ren und Über­set­zern ange­mes­se­ne Gehäl­ter zah­len, um die Qua­li­tät zu ver­bes­sern, müs­sen es aber nicht (und vie­le tun es auch nicht mehr). Um her­aus­zu­fin­den, ob ein Buch lesens­wert ist – und das völ­lig unab­hän­gig, ob es sich um ein Ver­lags­buch oder ein selbst­ver­leg­tes, um Print oder eBook han­delt – braucht man kei­ne kos­ten­pflich­ti­ge Dienst­leis­tung. Man kann sich gera­de in Zei­ten des Inter­nets zahl­lo­ser Quel­len bedie­nen, um her­aus zu fin­den, ob man ein Buch wirk­lich lesen möch­te und ob es hand­werk­lich gut ist: Lese­pro­ben, Bespre­chun­gen, Emp­feh­lun­gen in sozia­len Medi­en oder durch unab­hän­gi­ge Grup­pen wie Qin­die (völ­lig kos­ten­los) und ähn­li­che – und was weiß ich nicht noch mehr.

In einer Ant­wort auf einen Kom­men­tar zu sei­nem Arti­kel weist Stühr dann noch dar­auf hin, das so etwas wie sein Güte­sie­gel selbst­ver­ständ­lich optio­nal wäre. Nein! Doch! Ah! Neu­es von Cap­tain Obvious …

Man kann den Self­pu­blishern nur eine War­nung aus­spre­chen: lasst euch von sol­chen Bau­ern­fän­gern nicht beein­dru­cken, die behaup­ten, Bücher wären nur dann gut, wenn sie ein völ­lig über­flüs­si­ges aber teu­er bezahl­tes Qua­li­täts­sie­gel auf­wei­sen. Und: auch mit der Qua­li­tät von Ver­lags­bü­chern steht es lei­der all­zu oft und immer öfter nicht zum Bes­ten.

Des­we­gen wei­ter oben schon mal mein völ­lig kos­ten­lo­ses und frei ver­wend­ba­res Qua­li­täts­sie­gel für Indie-Autoren: garan­tiert ver­lags­frei!

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Qua­li­täts­sie­gel von Ste­fan Holz­hau­er CC‑0, eRea­der-Face­plam: eRea­der von Ste­fan Holz­hau­er, Face­palm von Fabio Ven­ni auf flickr, CC BY-SA

Futter für den eReader: Feedbooks

Screenshot Feedbooks

Noch ein Tipp zur Weih­nachts­zeit: ver­mut­lich wer­den auch in die­sem Jahr bei Vie­len eRea­der oder Tablets unter dem Baum lie­gen. Zum Aus­pro­bie­ren kann man natür­lich bei einem der ein­schlä­gi­gen Online­an­bie­ter was erwer­ben, aber es gibt auch noch ande­re Wege, legal an Lese­stoff zu kom­men.

Feed­books ist ein fran­zö­si­scher Anbie­ter, des­sen Web­sei­te aller­dings auch in Eng­lisch und Deutsch vor­liegt (auch wenn man bei letz­te­rem bis­wei­len ulki­ge Über­set­zungs­pat­zer fin­det). Der Clou: neben kom­mer­zi­el­len eBook-Ange­bo­ten fin­det man hier zum einen auch Public Domain ohne Ende und zum ande­ren wer­den kos­ten­lo­se Elek­tro­bü­cher ange­bo­ten.

Die Auf­ma­chung der Web­sei­te ist ange­nehm über­sicht­lich und ein­fach, auch die Navi­ga­ti­ons­punk­te nach Gen­res und ande­ren Kri­te­ri­en links sor­gen für eine ange­neh­me Navi­ga­ti­on und Hand­ha­bung der Sei­te.

Und jetzt noch der Knül­ler: Bei man­chen kom­mer­zi­el­len eBooks in eng­li­scher Spra­che ist Feed­books sogar noch güns­ti­ger als Platz­hirsch Ama­zon. Ein Bei­spiel gefäl­lig? Bit­te: John Scal­zis REDSHIRTS – das deut­sche Shops in Eng­lisch meist gar nicht anbo­ten, und wenn, dann völ­lig über­teu­ert – kos­tet bei Ama­zon 6,49 Euro. Das wäre schon ein guter Preis, aber Feed­books sagt dafür gera­de mal 5,49 Euro an, also einen sagen­haf­ten Euro preis­wer­ter!

