Keine Werbung für STAR TREK ONLINE

Soeben ging per Mail eine Anfrage einer Marketingfirma für Onlinegames bei mir ein. Man bot mir an, Werbung für STAR TREK ONLINE zu schalten, dafür sollte ich einen Obolus von 1,85 Euro pro abgeschlossenem Abonnement eröffnetem Konto erhalten.

Meine Antwort möchte ich den Lesern nicht vorenthalten:

Vielen Dank für die Anfrage, die ich leider abschlägig beantworten muss.

Der Grund hierfür ist, dass ich Vorbesteller von STO war und nach einigen Wochen Spielzeit eine ausführliche Kritik zum MMO verfasste (damals noch im alten Artikelportal):

http://phantanews.de/dp/node/722

Aufgrund dieser Kritik erhielt ich im offiziellen STO-Forum eine dauerhafte Sperre, eine Anfrage bei Cryptic wegen einer Stellungnahme zur Veröffentlichung auf PhantaNews blieb unbeantwortet. Einen Anbieter, der so mit seinen Kunden und mit kritischen Stimmen umgeht, will und werde ich nicht unterstützen und ich werde für ihn auch keine Werbung machen.

Da diese ungerechtfertigte und in meinen Augen in hohem Maße unprofessionelle Sperre bis heute aufrecht erhalten geblieben ist, gehe ich davon aus, dass sich auch nach dem Wechsel von Atari zu Perfect World Entertainment bei Cryptic in dieser Hinsicht nichts zum Positiven geändert hat.

Falls Perfect World Entertainment oder Cryptic sich zu einer Stellungnahme bewegen lassen, kann ich das gern nochmals neu bewerten, aber im Moment muss ich die Anfrage leider ablehnen.

Mit freundlichem Gruß,

Jaja, ich weiß, im Prinzip mache ich auch mit diesem Artikel Werbung für Cryptic (“auch schlechte Kritik ist gute Werbung” – weiß jeder, der mit dem Thema zu tun hat), aber Links bekommen sie nicht spendiert. :) Und wer solche Nummern abzieht wird auch dann nicht mit Kunden versorgt, wenn er mit Geld wedelt.

Auch NEVERWINTER wird free2play

Nachdem Cryptic bereits die Lizenzen zu CHAMPIONS (online) und STAR TREK (online) ordentlich in den Sand gesetzt haben und sie von Atari an die Chinesen von Perfect World Entertainment vertickt wurden, machte sich der D&D-Fan schon ein wenig Sorgen um einen weiteren namhaften Titel, der sich in den Fingern des Studios befindet: NEVERWINTER.

NEVERWINTER NIGHTS (2002 BioWare) war ein überaus erfolgreiches Fantasy-Spiel für Windows, Mac OS und Linux, das unter anderem durch seine Multiplayer-Tauglichkeit brillierte, aber auch die Möglichkeit hatte, selbst Szenarien zu erstellen, die man dann hochladen und anderen Spielern zur Verfügung stellen konnte. Heutzutage nennt man so etwas “user generated content” und tut, als ob es etwas völlig Neues wäre… :o)

Die neue Variante von Cryptic wird nun als “Action-MMO” bezeichnet und soll kostenlos zu spielen sein, Geld wird man wie üblich über Mikrotransaktionen erwirtschaften. Auch für NEVERWINTER war ein Toolset mit dem Namen “Forge” angekündigt, mitr dessen Hilfe man Inhalte für das Spiel hätte erstellen sollen. Nachdem jetzt auf f2P umgestellt wird ist unklar, ob es dabei bleibt – da aber auch STAR TREK ONLINE mit der “Foundry” so etwas anbietet, sollte man davon ausgehen, dass das auch bei NEVERWINTER möglich sein wird.

Die Umstellung auf ein f2p-Modell führt allerdings dazu, dass sich die Veröffentlichung des Spiels verzögern wird. Ursprünglich sollte es gegen Ende diesen Jahres erscheinen, jetzt nennt man nur noch “2012” als Termin.

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Screenshot NEVERWINTER Copyright 2011 Cryptic Studios und Perfect World Entertainment

Cryptic Studios weiter in Auflösung: Dan Stahl geht

Man muss sich einfach wundern, wenn gerade der Mann, der in den letzten Wochen immer wieder beschworen hat, wie toll der Verkauf von Cryptic Studios an den chinesischen MMO-Giganten Perfect World Entertainment ist und wie großartig der Wechsel zum free-2-play-Modell werden wird, den Laden verlässt.

