Bereits am 20. Februar wurden die Nominierungen für die diesjährigen Nebula-Awards bekannt gegeben, die im Mai von der Vereinigung Science Fiction and Fantasy Writers of America verliehen werden sollen. Leider habe ich das völlig übersehen, mea maxima culpa, deswegen will ich den Hinweis an dieser Stelle schnell nachholen.
- Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.
- Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz.
- Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem Ersten oder Zweiten Gesetz widerspricht.
Das was da oben steht sind die drei »Gesetze der Robotik«. So ziemlich jeder, der sich mit Science Fiction befasst, kennt sie. Ersonnen wurden sie von Isaac Asimov, wohl einer der größten und brilliantesten Verfasser von SF-Geschichten überhaupt. Die Anzahl der von ihm geschaffenen Werke geht in die Hunderte, sogar wenn man alle Publikationen, abzieht, auf denen nur publikumswirksam sein Name steht. Schon früh kam ich mit seinen Werken in Berührung, ich kann mich noch erinnern, dass der erste Asimov den ich gelesen habe, DER MANN VON DRÜBEN alias DIE STAHLHÖHLEN (THE CAVES OF STEEL) war. Wenn ich behaupte, dass Asimov einer der größten SF-Autoren überhaupt war, würde mir wohl kaum jemand widersprechen (wollen oder können).
Als gestern ein Freund auf Facebook fragte …:
Ich versuche gerade, auf legalem Weg an eBooks von Isaac Asimov zu kommen. Ein Großteil der Bücher ist offensichtlich gar nicht digital verfügbar und ein paar wenige Ausnahmen kosten das gleiche oder mehr als eine Taschenbuchausgabe (wir reden hier von recht kurzen, teilweise 50 Jahre alten Romanen…).
… war mein erster Gedanke: »Das kann doch kein Problem sein!«. Auch wenn ich durch meine Tests der deutschen eBook-Shops in den letzten Tagen weiß, dass man englischsprachige SF nur bei Amazon erwerben kann, weil die hiesigen Anbieter das doppelte und dreifache des dortigen Preises verlangen, war ich doch über zwei Fakten ehrlich gesagt geschockt:
Selbst im Kindle-Shop gibt es nur einen Bruchteil der Asimov-Werke im eBook-Format
auf Deutsch ist offenbar gerade mal ein einziges eBook erhältlich
Dieser traurige Zustand zeigt ein Dilemma unserer Zeit: wenn ich einen großen Teil der Werke von Isaac Asimov in Form von eBooks lesen möchte, habe ich dank der nonexistenten Backlist im Prinzip nur eine einzige Chance: sie mir irgendwo illegal herunter zu laden, denn legale Angebote gibt es weder in englischer, noch in deutscher Sprache.
Asimov ist leider im Jahr 1992 viel zu früh gestorben. Bei Werken, die vor 1978 veröffentlicht wurden, läuft das Urheberrecht laut US-Gesetz 95 Jahre nach seinem Tod ab. Bei Werken, die danach entstanden, 70 Jahre nach seinem Ableben. Frühestens 2034 werden also Teile seines Schaffens gemeinfrei, der Rest doch schon entspannt im Jahr 2063. Länger, falls es auch hier eine Ausnahme, also etwas wie ein »Lex Disney«, geben sollte. 2063 … Wenn das keine Science Fiction ist …
Ich finde diesen Zustand, dass ich von einem der renommiertesten SF-Autoren überhaupt nahezu nichts aus seinem umfangreichen Werk legal in eBook-Form erhalten kann, erbärmlich. Und es zeigt allzu deutlich die Probleme der Branche und des mittelalterlichen, nicht mehr zu den heutigen Medien passenden, Urheberrechts. Ich bin sicher, dass Google die schon längst alle eingescannt hat, sie jedoch aufgrund der mit Sicherheit völlig unübersichtlichen Lizensierungslage, nicht ohne weiteres veröffentlichen kann. Wir benötigen dringend neue Gesetze, die sich um verwaiste Werke drehen – und die sollten im Zweifelsfall auch Lizenzinhaber zwingen, Werke als eBooks zur Verfügung zu stellen, falls sie die Rechte nicht freigeben wollen. Denn Werke die niemand kaufen kann und bei denen die Rechte in irgendwelchen Aktenordnern verschimmeln nutzen niemandem etwas und schaden unserem kulturellen Erbe. Und Asimov ist nur ein Beispiel von vielen.
[cc]
Bild von Isaac Asimov: Zeichnung von Rowena Morrill, aus der Wikipedia, GNU FDL
Es ist Monatsanfang und Erik Schreiber stellt einen neuen Phantastischen Bücherbrief zur Verfügung. Logischerweise handelt es sich um die Februarausgabe und sie trägt die Nummer 591.
Den Auftakt bildet diesmal eine Erinnerung an den leider Mitte Februar verstorbenen Kinderbuchautor Otfried Preußler.