Wer also Fut­ter für den neu­en eRea­der oder das Tablet sucht, der soll­te ruhig mal bei Feed­books vor­bei sur­fen. Die bie­ten übri­gens auch Web­seit­e­va­ri­an­ten für mobi­le Gerä­te an, so dass man direkt vom Mobil­te­le­fon dort ein­kau­fen und gleich dar­auf lesen kann. Ein­zi­ger Nach­teil: zah­len kann man aus­schließ­lich via Kre­dit­kar­te, Pay­Pal und Co sind nicht vor­ge­se­hen.

Übri­gens kann man via Feed­books auch eBooks ver­öf­fent­li­chen, damit wer­de ich mich dem­nächst auch mal beschäf­ti­gen.

Dank an Kris­ti­an Köhn­topp fürs Erin­nern an die Platt­form

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APOCALYPSIS III – dritte Staffel des Serienromans von Bastei

Cover Apokalypsis3

[Spon­so­red Post] Mit APOCALYPSIS III erscheint bei Bas­tei Lüb­be soeben die drit­te Staf­fel des Seri­en­ro­mans, der in Form einer App, spe­zi­ell auf digi­ta­le End­ge­rä­te abge­stimmt ist. Audio­vi­su­el­le Ele­men­te, Tex­te sowie Illus­tra­tio­nen ver­schmel­zen damit zu einem Lese­er­leb­nis. Der Ver­lag schreibt dazu:

Man befin­det sich stän­dig im Zen­trum des Gesche­hens und fühlt sich den Ereig­nis­sen extrem nah. Mario Giord­a­no hat es geschafft einen packen­den End­zeit­thril­ler zu schaf­fen, der durch sei­ne mul­ti­me­dia­le Erschei­nungs­form das Lese­er­leb­nis noch ein­mal inten­si­viert.

Auch die drit­te Staf­fel der Best­sel­ler-Serie um die Haupt­fi­gur Peter Adam geht packend wei­ter. Papst Johan­nes Paul III. ist zurück­ge­tre­ten und spur­los ver­schwun­den. Der Col­lege­pro­fes­sor Peter Adam ver­liert sei­ne Frau sowie sei­ne klei­ne Toch­ter Maya bei einem Flug­zeug­ab­sturz. Sein Bru­der Niko­las eröff­net ihm, dass ihr Tod im Zusam­men­hang mit den Akti­vi­tä­ten eines okkul­ten Ordens ste­he. Peter stößt bei sei­nen Nach­for­schun­gen auf einen mys­te­riö­sen Orden, der sich dem Welt­un­ter­gang ver­schrie­ben hat. Dabei ahnt er nicht wel­che Bedeu­tung er für den Orden hat. Als selbst der neue Papst, Petrus II., von Dämo­nen beses­sen ist, schei­nen Peters rät­sel­haf­te Täto­wie­run­gen die letz­te Hoff­nung gegen die dro­hen­de Apo­ka­lyp­se zu sein. Kann er das Ende der Welt noch auf­hal­ten?

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­det man auf der Seri­en-Web­sei­te.

Cover­ab­bil­dung Copy­right Bas­tei Lüb­be

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DIE WANDERAPOTHEKERIN – Knaur verkauft ein Buch häppchenweise

Cover Wanderapothekerin

Aus den guten, alten Tagen, als es Bücher aus­schließ­lich in Tot­holz­form gab, kennt man von den deut­schen Ver­la­gen den Trick der wun­der­sa­men Geld­ver­meh­rung, eine Magie auf die selbst Zau­ber­lehr­lin­ge wie Pot­ter nur nei­disch bli­cken kön­nen. Man neh­me ein eng­li­sches Ori­gi­nal, behaup­te, dass es über­setzt am Stück viel zu dick wer­den wür­de und mache zwei Bücher dar­aus – die man dann natür­lich jeweils zum vol­len Preis ver­kau­fen kann. Abra­ca­da­bra! Bing! Koh­le aus dem Nichts. Qua­si so etwas wie der Stein der Wei­sen.