Oder vielleicht muss man sich auch gerade nicht wundern…

Auf jeden Fall wird Dan Stahl, bisher “Chef” von STAR TREK ONLINE, seinem Vorgänger Craig Zinkievich zum Ende des Monats folgen – ob er sich ebenfalls wie dieser “um seine Ziegen und Kinder kümmern möchte”, ist bis dato unbekannt … Stahl will noch bis zu seinem Beam-out am Monatsende ein Statement dazu abgeben (ja ja, PR-Gelaber beherrschte er schon immer) und weist darauf hin, dass STAR TREK ONLINE bei seinem Nachfolger, dem Chefprogrammierer und derzeitigen Cryptic-CTO Stephen D´Angelo in guten Händen sein wird.

Ich hingegen vermute einen weiteren Sargnagel – in einer traurigen Geschichte um ein völlig verpatztes Lizenzspiel.

[Update:] Auf der offiziellen Webseite gibt es Dan Stahls Abschieds-Blabla zu lesen.

Bild: Dan Stahl, aus der Wikipedia, Public Domain

Wusste ich´s doch: STAR TREK ONLINE wird free2play

Ich habe es immer wieder gemutmaßt und nach dem Kauf von Cryptic Studios durch den chinesischen Publisher und MMO-Spezialisten Perfect World habe ich eigentlich jeden Tag auf die Meldung gewartet. Jetzt ist es soweit: STAR TREK ONLINE wird in ein free2play-Geschäftsmodell umgewandelt.

Als Perfect World im Mai Cryptic von Atari erwarb, gingen auch die Rechte am recht glücklosen Onlinespiel im STAR TREK-Universum an die Chinesen. Kevin Lau, der Finanzchef bei der Firma sagte jetzt:

Ich glaube, dass ein free-to-play-Modell sowohl in den USA wie auch in China ein deutlich größeres Potential hat.

Und in Europa wohl auch. Insbesondere, wenn man sieht, dass STO nach wie vor mit mangelhaften Inhalten zu kämpfen hat und hauptsächlich ein Ballerspiel mit TREK-Schiffen ist, dürfte es schlauer sein, mit einem grundsätzlich kostenlosen Spiel zu versuchen neue Nutzer zu fangen die dann bleiben, als ST-Fans mit einem überteuerten Abo-Modell zu verärgern. Zu dem dann auch noch ein Itemshop kommt, in dem man gegen echtes Geld kosmetische Items und pay-to-win-Gegenstände wie ein Dreadnought-Raumschiff kaufen kann… Kostenlos mit Shop macht deutlich mehr Sinn.

Die Umwandlung von STAR TREK ONLINE in free2play soll bis zum Ende des Jahres geschehen. Es wird sicher hoch interessant zu sehen, wie man die Inhaber eines Lifetime-Accounts und die wenigen treuen Spieler abspeisen möchte – wobei ich den Chinesen hier eindeutig mehr zutraue als Cryptic oder Atari – und das ist im positiven Sinne gemeint…

Via gamesindustry.biz, dank an Cynx für den Hinweis

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Cover STAR TREK ONLINE Copyright 2010 Cryptic Studios

Bill Roper wechselt zu Disney Interactive

Fans der Spiele von Blizzard kennen das Gesicht sehr wahrscheinlich: jahrelang war Bill Roper die Identifikationsperson der Entwickler und des Publishers in der Öffentlichkeit und mit Sicherheit eine der treibenden Kräfte dort. Von 1994 bis 2003 war er Blizzard-Vizepräsident und spielte eine Schlüsselrolle beim Erfolg von WARCRAFT, STARCRAFT und DIABLO, danach setzte er mit der selbstgegründeten Firma Flagship Studios HELLGATE: LONDON grandios in den Sand. Jetzt geht er zu Disney.

Ropers letzter Job war der bei Cryptic Studios, wo er an CHAMPIONS ONLINE und STAR TREK ONLINE mitarbeitete. Nachdem Atari Cryptic an die Chinesen verscherbelt hat, war er dort wahrscheinlich nicht mehr glücklich…

Dort kümmert er sich um die Superhelden von Marvel, die seit 2009 zum Ohren-Konzern gehören. Dem Vernehmen nach soll er sich um die Entwicklung eines MMOs und anderer Computerspiele um Marvels Spandexträger kümmern.

