Lieber Buchreport: Kindle ist nicht gleich eBook

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Der Buch­re­port titelt in einem Arti­kel sei­ner Online­prä­senz »Kan­ni­ba­li­siert Print jetzt Digi­tal«, dar­über die Teaser­zei­le »Water­stones: Print flo­riert, Kind­le ver­liert«. Liest man sich den Text dann durch, stellt man fest, dass es gar nicht um eBooks aus dem Ama­zon-Öko­sys­tem geht, son­dern um eBooks all­ge­mein. Lie­ber Redak­teu­re, es mag euch ent­gan­gen sein, aber Kind­le ist nicht gleich eBooks. Na gut, Ama­zon macht weit­aus grö­ße­re Umsät­ze in die­sem Seg­ment, als die ver­schnarch­te rest­li­che Bran­che, aber den­noch geht es bei den genann­ten Zah­len nicht aus­schließ­lich um eBooks für den Kind­le, son­dern all­ge­mein. Was soll also die­se ten­den­ziö­se For­mu­lie­rung? Nur um Ama­zon mal wie­der einen zu ver­pas­sen?

Die genann­ten Zah­len Water­stones sind dann auch ziem­li­che Augen­wi­sche­rei. Da freut sich ein Unter­neh­men, das seit Jah­ren rote Zah­len schreibt, medi­en­wirk­sam über einen 5‑Pro­zent-Zuwachs zum Weih­nachts­ge­schäft. Rei­nes PR-Geschwur­bel, das in mei­nen Augen nichts mit irgend­wel­chen »Neu­aus­rich­tun­gen« zu tun hat, son­dern aus­schließ­lich mit dem Kauf­rausch zu den Fest­ta­gen.

Außer­dem: Natür­lich kommt es zu Weih­nach­ten zu einem Zuwachs im Print-Bereich, schließ­lich las­sen sich gedruck­te Bücher nun­mal immer noch deut­lich leich­ter unter die Nord­mann­tan­ne legen, als eBooks, nicht wahr? Den Zusam­men­hang kann sogar noch jemand her­stel­len, der bereits mit Glüh­wein voll­ge­dröhnt ist.

Der Arti­kel bezieht sich zudem nur auf den eng­li­schen Markt, der anders ist als der deut­sche. Sinn­voll wäre es gewe­sen, dem eBook-Absatz­zah­len im sel­ben Zeit­raum gegen­über­zu­stel­len, um die fünf Pro­zent in Rela­ti­on dazu zustel­len. Hier wie im Tea­ser ein »Kind­le ver­liert« zu pos­tu­lie­ren, ist arg weit her­ge­holt (ich weiß, die Aus­sa­ge, dass die eBook-Absatz­zah­len zurück­ge­hen, stammt von Water­stones, aber der beklopp­te Teser ist vom Buch­re­port).

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online dar­über.

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