QuintÂessenz: »Ohgott! Ohgott! Wir werÂden alle störrrrrÂben!«
Aber witÂzig, wie bei jedem neuÂen MediÂum ähnÂliÂche reakÂtioÂnäÂre, rĂĽckÂwärtsÂgeÂrichÂteÂte MeckeÂrer ihre ĂĽberÂflĂĽsÂsiÂge StimÂme erheÂben. WitÂzig auch, wie einÂfach BehaupÂtunÂgen aufÂgeÂstellt werÂden, die man nicht einÂmal glaubÂwĂĽrÂdig beleÂgen kann (UmsatzÂrĂĽckÂgänÂge durch RaubÂkoÂpien und OnleiÂhe). Und abschlieÂĂźend witÂzig, dass E‑Leihe der BĂĽcheÂreiÂen entÂweÂder unterÂbunÂden oder aber deutÂlich verÂteuÂert werÂden soll.
Die einÂziÂge sinnÂvolÂle MethoÂde gegen RaubÂkoÂpien sind angeÂmesÂsen bepreisÂte, DRM-freie, legaÂle AngeÂboÂte. Und auch der GebrauchtÂmarkt wird komÂmen, der EuGH hat schon den Weg dafĂĽr geebÂnet, indem er den verÂkauf gebrauchÂter SoftÂwareÂliÂzenÂzen erlaubt hat. Und wie wir neuÂerÂdings wisÂsen, sind ja auch eBooks gar keiÂne BĂĽcher, sonÂdern nur LizenÂzen. DarÂĂĽber, dass sie aus den OnleiÂhen der StadtÂbĂĽÂcheÂreiÂen mehr Geld herÂausÂpresÂsen wolÂlen, möchÂte ich hier gar nicht erst reden, sonst wird das wieÂder ein länÂgeÂrer Rant ĂĽber GierÂlapÂpen.
Wer sich derÂart reaÂliÂtätsÂfremd mit HänÂden und FĂĽĂźen gegen neue MediÂen wehrt, wird darÂan erstiÂcken. Und sorgt bis dahin dafĂĽr, die von der PoliÂtik herÂbeiÂgeÂfĂĽhrÂte SituaÂtiÂon DeutschÂlands als InterÂnet- und MediÂen-EntÂwickÂlungsÂland zu zemenÂtieÂren.
Was die ĂśberÂschrift uns sagen soll? Das habe ich mich auch gefragt. Der BuchÂreÂport schrieb in einem ArtiÂkel mit dem Titel ANGRIFF AUF AMAZON wörtÂlich:
Der ToliÂno-VerÂbund schiebt Ende April ein eigeÂnes SelfÂpuÂbliÂshing-PorÂtal.
WeiÂter heiĂźt es (HerÂvorÂheÂbunÂgen von mir):
Dort könÂnen Autoren könÂnen eigeÂne E‑Books erstelÂlen und verÂkauÂfen.
Dem ArtiÂkel zufolÂge solÂlen die KonÂdiÂtioÂnen zuminÂdest was die TanÂtieÂmen angeht so sein wie bei AmaÂzon, nämÂlich 70% fĂĽr den SelfÂpuÂblisher.
Auch wenn es zu begrĂĽÂĂźen ist, dass sich eine PlattÂform neben AmaÂzon bilÂdet, möge man mir verÂzeiÂhen, wenn ich skepÂtisch bin. HinÂter toli​no​-media​.de steÂhen WeltÂbild, HugenÂduÂbel, BerÂtelsÂmann, ThaÂlia und Libri, »und andeÂre«, also AnbieÂter, die tief und fest in der BuchÂbranÂche mit ihren uralten Riten verÂanÂkert sind. Man wird die NutÂzungsÂbeÂdinÂgunÂgen abwarÂten mĂĽsÂsen, um zu sehen, ob sich die VerÂlagsÂabÂleÂger wieÂder (wie immer) unmäÂĂźiÂge NutÂzungsÂrechÂte einÂräuÂmen wolÂlen – ich gehe davon aus, dass es so sein wird. AmaÂzon räumt sich gar nichts ein, nur das Recht, die eBooks verÂkauÂfen zu dĂĽrÂfen.
Zudem geht es offenÂbar nur um eBooks, via AmaÂzon kann man auf verÂgleichsÂweiÂse einÂfaÂche Art und WeiÂse auch PrintÂbĂĽÂcher anbieÂten.
Ende April wisÂsen wir mehr, falls sie den TerÂmin tatÂsächÂlich einÂhalÂten.
[Update 11:25 Uhr:] ErgänÂzenÂde InforÂmaÂtioÂnen bei MatÂthiÂas MatÂting. Da heiĂźt es sogar, dass die SelfÂpuÂbliÂshing-BĂĽcher »in den RegaÂlen der BuchÂhändÂler steÂhen solÂlen« und es ISBNs kosÂtenÂlos dazu geben wird.
ScreenÂshot BuchÂreÂport CopyÂright BuchÂreÂport, IllusÂtraÂtiÂon CopyÂright ToliÂno Media GmbH
Der BuchÂreÂport titelt in einem ArtiÂkel seiÂner OnlineÂpräÂsenz »KanÂniÂbaÂliÂsiert Print jetzt DigiÂtal«, darÂĂĽber die TeaserÂzeiÂle »WaterÂstoÂnes: Print floÂriert, KindÂle verÂliert«. Liest man sich den Text dann durch, stellt man fest, dass es gar nicht um eBooks aus dem AmaÂzon-Ă–koÂsysÂtem geht, sonÂdern um eBooks allÂgeÂmein. LieÂber RedakÂteuÂre, es mag euch entÂganÂgen sein, aber KindÂle ist nicht gleich eBooks. Na gut, AmaÂzon macht weitÂaus gröÂĂźeÂre UmsätÂze in dieÂsem SegÂment, als die verÂschnarchÂte restÂliÂche BranÂche, aber denÂnoch geht es bei den genannÂten ZahÂlen nicht ausÂschlieĂźÂlich um eBooks fĂĽr den KindÂle, sonÂdern allÂgeÂmein. Was soll also dieÂse tenÂdenÂziöÂse ForÂmuÂlieÂrung? Nur um AmaÂzon mal wieÂder einen zu verÂpasÂsen?