Weiterhin finden sich wie immer Besprechungen von deutscher und internationaler Phantastik, unter anderem Wolfgang Hohlebeins PESTMOND oder FEUER DER GÖTTER von Stefanie Simon. Im internationalen Bereich begegnen einem beispielsweise Umberto Ecos DER FRIEDHOF IN PRAG, Kenneth Oppels EIN DUNKLER WILLE oder DAS KALTE SCHWERT von Richard Morgan. Unter der Rubrik »Heftromane« wird PERRY RHODAN NEO Nummer 35 besprochen, der trägt den Titel GEISTER DES KRIEGES.
Der Bücherbrief 591 liegt wie immer als pdf-Datei vor und ist knapp 200 kB groß.
Ein neuer Monat ist angebrochen und nicht ganz unerwartet erschien die neueste Ausgabe des FANDOM OBSERVER. Chefradakteur ist diesmal Florian Breitsameter und der präsentiert folgende Themen:
* Titelgeschichte: Dort.Con 2013 – Wir haben kurz vor dem Con Arno Behrend noch zum Interview gebeten!
* Die kleine Hexe weint: Ein Nachruf auf Otfried Preußler von Olaf Funke
Weiterhin finden sich in der aktuellen Ausgabe Leserkommentare zum Vorgänger, ein Überblick über neu erschienene Fanzines, Neuigkeiten aus dem Bereich Science Fiction, sowie ein Ausblick auf das phantastische Kinojahr 2013.
Der FANDOM OBSERVER kann wie immer kostenlos als PDF auf der Webseite des Magazins heruntergeladen werden.
Leider übersieht man sie immer wieder jedes Jahr. Die Razzie-Awards (oder genauer: The Golden Raspberry Awards, bei uns nicht ganz korrekt als »Goldene Himbeere« übersetzt, Anm. d. Red.), die 1980 als notwendiger Gegenpol zu den unüberschaubaren Preisverleihungen aus der Taufe gehoben wurden. Nicht in irgendeinem hochtrabenden Ballsaal, sondern im Continental Breakfast Room des Holiday Inn wurden sie nun im Schatten der Oscars erneut verliehen.
Die 657 Stimmberechtigten aus 47 U.S. Staaten und 19 anderen Ländern scheinen keine Sympathie für den abschließenden Teil der TWILIGHT-SAGA gehegt zu haben. Von elf Nominierungen konnte BREAKING DAWN #2 immerhin sieben Preise holen. Das liegt nur knapp hinter Adam SandlersJILL & JACK, der im vorangegangenen Jahr in allen Kategorien gewonnen hat. Dafür hat Adam Sandler im zweiten Jahr in Folge den schlechtesten Hauptdarsteller bekommen.
Besonders witzig sind die Razzies immer dann, wenn sie Nominierungen oder Gewinner haben, die auch hoch auf Oscar-Kurs laufen, was dieses Jahr leider ausblieb. Besondere Vorfälle gab es keine. Zuletzt hatte 2009 Sandra Bullock ihre Auszeichnung als schlechteste Hauptdarstellerin für ALL ABOUT STEVE persönlich entgegengenommen. Ein atemberaubender Auftritt.
Nachfolgend alle »Ausgezeichneten«, die »Gewinner« sind fett gekennzeichnet.
Die Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films hat die Nominierungen für ihre diesjährigen Saturn Awards bekannt gegeben. Bei den Oscars findet das Genre erneut nahezu nicht statt, weil auch dort offenbar Standesdünkel herrschen. Bei dieser Academy hat man allerdings offenbar keine Berührungsängste mit anderen Genres, weil auch beispielsweise SKYFALL mehrfach nominiert wurde und bei dem sehe ich keine SF oder Fantasy, ebenso wenig wie bei LES MISERABLES oder DJANGO UNCHAINED. Aber das geht schon in Ordnung, auch hier auf PhantaNews ist der Fokus ja erklärterweise eher unscharf.
Erwartungsgemäß bei den Nominierungen weit vorne ist der HOBBIT, der allein neun Mal genannt wurde, gefolgt von LIFE OF PI und SKYFALL.
Die Stimmen für die Teilnehmer kommen von den Mitgliedern der Akademie. Die ersten Saturn-Verleihungen fanden im Jahr 1972 statt, der Moderator der Zeremonie war damals William Shatner.
Im Rahmen der Leipziger Buchmesse verleiht die Jury der 2011 ins Leben gerufenen Phantastischen Akademie e. V. am 14. März 2013 den Förderpreis für phantastische Literatur »Seraph«. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, das Ansehen phantastischer Literatur zu steigern und insbesondere Nachwuchstalente des Genres zu fördern.
Gemeinsam mit einer für 2013 komplett neu zusammengesetzten Expertenjury aus Lektoren, Journalisten, Buchhändlern, Bloggern und Lesern, wurden seit Dezember 2012 unter den insgesamt über 80 Einsendungen von rund 40 Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zunächst die Longlists der besten Titel des zurückliegenden Jahres in den Kategorien »Bestes Buch« und »Bestes Debüt« erarbeitet und nun stehen die Shortlists der besten fünf respektive drei Titel fest.