Nach den Erfahrungen mit Cryptic bleibt mir nur zu sagen: mein Beileid, Marvel…

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Bild: Bill Roper 2007, von Electroguv, aus der Wikipedia, CC-BY-SA

CHAMPIONS ONLINE – Free For All

Seit gestern (oder vorgestern) ist die andere von Cryptics Totgeburten neben STAR TREK ONLINE, nämlich das Superhelden-MMO CHAMPIONS ONLINE, auf ein free2play-Modell umgestellt.

Damit kann man sich das Ding ohne Risiko mal ansehen. Ich hatte zur Einführung an einer 14-tägigen Testphase teilgenommen und der erste Eindruck war auch hier ganz positiv: ansprechender Charakterdesigner, prima Handhabbarkeit und ganz gute Comic-Stimmung. Doch leider fehlte hier wie bei STO nach kürzester Zeit der Content. Da soll inzwischen ein wenig nachgebessert worden sein, die Fachpresse spricht sogar vom größten Inhaltsupdate seit Start des Spiels anlässlich des F2P-Beginns (das wird die Besitzer von teuer erkauften Lifetime-Accounts sicher freuen…). Ich werde möglicherweise demnächst nochmal einen Blick drauf werfen. Wie ich Cryptic und Atari kenne, wird man allerdings wahrscheinlich alles, was halbwegs interessant ist oder gut aussieht, gegen harte Echtwährung extra bezahlen müssen. Sollte ich mich irren, werde ich darauf hinweisen…

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Hier der F2P-Trailer:

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
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Logo CHAMPIONS ONLINE Copyright Cryptic & Atari

STAR TREK ONLINE – Kunden zweiter Klasse und “The Foundry”

Es gibt mal wieder was über STAR TREK ONLINE zu berichten und wie immer weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Mit großem Medien-Tamtam wurde angekündigt, dass die Fans ein neues Raumschiff kreieren sollen, die ENTERPRISE-F, die dann in der erschaffenen Form ins Spiel integriert werden soll. Damit Interessierte dieses Schiff bauen können, will man demnächst ein Tool zur Verfügung stellen.
Dann kam raus, dass diese Aktion nur für Nutzer in den Vereinigten Staaten vorgesehen ist, der Rest der Welt guckt in die Röhre. STO-Obermurkel Dan Stahl sagt dazu konkret (Übersetzung von mir):

I’m not a lawyer, but it sounded as though international tax laws prevent us from running a contest internationally if there are prizes with any sort of monetary value.

Ich bin kein Rechtsanwalt, aber es sieht so aus, als ob internationale Steuergesetze uns daran hindern könnten, diesen Wettbewerb weltweit abzuhalten, solange es Preise gibt, die irgendeine Art von monetärem Gegenwert haben.

Für wie blöd hält der die Kunden im Rest der Welt eigentlich? Es ist ja nun nicht so, als ob andere Firmen nicht genau solche Aktionen bereits weltweit durchgeführt hätten? Warum werden die Fans außerhalb der USA zu Kunden zweiter Klasse degradiert?

Weiterhin steht in am 9. Dezember das nächste “große” Content-Update an: “SEASON 3: GENESIS”. Dieses beinhaltet das testweise Freischalten der “Foundry” auf dem Testserver Tribble (was ursprünglichen Ankündigungen zufolge bereits “früh im November” hätte geschehen sollen). Wie berichtet, ist “The Foundry” ein Tool, das den Nutzern ermöglichen soll, Missionen für das Spiel zu erschaffen, auf Neudeutsch nennt man so etwas “user generated content”. Inzwischen kam allerdings heraus, dass dieses Tool beschnitten ist und den motivierten Nutzern nicht einmal alle Möglichkeiten eröffnet, die Cryptics Missionsdesigner haben (und die sind bekanntermaßen schon begrenzt). Na super…

Es könnte den “Echt Wichtigen Honchos” [tm] bei Cryptic zudem möglicherweise entgangen sein, dass am Dienstag CATACLYSM startet, danach interessieren sich aller Wahrscheinlichkeit nach für ein paar Monate nur noch Pakleds für deren halbgares TREK-MMO…

Auf der offiziellen Webseite bietet man das Monatsabo für Europa übrigens immer noch für knapp 15 Euro an und das trotz der Tatsache, dass man die 60-Tage-GameTimeCard bei Amazon.de bereits für 16 Euro erwerben kann. Die lernen es nicht mehr…

