Bandit bespricht: MEG 2 – DIE TIEFE

MEG 2: THE TRENCH – Bun­des­start 03.08.2023

Eigent­lich ist die­se Fort­set­zung des Action- Trash THE MEG der­art unglaub­lich, dass man ihn wirk­lich sehen soll­te. Der kommt von einem der Big-Five-Film­stu­di­os, was das Resul­tat noch viel frag­wür­di­ger macht. Jawohl, dass ist die­ser Film in dem Jason Stat­ham ver­sucht, mit den Füßen einen Hai abzu­weh­ren, der das 600fache sei­nes Gewichts hat. Das ist auch der Film, in dem gefrä­ßi­ge Mee­res­raub­tie­re pani­sche Schwim­mer im Was­ser igno­rie­ren, um lie­ber aus dem Ele­ment auf den Strand zu sprin­gen, weil dort die lecke­ren Tou­ris­ten lau­ter krei­schen. MEG 2 ist so prall gefüllt mit Absur­di­tä­ten, dass er selbst als sati­risch gemein­ter Trash nur wenig Freu­de berei­tet. Dazu nimmt Regis­seur Ben Wheat­ley den Mega­l­o­don-Hor­ror ein­fach zu ernst. Und das gewohnt kno­chen­tro­cke­ne und auch humor­lo­se Spiel des Haupt­dar­stel­lers trägt nicht dazu bei, die Stim­mung zu heben.

Travis Baldtree – LEGENDS AND LATTES

Cover Legends And Lattes

Kaf­fee! Kuchen!

Was zur Höl­le ist denn jetzt wie­der »Cozy Fan­ta­sy?«, dach­te ich mir, als ich auf Mast­o­don über eine Bespre­chung zu Tra­vis Bald­trees Roman LEGENDS AND LATTES stol­per­te. Eine Recher­che zeig­te schnell, dass die Bezeich­nung eher neue­ren Datums ist und und exakt die­ser Roman offen­bar der Aus­lö­ser für das Ent­ste­hen des Begriffs war. Zitat von Camp­fire­wri­ting:

Cozy fan­ta­sy is a term to descri­be ligh­ter fan­ta­sy fic­tion that focu­ses on warmth, com­fort, and a sen­se of belon­ging. If you’ve ever wan­ted to lose yours­elf in a magi­cal fan­ta­sy world but weren’t in the mood for dark the­mes and stressful, epic quests, cozy fan­ta­sy fic­tion is exact­ly what you need.

Ich hat­te zuerst etwas Sor­ge, ob das zu weich­ge­spül­ter Lan­ge­wei­le füh­ren wür­de. Als Kaf­fee­fan inter­es­sier­te mich das The­ma aller­dings sehr und des­we­gen bekam LEGENDS AND LATTE sei­ne Chan­ce. Und das war auch gut so.

Trailer: Science Fiction-Film THE CREATOR

Im Sci­ence Fic­tion-Film THE CREATOR geht es mal wie­der um die alte Sto­ry Men­schen gegen Maschi­nen. Nach­dem es ordent­lich schief gegan­gen ist, einer künst­li­chen Intel­li­genz die Zukunft der Mensch­heit anzu­ver­trau­en lie­gen Men­schen und die Robo­ter der KI im Krieg mit­ein­an­der.

Im Gegen­satz zu dem »wir müs­sen die Maschi­nen wegballern«-Umsetzung, die wir aus ande­ren Sto­ries und Fran­chi­ses ken­nen, setzt man bei THE CREATOR auf einen alter­na­ti­ven Ansatz. Und Weg­bal­lern. In der Kom­bi­na­ti­on sieht das aber äußerst reiz­voll aus, da es facet­ten­rei­cher ist als das, was man bis­her so kann­te.

Regie führt Gareth Edwards (GODZILLA, ROGUE ONE), er schrieb auch die Sto­ry und ver­fass­te zusam­men mit Chris Weitz das Dreh­buch. Es spie­len John David Washing­tonGem­ma ChanMade­lei­ne Yuna Voyl­esRalph Ine­sonAlli­son Jan­neyVero­ni­ca NgoMarc MenchacaKen Watana­be und ande­re.

