Ein Plädoyer für ein unterschätztes Juwel: SAPHIRBLAU
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Fast schon zwanzig Jahre liegt es zurück, dass Jan de Bont mit TWISTER frischen Wind in den Katastrophenfilm blies. Dass das bis heute lediglich eine Flut von billigen TV-Filmen nachzog, zeugt vom cineastischen Respekt, den man vor TWISTER hatte, der in Dramaturgie und Tricktechnik einfach alles perfekt machte. Dass mit STORM HUNTERS wieder einmal die Leinwand richtig durchgeblasen werden soll, macht dann doch neugierig. Schließlich hat sich nicht nur die Tricktechnik verbessert, sondern es kommt noch Dolby-Atmos hinzu, und das große Vorbild selbst als Motivation. Die ersten Bilder bei STORM HUNTERS sind jedenfalls eine echte Überraschung. In der Hoffnung einen wirklich eigenständigen Film zu produzieren, haben sich die Produzenten etwas ausgedacht. Was der Zuschauer in der Pre-Titel-Sequenz zu sehen bekommt, setzt sich vornehmlich stilistisch fort. Steve Quale, der bisher nur mit FINAL DESTINATION 5 das Kino vom Regiestuhl aus beglücken durfte, produzierte einen nervenaufreibenden Found-Footage-Thriller. Nervenaufreibend deswegen, weil man viel Geld zahlende Zuschauer nicht mit einem Stilmittel quälen sollte, welches sich schon vor Jahren tot geritten hat.
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HARTE JUNGS nennt sich eine spezielle Vorstellungsreihe in Nürnbergs Multiplex-Erfolg Cinecitta. HARTE JUNGS ist eine Art Preview, in der Testosteron-geschwängerte Streifen einem vornehmlich männlichen, aber entsprechend geneigtem Publikum präsentiert werden, einschließlich gekühltem Gerstensaft. Das passiert im Cinecitta einmal im Monat, und kann im August natürlich nur mit EXPENDABLES 3 erfüllt werden. Eine raffinierte Handlung, geschliffene Dialoge, überraschende Wendungen, dramaturgischer Tiefgang, und schon kann es losgehen. Auf zur dritten, und vermeintlich letzten Runde in der besten Hommage an die Achtziger, die man sich vorstellen kann. Natürlich spaltet das die Gemüter. Zum einen, sind die EXPENDABLES dann doch mit der Technik und den Versatzstücken des aktuellen Kinos gemacht, und dann glauben schlaue Sprücheklopfer, dass die Zeiten für unrealistisch übersteigertes Action-Kino endgültig vorbei sein müssten. Dieser Meinung kann man durchaus sein, hat aber gleichzeitig die Möglichkeit, diese Filme einfach zu meiden.
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Nach nur einem Jahr schiebt Autor und Regisseur James DeMonaco eine Fortsetzung zu dem Überraschungshit THE PURGE nach. Ein Film, bei dem die Faszination über die Logik siegte. War dieser allerdings noch ein kammerspielartiger Thriller, geht DeMonaco dem Gesetz der Serie zufolge natürlich einen Schritt weiter. Erlebte man diese neue amerikanische Ordnung anfangs aus der Perspektive des in sich geschlossenen Refugiums der vermeintlichen Opfer, zeigt uns DeMonaco nun die Welt draußen auf der Straße, wenn Purge im Gange ist.
Der Hintergrund ist auf der einen Seite tatsächlich hirnrissig, auf der anderen Seite birgt er unverhohlen eine anziehende Begehrlichkeit. Amerika war wirtschaftlich und sozial am Boden, was in 2016 sein wird. Die »Neuen Gründungsväter von Amerika« erließen ein Verordnung, dass einmal im Jahr für genau 12 Stunden alle Gesetze aufgehoben sind. Alle Verbrechen werden in dieser Zeit straffrei bleiben, erlaubt sind allerdings nur Waffen, so klärt einen der Film auf, bis Klasse 4. Was bedeutet, dass man sich auch noch mit einem schweren Maschinengewehr austoben kann. »Purge« bedeutet Säuberung, und so funktioniert auch dieses System. Während Reiche und der gehobene Mittelstand sich mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen in dieser bestimmten Nacht verbarrikadieren können, werden natürlich Arme und Obdachlose die ersten Opfer von Menschen, die gerne morden und foltern. Die Purge-Night, also die Nacht der Säuberung, hat die Kriminalitätsrate gesenkt, und die Armut fast abgeschafft. Eine Institution, die also aufgeht.
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Eines muss man den Produzenten lassen, die genau gewusst haben, was sie tun, sie können dem Jahrzehnte alten Stoff tatsächlich neue Aspekte abgewinnen. Dass sie sich dabei noch weiter von Pierre Boulles Original-Roman entfernen, als bereits der Reboot-Titel PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION, tut dem neu erstarkten Franchise nur allzu gut. Denn trotz der drastischen Abweichungen, bleibt der Kern in aller Konsequenz erhalten. Das Präparat ALZ-113 sollte Menschen mit Alzheimer heilen. Was es wirklich tat, war die Versuchsprimaten erheblich intelligenter zu machen. Für den Menschen hingegen zeigte sich ALZ-113 als tödlicher Virus. Dass ausgerechnet Patient Null ein Pilot für Passagierflüge war, machte die Sache für die Menschheit extrem unangenehm. Nur wenige immune Menschen haben überlebt, und sich in den langsam verfallenden Großstädte zusammen gerottet. Damit hat der erste Teil des Reboot einen unersetzlichen Grundstein für eine glaubvolle und nachvollziehbare Fortsetzung gesetzt. Egal ob es eine Fortsetzung geben würde, diese Grundlage allein reichte schon aus, um den Zuschauer ein Bild der Zukunft zu zeichnen. Die Dämmerung einer überlegenen Herrschaft.