Mal sehen, vielleicht investiere ich die Kohle mal, um mir “The Foundry” anzusehen und in bekannter Art darüber zu berichten. Rechnet aber nicht zu schnell damit, denn am Dienstag kommt … aber das sagte ich bereits. :o)

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Cover STAR TREK ONLINE Copyright 2009 Cryptic & Atari

STAR TREK ONLINE – erste wöchentliche Episode COLD CALL

Ich habe vor Kurzem die erste der neuen wöchentlichen Episoden für STAR TREK ONLINE gespielt. Diese “weekly episodes” wurden im Zusammenhang mit dem SEASON 2-Update angekündigt, das vor Kurzem auf dem Produktiv-Server live ging. Cryptic möchte damit dem Kritikpunkt abhelfen, es gäbe zu wenig Content – ab sofort soll es jede Woche eine neue Mission geben, in Anlehnung der wöchentlichen Episoden an die STAR TREK-Fernsehserien.

Die erste dieser Missionen heißt COLD CALL und führt den Spieler in einen noch neuen Raumsektor (passiert in diesem Spiel des Öfteren: “Huch, Lieutenant Wernersen, kiek mol, da ischa´n neuer Sektor… Lech den mol op´n Sensor!”). Dort findet sich die ebenso neue Rasse der Deferi, die vorsichtigen und freundschaftlichen Kontakt mit der Föderation aufgenommen hat, aber auch den Klingonen gegenüber positiv eingestellt ist, da diese in der Vergangenheit mal gegen Übergriffe von anderen Aliens geholfen haben. Ja, so sind sie, die gutherzigen Bat´leth-Schwinger vom Planeten Qo’noS.
Sobald man in den Deferi-Raumsektor einwarpt, wird einem die Mission angeboten, nimmt man sie an, wird man aufgefordert, das Heimatsystem anzufliegen. Dort muss man ein Deferi-Schiff zum Heimatplanten eskortieren, zwischendurch erscheint kurz ein unbekannter Raumer auf den Sensoren, auch das Scannen der Warpsignatur bringt einen allerdings nicht weiter (was haben meine Brückenoffiziere auf der Akademie eigentlich gemacht? Fizzbin gespielt?). Am Planeten angekommen flugs herunter gebeamt und mit einem Diplomaten getroffen (gut, dass ich noch vorher die Mirror-Universe-Uniform übergestreift habe…), der einem ein wenig über die Kultur und Historie der Deferi erzählt. Man bemüht sich um “Balance” als zentralen Punkt der Philosophie. Aha. Offenbar gibt es zudem Verbindungen zu den Preservern, also jener Rasse, die im TREK-Universum die Humanoiden gleichmäßig über die Galaxis verstreut hat (was in der Nachschau vielleicht doch nicht so ein guter Plan war…).
Während dieses Gesprächs kommt es zu einem Angriff der Breen und man hat alle Hände voll damit zu tun, mehrere Einsatztrupps der übellaunigen Maskenträger abzuwehren – wie üblich steht ein Kommunikationsversuch nicht zur Debatte, das Problem wird mit dem Phaser gelöst (und der steht nicht auf “Betäuben”). Interessanterweise ist man auf der Deferi-Heimatwelt (!) in der Deferi-Hauptstadt (!) offensichtlich die einzige (!) Truppe, die sich um die Eindringlinge kümmern kann, die Einwohner selbst rennen nur kopflos durch die Gegend. Sowas wie Polizei oder Militär scheint es nicht zu geben, obwohl die Rasse sonst eigentlich einen eher wehrhaften Eindruck macht. Naja, wie auch immer, man ballert nach und nach in gewohnter Manier die fünf Breen-Squads weg. Dass man dabei auch mal durch uuuralte Preserver-Ruinen eiert erschließt sich erst später, auch den dortigen Breen-Bossmob erkennt man nur daran, dass er unserem Phaserfeuer knapp fünf Sekunden länger standhält als seine Untergebenen und vor dem Verglühen überflüssiges Zeug brabbelt.
Noch bevor die Phaser ausgekühlt sind, wird man vom Schiff angefunkt, dass auch im Orbit Ärger mit den Breen droht (die sind hereingewarpt und greifen das anfangs eskortierte Schiff an, die maskierten Lümmel) und man zügig zurück an Bord gebeamt werden muss, um sich dessen anzunehmen. Dann auch im All dasselbe, was man aus STO schon bis zum Abwinken kennt: Geballer bis der Schiffsarzt kommt…