Die genannÂten ZahÂlen WaterÂstoÂnes sind dann auch ziemÂliÂche AugenÂwiÂscheÂrei. Da freut sich ein UnterÂnehÂmen, das seit JahÂren rote ZahÂlen schreibt, mediÂenÂwirkÂsam ĂĽber einen 5‑ProÂzent-Zuwachs zum WeihÂnachtsÂgeÂschäft. ReiÂnes PR-GeschwurÂbel, das in meiÂnen Augen nichts mit irgendÂwelÂchen »NeuÂausÂrichÂtunÂgen« zu tun hat, sonÂdern ausÂschlieĂźÂlich mit dem KaufÂrausch zu den FestÂtaÂgen.
AuĂźerÂdem: NatĂĽrÂlich kommt es zu WeihÂnachÂten zu einem Zuwachs im Print-Bereich, schlieĂźÂlich lasÂsen sich gedruckÂte BĂĽcher nunÂmal immer noch deutÂlich leichÂter unter die NordÂmannÂtanÂne legen, als eBooks, nicht wahr? Den ZusamÂmenÂhang kann sogar noch jemand herÂstelÂlen, der bereits mit GlĂĽhÂwein vollÂgeÂdröhnt ist.
Der ArtiÂkel bezieht sich zudem nur auf den engÂliÂschen Markt, der anders ist als der deutÂsche. SinnÂvoll wäre es geweÂsen, dem eBook-AbsatzÂzahÂlen im selÂben ZeitÂraum gegenÂĂĽberÂzuÂstelÂlen, um die fĂĽnf ProÂzent in RelaÂtiÂon dazu zustelÂlen. Hier wie im Teaser ein »KindÂle verÂliert« zu posÂtuÂlieÂren, ist arg weit herÂgeÂholt (ich weiĂź, die AusÂsaÂge, dass die eBook-AbsatzÂzahÂlen zurĂĽckÂgeÂhen, stammt von WaterÂstoÂnes, aber der bekloppÂte Teser ist vom BuchÂreÂport).
GeraÂde erst haben sie das 2K Games BundÂle auf die Gamer los gelasÂsen, schon schiebt der AnbieÂter einen neuÂen Deal nach. Wie immer kann man bezahÂlen, was man möchÂte, um ans HumÂble SciÂFi eBook BundÂle zu komÂmen. DafĂĽr erhält man tatÂsächÂlich nicht ausÂschlieĂźÂlich, aber ĂĽberÂwieÂgend SF-eBooks, natĂĽrÂlich in engÂliÂscher SpraÂche (das macht aber nichts, da deutÂsche ĂśberÂsetÂzunÂgen entÂweÂder schlecht oder ĂĽberÂteuÂert sind). Unter den angeÂboÂteÂnen WerÂken befinÂden sich auch ein paar echÂte KlasÂsiÂker.
FĂĽr den MinÂdestÂeinÂsatz erhält man: THE HEALER´S WAR von ElizaÂbeth Ann ScarÂboÂrough, THE RELUCTANT SWORDSMAN von Dave DunÂcan, FREEHOLD von WilÂliam Dietz, THE TIME OF THE DARK von BarÂbaÂra HamÂbly und WINGMAN von Macl MalÂoÂney.
Zahlt man mehr als den DurchÂschnitt (im Moment ungeÂfähr 11,30 DolÂlar), erhält man noch dazu: SPELLSINGER von Alan Dean FosÂter, I HAVE NO MOUTH AND I MUST SCREAM von HarÂlan ElliÂson, THE FORGE OF GOD von Greg Bear und SONG OF KALI von Dan SimÂmons. FĂĽr dieÂjeÂniÂgen, die mehr als den DurchÂschnitt zahÂlen sind zudem noch weiÂteÂre BĂĽcher in der PipeÂline, die verÂmutÂlich in der nächsÂten Woche gemelÂdet werÂden.
Man kann dann aber auch gleich einÂfach 12 DolÂlar zahÂlen, in dem Fall gibt es noch oben drauf: ENCOUNTER WITH TIBER von Buzz Aldrin und John BarÂnes sowie den MiliÂtaÂry-SF-KlasÂsiÂker BLACKCOLLAR von TimoÂthy Zahn.
Wie immer sind alle eBooks DRM-frei und ein Teil der EinÂnahÂmen geht an wohlÂtäÂtiÂge ZweÂcke. Die ElekÂtroÂbĂĽÂcher lieÂgen in drei ForÂmaÂten vor: PDF, ePub und mobi, somit kann man sie mit einer breiÂten PaletÂte an GeräÂten nutÂzen.
FĂĽr den Preis ein absoÂluÂter No-BraiÂner. SchaÂde, dass es bei uns in DeutschÂland solÂche AktioÂnen aufÂgrund der ĂĽberÂkomÂmeÂnen LobÂbyÂgeÂsetzÂgeÂbung »BuchÂpreisÂbinÂdung« nicht geben kann.
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Die nächsÂte RunÂde im groÂĂźen AmaÂzon-GebasÂhe seiÂtens der BuchÂbranÂche ist einÂgeÂläuÂtet. Auf den einÂschläÂgiÂgen PlattÂforÂmen wie Börsenblatt.de und ähnÂliÂchen proÂduÂzieÂren sich FiguÂren aus BörÂsenÂverÂein und restÂliÂcher BranÂche mit Schaum vor dem Mund ob der UnverÂschämtÂheiÂten AmaÂzons.