Deutsch­land­start ist am 28. Sep­tem­ber 2023.

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Trailer: ONE PIECE

Eben­falls anläss­lich des SDCC zeigt Net­flix einen voll­stän­di­gen, lan­gen Trai­ler zu sei­ner Real­ver­fil­mung von Eii­chi­ro Odas Ani­mé- und Man­ga-Rei­he ONE PIECE, angeb­lich das erfolg­reichs­te Fran­chise des Gen­res aller Zei­ten.

Ich fin­de es erfreu­lich zu sehen wie hoch der Level an »abge­fah­ren« und chee­syn­ess ist, und dass man es pas­send zum Vor­bild gar nicht erst ver­sucht, das irgend­wie ernst zu neh­men. Obwohl selbst­ver­ständ­lich auch Dra­ma­tik und Epik­ness zu sehen sind – wer japa­ni­sche Ani­més kennt, weiß ohne­hin, dass sich Kla­mauk und Dra­ma dort abso­lut nicht aus­schlie­ßen, inso­fern fin­de ich die Umset­zung sehr gelun­gen, zumin­dest im dem Rah­men, in dem man das aus einem Trai­ler bewer­ten kann.

Es spie­len Iña­ki GodoyMacke­nyuEmi­ly RuddJacob Rome­roTaz Sky­larMcKin­ley Bel­cher IIIJand­re le RouxMil­ton Schorr und ande­re. Show­run­ner sind Matt Owens und Ste­ven Maeda.

ONE PIECE gibt es ab dem 31. August 2023 bei Net­flix zu sehen.

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Trailer: THE MARVELS

Zum San Die­go Comic Con gab es nach all den Teasern einen ers­ten ech­ten Trai­ler zum kom­men­den Super­hel­din­nen-Film THE MARVELS. In dem tref­fen Carol Dan­vers (Cap­tain Mar­vel), Kama­la Khan (Ms. Mar­vel) und Moni­ca Ram­beau (Pho­ton) auf­ein­an­der. Ers­te­re und letz­te­re waren in den Comics ver­schie­de­ne Inkar­na­tio­nen von Cap­tain Mar­vel.

Und nach­dem aus den Trai­lern noch nicht so recht ent­neh­men konn­te, was hier abgeht, ver­steht man nach die­sem Trai­ler deut­lich mehr.

Oh my god, we’­re a team?

Regie führt Nia DaCos­ta nach einem Dreh­buch von ihr, Elis­sa Karas­ikMegan McDon­nell und Zeb Wells. Es pro­du­ziert Kevin Fei­ge, aus­füh­ren­de Produzent°Innen sind Vic­to­ria Alon­soLou­is D’Es­po­si­toMatthew Jenk­ins und Mary Liva­nos.

Es spie­len u.a. Brie Lar­son (Carol Dan­vers), Iman Vel­la­ni (Kama­la Khan), Teyo­nah Par­ris (Moni­ca Ram­beau), Samu­el L. Jack­sonZawe Ash­tonPark Seo-joonZen­o­bia ShroffSaa­gar ShaikhMohan Kapur und ande­re.

Who’s that good Kit­ty?

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Trailer – STRANGE NEW WORLDS: SUBSPACE RHAPSODY

Aller­spä­tes­tens seit der BUFFY-Fol­ge ONCE MORE WITH FEELING bekommt man bei US-Fern­seh­se­ri­en gern mal eine Musi­cal-Epi­so­de zu sehen, in denen gesun­gen und getanzt wird. Die letz­ten, an die ich mich erin­nern kann, gab es bei FLASH und LUCIFER. So etwas zu machen ergibt auch viel Sinn, denn zum einen erzeugt es bei den Zuschau­en­den viel Freu­de, die Cha­rak­te­re und das Set­ting mal in einem neu­en Kon­text zu sehen, zum ande­ren haben so ziem­lich alle Schauspieler°Innen in den USA eine umfas­sen­de Aus­bil­dung, die auch Tanz und Gesang beinhal­tet.

Dass die Grün­de dafür, dass plötz­lich alle sin­gen und tan­zen oft an den Haa­ren her­bei gezo­gen wir­ken, stört über­haupt nicht, solan­ge die Epi­so­den Spaß machen, oder so bril­li­ant umge­setzt sind, wie damals bei BUFFY.