Fazit: Ein schlechter Scherz. Eine uninspirierte Story, die zum einen dünn ist und zum anderen unglaubwürdig und auch durch das Einbringen des Preserver-Mythos den langjährigen ST-Fan nicht ansatzweise überzeugen kann. Dass man alleine mit seinen paar Brückenoffizieren den Hauptplaneten gegen Breen-Trupps verteidigen soll, ohne dass auch nur irgendein Deferi einen Finger krumm macht, kauft man den Missionsdesignern ebenfalls schlichtweg nicht ab. Der größte Teil der Mission besteht wieder einmal aus langanhaltendem Geballer, wobei insbesondere beim Raumkampf nicht einmal im Vergleich zu älteren Questen variiert wurde: erst nacheinander mehrere Gruppen von Schiffen wegpusten und zum Abschluß ein Großkampfschiff. Für mich sieht diese erste “wöchentliche Mission” schnell und (ich wiederhole mich) uninspiriert zusammengeschustert aus. Lächerlich. Damit lockt man garantiert keinen weggegangenen Spieler hinter dem Ofen hervor und ins Spiel zurück.

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Bildschirmfoto Breen-Angriff Copyright 2010 Cryptic und Atari, Inhalte Bildschirmfoto Captain van Dijk in der Deferi-Hauptstadt Copyright Cryptic und Atari, Bildkomposition von mir.

Bestätigt: NEVERWINTER NIGHTS Online

Die auf DUNGEONS & DRAGONS basierenden Computerspiele rund um die Stadt Neverwinter in den “Vergessenen Reichen” waren ein großer Erfolg und ermöglichten bereits das kooperative Zusammenspiel der Teilnehmer, um Questen gemeinsam zu lösen. Zudem war es den Spielern möglich, eigene Szenarien zu gestalten und diese den anderen Fans im Web zum Download bereit zu stellen. Entwickler des Originals war BioWare.

Eine optimale Vorlage, um daraus ein MMO zu machen und so wundert es nicht, dass es bereits seit längerem Gerüchte über ein entsprechendes Multiplayer-Spiel gibt. Die wurden jetzt bestätigt, aber der interessierte Fan hat keinen Grund zu Freude. Warum? Developer und Publisher des NEVERWINTER NIGHTS MMOs sind Cryptic Studios und Atari, die sich zuletzt sowohl bei CHAMPIONS als auch bei STAR TREK ONLINE nicht eben mit Ruhm bekleckert haben.

Das Spiel hat bereits eine (weitestgehend inhaltslose) Webseite, es lehnt sich an die vierte Edition der D&D-Regeln an und basiert lose auf einer noch erscheinenden Romantrilogie von R. A. Salvatore (erster Band im Oktober 2010). Veröffentlicht werden soll das Spiel bereits 2011 – ich will nicht unken, aber dieser Termin passt zu Cryptics üblicher Vorgehensweise, halb fertige Produkte zu veröffentlichen…

Cryptic-COO Jack Emmert dämpft dann auch schonmal vorsichtshalber bereits jetzt die Erwartungen und weist darauf hin, dass das kein “vollständiges MMO” werden soll, sondern “nur” ein “kooperatives RPG”. Angesichts der Cryptic-Vorgehensweisen bei CHAMPIONS und STO sind viele Fans nicht eben euphorisch…

Die vollständige Pressemeldung im kompletten Artikel.

Update: Auch diesmal sollen die Spieler wieder in die Lage versetzt werden, eigene Szenarien zu gestalten, dafür soll es einen “extrem benutzerfreundlichen Inhaltsgenerator” geben. Na, dann muss man sich wenigstens um fehlenden Content keine Sorgen machen, zur Not erstellen die Kunden den halt selbst…

Update 2: Exklusives Interview mit Jack Emmert auf Massively. Interessant, wie weit die Aussagen eines hochrangigen Cryptic-Mitarbeiters in Sachen “Spielerzufriedenheit und Feedback” von der Realität abweichen.

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Screenshot Webseite Copyright 2010 Cryptic & Atari.

