Robert Kirkman zu WALKING DEAD-Turbulenzen

Wie am Don­ners­tag berich­tet, warf man die fest ange­stell­ten Autoren der TV-Serie THE WALKING DEAD raus, das führ­te zu eini­gen Fra­ge­zei­chen. Unter den Ent­las­se­nen befand sich auch der bekann­te TV-Autor Chic Eglee (eigent­lich: Charles H. Eglee, DARK ANGEL, THE SHIELD, DEXTER), der an Bord gekom­men war, um ab der zwei­ten Staf­fel nach der Ein­füh­rung des Fran­chise durch Frank Dar­abont der Showrun­ner zu werden.

Der Erfin­der des Comics auf dem die Serie basiert, Robert Kirk­man,  ist eben­falls ein aus­füh­ren­der Pro­du­zent der Show und hat mit TV Gui­de über die Gerüch­te gespro­chen, um sei­ne Sicht der Gescheh­nis­se dar­zu­stel­len, und offen­bar auch um den Mel­dun­gen die Spit­ze zu nehmen.

»Das läßt Frank [Dar­abont] schlecht aus­se­hen. Ich glau­be nicht, dass Frank es so aus­se­hen las­sen möch­te, dass er ein­fach Leu­te ohne offen­sicht­li­chen Grund aus einer erfolg­rei­chen Serie feu­ert,« sag­te Kirk­man und füg­te zur Ent­las­sung von Eglee hin­zu: »Chic Eglee ist ein hoch­ran­gi­ger TV-Autor. Er wur­de mit der Inten­ti­on zu THE WALKING DEAD geholt, dass Frank die ers­te Staf­fel rea­li­siert und sie dann ver­lässt, um wie­der Fil­me zu machen. Chic woll­te aber nicht in der Befehls­hier­ar­chie auf dem zwei­ten Platz ste­hen, immer­hin ist er es gewöhnt, selbst der Chef zu sein; des­we­gen ent­schied er sich zu gehen und etwas ande­res zu machen. Das geschieht manch­mal und ist wirk­lich kei­ne gro­ße Sache.«

Kirk­man sag­te wei­ter­hin, dass die Mel­dun­gen, die zwei­te Staf­fel wer­de kei­nen fest ange­stell­ten Autoren­stab haben und aus­schließ­lich von Free­lan­cern geschrie­ben wer­den, etwas vor­ei­lig wären. Die­se Ent­schei­dun­gen sei­en abschlie­ßend noch nicht getroffen.

»Hier weiß schon jeder was er tut,« schloss der Comic-Autor ab, »AMC hat schon mal TV-Seri­en gemacht und auch Frank Dar­abont ist ein Pro­fi. Was auch immer ent­schie­den wird, den­ke ich nicht, dass es die Show auf irgend­ei­ne Art beein­flus­sen wird.«

Aha. Also wahr­schein­lich wie­der mal die berühm­ten »krea­ti­ven Differenzen«…

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Bild: Robert Kirk­man auf dem Comic Con 2009, aus der Wiki­pe­dia

THE WALKING DEAD: Autoren rausgeschmissen [Update]

Trotz der all­ge­mein posi­ti­ven Reso­nanz scheint etwas schief zu lau­fen, bei den wan­deln­den Toten. Der aus­füh­ren­de Pro­du­zent Frank Dar­abont hat sei­nen gesam­ten Stab an Dreh­buch­au­toren raus­ge­schmis­sen. Laut Dead­line sind alle Per­so­nen, die an den bis­he­ri­gen sechs Epi­so­den in Sachen Skrip­ten betei­ligt waren, nicht mehr Teil der Show sind, dazu gehört auch der ande­re aus­füh­ren­de Pro­du­zent Charles Eglee.

Dar­abont möch­te offen­bar die Dreh­bü­cher der zwei­ten Staf­fel von THE WALKING DEAD aus­schließ­lich von Free­lan­cern ver­fas­sen las­sen. Bis­her war der Stil der Arbeit an den Sto­ries der Epi­so­den eigent­lich eben­falls »free­lan­ce«, denn die Dreh­bü­cher wer­den geschrie­ben und dann von Frank Dar­abont über­ar­bei­tet und an sei­ne Wün­sche ange­passt. Aller­dings arbei­te­ten bis­her fest­an­ge­stell­te Autoren an den Skrip­ten, ab Staf­fel zwei soll das nicht mehr der Fall sein.