Knaur über­trägt das Kon­zept jetzt »gekonnt« und völ­lig unauf­fäl­lig auf´s eBook, und das sogar ohne Über­set­zungs­aus­re­de: Der neue Roman jenes Autoren­ehe­paa­res, das unter Iny Lorentz schreibt, trägt den Titel DIE WANDERAPOTHEKERIN und erscheint als »eBook-Seri­al«. Zwi­schen dem 31. Janu­ar und dem 18 Febru­ar wird es den Roman häpp­chen­wei­se in sechs Tei­len geben, jeder davon kos­tet 2,49 Euro (den »Pro­log« gibt´s zum Anfi­xen für lau). Das Gesamt­werk kommt damit auf für ein eBook recht üppi­ge 14,94 Euro. Und jetzt noch der Knal­ler: Die Gesamt­aus­ga­be wird am 28 Febru­ar auf den Markt gewor­fen – jetzt wür­de jeder nor­ma­le Mensch wohl anneh­men, die­se sei preis­wer­ter als die Ein­zel­stü­cke, aber dem ist mit­nich­ten so, denn des­sen Preis beträgt 14,99 Euro. Gran­dio­se Idee: Immer wie­der wird in letz­ter Zeit pro­pa­giert, was der Kun­de für eBooks zu zah­len bereit ist. Statt das aber end­lich mal anzu­er­ken­nen, ver­kauft man eBook häpp­chen­wei­se, aber ins­ge­samt den­noch immer noch hoff­nungs­los über­teu­ert. Das ist kei­ne Inno­va­ti­on, das ist Idio­tie.

Man kanns ja mal ver­su­chen, die Pseu­do-His­to­ri­en auf die­sem Weg unter das lesen­de Volks zu brin­gen, ob die­se Art der Geld­schnei­de­rei aber das eBook oder die Ver­lags- und Buch­han­dels­land­schaft in Deutsch­land wei­ter brin­gen wird, wage ich stark zu bezwei­feln … Ver­mut­lich hält man sich im Ver­lag noch für beson­ders men­schen­freund­lich, weil für das Hard­co­ver 25 Euro zu berap­pen gewe­sen wären. Ist der nächs­te zu erwar­ten­de logi­sche Schritt, die Sei­ten ein­zeln zu ver­kau­fen? Ich hab schon wie­der Griffspu­ren im Gesicht vom inten­si­ven an den Kopf fas­sen.

Dem­nächst dann im sel­ben Stil ver­mut­lich noch die Wan­deras­tro­lo­gin, die Wan­der­fi­sche­rin, die Wan­der­päps­tin, die Wan­der­nie­re, die Wan­der­dü­ne und die Wan­der­wan­de­rin …

Ergän­zung: Ja, ich weiß. Ande­re machen das ganz ähn­lich, aber ich sehe einen deut­li­chen Unter­schied zwi­schen Rei­hen, die an den Stil und Umfang einer Heft­ro­man­se­rie bzw. deren Hef­te ange­lehnt sind, und dem Ver­such, einen offen­sicht­li­chen Roman scheib­chen­wei­se an den Leser zu brin­gen, weil man ihn dann ver­meint­lich teu­rer machen kann.

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Cover WANDERAPOTHEKERIN Teil eins Copy­right Knaur

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Selfpublishing: mein​best​sel​ler​.de nimmt den Mund voll

Screenshot meinbestseller

Im Buch­re­port wird aktu­ell Pierre Vroo­men inter­viewt, der steht hin­ter dem nie­der­län­di­schen Anbie­ter Mijn​best​sel​ler​.nl und möch­te in Deutsch­land mit mein​best​sel​ler​.de eine ähn­li­che Platt­form eta­blie­ren. In die­sem Inter­view nimmt er den Mund ziem­lich voll und erläu­tert in blu­mi­gen Wor­ten, war­um man bes­ser ist als Ama­zon. In mei­nen Augen ist das meis­te lei­der Mar­ke­ting­ge­schwur­bel und stellt kei­ne wirk­li­che Ver­bes­se­rung zum Kon­kur­ren­ten dar. Preis­lich sogar ganz im Gegen­teil.

Bei­spiels­wei­se sagt er:

Das Ange­bot der Self­pu­bli­shing-Kon­kur­renz ist inzwi­schen inter­es­san­ter als das von Ama­zon. Zwar kann man bei Ama­zon auf die gesam­te Wert­schöp­fungs­ket­te zurück­grei­fen, aber dafür ist der Self­pu­blishung-Bereich (sic!) in zwei Mar­ken gesplit­tet: Bei Kind­le Direct Publi­shing kann man nur E‑Books ver­öf­fent­li­chen, bei Crea­teSpace gedruck­te Bücher. Das ist für den Ver­brau­cher kaum zu durch­schau­en und aus Mar­ke­ting­sicht nicht opti­mal.