Für STAR TREK gibt es natür­lich unzäh­li­ge Optio­nen, das zu begrün­den, von den gern genom­me­nen Anoma­lien, bis hin zu Ali­en-Ein­fluss. Auf der San Die­go Comic Con wur­de eine Musi­cal-Epi­so­de für STAR TREK: STRANGE NEW WORLDS ange­kün­digt, die trägt den Titel SUBSPACE RHAPSODY – und hier ist der Trai­ler.

Zu sehen bekommt man sie am 3. August 2023.

https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​i​V​D​k​z​w​B​V​GKM

BABYLON 5 remastered auf Blu-ray

Anläss­lich des 30. Jubi­lä­ums der Kult-Sci­ence Fic­tion-Serie BABYLON 5 (mei­ner Ansicht nach eine der bes­ten SF-Seri­en aller Zei­ten) hat War­ner Bros. eine neue Kon­ser­ven­ver­si­on pro­du­ziert. Im Dezem­ber ver­öf­fent­licht War­ner Bros. Dis­co­very Home Enter­tain­ment (gehts nicht län­ger?) eine neue Blu-Ray-Fas­sung der Show. Dafür wur­den zudem alle 110 Epi­so­den in HD remas­te­red, man kann also dar­auf hof­fen, dass man eine bes­se­re Bild­qua­li­tät zu sehen bekommt, als bei der elen­den, ver­rausch­ten DVD-Fas­sung oder der bis­her erhält­li­chen Blu-Ray-Ver­si­on (wol­len wir hof­fen, dass es sich nicht um die etwas mat­schi­ge HBO Max-Ver­si­on han­delt). Auch die Pilo­t­epi­so­de THE GATHERING ist ent­hal­ten.

Die eng­li­sche Fas­sung (und wer will schon die deut­sche sehen) erscheint in den USA am 5. Dezem­ber 2023, die ins­ge­samt 4730 Minu­ten sol­len 99,99 Dol­lar kos­ten, was ich für einen okay-Preis für die gesam­te Serie hal­te.

J. Micha­el Strac­zyn­ski, der Seri­en­schöp­fer, hat­te so etwas in den letz­ten Tagen bereits ange­teasert. Ist ist offen­bar gera­de eine gute Zeit für BABYLON 5‑Fans, denn in Kür­ze erscheint auch der Ani­ma­ti­ons­film THE ROAD HOME, der erst­mals auf dem San Die­go Comic Con gezeigt wer­den soll.

Pro­mo­gra­fik Baby­lon 5 Copy­right War­ner Bros.

Liebe Kleinverleger°Innen, das ist euer Problem!

Ich habe hier auf Phan­ta­News immer wie­der die deut­sche Buch­bran­che und die Buch­han­dels­sze­ne kri­ti­siert, die, wie ich es pro­vo­kant for­mu­lier­te, kei­nen Bock hat, Bücher zu ver­kau­fen. Tat­säch­lich geht es dar­um, dass man als Leser°In immer wie­der mas­si­ve Pro­ble­me hat, Klein­ver­lags­bü­cher im sta­tio­nä­ren Buch­han­del zu bekom­men. Einer mei­ner Arti­kel hat­te den Titel »Klein­ver­la­ge und der Buch­han­del – kei­nen Bock, Bücher zu ver­kau­fen?«. Auch »Sei­ten­flü­gel« hat­te berich­tet (Sei­te off­line, des­we­gen Link zu archi​ve​.org), eben­so Ste­glitz­mind unter dem Titel »Ich habe oft den Ein­druck, dass dem deut­schen Buch­han­del nichts fer­ner liegt, als Bücher zu ver­kau­fen« über die Edi­ti­on Phan­ta­sia.

Ein wei­te­res Pro­blem ist, dass die Groß­händ­ler bis­wei­len Klein­ver­lags­bü­cher heim­lich aus­lis­ten – und wenn man sie dabei erwischt und nach­fragt, kom­men nur Aus­flüch­te. In deren Buch­be­stell­sys­te­men sind die­se Bücher durch Buchhändler°Innen nicht bestell­bar. Die müss­ten dann direkt bei den Klein­ver­la­gen ordern – und das ist Buchhändler°Innen oft zu viel Auf­wand (das ist kei­ne The­se, das sind per­sön­li­che Erfah­run­gen und Berich­te von Per­so­nen hin­ter Klein­ver­la­gen mir gegen­über).