Eine offi­zi­el­le Begrün­dung für die­sen doch recht dras­ti­schen Schritt gibt es bis­lang nicht, es erscheint dem Beob­ach­ter aller­dings selt­sam, dass es sol­che grund­le­gen­den Ände­run­gen bei einer Serie gibt, die über­aus erfolg­reich ist und Ein­schalt­quo­ten erreicht, von denen ande­re nur träu­men können…

[Update] Ganz so dra­ma­tisch ist das Gan­ze offen­bar doch nicht. Von den sechs Epi­so­den der ers­ten Staf­fel wur­den zwei von Dar­abont selbst, zwei ohne­hin von Free­lan­cern (bei­spiels­wei­se dem Erfin­der des Comics Kirk­man) und nur zwei vom fes­ten Autoren­stab der Serie geschrie­ben. Es bleibt eine selt­sa­me Akti­on, aber so schwer­wie­gend wie zuerst gedacht ist das wohl nicht zu bewerten.

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Pro­­­mo-Fo­­to Copy­right TWD Pro­duc­tions / AMC

THE WALKING DEAD: VATOS – durchgekaut und gespoilert

Eine wahr­lich offen­ba­ren­de Fol­ge. Sie bestä­tigt end­lich ein­mal den Ver­dacht, dass es eine sehr blö­de Idee sein kann, in einer Welt vol­ler Zom­bies mit­ten im Wald ein Camp von Über­le­ben­den ein­zu­rich­ten. Wie über­sicht­lich soll das denn sein? Wie sicher kann das wer­den? Sicher ist was ande­res, aber hier wür­de man dem Ende vor­grei­fen. Zuerst gibt es lan­ge Gesprä­che zwi­schen Andrea und ihrer um zwölf Jah­re jün­ge­ren Schwes­ter Amy, phi­lo­so­phi­sche Abhand­lun­gen am Lager­feu­er und eini­ge Über­ra­schun­gen mit einer Ban­de Chi­ca­nos. Mit eini­gen sehr gelun­ge­nen Knif­fen wird ver­deut­licht, wie ver­wir­rend das Leben zwi­schen den Leben­den gewor­den ist. Meis­ter Kirk­man selbst hat sich um das Schrei­ben des Dreh­buchs bemüht. Robert Kirk­man kennt sei­ne Welt ja wohl am bes­ten, und das merkt man auch an den ver­schie­de­nen Ebe­nen der Erzählung.

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THE WALKING DEAD: GUTS – ausgeweidet und gespoilert

Der Deutsch­land­start die­ser Serie ver­lief ent­täu­schend. Der über das Paket von Sky emp­fang­ba­re FOX-Chan­nel strahl­te die Pilot­fol­ge im fal­schen Bild­for­mat aus, was nur durch expe­ri­men­tie­ren­de Ein­stel­lungs­ver­su­che an Deco­der und Bild­schirm in den Griff zu bekom­men war. Zudem fehl­te die ange­kün­dig­te eng­li­sche Ton­spur. Doch bleibt die Hoff­nung, dass die Feh­ler im For­mat und Ton viel­leicht nur regio­nal bedingt waren.

Wesent­lich schlim­mer: Die ers­te Fol­ge war um 20 Minu­ten kür­zer als in der ame­ri­ka­ni­schen Erstau­strah­lung. Nicht etwa, dass man dem Zuschau­er die Grau­sam­kei­ten erspa­ren woll­te, ganz im Gegen­teil, man kürz­te an Dia­lo­gen und inner­halb der Sze­nen­ab­läu­fe. Allein die vier­ein­halb­mi­nü­ti­ge Ein­stiegs­se­quenz war um zwei Minu­ten gestrafft. Erklä­run­gen fin­det man weder bei Fox noch in irgend­wel­chen Foren. Kein guter Start, wenn man sich ein Publi­kum schaf­fen will. Noch dazu ein sehr begie­ri­ges Publi­kum, das in den letz­ten sechs Mona­ten rich­tig heiß gemacht wur­de. Sehr, sehr ärger­lich. Ein Mensch wie Frank Dar­abont hat sei­nen guten Ruf nicht von unge­fähr, des­we­gen soll­te man anneh­men, dass er sich viel­leicht etwas dabei denkt, Sze­nen auf gewis­se Län­gen hin zu konzipieren.