Doch was ist pasÂsiert? FanÂgen wir mal damit an, dass geraÂde vor ein paar Tagen gemelÂdet wurÂde, AmaÂzon habe beim OnlinÂeverÂkauf von BĂĽchern einen Anteil von ungeÂfähr 80%. Das ist viel. Fast schon ein MonoÂpol. Und was kann man machen, wenn man fast schon ein MonoÂpol hat? Na klar: an der PreisÂschrauÂbe dreÂhen. Und genau das macht AmaÂzon geraÂde. Der US-KonÂzern verÂlangt von VerÂlaÂgen statt der ĂĽbliÂchen RabatÂte auf eBooks in Höhe von 30% nun neuÂerÂdings 40 bis 50 %. VerÂlanÂgen kann man das mal, ein VerÂlag muss darÂauf nicht einÂgeÂhen. AmaÂzon reagiert auf die WeiÂgeÂrung, indem sie die BĂĽcher dieÂser VerÂlagsÂgrupÂpe nur verÂzöÂgert ausÂlieÂfern.
Nein, das ist nicht nett. Echt nicht.
Und? Ich kann mich an BerichÂte erinÂnern, dass ThaÂlia angebÂlich ganz ähnÂliÂche NumÂmern durchÂgeÂzoÂgen haben soll. Wenn man sich den WĂĽnÂschen der KetÂte nicht unterÂwarf, dann wurÂden BĂĽcher halt in der BesenÂkamÂmer neben dem NotÂausÂgang ausÂgeÂstellt, statt auf proÂmiÂnent platÂzierÂten Tischen. Wo blieb denn da der groÂĂźe AufÂschrei? Oder anders gefragt: WarÂum jetzt das GeheuÂle? Weil es damals quaÂsi branÂchenÂinÂtern blieb und heuÂte AmaÂzon als branÂchenÂfremÂde FirÂma dasÂselÂbe durchÂzieht – und man darf sich nur innerÂhalb der BuchÂbranÂche ĂĽber den Tisch zieÂhen? Oder was?
Es ist immer wieÂder dasÂselÂbe: Die BuchÂbranÂche, allen vorÂan der BörÂsenÂverÂein, deren OberÂmufÂtis regelÂmäÂĂźig Gift und GalÂle in RichÂtung AmaÂzon speiÂen, hätÂte sich schon vor JahÂren auf den Arsch setÂzen mĂĽsÂsen, um gemeinÂsam eine PlattÂform zu etaÂblieÂren, die AmaÂzon ParoÂli bieÂten kann, sowohl was das AngeÂbot, aber auch die immense KunÂdenÂfreundÂlichÂkeit angeht. EinÂzelÂne oder der legenÂdäÂre kleiÂne BuchÂhändÂler könÂnen das nicht stemÂmen, eine ganÂze BranÂche aber schon. Doch stattÂdesÂsen köcheln hauÂfenÂweiÂse ProtÂagoÂnisÂten eigeÂne SĂĽppÂchen, die alleÂsamt mehr oder weniÂger unerÂfolgÂreich sind. WarÂum tun die das? EinÂfach: weil jeder von ihnen selbst das groÂĂźe Geld verÂdieÂnen will und das dem Rest nicht gönnt. Das ist kurzÂsichÂtig und dumm.
GenauÂso kurzÂsichÂtig und dumm ist es, wenn man NischenÂproÂdukÂte (geraÂde aus dem PhanÂtasÂtik-Bereich) in der BuchÂhandÂlung nicht bekommt, weil sie in irgendÂwelÂchen okkulÂten KataÂloÂgen nicht gelisÂtet sind. AmaÂzon hat die. Dann bestelÂle ich dort. Ă„hnÂliÂches gilt fĂĽr engÂliÂsche TaschenÂbĂĽÂcher und eBooks: wenn die beim BuchÂhändÂler oder in BranÂchenÂshops das dopÂpelÂte bis fĂĽnfÂfaÂche des AmaÂzon-PreiÂses kosÂten, dann ist auch hier klar, wo ich kauÂfe.
Der AusÂweg: Eine groÂĂźe PlattÂform, vorÂurÂteilsÂfrei und gegen ein angeÂmesÂseÂnes EntÂgeld (und eben nicht mit völÂlig ĂĽberÂteuÂerÂten EinÂstell- oder JahÂresÂgeÂbĂĽhÂren, und auch nicht mit ĂĽberÂzoÂgeÂnen VerÂkaufsÂbeÂteiÂliÂgunÂgen) auch fĂĽr die ProÂdukÂte von KleinÂverÂleÂgern und Indie-Autoren, kunÂdenÂfreundÂliÂches AgieÂren, schnelÂle LieÂfeÂrung. FaiÂre EinÂbinÂdung auch kleiÂner BuchÂhandÂlunÂgen, denen man beiÂspielsÂweiÂse eBook-KäuÂfe anteiÂlig gutÂschreiÂben lasÂsen kann. Das kann doch nicht so schwer sein, dass es in all den JahÂren noch nicht geschafft worÂden ist? Und warÂum arbeiÂtet keiÂner darÂan?
SolanÂge die BranÂche sich lieÂber gegenÂseiÂtig ausÂsteÂchen will, wird AmaÂzon der lachenÂde DritÂte bleiÂben. Wenn die BranÂche nicht schnell mit einem AngeÂbot wie oben skizÂziert aus der HöhÂle kommt, das allerÂdings auch funkÂtioÂnieÂren muss (diverÂse hochÂgeÂhypÂte AngeÂboÂte der letzÂten JahÂre waren unerÂträgÂliÂche RohrÂkreÂpieÂrer, weil man vorÂher nicht mal jemanÂden gefragt hat, der sich damit ausÂkennt), dann bleibt AmaÂzons MarktÂmacht erhalÂten und wird sich auch noch steiÂgern.
AngeÂsichts der TatÂsaÂche, dass die BuchÂbranÂche es aber seit JahÂren nicht schafft, ein auch nur ansatzÂweiÂse ähnÂlich attrakÂtiÂves AngeÂbot auf die BeiÂne zu stelÂlen, und auch jetzt nichts davon zu sehen ist, halÂte ich das DauÂerÂgeÂheuÂle fĂĽr peinÂlich bis lächerÂlich.
Er kann mit E‑Readern ĂĽberÂzeuÂgen, die anders als der KindÂle dem KunÂden seiÂne FreiÂheit lasÂsen.