Wie jetzt? Kin­de Direct Publi­shing ist eine Ama­zon-Tool-Platt­form auf der man sei­ne eBooks hoch­la­den und nach Para­me­tri­sie­rung ver­öf­fent­li­chen kann. Erwer­ben kön­nen die Leser die­se dann über Ama­zon. Crea­teSpace ist eine Toch­ter­fir­ma, die sich eben auf Print­bü­cher spe­zia­li­siert hat. Bei­de Pro­duk­te kön­nen über Ama­zon erwor­ben wer­den. Das kann jeder durch­schau­en, des­sen Tages­lek­tü­re aus mehr als der Corn­flakes­pa­ckung und der Bild­zei­tung besteht. War­um das aus »Mar­ke­ting­sicht nicht opti­mal« sein soll, erschließt sich mir nicht, denn bei­de Ver­sio­nen sind bei Ama­zon ver­knüpft. Man kann doch Wer­bung dafür machen und auf den Anbie­ter ver­lin­ken?

Zudem ver­treibt Ama­zon nur über die eige­nen Kanä­le und bie­tet Autoren nicht unmit­tel­bar die Mög­lich­keit, brei­ter im Markt prä­sent zu sein.

Das ist bei eBooks kor­rekt, bei Print­bü­chern aller­dings falsch, da auch noch die Opti­on »Expan­ded Dis­tri­bu­ti­on« exis­tiert. In Deutsch­land kann man Crea­teSpace-Bücher jedoch lei­der nicht über den Buch­han­del bezie­hen, das ist kor­rekt, aber das ist ein Pro­blem, das haupt­säch­lich durch eben die­sen Buch­han­del ent­steht, nicht durch den Anbie­ter. Davon abge­se­hen macht Ama­zon den Bären­an­teil des online-Buch­ver­kaufs in Deutsch­land aus. Den meis­ten dürf­te das »breit« genug sein.

… die schwer­fäl­li­ge Cover­ge­stal­tung

Was? Vari­an­te eins (Print­buch): Man erstellt ein PDF, lädt es hoch und fer­tig. Vari­an­te zwei: man nutzt den Cover­de­si­gner. Beim eBook: Man erstellt eine Gra­fik­da­tei, lädt sie hoch und fer­tig. Was ist dar­an »schwer­fäl­lig«?

Auch ist der Autor nicht ver­trags­ge­bun­den und kann sich jeder­zeit ent­schei­den, zu einem Ver­lag zu wech­seln, wenn er den Ein­druck hat, dort bes­ser bedient zu wer­den oder mehr zu ver­die­nen.

Bei Ama­zon ist der Autor eben­falls nicht ver­trags­ge­bun­den, dem­nach kein Unter­schied zum Kokur­renz­an­bie­ter. Die­ser Vor­teil ist mei­ner Mei­nung nach rei­ne Augen­wi­sche­rei.

Doch machen wir mal die Pro­be aufs Exem­pel. Ich habe ein Taschen­buch in den Rech­ner auf mein​best​sel​ler​.de ein­ge­ge­ben, das im Umfang GESCHICHTEN AUS DEM ÆTHER ent­spricht. Will ich die­ses Buch nur für mich selbst bestellt­bar machen, enste­hen Kos­ten in Höhe von 11,52 Euro zuzüg­lich Ver­sand. Bei Crea­teSpace erhal­te ich die­ses Buch für unter fünf Euro inklu­si­ve Expe­di­ted-Ver­sand (inn­her­halb von sie­ben Tagen nach Druck) aus den USA. Ich muss aller­dings, damit sich das lohnt min­des­tens zehn Stück bestel­len. Wie recht­fer­tigt sich ein Preis, der mehr als dop­pelt so hoch ist? Ich habe inzwi­schen im euro­päi­schen Aus­land eine Dru­cke­rei gefun­den, die druckt mir das inklu­si­ve Ver­sand noch deut­lich preis­wer­ter, dann füh­le ich mich zudem auch noch woh­ler, was den CO2-Foot­print angeht.

Es han­delt sich dabei um eine Art »Basis­preis«, der immer fäl­lig wird, egal ob man das Buch nur für sich bestel­len möch­te, ob es über die Platt­form mein​best​sel​ler​.de ver­trie­ben wird, oder auch über den Buch­han­del. Das ist teu­rer, als der Ver­kaufs­preis des Buches bei Ama­zon! Will man dann noch über sie ver­kau­fen oder gar in den Buch­han­del, wird das Gan­ze noch­mal deut­lich teu­rer. Wür­de ich beim Ver­kauf aus­schließ­lich über mein​best​sel​ler​.de die­sel­be Mar­ge haben wol­len wie bei Ama­zon, müss­te das Buch gan­ze drei Euro teu­rer sein, also fast ein Drit­tel. Der Unter­schied ist aber: mein​best​sel​ler​.de kennt kei­ner, Ama­zon jeder.