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Zweite Staffel für THE WALKING DEAD

Die TV-Serie THE WALKING DEAD nach den gleich­na­mi­gen bei Image erschie­ne­nen Comics von Robert Kirk­man ist erfolg­reich. Sehr erfolg­reich. Die Ein­schalt­quo­ten sind bis­lang – es lie­fen der Pilot und eine Epi­so­de – der­ma­ßen hoch, dass der Sen­der AMC gleich eine wei­te­re Staf­fel mit 13 Fol­gen bestellt hat. Einer Pres­se­mit­tei­lung zufol­ge erreicht die Serie mehr Erwach­se­ne zwi­schen 18 und 49 Jah­ren, als jede ande­re zuvor in der Geschich­te des ame­ri­ka­ni­schen Kabelfernsehens.

Inter­na­tio­nal wird WALKING DEAD von Fox ver­brei­tet, die eben­falls bereits ange­kün­digt haben, die zwei­te Sea­son kau­fen zu wol­len und auf die Bild­schir­me welt­weit zu brin­gen. Man kann also davon aus­ge­hen, dass auch die Zuschau­er­zah­len rund um den Glo­bus eine deut­li­che Spra­che gespro­chen haben. Sharon Tal Ygua­do von Fox Inter­na­tio­nal sag­te: »THE WALKING DEAD ist auf so vie­le Arten ein Meis­ter­stück. Wir wol­len min­des­tens zehn Staf­feln, wenn nicht mehr. Gra­tu­la­ti­on an AMC!«

Es sei mir die per­sön­li­che Anmer­kung erlaubt, dass das aller­dings der fal­sche Weg wäre – die­se Kuh darf nicht gemol­ken wer­den, bis der unto­te Arzt kommt, denn so funk­tio­niert zum einen Kult nicht und zum ande­ren lutscht sich das The­ma aus. Schlech­ter Plan. Drei, viel­leicht vier Staf­feln, und dann ent­we­der ein Hap­py End, oder alle noch leben­den Prot­ago­nis­ten umbringen.

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Pro­mo­fo­to THE WALKING DEAD Copy­right 2010 AMC

THE WALKING DEAD – seziert und gespoilert

Am 31.10.2010 fei­er­te die neue Serie im Kabel­sen­der AMC einen sen­sa­tio­nel­len Start. Am 5.11. beginnt der FOX-Chan­nel auch in Deutsch­land mit der Aus­strah­lung der sechs­tei­li­gen Staf­fel in Zweikanalton:

Was ist der Zom­bie in unse­rer Gesell­schaft? Dem Zom­bie fehlt schlicht­weg die Aura des Mys­te­riö­sen, des Unnah­ba­ren, des Inter­es­san­ten. Jekyll und Hyde, der Wer­wolf oder die Kat­zen­men­schen. Sei es Buffy oder alles, was an Vam­pi­ren durch die Nacht schleicht. Ein Mensch, erschaf­fen aus vie­len Tei­len ande­rer Men­schen. Der Außer­ir­di­sche, der im Wand­schrank wohnt, oder Inva­so­ren aus für uns unvor­stell­ba­ren, ande­ren Wel­ten. Der Zom­bie ist ein­fach nur häss­lich. Er ist nicht von inne­ren Dämo­nen getrie­ben und er hat auch kei­ne wirk­li­chen Ambi­tio­nen. Er riecht schlecht und es wird mit der Zeit auch nicht besser.

Jedes Mons­ter aus Buch, Film und Fern­se­hen ver­sucht einen phan­tas­ti­schen Bezug zu der inne­ren Zer­ris­sen­heit eines Men­schen her­zu­stel­len. Der siche­re Platz Erde gegen die uner­forsch­ten Wel­ten unse­res Uni­ver­sums. Der ehr­ba­re Mensch gegen das Igno­rie­ren aller Eti­ket­ten. Das bie­de­re Leben gegen die Ver­damm­nis der Nacht und der Unsterb­lich­keit. Der Zom­bie hin­ge­gen hat nur dein Bes­tes im Sinn, bie­tet dabei aber kei­ner­lei Fas­zi­na­ti­on. Er ist nichts wei­ter als der erho­be­ne Zei­ge­fin­ger für unse­re Sterb­lich­keit. Und die­se Sterb­lich­keit ist wirk­lich bit­ter. Nie­mand möch­te so durch die Welt wan­dern, zer­ris­se­ne Klei­dung und abfal­len­de Haut­fet­zen, Mund­ge­ruch und sprö­des Haar. Natür­lich fragt man sich, wie so ein Phä­no­men mög­lich ist, aber das ist es dann auch schon. Der Rest nervt nur, weil sie sich dann auch noch über­all her­um­trei­ben. Des­we­gen wer­den sie ja auch »Wal­king Dead« genannt.

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