… dann kann ich das nur als VolksÂverÂdumÂmungsÂverÂsuch werÂten. Er hat offenÂbar noch nie verÂsucht, ein mit AdoÂbe DRM verÂseuchÂtes Buch auf einem eReaÂder abseits des KindÂle zu lesen. Wenn er das fĂĽr »FreiÂheit lasÂsen« hält, kann ich nur vorÂsätzÂliÂche FalschÂausÂsaÂge oder masÂsiÂve ReaÂliÂtätsÂverÂlusÂte verÂmuÂten.
QuintÂessenz: LieÂbe BuchÂbranÂche: Ruft nicht nach dem GesetzÂgeÂber. WerÂdet einÂfach besÂser als AmaÂzon. Wie wäre es damit? Dann wird auch wieÂder bei euch gekauft und AmaÂzon könnÂte keiÂne RaubÂritÂterÂkonÂdiÂtioÂnen mehr verÂlanÂgen (das macht dann vielÂleicht wieÂder irgendÂeiÂne namÂhafÂte BuchÂhanÂdelsÂketÂte …). Wenn der BörÂsenÂverÂein hier federÂfĂĽhÂrend ist, dann stoppt das vielÂleicht sogar die AusÂtrittsÂwelÂle, die es geraÂde dem VerÂnehÂmen nach geben soll.
Ich wĂĽrÂde wirkÂlich gern wieÂder bei euch kauÂfen. Macht es mir doch einÂfach leicht, das auch zu könÂnen. TreÂtet gegenÂĂĽber den KunÂden symÂpaÂthisch auf. EntÂschlackt euch. Gönnt euch gegenÂseiÂtig UmsätÂze. Dann kann AmaÂzon sehen, wo es bleibt.
p.s.: Ach ja – wenn euch das VerÂhalÂten AmaÂzons so stört, dann verÂkauft doch einÂfach nicht mehr ĂĽber die PlattÂform? Was? 80% MarktÂanÂteil? Ah so …
p.p.s.: Wenn das FreiÂhanÂdelsÂabÂkomÂmen mit den USA durchÂgeÂwunÂken wird, werÂdet ihr euch wunÂdern, was AmaÂzon dann noch alles kann …
Dass harÂte DRM-MaĂźÂnahÂmen Mist sind und ausÂschlieĂźÂlich ehrÂliÂche KunÂden bestraÂfen, hat die MusikÂinÂdusÂtrie bereits vor JahÂren auf die harÂte Tour erfahÂren mĂĽsÂsen. DieÂse gab dann irgendÂwann ihre EvoÂluÂtiÂonsÂreÂsisÂtenz auf und verÂzichÂteÂte darÂauf. SeitÂdem brumÂmen digiÂtaÂle MusikÂverÂkäuÂfe. WeniÂger gesunÂden MenÂschenÂverÂstand zeigt die konÂserÂvaÂtiÂve BuchÂbranÂche, in der viel zuvieÂle VerÂlaÂge KopierÂschutzÂmaĂźÂnahÂmen immer noch fĂĽr das Ei des KolumÂbus halÂten, und eine meiÂner Ansicht nach völÂlig ĂĽberÂzoÂgeÂne ParaÂnoia gegenÂĂĽber irgendÂwelÂchen »BuchÂpiÂraÂten« pfleÂgen.
Nun ist es also pasÂsiert: AdoÂbe bringt eine neue VerÂsiÂon von DigiÂtal EdiÂtiÂons herÂaus und das fĂĽhrt erwarÂtungsÂgeÂmäß zu ProÂbleÂmen. eReaÂder fĂĽr die es keiÂne FirmÂware-Updates mehr geben wird, sind raus, man wird sie zum Lesen von eBooks, die mit ADE3 geschĂĽtzt sind nicht mehr nutÂzen könÂnen. AktuÂelÂle LeseÂgeÂräÂte benöÂtiÂgen mögÂliÂcherÂweiÂse FirmÂwareÂupÂdates, von denen man nicht weiĂź, wie schnell sie komÂmen werÂden. Oder ob dieÂse jemals erscheiÂnen.
Pikant in dieÂsem ZusamÂmenÂhang auch: KĂĽrzÂlich erst wurÂden AdoÂbe hauÂfenÂweiÂse DatenÂsätÂze entÂwenÂdet, man spricht von bis zu 150 MilÂlioÂnen KunÂdenÂdaÂten, die aufÂgrund mögÂliÂcherÂweiÂse schlecht gesiÂcherÂter SerÂver des AnbieÂters KriÂmiÂnelÂlen in die HänÂde fieÂlen. DarÂunÂter eben auch die Daten von KunÂden, die man nur desÂweÂgen genöÂtigt hat, ein AdoÂbe-KonÂto einÂzuÂrichÂten, damit dieÂse eBooks lesen könÂnen, die mit dem DRM der FirÂma geschĂĽtzt sind. UnfassÂbar. Auch hier sollÂte die BuchÂbranÂche drinÂgend mal in sich gehen und darÂĂĽber nachÂdenÂken, wieÂviel VerÂantÂworÂtung sie in dieÂser CauÂsa mitÂzuÂtraÂgen hat.
Was mich darÂan am meisÂten belusÂtigt: Seit MonaÂten, wenn nicht JahÂren, schieĂźt die BranÂche mit zahlÂloÂsen mehr oder weniÂger haltÂloÂsen ArguÂmenÂten gegen den AntiÂchrisÂten AmaÂzon. Statt nun aber dafĂĽr zu sorÂgen, dass man kunÂdenÂfreundÂliÂcher und bequeÂmer wird als der OnlineÂrieÂse, treibt man den eBook-Leser mit untaugÂliÂchen, durch Update defekÂte und verÂmutÂlich ohneÂhin demÂnächst obsoÂleÂten DRM-MaĂźÂnahÂmen (»unknackÂbar« – darÂan glauÂbe ich nicht) geraÂdeÂzu ins KindÂle-Ă–koÂsysÂtem, wo zwar ebenÂfalls ein KopierÂschutz vorÂhanÂden sein kann, der KunÂde aber in der NutÂzung nichts davon bemerkt.