Beim eBooks sieht das Gan­ze ähn­lich aus, die Prei­se und Tan­tie­men sind im Ver­gleich zum Self­pu­bli­shing über Ama­zon gera­de­zu lächer­lich. GESCHICHTEN AUS DEM ÆTHER wird bei Ama­zon für EUR 3,99 ver­kauft. Wür­de ich auf den­sel­ben Tan­tie­men­satz kom­men wol­len, müss­te ich bei mein­best­sel­ler 6,50 Euro ver­lan­gen – und auch dann wird das Buch nur über die­se Platt­form ver­kauft.

Die Prei­se erhö­hen sich in bei­den Fäl­len noch­mals, will man das Buch/​eBook zudem über die übli­chen Platt­for­men und den Buch­han­del ver­kau­fen. Mei­ner Ansicht nach wer­den dabei Prei­se über­schrit­ten, die der Leser zu zah­len bereit ist.

Jetzt könn­te man davon aus­ge­hen, dass umfang­rei­che­re Dienst­leis­tun­gen ent­hal­ten sind, die kann man zwar erhal­ten, wie bei der Kon­kur­renz auch, aber in der Basis­fas­sung lädt man sein eige­nes Manu­skript und das Cover genau­so selbst hoch, wie bei CreateSpace/​Amazon. Auch die Gestal­tung der Word- bzw. PDF-Datei liegt beim Nut­zer.

Das ein­zi­ge Argu­ment, das ich viel­leicht sehe, ist die Tat­sa­che, dass man sei­ne Bücher, sei es Print oder eBook, auch über wei­te­re Schie­nen als Ama­zon ver­trei­ben kann und es im Buch­han­del erhält­lich ist. Ob einem die deut­lich höhe­ren End­kun­den­prei­se (bei ähn­li­chen Mar­gen) als beim Onlin­ever­sen­der das wert sind, muss wohl jeder mit sich selbst aus­ma­chen. Man soll­te dabei beden­ken: ein­mal im Buch­han­del muss das Buch dank der Buch­preis­bin­dung über­all gleich viel kos­ten.

Fazit: Ein Groß­teil der mar­ki­gen Wor­ten im Inter­view ent­puppt sich wie erwar­tet als Mar­ke­ting-Luft­schloss. Die Prei­se des Anbie­ters sind im Ver­gleich zu Ama­zon um ein Viel­fa­ches zu hoch, ohne dass in der Basis­ver­si­on umfang­rei­che­re Dienst­leis­tun­gen ange­bo­ten wer­den. So wird das nichts. Hal­ten die Self­pu­blisher für völ­lig ver­blö­det? Wo genau soll das »Ange­bot der Kon­kur­renz inter­es­san­ter« sein?

Bemer­kung am Ran­de: mein​best​sel​ler​.de hat als ladungs­fä­hi­ge Anschrift im Impres­sum eine Adres­se einer nie­der­län­di­schen Fir­ma aus Rot­ter­dam und die Daten­schutz­hin­wei­se ent­spre­chen mei­ner Ansicht nach nicht deut­schem Recht – müss­ten sie aber, da die Web­sei­te ein­deu­tig auf den deut­schen Markt gezielt ist.

Ich wür­de mich ja über eine ernst­zu­neh­men­de Kon­kur­renz zu Ama­zon in die­sem Bereich sehr freu­en, aber es gibt sie nach wie vor nicht.

[Update 15.01.2014] Auf­grund des Kom­men­tars von Herrn Vroo­men habe ich mir das Impres­sum noch­mal ange­se­hen. Die ladungs­fä­hi­ge Anschrift sicht jetzt rechts­kon­form aus. Ich gebe zu, dass ich die ange­nom­me­nen Män­gel detail­liert im Arti­kel hät­te beschrei­ben müs­sen; ich weiß näm­lich auf­grund der ver­gan­ge­nen Zeit ein­fach nicht mehr, was zum Zeit­punkt mei­nes dama­li­gen Besuchs zu bemän­geln war. Die Daten­schutz­in­for­ma­tio­nen hal­te ich nach wie vor für unzu­rei­chend, aber dar­über strei­ten sich auch Rechts­an­wäl­te regel­mä­ßig.

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Screen­shot mein​best​sel​ler​.de Copy­right Mijn​best​sel​ler​.nl B.V.