Shortlist des SERAPH 2013 »Bestes Buch« in alphabetischer Reihenfolge
Drvenkar, Zoran: Der letzte Engel (cbj)
Hoffmann, Markolf: Ines öffnet die Tür (Ueberreuter)
Meyer, Kai: Asche und Phönix (Carlsen)
Schreckenberg, Michael: Der wandernde Krieg – Sergej (Juhr)
Wagner, Antje: Vakuum (Bloomsbury)
Shortlist des SERAPH 2013 »Bestes Debüt« in alphabetischer Reihenfolge
Gläser, Mechthild: Stadt aus Trug und Schatten (Loewe)
Oldenburg, Jan: Fantastik AG – Ein Epos aus den Fernen Ländern (Piper)
Simon, Cordula: Der Potemkinsche Hund (Picus Verlag)
Weitere Details zum Preis und zur Phantastischen Akademie finden sich auf deren Webseite.
Quelle: Pressemitteilung, Logo »Seraph« Copyright Phantastische Akademie e.V.
Der Kinderbuchautor Otfried Preußler ist tot. Preußler ist der Autor von zahllosen bekannten Kinderbüchern, wie beispielsweise DER RÄUBER HOTZENPLOTZ, DER KLEINE WASSERMANN, DIE KLEINE HEXE, DAS KLEINE GESPENST oder KRABAT.
Neben diesen populären Werken existieren allerdings zahllose weitere weniger bekannte zu seinem Portfolio, ingesamt kommt die Werkliste in der Wikipedia auf 32 Bücher. Diverse davon wurden auch verfilmt, manche davon gleich mehrfach. Neueste Beispiele sind DER RÄUBER HOTZENPLOTZ mit Armin Rohde in der Titelrolle, die auch 1974 bereits Gerd Fröbe inne hatte, weiterhin die in Zusammenarbeit mit Hollywood realisierte Filmfassung von KRABAT.
Seine Werke und er wurden diverse Male ausgezeichnet, unter anderem erhielt er für seine Verdienste das Große Bundesverdienstkreuz.
Erst vor Kurzem entstand eine heftig geführte Diskussion umd die Entscheidung des Thienemann-Verlags, die Bücher Preußlers zu »überarbeiten« und heute politisch nicht mehr korrekt erscheinende Worte zu entfernen. Der Autor selbst hatte sich immer gegen Änderungen an seinen werken ausgesprochen, diesen zuletzt allerdings angeblich zugestimmt.
Zuletzt lebte Preußler als freier Schriftsteller bei Rosenheim und hat seine Erlebnisse in rusischer Kriegsgefangenschaft niedergeschrieben. Diese sollen posthum veröffentlicht werden.
Otfried Preußler verstarb am letzten Montag, dem 1802.2013, im Alter von 89 Jahren in Prien am Chiemsee.
Der Titel erscheint nicht nur auf den ersten Blick leicht kryptisch: t=E/X² – oder auch einfach und kurz TEX – ist ein deutscher Zeitreisefilm »irgendwo zwischen STAR TREK und TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER«. Realisiert wird das Ganze im Bereich Wiesbaden, der Regisseur ist Andreas Z Simon, die Hauptdarsteller sind Jasmin Wagner (manch einem vielleicht noch unter dem Künstlernamen »Blümchen« bekannt) und Mario Ganß.
Im Gegensatz zu anderen Projekten, soll TEX ein abendfüllender, sprich: 90 Minuten langer, Spielfilm werden. Zur Handlung kann man auf der Startnext-Seite des Projekts lesen:
Jeder kennt das Problem. Zeit ist immer ein schwieriger Faktor. Mal wartet man auf etwas viel zu lange, dann ist es auch schon wieder vorbei und existiert nur noch als verblassende Vergangenheit. Und was auch immer man tut, es ist nie genug Zeit dafür da.
In dem Spielfilm mit dem ungewöhnlichen Titel »t=E/x²« geht es ebenfalls um Zeit und die Probleme damit. Zwei Menschen, gefangen in einer Zeitschleife, lernen, die Zeit zu dehnen und werden so zu Rettern der Zeitlinie an sich.
Klingt kompliziert? Ist es auch. Aber könnte man es einfach beschreiben, bräuchte man ja auch keinen Film darüber machen.
Zielgruppe sind natürlich primär die Nerds, aber das ist auch eine gute Idee – Mainstream-Filme für Langweiler gibt es in Deutschland nun wahrlich genug. Ein weiteres Zitat zum Hintergrund kann ich nämlich nur von ganzem Herzen unterschreiben:
In Deutschland entstehen leider viel zu wenig Genrefilme. Das Fernsehen traut sich an Themen wie Science-Fiction und Fantasy nicht heran und fürs Kino wird ohnehin nicht viel produziert.
Exakt! Und deswegen finde ich es prima und vor allem äußerst unterstützenswert, dass sich ein Independent-Team an so etwas heran wagt, wo Film und Fernsehen in Deutschland seit Jahrzehnten kläglich und in nur peinlich zu nennender Weise versagen.
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