Wenn es die BuchÂbranÂche ernst damit meint, (nicht nur) in Sachen eBooks eine ernstÂzuÂnehÂmenÂde AlterÂnaÂtiÂve zu AmaÂzon werÂden zu wolÂlen, dann sollÂte sie die lächerÂliÂchen, kunÂdenÂfeindÂliÂchen DRM-SpielÂchen sofort einÂstelÂlen. Unter andeÂrem. Aber die zahlÂloÂsen andeÂren DefiÂziÂte sind hier nicht das TheÂma.
Lesen​.net berichÂtet heuÂte ĂĽber die EinÂfĂĽhÂrung von AdoÂbe DigiÂtal EdiÂtiÂon 3, der neuÂesÂten VerÂsiÂon des KopierÂschutz-Drecks fĂĽr eBooks. Und wie zu erwarÂten fĂĽhrt das zu diverÂsen ProÂbleÂmen. InsÂbeÂsonÂdeÂre ist geraÂdeÂzu arroÂgant weltÂfremd, dass man InkomÂpaÂtiÂbiÂliÂtäÂten mit älteÂren eReaÂder oder besÂser deren FirmÂware einÂfach mal vollÂkomÂmen ignoÂriert. Das bedeuÂtet: Man kauft sich ein eBook und ADE lädt dann mögÂliÂcherÂweiÂse eine FasÂsung vom VerÂkäuÂfer-SerÂver herÂunÂter, die mit dem eigeÂnen LeseÂgeÂrät manÂgels KomÂpaÂtiÂbiÂliÂtät mit der neuÂen FasÂsung des DRM ĂĽberÂhaupt nicht genutzt werÂden kann.
Das ist an KunÂdenÂfeindÂlichÂkeit kaum noch zu ĂĽberÂbieÂten und gelinÂde gesagt eine UnverÂschämtÂheit. Es exisÂtieÂren ein paar LeseÂgeÂräÂte oder ‑Apps, fĂĽr die man verÂmutÂlich nie wieÂder ein SoftÂwareÂupÂdate erhalÂten kann. Soll man die jetzt aufÂgrund der fehÂlenÂden AbwärtsÂkomÂpaÂtiÂbiÂliÂtät von ADE 3 in die TonÂne treÂten? KĂĽnstÂliÂche ObsÂzoÂleÂzenz durch Update von ohneÂhin völÂlig ĂĽberÂflĂĽsÂsiÂgen, kunÂdenÂfeindÂliÂchen KopierÂschutzÂmaĂźÂnahÂmen? WeiÂterÂhin lasÂsen sich eBooks mitÂmit dieÂser SchutzÂmaĂźÂnahÂme verÂseÂhen sind, oft nicht auf andeÂre LeseÂgeÂräÂte ĂĽberÂtraÂgen, darÂauf weist beiÂspielsÂweiÂse der Chef von BlueÂfiÂre hin.
WarÂum die neue DRM-VerÂsiÂon so gnaÂdenÂlos in den Markt gedrĂĽckt wird, dĂĽrfÂte klar sein: die alte FasÂsung kann inzwiÂschen jeder knaÂcken, es gibt zu dieÂsem Zweck beiÂspielsÂweiÂse PlugÂin fĂĽr CalibÂre, oder Stand-aloÂne-SoftÂware, die das auf Klick erleÂdigt. Das wollÂte man abstelÂlen. Doch zu welÂchem Preis? Das HanÂtieÂren mit DRM-geschĂĽtzÂten eBooks ist ohneÂhin masÂsiv umständÂlich und techÂnisch weniÂger affiÂne Leser sind oft damit schlicht ĂĽberÂforÂdert. Und jetzt soll man inkomÂpaÂtiÂble LEseÂgeÂräÂte einÂfach in die TonÂne treÂten, weil AdoÂbe das so will?
ErsÂte LösungsÂmögÂlichÂkeit: Auf gar keiÂnen Fall AdoÂbe DigiÂtal EdiÂtiÂons 3 instalÂlieÂren, egal, was die SoftÂware einem auch sagt. Jeder, der ProÂbleÂme damit hat, sollÂte sich umgeÂhend an den HändÂler wenÂden und verÂlanÂgen, entÂweÂder ein eBook zu bekomÂmen, das auf seiÂnen GeräÂten geleÂsen werÂden kann, oder sein Geld zurĂĽck forÂdern. Aber VorÂsicht: offenÂbar sind etliÂche der SupÂportÂmitÂarÂbeiÂter der OnlineÂplattÂforÂmen völÂlig ĂĽberÂforÂdert und wisÂsen weder, dass es eine neue VerÂsiÂon des KopierÂschutÂzes gibt, noch wie sie damit umgeÂhen solÂlen. WeiÂterÂhin sollÂte man auf den Kauf von derÂart kopierÂgeÂschĂĽtzÂten BĂĽchern einÂfach verÂzichÂten und damit mit den FĂĽĂźen abstimÂmen. Auch wenn dann späÂter verÂmutÂlich wieÂder kolÂporÂtiert wird, dass die bösen RaubÂkoÂpieÂrer an irgendÂwelÂchen VerÂkaufsÂrĂĽckÂgänÂgen schuld sind – tatÂsächÂlich sind es die AnbieÂter, die vorÂgestÂrig auf DRM bestehen.
Das DebaÂkel zeigt aber erneut deutÂlich, dass solÂche harÂten DRM-MaĂźÂnahÂmen abgeÂschafft werÂden mĂĽsÂsen, denn sie benachÂteiÂliÂgen zum einen den KäuÂfer erhebÂlich und vor allem unverÂhältÂnisÂmäÂĂźig. Zum andeÂren werÂden sie die AkzepÂtanz des neuÂen MediÂums eBook erneut verÂrinÂgern, denn der BequemÂlichÂkeitsÂverÂlust ist immens. Man will sich nicht mit so einem Mist herÂum schlaÂgen, sonÂdern einÂfach nur ein Buch lesen.