Erschienen: DER OKKULTIST von Hugh Walker

Cover Der Okkultist

In der Rei­he von Neu­auf­la­gen der Roma­ne von Hugh Wal­ker ali­as Hubert Straßl erschien bei Emme­rich Books & Media soeben DER OKKULTIST. Das Buch beinhal­tet die Ein­zel­ro­ma­ne »Die gel­be Vil­la der Selbst­mör­der«, »Hexen im Leib« und »Bes­ti­en der Nacht« sowie die Kurz­ge­schich­te »Gelieb­tes Medi­um«. Alle Titel wur­den von Hugh Wal­ker nach Auf­zeich­nun­gen von Hans Fel­ler (gest. 1974) in den 1970er-Jah­ren ver­fasst.
Das Vor­wort, ver­fasst von Peter Emme­rich, geht im übri­gen sehr aus­führ­lich auf die Per­son Hans Fel­ler ein und bringt eini­ge neue Erkennt­nis­se über den Okkul­tis­ten und Geis­ter­jä­ger ans Licht. Das Titel­bild und Cover­lay­out ist von Bea­te Roc­holz, den Text­satz erstell­te Jörg Schukys.

In »Die gel­be Vil­la der Selbst­mör­der« ver­schlägt es Hans Fel­ler und sein Medi­um Kla­ra Mil­let­ti in ein Dorf, in dem eine sehr hohe Selbst­mord­ra­te für Auf­se­hen sorgt. Dar­über hin­aus sind alle Kin­der ver­schwun­den. Und was hat es mit den unge­wöhn­lich hef­ti­gen Unwet­tern auf sich, die immer wie­der ihre ele­men­ta­ren Gewal­ten auf das Dorf her­ab­reg­nen las­sen?

Das Gespann Feller/​Milletti wird in »Hexen im Leib« mit einem Fluch aus der Ver­gan­gen­heit kon­fron­tiert. Das Mäd­chen Melis­sa ist vom Geist einer Hexe beses­sen, wor­un­ter sie ent­setz­li­che Qua­len zu erlei­den hat. Kla­ra Mil­let­ti setzt alles dar­an, das Mäd­chen von die­sem Grau­en zu befrei­en.

In »Bes­ti­en der Nacht« ver­schwin­det eine Frau spur­los. Dem Ver­lob­ten wird bei sei­ner ver­zwei­fel­ten Suche Hil­fe zuteil. Kla­ra Mil­let­ti gelingt es Kon­takt zu Michae­la auf­zu­neh­men … doch das ist erst der Beginn eines nicht enden wol­len­den Alb­traums!

DER OKKULTIST ist als Kind­le-eBook für EUR 5,95 bei Ama­zon erhält­lich, dort bekommt man auch eine gedruck­te Fas­sung, für die­se muss man 15 Euro berap­pen. Das Taschen­buch hat einen Umfang von 380 Sei­ten und kann auch direkt beim Ver­lag bestellt wer­den – dort fin­det man zudem eine Lese­pro­be.

Cover Copy­right Emme­rich Books & Media

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Der Steampunk und das Rett-Syndrom

Eis und Dampf

Das Rett-Syn­drom ist eine Krank­heit, die fast aus­schließ­lich Mäd­chen befällt. Der Leser mag sich jetzt wun­dern, wass ein Hin­weis auf die­se der­zeit lei­der nicht heil­ba­re Krank­heit auf Phan­ta­News zu suchen hat und was sie mit Steam­punk zu tun hat.

Das will ich gern erläu­tern. Ich habe an die­ser Stel­le mehr­fach auf die Story­an­tho­lo­gie EIS UND DAMPF hin­ge­wie­sen. Die­se erscheint bei Feder & Schwert und spielt in der Welt des eben­falls dort her­aus gege­be­nen Romans DIE ZERBROCHENE PUPPE, der von Judith und Chris­ti­an Vogt ver­fasst wur­de und in die­sem Jahr mit dem Deut­schen Phan­tas­tik-Preis aus­ge­zeich­net wur­de. Die Geschich­ten­samm­lung wur­de via Start­next über Crowd­fun­ding finan­ziert. Hier­bei unter­stützt man ein Pro­jekt vor des­sen Fer­tig­stel­lung durch einen Obo­lus und erhält dafür als Dan­ke­schön gewis­se Gim­micks, bei­spiels­wei­se ein Exem­plar des eBooks oder Buches, oder ein Pos­ter.