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STAR TREK ONLINE: Cryptic foppt weiter die Spieler

Wie aus diversen Artikeln hier und aus meiner ausführlichen Besprechung bekannt ist, zeichnen sich Cryptic Studios, Entwickler hinter STAR TREK ONLINE, gern mal dadurch aus, seine zahlenden Spieler zu dupieren. Auch aktuell hört man nicht damit auf von einem Fettnapf zum nächsten zu tapsen.

Im STO-Store (an und für sich schon eine Unverschämtheit neben den Kosten für die Retail-Box und einem Monatsabopreis von 15 Euro zusätzlich im Shop echtes Geld für Gimmicks zu verlangen) erhält man jede Menge neue Dinge, darunter diverse Uniformen aus den TV-Serien und Filmen. “Was ist daran schlecht?” könnte man jetzt fragen. Einfach: Vorbesteller konnten Special Editions und Deluxe-Versionen des Spiels erwerben, die teurer waren als die Standard-Ausgabe. Dafür bekam man “exklusiv” eben diese Uniformen (und andere Gimmicks), die nun jeder für relativ kleines Geld (aber auf jeden Fall preisgünstiger als die Zusatzkosten für die Sonderboxen) im Shop kaufen kann.

Die Käufer der Sondereditionen sind nicht erfreut und es hagelt mal wieder Proteste. Bei Cryptic ist man entweder lernresistent oder man versucht auf diese Art und Weise nochmal verzweifelt neue Spieler zu rekrutieren oder alte zu reaktivieren. Wirklich sinnvolle Neuerungen wie deutlich mehr Content oder was zu tun im Endgame bleiben größtenteils Fehlanzeige. Nach wie vor kann man nur jedem raten, die Finger von diesem Spiel zu lassen.

Ein Update: Man kann im Cryptic Store jetzt auch Caitians als spielbare Rasse erwerben. Dummerweise hat deren Aussehen so gar nichts mit der bekannten Optik der bei manchen Fans höchst beliebten Katzenrasse zu tun. Another epic fail, Cryptic…

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Cover STAR TREK ONLINE Copyright 2010 Cryptic & Atari

STAR TREK ONLINE – Cryptic und Atari verärgern die Spieler (update 2)

Cover Star Trek OnlineÜblicherweise erhält man als Vorbesteller eines Spiels Boni, denn man pumpt Geld in ein Produkt, von dem man noch nicht einmal weiss, ob es einem grundsätzlich gefällt, ob es überhaupt auf den Markt kommt, oder ob es den Erwartungen entspricht. Über dieses Risiko wissen natürlich auch die Publisher und deswegen werden dem “early adopter” in aller Regel Zusatzfeatures angeboten. Im Falle von MMOs nicht zuletzt auch deswegen, weil man sich vorstellen kann, was beim Start eines solchen Spiels nicht nur schief gehen kann, sondern auch wird.

Bei STO war das zwar grundsätzlich nicht anders, allerdings hat man sich jetzt offenbar bei Atari dazu entschlossen, die Vorbesteller für ihre finanzielle Unterstützung und für ihre Bereitschaft, in der Open Beta Bugs zu jagen, zu bestrafen.

Nicht einmal einen Monat nach dem offiziellen Start des Spiels veröffentlichte Atari auf ihrer Webseite einen Deal, der nicht nur 10 Dollar preiswerter war, als der bislang übliche Preis für die Retailversion, nein, zusätzlich erhielten neue Spieler auch noch 60 zusätzliche Tage Spielzeit (also insgesamt 90). In Europa ist war der Rabatt nicht zu erhalten. Gegen eine Preissenkung ist nun grundsätzlich überhaupt nichts einzuwenden (außer vielleicht gegen den Zeitpunkt aufgrund des schlechten Stils gegenüber den Vorbestellern), die zusätzliche freie Spielzeit hingegen bringt die Spieler auf die Barrikaden und sorgte für einen der längsten Protestthreads, die das offizielle Forum bislang gesehen hat. Von den zahllosen weiteren Threads zu diesem Thema, die schnell geschlossen wurden, gar nicht gesprochen. Auch das durch einen Moderator zunächst fixierte Mammutthema wurde inzwischen mit nicht nachvollziehbaren Gründen geschlossen und ein weiterer eröffnet, in dem man seinen Unmut kund tun sollte – was für weiteren Mißmut sorgte, denn immerhin hatten unzählige Spieler bereits im ersten ausführlich und in zum Teil sehr sachlichen Worten geschildert, wo sie die Probleme verorten. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wurden zahllose Forennutzer, die einfach nur ihre Frustration und ihren Ärger ausdrücken wollten und das zwar in deutlicher Kritik aber nicht durch Trollerei taten, durch offensichtlich überforderte Moderatoren zeitweilig oder dauerhaft gesperrt; das dürfte auch der hauptsächliche Grund dafür sein, dass der neue Thread erst ca. 1500 Beiträge aufzuweisen hat (er existiert seit gestern abend 17:50 MEZ).