AngebÂlich gilt ADE3 als unknackÂbar. WarÂten wir mal ab, wie lanÂge es dauÂert …
MichaÂel StĂĽhr ist der GeschäftsÂfĂĽhÂrer von MarkÂStein, die brinÂgen unter dem Namen TanÂgo verÂschieÂden LösunÂgen fĂĽr Satz und eBook-ErstelÂlung auf den Markt. Im TanÂgo-PubliÂshing-Blog sowie zweitÂverÂwerÂtet im BuchÂreÂport-Blog schwaÂdroÂniert der darÂĂĽber, dass eBooks uuuuunÂbeÂdingt ein QuaÂliÂtätsÂsieÂgel benöÂtiÂgen.
Fällt erst einÂmal posiÂtiv auf, dass er auch bei den VerÂlaÂgen ein deutÂliÂches AbnehÂmen der QuaÂliÂtät erkennt, werÂden seiÂne AusÂfĂĽhÂrunÂgen danach eher abstrus. Da wird doch tatÂsächÂlich geforÂdert, dass es irgendÂwelÂche wie auch immer gearÂteÂten DienstÂleisÂter geben muss, die eBooks (und nur eBooks) darÂauf ĂĽberÂprĂĽÂfen, ob sie quaÂliÂtaÂtiv okay sind:
Zu beurÂteiÂlen wäre die Form (Cover, InhaltsÂverÂzeichÂnis, RegisÂter), das sachÂliÂche LekÂtoÂrat und selbstÂverÂständÂlich RechtÂschreiÂbung und NutzÂbarÂkeit (QuerÂverÂweiÂse, Links etc.).
Ein solÂches GĂĽteÂsieÂgel muss ja nicht kosÂtenÂfrei abgeÂgeÂben werÂden, der AufÂwand sollÂte schon verÂgĂĽÂtet werÂden. Die Leser sollÂten von jedem VerÂlag oder Self-Publisher einÂforÂdern, dass er seiÂne digiÂtaÂlen WerÂke prĂĽÂfen lässt, um sicherÂzuÂstelÂlen, dass bestimmÂte QuaÂliÂtätsÂstanÂdards einÂgeÂhalÂten wurÂden.
Man sollÂte sich den ArtiÂkel mal durchÂleÂsen, um zu verÂsteÂhen, wovon er da redet. Also: nicht nur SelfÂpuÂblisher, sonÂdern auch VerÂlaÂge solÂlen gegen teuÂer Geld ihre ProÂdukÂte auf QuaÂliÂtät prĂĽÂfen lasÂsen, weil nur dann der KunÂde QuaÂliÂtät bekommt? Das ist ja eine groĂźÂarÂtiÂge Idee! Pure GeldÂmaÂcheÂrei, denn wie wird sicher gestellt, dass die InquiÂsiÂtoÂren ihre Arbeit gut machen? Wie bekloppt mĂĽssÂte ich sein, einem solÂchen DienstÂleisÂter ein Buch einÂzuÂreiÂchen, der sackt meiÂne KohÂle ab und weist das Buch dann zurĂĽck – aus welÂchen GrĂĽnÂden auch immer? Woher weiĂź ich, wie komÂpeÂtent der DienstÂleisÂter ist? Was, wenn da ein von sich selbst ĂĽberÂzeugÂter kulÂturÂchauÂviÂnisÂtiÂscher AnspruchsÂmuÂtant mit OrthoÂgraÂfie-Fetisch sitzt, der alles ablehnt, was nicht aus liteÂraÂrisch wertÂvolÂlen, aber leiÂder stinkÂlangÂweiÂliÂgen SchachÂtelÂsätÂzen besteht?
WarÂum sollÂten wir uns die geraÂde entÂsteÂhenÂde FreiÂheit des PubliÂzieÂrens mit AbschafÂfung der alten TorÂwächÂter in den VerÂlaÂgen, die geraÂde in den letzÂten JahÂren nur noch das verÂleÂgen, was sich auch »dreÂhen« lässt, durch die HinÂterÂtĂĽr in ganz ähnÂliÂcher Form wieÂder einÂfĂĽhÂren? Ja, es ist nicht ganz einÂfach, sich durch den Wust an BullÂshit zu wĂĽhÂlen, der im Bereich SelfÂpuÂbliÂshing, aber genauÂso von den PubliÂkumsÂverÂlaÂgen verÂöfÂfentÂlicht wird. Aber das gilt fĂĽr zahlÂloÂse andeÂre BereiÂche des Lebens ganz genauÂso und ohne ein wenig EigenÂinÂitiaÂtiÂve bei der Suche wird man mögÂliÂcherÂweiÂse priÂma LeseÂstoff verÂpasÂsen, insÂbeÂsonÂdeÂre, wenn man sich ausÂschlieĂźÂlich auf angebÂlich »proÂfesÂsioÂnelÂle« VerÂöfÂfentÂliÂchunÂgen verÂlässt. Dumm gelauÂfen. Selbst schuld.
Und vor allem: WarÂum bezieht er das nur aufs eBook? Hat er noch nichts von CreaÂteSpace oder Print On Demand gehört? Ist ihm nicht klar, dass die von ihm bemänÂgelÂten QuaÂliÂtätsÂverÂlusÂte bei den »proÂfesÂsioÂnelÂlen« VerÂlaÂgen sich nicht aufs eBook beschränÂken, sonÂdern selbstÂverÂständÂlich auch im PrintÂbuch zu finÂden sind? Kann ich mir nicht vorÂstelÂlen, aber warÂum reiÂtet er so ausÂdauÂernd ausÂschlieĂźÂlich auf dem ElekÂtroÂbuch herÂum?