Die­se Tex­te auf Phan­ta­News sind jetzt acht Jah­re her und man soll­te anneh­men, dass die Situa­ti­on doch irgend­wann mal bes­ser wer­den müss­te, ins­be­son­de­re um sich der erdrü­cken­den Über­macht Ama­zons ent­ge­gen zu stel­len, über die immer noch lamen­tiert wird.

Doch weit gefehlt. Statt selbst noch­mal was zu dem The­ma zu schrei­ben (die jahr­zehn­te­lan­ge Evo­lu­ti­ons­re­sis­tenz der Buch­bran­che hat mich ermü­det, so dass ich das nicht mehr the­ma­ti­siert hat­te), möch­te ich auf einen Arti­kel von Andre­as Vier­hel­ler bei »Schö­ne Bücher« ver­wei­sen. Der trägt den Titel:

»Die Her­aus­for­de­run­gen der Klei­nen: War­um das Buch­han­dels­sys­tem für unab­hän­gi­ge Klein­ver­la­ge nicht funk­tio­niert.«

Es ist erschre­ckend, aber in all den Jah­ren Ama­zon-Domi­nanz hat sich nicht, aber auch gar nichts geän­dert, die Situa­ti­on ist viel­mehr sogar noch schlim­mer gewor­den. Der Text ist nicht ganz kurz, aber er legt genau die Pro­ble­me bloß.

Unter ande­rem weist er auch auf die Buch­preis­bin­dung hin, die angeb­lich für die Erhal­tung des Kul­tur­gu­tes Buch unab­ding­bar ist und die der Bör­sen­ver­ein des deut­schen Buch­han­dels mit Zäh­ne, Klau­en und inten­si­ver Lob­by­ar­beit bei der Poli­tik ver­tei­digt. Ich habe schon immer gefragt, war­um genau die­ses Kul­tur­gut för­de­rungs­wer­ter ist, als ande­re? Vier­hel­ler stellt dazu genau die rich­ti­gen Fra­gen:

In der Begrün­dung des Bör­sen­ver­eins für die Wich­tig­keit des Buch­preis­bin­dungs­ge­set­zes steht:

Zudem sind Buch­hand­lun­gen gera­de für klei­ne und mit­tel­gro­ße Ver­la­ge unver­zicht­bar, um den Lese­rin­nen und Lesern Bücher unbe­kann­ter Autorin­nen und Autoren oder Titel abseits des Main­streams zu prä­sen­tie­ren.

Und Vier­hel­ler fragt:

Soll­te es dem­nach nicht Auf­ga­be des Buch­han­dels sein, den klei­nen Ver­la­gen aus­rei­chend Prä­sen­ta­ti­ons­flä­che zu bie­ten?

Genau!

Oder den Ser­mon, den man beim »Ver­zeich­nis lie­fer­ba­rer Bücher« (VLB) in Rich­tung Klein­ver­la­ge abson­dert (Aus­zug):

Was man als Ver­le­ger nicht erwar­ten darf: Dass der Buch­händ­ler den Titel von sich aus ein­kauft und ins Regal stellt. Er wird das Buch auf einen Kun­den­wunsch hin bestel­len oder ein Exem­plar in Kom­mis­si­on neh­men, wenn Sie ihm ver­mit­teln kön­nen, dass sei­ne Kun­den gro­ßes Inter­es­se am Buch haben könn­ten.

Wer sein Buch ver­kau­fen will, muss also in ers­ter Linie Auf­merk­sam­keit erzie­len.

Wich­tig für Sie: Sei­en Sie krea­tiv! Neue Wege in der Ver­mark­tung kön­nen die eine oder ande­re neue Tür öff­nen und zur Bekannt­heit Ihres Buches bei­tra­gen.

Kom­men­tiert er mit:

Ich über­set­ze das mal so: Lie­be Kleinverleger*innen, das ist euer Pro­blem.

