Comic-Con und SFWA verbannen KI-Content
Zwei der großen Player in der US-amerikanischen Science Fiction- und Fantasy-Szene haben im Januar ihre Regeln gegen generative KI verschärft. Sowohl die San Diego Comic-Con als auch die Science Fiction and Fantasy Writers Association (SFWA) verbieten jetzt KI-generierte Inhalte – nachdem beide Organisationen bei dem Thema zunächst ziemlich gepatzt hatten.
Die SFWA hatte im Dezember neue Regeln für die Nebula Awards verkündet: Komplett von Large Language Models geschriebene Werke sollten nicht zugelasen werden, während Autor°Innen, die LLMs irgendwo im Schreibprozess nutzten, das offenlegen mussten. Die Autor°Innen und auch viele Fans waren »not amused«. Genre-Journalist Jason Sanford warnte, damit lasse man die Tür für KI-Content »einen Spalt breit offen«. Der Vorstand ruderte binnen Tage zurück, entschuldigte sich und verschärfte die Regeln: Werke, die »ganz oder teilweise« mit LLMs geschrieben wurden, sind komplett von den Nebula Awards ausgeschlossen. Jegliche KI-Nutzung führt zur Disqualifikation.
Sanford sieht das zwiespältig. Er nutzt selbst keine generative KI für seine Fiction, weil die Tools »nicht wirklich kreativ sind und den Sinn des Geschichtenerzählens zerstören«. Gleichzeitig warnt er davor, dass die Abgrenzung schwierig bleibe – LLMs stecken inzwischen in Textverarbeitung und Suchmaschinen und etliche Firmen zwingen einem die Tools geradezu auf. Autoren könnten unwissentlich disqualifiziert werden:
We also have to be careful about not turning this into a witch hunt against writers, dissecting their every story to see if there is any LLM usage no matter how minor.
Die Comic-Con machte eine ähnlich unglückliche Figur. Künstler°Innen entdeckten in den Regeln der Kunstshow eine Klausel, die KI-generierte Kunst zwar vom Verkauf ausschloss, deren Ausstellung aber erlaubte. Nach Protesten wurden die Regeln stillschweigend geändert: Material, das ganz oder teilweise durch KI erzeugt wurde, ist jetzt generell untersagt. Kunstshow-Chef Glen Wooten erklärte gegenüber Künstler°Innen, die bisherigen Regeln hätten als Abschreckung gedient, aber jetzt sei deutlichere Ansage nötig:
But the issue is becoming more of a problem, so more strident language is necessary: NO! Plain and simple
Die Art und Weise wie das stillschweigend und erst nach Protesten durchgeführt wurde, ist aber natürlich zumindest fragwürdig.
Die Diskussion, wo genau die Grenze bei KI-Nutzung verläuft, dürfte (nicht nur) diese Szene noch länger beschäftigen, zumindest bis zum Platzen der KI-Bubble.
Quellen: TechCrunch, Jason Sanford 1, Jason Sanford 2, Titelgrafik von meinem Alter Ego Xanathon