Eines die­ser Gim­micks war es, dass der eige­ne Name in einer der Geschich­ten vor­kom­men soll­te. Das fand der Vater der am Rett-Syn­drom erkrank­ten Eli­sa­beth pri­ma, und er unter­stütz­te das Pro­jekt auf die­se Wei­se und woll­te, dass sei­ne Toch­ter einen Platz in einer der Sto­ries fin­det. Das ist auch selbst­ver­ständ­lich so gesche­hen und wir Autoren haben uns dar­auf geei­nigt, dass wir Autoren (jetzt ist die Kat­ze aus dem Sack: eine der Sto­ries stammt von mir) zudem im Rah­men einer Rett-Awa­re­ness-Akti­on auf die Krank­heit auf­merk­sam machen wol­len. Wei­ter­hin haben wir Autoren uns ent­schie­den, Eli­sa­beth das Buch zu wid­men. Da die Ver­öf­fent­li­chung von EIS UND DAMPF unmit­tel­bar bevor­steht, haben wir die­sen Ter­min für die Auf­merk­sam­keits­ak­ti­on gewählt. Wer sich über die Krank­heit infor­mie­ren möch­te, der kann das zum einen in der Wiki­pe­dia tun, zum ande­ren auf der Web­sei­te www​.rett​.de.

Nach­fol­gend ein Text von Eli­sa­beths Vater, der das Gan­ze noch ein­mal aus sei­ner Sicht erzählt.

Rett-Awareness-Day

Übermorgen: PERRY RHODAN-Planetenroman 27 – DESERTEUR DER USO

Cover DESERTEUR DER USO

Am Frei­tag erscheint in der Rei­he der Neu­auf­la­gen von klas­si­schen PERRY RHODAN-Pla­ne­ten­ro­ma­nen bereit die Num­mer 27. Sie stammt von Alt­meis­ter Hans Knei­fel und trägt den Titel DESERTEUR DER USO. Der Roman führt ins 25. Jahr­hun­dert und spielt zu einer Zeit, als das Sola­re Impe­ri­um es mit den Meis­tern der insel und der Ers­ten Schwin­gungs­macht zu tun hat. Bei der USO han­delt es sich um eine Geheim­or­ga­ni­sa­ti­on, die sich dem Schutz der Mensch­heit ver­schrie­ben hat und an deren Spit­ze der Arko­ni­de Atlan steht.

Klap­pen­text:

Im frü­hen 25. Jahr­hun­dert gärt es nach wie vor in der Gala­xis. Zwar sind kei­ne Angrif­fe von außen zu befürch­ten, aber immer wie­der bedro­hen Ver­bre­cher die Sicher­heit der Mensch­heit und ihrer Ver­bün­de­ten.
Eine gro­ße Gefahr sind Pira­ten, die mit ihren moder­nen und gut aus­ge­rüs­te­ten Raum­schif­fen Händ­ler im Welt­raum über­fal­len und aus­rau­ben. Sie unter­wan­dern gan­ze Pla­ne­ten­re­gie­run­gen und sind kaum zu fas­sen – nie­mand weiß, wo sie sich ver­ste­cken.
Atlan, der Arko­ni­de, ist um die­se Zeit Lord­ad­mi­ral und Chef der USO, einer inter­stel­la­ren Poli­zei­trup­pe. Im Auf­trag der Mensch­heit setzt sich der Lord­ad­mi­ral auf die Spur eines gewal­ti­gen Ver­bre­cher­syn­di­ka­tes, das gan­ze Pla­ne­ten unter sei­ner Kon­trol­le hat …

Der Roman wur­de wie immer behut­sam über­ar­bei­tet, ein Nach­wort ord­net ihn ins Per­ry­ver­sum ein, damit fin­den sich auch Neu­le­ser bes­ser zurecht. Das Titel­bild schuf erneut Dirk Schulz.

DESERTEUR DER USO erscheint am Frei­tag, 15. Novem­ber 2013. Das Taschen­heft ist 160 Sei­ten stark und kos­tet 3,90 Euro (in Öster­reich sind es 4,50 Euro, in der Schweiz 7,60 Fran­ken). Selbst­ver­ständ­lich liegt der Roman auch als eBook vor, für die­ses muss man 2,99 Euro berap­pen.

Cover DESERTEUR DER USO Copy­right VPM

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Amazon beendet Paperwhite-Aktion vorzeitig: Kunden sauer

Kindle Paperwhite 2

Ursprüng­lich hät­te das Ange­bot bis zum Ende Novem­ber gel­ten sol­len: Prime-Kun­den bei Ama­zon hät­ten den neu­en Kind­le Paper­white bis zu die­sem Zeit­punkt für 99 Euro statt dem Nor­mal­preis von 129 Euro kau­fen kön­nen sol­len. Das wur­de ges­tern heim­lich still und lei­se been­det, den zuge­hö­ri­gen Gust­schein­code kann man nicht mehr anwen­den, damit zahlt wie­der jeder den Nor­mal­preis. Die Kun­den reagie­ren in den Ama­zon-Foren und auf ande­ren Platt­for­men unge­hal­ten.