Es ist ihm zudem offenÂsichtÂlich entÂganÂgen, dass sich mit QinÂdie bereits ein GĂĽteÂsieÂgel zuminÂdest fĂĽr SelfÂpuÂblisher etaÂbliert hat, in dem Autoren darÂĂĽber entÂscheiÂden, ob die QuaÂliÂtät von WerÂken stimmt, statt irgendÂeiÂner ĂĽberÂgeÂordÂneÂten InquiÂsiÂtiÂon, die ein InterÂesÂse darÂan hat, BĂĽcher abzuÂlehÂnen, damit dieÂse immer und immer wieÂder einÂgeÂreicht werÂden mĂĽsÂsen, und man priÂma KohÂle abseiÂhen kann. Oder die – da verÂlagsÂnah – VerÂlagsÂbĂĽÂcher durchÂwinÂken und solÂche von Indie-Autoren bloÂckieÂren; und es soll mir keiÂner erzähÂlen, dass es nicht so komÂmen wĂĽrÂde.
Und dann folgt ein zwinÂgenÂdes QuaÂliÂtätsÂsieÂgel dem nächsÂten und irgendÂwann musst Du so vieÂle davon auf DeiÂnem Cover kleÂben haben, dass man das TitelÂbild nicht mehr sieht.
Und tatÂsächÂlich gibt es kaum etwas ĂĽberÂflĂĽsÂsiÂgeÂres als solÂche erzwunÂgeÂnen »QuaÂliÂtätsÂsiÂcheÂrungsÂdienstÂleisÂtunÂgen«. Man kann sich als Indie freiÂwilÂlig an LekÂtoÂren und KorÂrekÂtoÂren wenÂden, muss es aber nicht. VerÂlaÂge könnÂten LekÂtoÂren und ĂśberÂsetÂzern angeÂmesÂseÂne GehälÂter zahÂlen, um die QuaÂliÂtät zu verÂbesÂsern, mĂĽsÂsen es aber nicht (und vieÂle tun es auch nicht mehr). Um herÂausÂzuÂfinÂden, ob ein Buch lesensÂwert ist – und das völÂlig unabÂhänÂgig, ob es sich um ein VerÂlagsÂbuch oder ein selbstÂverÂlegÂtes, um Print oder eBook hanÂdelt – braucht man keiÂne kosÂtenÂpflichÂtiÂge DienstÂleisÂtung. Man kann sich geraÂde in ZeiÂten des InterÂnets zahlÂloÂser QuelÂlen bedieÂnen, um herÂaus zu finÂden, ob man ein Buch wirkÂlich lesen möchÂte und ob es handÂwerkÂlich gut ist: LeseÂproÂben, BespreÂchunÂgen, EmpÂfehÂlunÂgen in soziaÂlen MediÂen oder durch unabÂhänÂgiÂge GrupÂpen wie QinÂdie (völÂlig kosÂtenÂlos) und ähnÂliÂche – und was weiĂź ich nicht noch mehr.
Man kann den SelfÂpuÂblishern nur eine WarÂnung ausÂspreÂchen: lasst euch von solÂchen BauÂernÂfänÂgern nicht beeinÂdruÂcken, die behaupÂten, BĂĽcher wären nur dann gut, wenn sie ein völÂlig ĂĽberÂflĂĽsÂsiÂges aber teuÂer bezahlÂtes QuaÂliÂtätsÂsieÂgel aufÂweiÂsen. Und: auch mit der QuaÂliÂtät von VerÂlagsÂbĂĽÂchern steht es leiÂder allÂzu oft und immer öfter nicht zum BesÂten.
DesÂweÂgen weiÂter oben schon mal mein völÂlig kosÂtenÂloÂses und frei verÂwendÂbaÂres QuaÂliÂtätsÂsieÂgel fĂĽr Indie-Autoren: garanÂtiert verÂlagsÂfrei!
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QuaÂliÂtätsÂsieÂgel von SteÂfan HolzÂhauÂer CC‑0, eReaÂder-FaceÂplam: eReaÂder von SteÂfan HolzÂhauÂer, FaceÂpalm von Fabio VenÂni auf flickr, CC BY-SA
EigentÂlich wäre es doch so einÂfach: Im PrinÂzip benöÂtigt man keiÂne WerÂbeÂträÂger fĂĽr eBooks im Laden. WarÂum nicht? OffenÂsichtÂliÂcher kann es kaum sein: die WerÂbeÂträÂger fĂĽr eBooks sind die PapierÂbĂĽÂcher, die dort ohneÂhin bereits in rauÂhen MenÂgen herÂum steÂhen. Dazu ein paar SchilÂder instalÂliert: »Sie möchÂten dieÂses Buch als eBook kauÂfen? WenÂden Sie sich an unseÂre MitÂarÂbeiÂter«. Die druÂcken dann einen Bon mit einem Code aus – das KonÂzept funkÂtioÂniert bei Pre-Paid-KarÂten seit JahÂren tadelÂlos -, den gibt man dann zu HauÂse ein und lädt das Buch auf den eReaÂder. OptiÂmaÂlerÂweiÂse kann man den Code in WLAN-taugÂliÂchen LeseÂgeÂräÂten direkt einÂgeÂben und das Buch herÂunÂter laden.
Will man so etwas verÂschenÂken, druckt die BuchÂhandÂlung nach dem Kauf eine verÂkleiÂnerÂte VerÂsiÂon des Covers aus, darÂauf der Code, und klebt das in eine GeburtsÂtagsÂkarÂte, die man auf dieÂsem Wege gleich mit verÂkauÂfen kann. Alle sind glĂĽckÂlich. Es könnÂte so einÂfach sein. Doch in der BuchÂbranÂche ist offenÂsichtÂlich nichts einÂfach.