Zeitgleich wurde in einer Aktion – die man nur als sehr schlechtes Timing bezeichnen kann – ohne vorherige Ankündigung die Option beendet, von seinem Lifetime-Abo zurückzutreten und sich das hierfür gezahlte Geld erstatten zu lassen. Diese Möglichkeit wurde im Rahmen einer Kulanz für solche Spieler geschaffen, die mit dem Spiel massiv unzufrieden waren (allein die Schaffung dieser kulanten Handhabung trotz gegenteiliger Vertragsbedingungen beim Verkauf des Lebenszeit-Abos deutet bereits größere Probleme an, als man Willens war, an die Öffentlichkeit dringen zu lassen). Das LTA zum Sonderpreis konnte nur vor dem Beginn der Open Beta abgeschlossen werden. Das Zusammentreffen beider Aktionen verstärkt den Unmut.

Es handelt sich bei den letzten Ereignissen um die neuesten in einer Kette von Vorfällen, mit denen Cryptic (und somit Atari) die Spieler verärgert – nun sogar solche, die bisher als vehemente Unterstützer des Spiels aufgetreten sind – trotz all seiner offensichtlichen Schwächen und der Tatsache, dass es mit “unfertig” nur sehr milde umschrieben werden kann. Weiterhin waren die Server wochenlang instabil und eine Nutzung des Spiels war oft kaum adäquat möglich. Kann bei einem Start passieren, andere Entwickler kompensieren das durch Spielzeitgutschriften oder andere Gimmicks – von Cryptic kam die überraschende Rückmeldung, dass es so etwas pauschal nicht geben wird.

Über den Grund für die Preissenkung und das Spielzeitangebot kann man natürlich nur spekulieren. Es sind aber Stimmen zu hören, die mutmaßen, dass es zu solch einer Aktion nur kommen kann, weil Cryptic die Spieler weglaufen und man dringend neue benötigt (bzw. deren Geld). Das ist auch nicht ganz abwegig, wenn man bedenkt, dass das Special ganz kurz vor dem Ende der mit dem Erwerb des Spiels erhaltenen freien Onlinezeit gestartet wurde. Auch habe ich subjektiv den Eindruck, eine deutliche Abnahme der Spielerpopulation feststellen zu können, aber hier mag ich mich irren.

Was auch immer davon stimmen mag – Cryptic und Atari tun sich definitiv keinen Gefallen damit, die Vorbesteller durch den Spielzeitbonus für neue Spieler zu dupieren, ohne für entsprechende Kompensationen zu sorgen. Zu den sonstigen Problemen des Spiels demnächst an anderer Stelle mehr.

Update: Atari hat offenbar laut Berichten verschiedender MMO-Webseiten das Angebot über 60 Tage zusätzliche Spielzeit zurück genommen. Dummerweise allerdings auch nachträglich für Kunden, die bestellt hatten, als es noch galt. Da steht offensichtlich der nächste PR-Supergau ins Haus, auch wenn man inzwischen hastig beteuert, dass Personen, die am letzten Wochenende bestellt haben, die beworbenen Leistungen auch erhalten werden. Zwischenzeitlich machten unterschiedliche Cryptic-Mitarbeiter verschiedene Aussagen zu der Thematik, ein weiterer Hinweis, dass da etwas grundsätzlich und schwer schief läuft.

Update 2: Ich hatte bereits im STO-Forum gelesen, dass es Atari finanziell nicht so gut geht. Auf Golem wurde vor Kurzem noch kolportiert, dass es zu einer Rendite-Steigerung im letzten Jahr gekommen sei, tatsächlich sieht die Situation allerdings offenbar anders aus: 320 Millionen Dollar Nettoverlust kann einen Spielepublisher wohl zu gewissen unpopulären Maßnahmen animieren. Ob das allerdings auf Dauer hilft, wage ich zu bezweifeln.