Ich möch­te den Arti­kel mei­nen Leser°Innen aus­drück­lich ans Herz legen, denn er legt den Fin­ger in so vie­le offe­ne Wun­den der deut­schen Buch­han­dels­bran­che (u.a. auch Remit­ten­den oder dass den Gro­ßen der Bran­che Klein­ver­la­ge offen­sicht­lich nur im Weg rum­ste­hen), dass man ihn ins­be­son­de­re als Buchenthusiast°In unbe­dingt lesen soll­te.

Der Schluss dar­aus kann eigent­lich wie­der mal nur lau­ten: Kauft die Bücher direkt bei  den Klein­ver­la­gen. Damit ist der Buch­han­del natür­lich mal wie­der raus, aber das Pro­blem ist halt selbst­ge­macht, damit hat Ama­zon nichts zu tun, son­dern nur die ver­knö­cher­ten Struk­tu­ren der deut­schen Buch­bra­che, die­se Mischung aus Vet­tern­wirt­schaft und Gra­ben­krie­gen.

Ach ja: etli­che Kleinverlagsbetreiber°Innen haben mir über die Jah­re immer wie­der mit­ge­teilt, dass Ama­zon in der Hin­sicht ihre ein­zi­ge Ret­tung dar­stellt, da die kri­tik­frei die Bücher ver­kau­fen, die der Buch­han­del nicht anfas­sen möch­te. Aller­dings ist die Situa­ti­on hier sehr viel pre­kä­rer gewor­den, denn da man bei Bezos Bauch­la­den weiß, dass man qua­si Mono­po­list ist und auch um die Situa­ti­on der Klein­ver­la­ge weiß, wur­den die Dau­men­schrau­ben immer mehr ange­zo­gen, und die Kon­di­tio­nen wur­den für Klein­ver­la­ge immer schlech­ter. Auch des­we­gen: Schaut euch das Ange­bot der Klein­ver­la­ge an und kauft direkt bei die­sen. Neben­bei kann man dabei auch noch ech­te Klein­ode ent­de­cken, denn wo gro­ße Publi­kums­ver­la­ge nur Bücher anbie­ten, von denen sie der Ansicht sind, dass sie sich »gut dre­hen«, als oft ver­kauft wer­den, ver­le­gen Klein­ver­la­ge auch spe­zi­el­le­re Stof­fe und Autor°Innen. Für die oft als Begrün­dung für die Buch­preis­bin­dung her­an­ge­führ­te »Viel­falt« in der deut­schen Buch­sze­ne, sor­gen fast aus­schließ­lich die Klei­nen.

Bei Andre­as Vier­hel­ler möch­te ich mich aus­drück­lich für den Text bedan­ken, so dass ich nicht nach all den Jah­ren schon wie­der (und immer noch) dar­über schrei­ben muss­te. Per­sön­lich rei­be ich mir die Augen und fra­ge mich, wie eine Bran­che trotz Ama­zon und digi­ta­ler Trans­for­ma­ti­on (bei der wir soge­nann­te künst­li­che Intel­li­genz noch gar nicht genannt haben) so lern­re­sis­tent sein kann …

Mög­li­cher­wei­se liegt das gan­ze Elend aber auch dar­in begrün­det, dass es den Gro­ßen der Bran­che und auch dem Lob­by­ver­band Bör­sen­ver­ein weder um Leser°Innen, noch um Autor°Innen oder gar um Kleinverleger°Innen geht, auch nicht um Bücher, son­dern aus­schließ­lich dar­um, unver­schämt viel Koh­le zu gene­rie­ren. Da ste­hen Klein­ver­la­ge ver­mut­lich eben­so im Weg, wie Autor°Innen, die anstän­dig bezahlt wer­den wol­len …

Bild: Buch­hand­lung, aus der Wiki­pe­dia, gemein­frei.