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Bisher hat 3D bei Animationsfilmen immer die beste Wirkung erreicht. Und DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT 2 bestätigt diese Beobachtungen. Die Bilder erreichen ein ungeahnt reales räumliches Spektrum, das selbst den für Animationen üblichen, abstrakter gezeichneten Charakteren einen natürlicheren Eindruck verleiht. Wie im wirklichen Leben, sind auch in Berk fünf Jahre vergangen, wo das einst drachenjagende Dörfchen sich zu einem Volk von Drachenreitern entwickelt hat. Häuptlingssohn Hicks wird in naher Zukunft wohl zweifellos Astrid zu seiner Frau nehmen, aber am wohlsten fühlt er sich dann doch allein mit seinem Drachen Toothless. Zusammen machen sie, im wahrsten Sinne des Wortes, Ausflüge, und kartographieren die weitere Umgebung. Dabei machen sie eines Tages eine Erkundung, welche die Zukunft der Drachen bedroht. Ohne es wirklich zu merken, wird Hicks vor Herausforderungen gestellt, die ihn als Sohn des tapferen und führungsstarken Haudrauf dem Stoischen auszeichnen.
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Grundlage der Besprechung ist die Blu-Ray in Indonesisch mit amerikanischen Untertiteln
Eigentlich ist mit THE RAID 2: BERANDAL nun der erste Teil einer Trilogie in die Kinos gekommen. Gareth Evans hatte aus der Not eine Tugend gemacht als er BERANDAL nicht vollständig finanziert bekam und dafür das minimalistische Action-Feuerwerk REDEMPTION inszeniert. Und wer nun den ersten Teil gesehen hat, der kann sich vorstellen wie schnell die Finanzierung des wesentlich aufwendigeren BERANDAL von statten gegangen sein muss. Knapp zwei Stunden nachdem sich Polizist Rama mit seinen Kollegen erfolgreich durch fünfzehn Stockwerke geschossen und geprügelt hat, beginnt das neue Kapitel. Die Erstürmung des Hochhauses und die Eliminierung des Drogenbosses hat hohe Wellen geschlagen, auch in der Politik. Rama wird zum Schutz seiner eigenen Familie nahegelegt unterzutauchen, dies aber gleich zu nutzen, das größte Drogen-Syndikat zu infiltrieren, um Drahtzieher und politische Unterstützer aufzuspüren. Tatsächlich kommt Rama im Gefängnis mit dem gerade einsitzenden Uco zusammen, Sohn des großen Bosses Bangun. Und mit Ramas Geschick kann dieser sich schnell das Vertrauen der Obersten erschleichen. Aber dafür muss viel eingesteckt werden, splittern extrem viele Knochen, und tun sich unzählige andere hässliche Wunden auf.
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Dass BREAKING BAD nicht zu wiederholen sein dürfte, ist den Obersten bei AMC durchaus bewusst. Doch etwas einfallen lassen müssen sie sich. Der Sender, der früher nur American Movie Classics spielte, hat sich mit waghalsiger Energie zu einem der führenden US-Serien-Produzenten gemausert. Nicht zum erfolgreichsten, aber sicherlich zum beliebtesten Sender.
In einer Folge von HALT AND CATCH FIRE sagt jemand zu der Hauptfigur Joe MacMillan, »das Ding, das du durchziehst, macht die Leute neugierig, aber du kannst sie damit nicht halten«. Ein Satz, der den Bossen von AMC wie eine Warnung erschienen sein mag, wenn sie zum Entsetzen des Publikums ihre Serien immer wieder der Gefahr aussetzen, an Qualität drastisch zu verlieren. WALKING DEADs Frank Darabont war der erste Showrunner, der nach der ersten Staffel die Segel strich, weil sich AMC mit ihm überworfen hatte. Und tatsächlich war es der zweiten Staffel auch anzumerken. Ohne daraus zu lernen, legten sie sich schließlich mit Matthew Weiner an, der MAD MEN erfunden und produziert hat, eines der Zugpferde neben BREAKING BAD und WALKING DEAD. Weiner war geblieben und führt nun seine Serie erfolgreich zu ihrem dramatischen Ende. Doch was dann? BREAKING BAD bekommt mit BETTER CALL SAUL ein Spin-Off, welches vom Konzept her sehr vielversprechend ist. Für MAD MEN sollte nun HALT AND CATCH FIRE die zu erwartende Lücke füllen.
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Dafür, dass WIE DER WIND SICH HEBT von Hayao Miyazaki selbst als sein letzter Film angekündigt wurde, behandelt Universum Film den Verleih sehr stiefmütterlich. Keine eigene offizielle Seite, der Presseserver hält kein Material bereit, die deutschen Synchronsprecher sind nirgendwo aufgeführt; lediglich auf der Universum-Seite selbst findet sich eine karge Auswahl an Bildern. Das wirft die Frage auf, ob Universum dem Film eventuell nicht vertraut. Es zeichnet sich klar ab, dass man Anime-Filme mögen muss, um an WIE DER WIND SICH HEBT Gefallen zu finden. Denn mit einer gewissen Dramaturgie geht er sehr sparsam um.
Es wird das Leben des Flugzeugkonstrukteurs Jiro Horikoshi über vier Jahrzehnte erzählt. Schon in Kindheitstagen träumt Jiro sich in eine Welt, die er mit der Flugzeugbauer-Legende Gianni Caproni in Freundschaft teilt. Sind beide Männer reale Personen, sind die privaten Geschichten rein fiktiv. Als Regisseur und Drehbuchautor Hayao Miyazaki das gleichnamige Manga zeichnete, war er lediglich an Jiro Horikoshis Faszination und Leidenschaft für Flugzeuge interessiert.
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