Irgend­ei­ne Ankün­di­gung gab es nicht, auch eine offi­zi­el­le Stel­lung­nah­me Ama­zons steht aus. Angeb­lich bekommt man auf Anfra­gen beim Sup­port unter­schied­li­che Ant­wor­ten – das wun­dert aber auch nicht, die Qua­li­tät Aus­sa­gen des Ama­zon-Kun­den­diens­tes hän­gen schwer davon ab, mit wem man dort kom­mu­ni­ziert und die ers­te Stu­fe (offen­bar nach Indi­en oder sonst­wo­hin out­ges­our­ced) kann man ohne­hin ver­ges­sen, da man von denen qua­si nie eine sinn­vol­le Ant­wort bekommt.

Eine der Ant­wor­ten ist: »das Kon­tin­gent ist auf­ge­braucht«, das hal­te ich aller­dings für eine lah­me Aus­re­de, denn man kann den neu­en Paper­white nach wie vor bestel­len und erhält ihn auch sofort. Man kann nur ver­mu­ten, dass tat­säch­lich deut­lich mehr der Gerä­te abge­setzt wur­den, als Ama­zon das vor­her­ge­se­hen hat­te. Die­se Vor­stel­lung dürf­te dem Buch­han­del nicht beha­gen.

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Pro­mo­fot Kind­le Paper­white 2 Copy­right Ama­zon

Amazon-Pressemitteilung: Buchhändler sollen direkt an Kindle-Verkäufen mitverdienen

amazon-Logo

Soeben weist mich Cynx auf eine auf­se­hen­er­re­gen­de Pres­se­mit­tei­lung von Ama­zon hin. Der Onlin­ever­sen­der bie­tet Buch­händ­lern an, dass sie Kind­les ver­kau­fen kön­nen. Auf alle über die jewei­li­gen Gerä­te ver­kauf­ten eBooks erhält der Buch­händ­ler danach für zwei Jah­re einen Anteil von 10% des (Net­to-) Ver­kaufs­prei­ses. Alter­na­tiv kann man auch die eRea­der und Tablets güns­ti­ger erhal­ten (und somit mehr über den Ver­kauf ver­die­nen), bekommt dann aber kei­ne eBook-Absatz­be­tei­li­gung.

Dabei ist die Erst­be­stel­lung von Kind­les für die Buch­händ­ler völ­lig pro­blem­los, denn Ama­zon nimmt sie inner­halb von sechs Mona­ten zum vol­len Preis zurück, damit kön­nen die Betrei­ber der Buch­lä­den somit ohne Risi­ko tes­ten, ob der Absatz funk­tio­niert.

Der­zeit gibt es die­ses Betei­li­gungs­mo­dell vor­erst nur in den USA, aber es ist abzu­se­hen, dass Ama­zon es mit Sicher­heit auch hier in Deutsch­land ein­füh­ren wird. Ist das der Aus­weg aus dem eBook-Dilem­ma der Buch­händ­ler? Erneut muss man dem Onlin­ever­sen­der zuge­ste­hen, der Kon­kur­renz nicht um Jah­re, son­dern um Äonen vor­aus zu sein. Zweck der Akti­on ist es natür­lich, die eige­ne Vor­macht­stel­lung noch wei­ter aus­zu­bau­en, aller­dings ist das Kon­zept nicht anders als bahn­bre­chend zu nen­nen.

Wür­de das auch in Deutsch­land ein­ge­führt, wäre das Zeter und Mor­dio-Geschrei ins­be­son­de­re des Groß- und Zwi­schen­han­dels sicher­lich tosend, denn das brä­che uralte, star­re (und zu nicht gerin­gen Tei­len inzwi­schen auch über­flüs­si­ge) Buch­han­dels­struk­tu­ren auf. Für den Buch­händ­ler ist das im Prin­zip eine fei­ne Sache: nach dem Ver­kauf ver­dient er an jedem abge­setz­ten eBook mit, ohne auch nur einen Fin­ger zu rühen.

Ich bin schon sehr gespannt, wie die hie­si­ge Bran­che dar­auf reagie­ren wird, die alles ande­re als agil ist – erfah­rungs­ge­mäß mit Geze­ter … :)

Update

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