Cover STAR TREK ONLINE Copyright 2009 Cryptic & Atari

“STAR TREK OFFLINE”?

Logo Star TrekSeit Freitag läuft der Headstart für Cryptics MMORPG im STAR TREK-Universum. Verblüffenderweise führt das doch zu deutlichen Schwierigkeiten, nachdem gegen Ende der Beta schon eine Menge sehr rund lief. Jetzt ist das Servercluster offenbar aufgrund der schieren Spielerzahl überlastet. Auch seitens Cryptic gab es bereits Aussagen, dass die Menge an Anmeldungen (Käufen) und Spielern jede Planung bei Weitem übertroffen hat. Die Platzierungen in den Verkaufsranglisten bei Amazon oder Steam scheinen das ebenso zu bestätigen, wie die Tatsache, dass die verschiedenen Spielvarianten zeitweilig ausverkauft waren.

Am Headstart-Wochenende war der Server mehrfach offline – insgesamt dürften wohl über zehn Stunden für geplante und mehr für ungeplante Offlinezeiten zusammen kommen (von anderen Problemen wie nach wie vor ungefixten Bugs und fehlenden Bonus-Items für Spielzeit-Vorbesteller mal gar nicht gesprochen). Es ist eine deutliche Verschlechterung der Performance festzustellen, wenn Amerika online geht. Nachdem der Server wieder hochgefahren wurde, meldeten zahllose Spieler, dass sie sich nicht mehr einloggen können und stattdessen in eine Login-Queue kommen, die sie aber rauswirft, wenn sie beispielsweise das Spiel per ALT-TAB in den Hintergrund schalten, um nicht nur auf die langsam herunter zählende Liste starren zu müssen. Damit wird man dann wieder ganz am Ende der Queue eingereiht. Gestern abend befanden sich einige Spieler nach deren Aussage so lange in der Queue, bis der Server erneut abschmierte.

In den Foren macht der Begriff “STAR TREK OFFLINE” die Runde, die Community-Managerin für deutschsprachige Länder “WishStone” verstieg sich – möglicherweise  überfordert – sogar in einen Rassismusvorwurf, als deutsche Spieler den deutlichen Leistungseinbruch beklagten “wenn die Amis online gehen”. Positiv muss man allerdings vermelden, dass sich die Entwickler zumindest bemühen, im Forum und über Twitter kurzfristig über Probleme und Lösungsansätze zu informieren.

Bei allem Verständnis für die Anfangsphase eines MMO: Für Cryptic besteht hier dringend Handlungsbedarf, denn ab dem Headstart zählt die “Beta-Ausrede” nicht mehr, ab sofort bezahlt man Geld für einen Service und der sollte auch geboten werden. Das Spiel gefällt mir persönlich wirklich gut, es ist aber abzusehen, dass die Kundschaft massive Einschränkungen nicht lange akzeptieren wird. Im Vergleich mit anderen MMOs funktionierte das Spiel in der Betaphase fast verblüffend gut, meiner Ansicht nach tut es das auch jetzt noch, dennoch sollte das kein Freibrief für Cryptic oder andere Anbieter sein, immer wieder Bananensoftware (“reift beim Kunden”) an die Spieler zu bringen. Wenn die Community als Betatester genutzt wird, sollte man sie dafür wenigstens angemessen entlohnen.

Auch Cryptic würde es gut zu Gesicht stehen, den Kunden irgend eine Art von Kompensation anzubieten, allerdings etwas Wertiges wie freie Tage, keine überflüssigen Ingame-Items oder “Cryptic Points”. Konkret angekündigt wurden die Aufstockung der Hardware und eine Überarbeitung der Software für diese Woche. Eile tut not, denn wenn am 2.2. der offizielle Spielstart ist (am 5.2. in Europa), dürfte sich die Situation nicht verbessern und Kunden sind deutlich schneller verloren als geworben.

[Update] Ich habe heute schon zwei ingame-Mails von Goldsellern bekommen, ich befürchte, da erwächst Cryptic das nächste Problem…

[Update] Gestern (01.02.2010) fiel der Server während der europäischen PrimeTime (ca. 22:30 Uhr) wieder unerwartet aus. Man kann sich ungefähr ausmalen, was heute zum offiziellen Start (mit Mitternachtsverkäufen und ähnlichen Werbeaktionen) geschehen wird…

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