Bandit bespricht: INDIANA JONES UND DAS RAD DES SCHICKSALS

INDIANA JONES AND THE DIAL OF DESTINY – Bun­des­start 29.06.2023

Man muss unbe­dingt von den übli­chen Fra­gen von »ist der so gut wie…«, oder »ist er bes­ser als …«, bis hin zu »muss das denn sein …« Abstand neh­men. INDIANA JONES UND DAS RAD DES SCHICKSALS ist nicht ein­fach das zu erwar­ten­de Action-Aben­teu­er, son­dern ein ful­mi­nan­ter Schwa­nen­ge­sang. Nur nicht auf der Har­fe, aber mit der Peit­sche. So wie Ste­ven Spiel­berg zuletzt mit KRISTALLSCHÄDEL ein­deu­tig klar mach­te, dass für den altern­den Archäo­lo­gen noch lan­ge nicht Schluss sei, lässt Sam Men­des kaum einen Zwei­fel dar­an, dass auch Hen­ry Walt­on Jones Jr. ein­mal sei­nen Hut neh­men muss. Dabei nutzt man die auch Chan­ce, alte Feh­ler aus­zu­mer­zen, aber in ers­ter Linie ist es ein star­kes Tri­but an eine phä­no­me­na­le Kino­ge­schich­te. Und in ehr­erbie­ten­der Tra­di­ti­on ist auch DAS RAD DES SCHICKSALS nicht feh­ler­frei.

Fediverse-Alternative zu Lovelybooks, Goodreads und Co: BookWyrm

Love­ly­books, Good­reads und ähn­li­che Platt­for­men sind Sozia­le Medi­en, die als zen­tra­les The­ma den Aus­tausch von Buchliebhaber°Innen haben. Man kann lis­ten wel­che Bücher man besitzt und man kann Rezen­sio­nen ver­fas­sen.

Das Pro­blem dar­an: Die­se Platt­for­men sind fest in der Hand von Kon­zer­nen. Good­reads gehört Ama­zon, Love­ly­books gehört der Ver­lags­grup­pe Holtz­brinck, einer der größ­ten Ver­lags­mo­lo­che über­haupt. Da soll­te einen nicht wun­dern, dass es zum einen Algo­rith­men für Sicht­bar­keit gibt. Und zum ande­ren ist der Haupt­zweck der Platt­for­men eben NICHT der Aus­tausch zwi­schen Buchenthusiast°Innen, son­dern das Gene­rie­ren von Koh­le für die Betrei­ber. Alle Links die man zu den jewei­li­gen Büchern auf den Platt­for­men fin­det, sind Affi­lia­te-Links, durch die die Betrei­ber an jedem Ver­kauf mit­ver­die­nen (oder im Fall von Good­reads ver­dient Ama­zon direkt), das ist der Haupt­grund für die Exis­tenz die­ser Sei­ten.

Aber es exis­tiert eine nicht­kom­mer­zi­el­le Alter­na­ti­ve. Ich hat­te in mei­nem letz­ten Jah­res­end-Gruß­wort bereits über das Fedi­ver­se geschrie­ben, eine Rei­he von Web-Appli­ka­tio­nen wie Mast­o­don, Peer­tu­be, Pixel­fed, Funk­wha­le, Hub­zil­la und vie­le wei­te­re. Die haben alle unter­schied­li­che Zwe­cke (Mast­o­don ist ein Twit­ter-Ersatz, Peer­tu­be eine You­tube-Alter­na­ti­ve, Pixel­fed sowas Ähn­li­ches wie insta­gram,  Funk­wha­le für Pod­cas­ting, oder Hub­zil­la ähn­lich wie Face­book). Alle die­se Ser­ver sind mit­ein­an­der ver­netzt und bil­den das soge­nann­te Fedi­ver­se. Und sie kön­nen über das Pro­to­koll Acti­vi­ty­Pub mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Alle die­se Platt­for­men sind Open Source, also quell­of­fen, und im Prin­zip kann jede/​r einen Ser­ver auf­set­zen. Das schal­tet den Platt­form­ka­pi­ta­lis­mus aus, denn man ist nicht mono­li­thi­schen Platt­for­men wie Meta oder einem beklopp­ten Mil­li­ar­där wie Musk aus­ge­lie­fert, eben­falls nicht deren toxi­schen Algo­rith­men, die Hass und Streit bevor­zu­gen, um Auf­merk­sam­keit zu bin­den. Wenn einem der Admin der Platt­form, auf der man  im Fedi­ver­se zuhau­se ist, nicht zusagt, zieht man ein­fach um und nimmt sei­ne Follower°Innen via Export/​Import mit.