Denn tatÂsächÂlich beharrt man darÂauf, dass eBooks im Laden »präÂsenÂtiert« werÂden mĂĽsÂsen. Zum einen erschlieĂźt sich mir nicht mal ansatzÂweiÂse, warÂum man die ohneÂhin ausÂgeÂstellÂten BĂĽcher in elekÂtroÂniÂscher Form nochÂmal ausÂstelÂlen muss. Zum andeÂren bestehen die sogeÂnannÂten »SnapÂCards« nicht etwa umweltÂfreundÂlich aus recyÂcelÂtem Papier, sonÂdern aus – man fasst es nicht! – PlasÂtikÂkarÂten, in der Art von GutÂhaÂbenÂkarÂten fĂĽr iTuÂnes und Co. Ist es denn wirkÂlich nötig, auf dieÂsem Wege noch mehr völÂlig ĂĽberÂflĂĽsÂsiÂgen PlasÂtikÂmĂĽll zu erzeuÂgen? Hat es sich noch nicht bis zu den SnaÂpload-BetreiÂbern herÂum gesproÂchen, dass ResÂsourÂcen begrenzt sind und MĂĽllÂverÂmeiÂdung angeÂsagt? OffenÂbar nicht, stattÂdesÂsen schreiÂben sie Codes fĂĽr eine virÂtuÂelÂle Ware auf PlasÂtikÂkarÂten, die keiÂnerÂlei andeÂren Zweck erfĂĽlÂlen und danach wegÂgeÂworÂfen werÂden. Eine giganÂtiÂsche, umweltÂfeindÂliÂche SaueÂrei!
HinÂzu kommt, dass bei allen vorÂgeÂstellÂten KonÂzepÂten noch jemand mitÂverÂdieÂnen möchÂte, seiÂen es Umbreit, EpiÂdu oder in dieÂsem Fall SnaÂpload. WarÂum wird nicht eine anbieÂterÂunÂabÂhänÂgiÂge StrukÂtur bereit gestellt, um allen BuchÂhändÂlern eine einÂfaÂche Lösung wie den KasÂsenÂbonÂausÂdruck (der sich als CodeÂausÂdruck auch auĂźerÂhalb von KasÂsenÂsysÂteÂmen einÂfach reaÂliÂsieÂren lieÂĂźe, wenn die EinÂbinÂdung fĂĽr kleiÂneÂre BuchÂhandÂlunÂgen zu aufÂwenÂdig ist – es reicht im PrinÂzip ein passÂwortÂgeÂschĂĽtzÂter InterÂnetÂzuÂgang zu einem CodeÂserÂver) bereitÂzuÂstelÂlen? Statt gesunÂdem MenÂschenÂverÂstand setzt man auf MĂĽllÂerzeuÂgung. UnfassÂbar …
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ProÂmoÂfoÂto SnaÂpload-Cards CoypÂright snaÂpload GmbH, IllusÂtraÂtiÂon: eReaÂder von mir, FaceÂpalm von Fabio VenÂni auf flickr, CC BY-SA
Ă–ffentÂliÂche BiblioÂtheÂken sind eine feiÂne Sache – und das nicht erst seit gesÂtern. Sie ermögÂliÂchen finanzÂschwaÂchen BĂĽrÂgern (beiÂspielsÂweiÂse ArbeitsÂloÂsen oder KinÂdern) kulÂtuÂrelÂle TeilÂhaÂbe und BilÂdung. Sie ermögÂliÂchen es zudem, BĂĽcher testÂzuÂleÂsen, die man ansonsÂten mögÂliÂcherÂweiÂse nie erworÂben hätÂte. Halt! Ist letzÂteÂres nicht etwas ganz ähnÂliÂches wie SeiÂten, die eBooks kosÂtenÂlos anbieÂten? Nicht? Nur weil man die BĂĽcher der BiblioÂthek wieÂder zurĂĽckÂgeÂben muss? Na gut, darÂĂĽber kann man disÂkuÂtieÂren, aber manch einer scheint BiblioÂtheÂken in dieÂselÂbe KateÂgoÂrie einÂzuÂordÂnen wie TauschÂbörÂsen..
Mit welÂcher inhaltÂliÂchen BegrĂĽnÂdung wĂĽrÂde mich allerÂdings wirkÂlich mal interÂesÂsieÂren, denn inhaltÂlich unterÂscheiÂden sich BĂĽcher nicht von eBook. In der NutÂzungsÂform natĂĽrÂlich schon, denn bei einem Buch erwirbt man dieÂses (aber keiÂne RechÂte am Inhalt), bei einem eBook erwirbt man ausÂschlieĂźÂlich eine NutÂzungsÂliÂzenz, die theoÂreÂtisch jederÂzeit wieÂder entÂzoÂgen werÂden kann (und das auch tatÂsächÂlich wird, wie jeder weiĂź, der nach JahÂren nochÂmal verÂsucht hat, eseiÂne eBooks bei bestimmÂten AnbieÂtern abseits von AmaÂzon herÂunÂter zu laden. PrĂĽft mal die NutÂzungsÂbeÂdinÂgunÂgen eures eBook-AnbieÂters, wie lanÂge die BĂĽcher dort fĂĽr euch zum erneuÂten DownÂload bereit gestellt werÂden). DenÂnoch: die EinÂrichÂtunÂgen stelÂlen nach meiÂnem WisÂsen sicher, dass immer nur ein Leser das eBook ausÂleiht (auch wenn sich das aus techÂniÂscher Sicht kafÂkaÂesk und mitÂtelÂalÂterÂlich ausÂnimmt).
Das UnterÂbinÂden der NutÂzung von eBooks in BiblioÂtheÂken durch die VerÂlaÂge ist in meiÂnen Augen ein unerÂträgÂliÂches, kulÂturÂfeindÂliÂches und asoÂziaÂles Unding. InsÂbeÂsonÂdeÂre, da dieÂse VerÂlaÂge sich immer wieÂder gern mal als SchĂĽtÂzer der KulÂtur und des UrheÂberÂrechÂtes gerieÂren und immer wieÂder gen AmaÂzon als »das UrböÂse« wetÂtern. Ich kann an derÂWeiÂgeÂrung, eBooks fĂĽr die öffentÂliÂchen BĂĽcheÂreiÂen bereit zu stelÂlen, nichts KulÂturÂschĂĽtÂzenÂdes sehen und wenn man nach »den Bösen« der BranÂche suchen möchÂte, sollÂte man mal bei dieÂsen VerÂlaÂgen nachÂseÂhen. Mich wĂĽrÂde zudem wirkÂlich interÂesÂsieÂren, wie der BörÂsenÂverÂein sich in dieÂser CauÂsa posiÂtioÂniert.
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