Seit­dem Elon Musk Twit­ter gekauft hat und zugrun­de rich­tet, hat ins­be­son­de­re Mast­o­don immensen Zuwachs.

Und jetzt kom­men wir wie­der zu den Buch­lieb­ha­bern:

Auch für die gibt es eine Fedi­ver­se-Appli­ka­ti­on. Die nennt sich Book­wyrm und ist eine wei­te­re spe­zia­li­sier­te Art von Fedi­ver­se-Soft­ware, wie die oben bereits ange­spro­che­nen. Wie auch im rest­li­chen Fedi­ver­se ist das unkom­mer­zi­ell und nicht von einer mono­li­thi­schen, kapi­ta­lis­ti­schen Platt­form abhän­gig, die Dich nur sehen las­sen will, was gut für sie ist.

Hier ein Bei­spiel­link zu einem Buch (THE LORD OF THE RINGS) auf der Instanz book​wyrm​.social:
https://bookwyrm.social/book/96747/s/fellowship-of-the-ring-the-lord-of-the-rings-book‑1

Ein wei­te­res Bei­spiel auf einer ande­ren Instanz (bue​cher​.pnpde​.social):
https://​bue​cher​.pnpde​.social/​b​o​o​k​/​9​5​/​s​/​l​e​g​e​n​d​s​-​l​a​t​tes 

Man kann sehen, dass das älte­ren, kom­mer­zi­el­len Buch­platt­for­men ähnelt. Man bekommt biblio­gra­fi­sche Anga­ben zum Buch, eine Lis­te pas­sen­der Gen­res oder The­men, und eine Lis­te von Bespre­chun­gen ver­schie­de­ner Leser°Innen von ver­schie­de­nen Book­wyrm-Instan­zen. Unter­halb der Rezen­sio­nen fin­den sich zudem Ster­ne-Bewer­tun­gen von Per­so­nen, die das Buch bewer­tet haben, aber kei­ne Bespre­chung schrie­ben. Und es fin­det sich oft ein Link zur Open Libra­ry des Inter­net Archi­ve. Auch Buch­lis­ten gibt es. Benutzer°Innen habe eine Pro­fil­sei­te mit ihren Büchern und Links zu ihren ande­ren Pro­fi­len im Fedi­ver­se oder Web­prä­sen­zen anders­wo. Wenn man das auf einem Smart­phone nutzt, kann man sogar einen Buch-Bar­code scan­nen und damit auf der Instanz nach dem Buch suchen (man könn­te mei­nen, man wäre im 21. Jahr­hun­dert … ;) ).

Wie kann man mit­ma­chen und die kapi­ta­lis­mus­ge­trie­be­nen, algo­rith­mi­schen und mono­li­thi­schen alten Platt­for­men hin­ter sich las­sen? Ein­fach: Man sucht sich in der Ser­ver­lis­te eine Instanz, die zu einem passt. Dar­un­ter gibt es auch deut­sche Instan­zen, auch wenn dort nicht nur deut­sche Bücher bespro­chen wer­den.

Auf vie­len Instan­zen ist noch rela­tiv wenig los, kein Wun­der, Book­wyrm ist noch rela­tiv neu. Aber durch die Ver­bin­dung ins rest­li­che Fedi­ver­se dürf­te sich das bald ändern – und man kann sich eben mit allen mög­li­chen Benut­zern ande­rer Appli­ka­tio­nen und Ser­ver aus­tau­schen.

Also los! Zeigt Love­ly­books, Good­reads und Co. mit ihrem Platt­form­ka­pi­ta­lis­mus den Mit­tel­fin­ger, macht euch von Kon­zer­nen und deren Algo­rith­men frei und mel­det euch bei einer Book­Wyrm-Instanz an. Oder setzt selbst eine auf (hust. Na gut: Nur wenn ihr ein Techie seid).

Wir kön­nen der Ens­hit­ti­fi­ca­ti­on des Inter­nets ent­kom­men, es liegt nur an uns!

TAKE BACK THE WEB!

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