Ich hatte schon im April berichtet, dass es eine Fernsehserie zum Kult-SF-Film GALAXY QUEST geben soll. Das Studio dahinter, soviel war bereits damals klar, ist Paramount Television. Auf der Suche nach einem Auftrag- und Geldgeber fand man nun offenbar einen: Mit im Boot ist Amazon, damit dürfte die Serie exklusiv auf Amazon Prime zu sehen sein – und das wie immer auch zeitgleich in Deutschland.
Man darf davon ausgehen, dass keiner der Schauspieler aus dem Kinofilm in der Serie zu sehen sein wird, die sind in dieser Zusammenstellung einfach zu teuer für eine Show. Aber vielleicht kommt es zu Cameos.
Hinter der Kamera finden sich aber dieselben Personen, die auch den Kinofilm gemacht haben. Dean Parisot wird Regie führen und arbeitet auch als ausführender Produzent. Denselben Job hat auch Robert Gordon, der schreibt zudem die Drehbücher. Weitere ausführende Produzenten sind Mark Johnson and Melissa Bernstein.
Man darf gespannt sein, wie das in eine wöchentliche Show umgesetzt werden wird. Insbesondere wäre es neben einer aktuellen Handlung auch möglich, Episoden in der fiktiven SF-Serie aus den 1970ern spielen zu lassen.
Die Selfpublisherplattform Tolino Media war mit viel Tamtam als Alternative zu Amazon propagiert worden. Der große Erfolg hat sich allerdings bisher nicht so recht eingestellt, es gab zudem diverse Anlaufprobleme, vieles an der Plattform schien mit der heißen Nadel gestrickt (das wurde mir gegenüber auch genau so formuliert) und es gibt bis heute technische Probleme.
Deren Behebung scheint aber nicht das primäre Problem der Betreiber zu sein. Vielmehr werden die hochgeladenen eBooks auf »unerwünschte« Worte durchsucht. Das ist an sich schon eine Unverschämtheit. Noch besser wird das Ganze allerdings, wenn sich irgendwo im Buch der Begriff »Kindle« befindet. Dann erhält man als Autor den Hinweis, dass das Buch leider nicht online gehen kann und überarbeitet werden muss, weil man nicht im Text »auf ein Mitbewerber-Produkt Bezug nehmen darf«. Mit diesem Teufelswort im Text wollen sie das Buch nicht annehmen und demzufolge auch nicht online stellen. Bei dem fraglichen eBook handelt es sich übrigens um einen Ratgeber für Selfpublisher – ob die Tolino-Allianz nun alle Sachbücher auf das Unwort untersucht, und diese dann aus den Shops werfen wird? Möglicherweise sogar die Print-Ausgaben? Oder werden nur Selfpublisher drangsaliert?
Es ist einfach unfassbar. Dieses Verhalten ist so dermaßen lächerlich und unprofessionell, dass es mir die Sprache verschlägt. Nachdem das jahrelange Amazon-Bashing der Branche keine Erfolge gezeigt hat, nun diese in hohem Maße fragwürdige Aktion. Als Autor sollte man sich von einer in meinen Augen eher halbgaren Möchtegern-Selfpublisherplattform nicht vorschreiben lassen, welche Wörter in den eBooks zu stehen haben und welche nicht. Amazon, Google Play und Kobo filtern das Wort »Tolino« selbstverständlich nicht.
Edit – Für diejenigen, die keinen Facebook-Zugang haben und auch keinen wollen:
Dank an Alex Jahnke für den Hinweis.
Update [15:00]: Auch bei Tolino scheint man erkannt zu haben, dass das nicht eben schlau war, inzwischen wurde Frau Glomp großzügig erlaubt, das Wort Kindle im Text zu lassen. Das schafft natürlich die grundlegende Verweigerung nicht aus der Welt, man muss sich fragen warum es anfangs überhaupt zu dieser albernen Beanstandung gekommen ist.
Ein Mitarbeiter von Tolino kommentiert unter diesem Artikel:
Dieses Statement ist so nicht korrekt. Frau Glomp hat dies selbst auch schon in der FB Gruppe, aus der dieser Post ist, zurück genommen. Es wäre doch korrekt, hier beide Seiten zu hören, bevor man als Bloginhaber textet? Wir (tolino media) stehen da gerne für zur Verfügung.
[Update 26.06.15]: Ich hatte Tolino Media aufgrund ihres Kommentars per eMail die Möglichkeit angeboten, ihre Sicht der Dinge darzustellen, ich hätte diese dann hier wiedergegeben, hatte allerdings um substanziellere Informationen gebeten, als die durchsichtigen Ausflüchte im Facebook-Thread. Keinerlei Reaktion.
Ja. Klar war es ein Aprilscherz. Aber ich habe immerhin drei Stunden für die Designstudie investiert. Und es gibt tatsächlich Foodprinter, jetzt schon. Etwas Ähnliches könnte also schneller kommen, als man denken mag.
Amazon ist bekanntermaßen immer für eine Überraschung gut, sei es die Ankündigung, dass man Waren ausliefern möchte, bevor der Kunde sie bestellt, oder sei es der Plan, die Sendungen mit Drohnen auf den Weg zu schicken. Letzterer Plan wurde erst vor Kurzem von der US-amerikanischen Luftfahrtbehörde vereitelt, da es keine Genehmigung gab.
Amazon hat gerade ausgewählten US-Journalisten ein neues Projekt vorgestellt, das man erneut nur als visionär bezeichnen kann, sollte es denn stimmen, und das ein wenig an den Replikator aus STAR TREK erinnert. Beim Projekt »Food Unlimited« will der Onlinehändler seinen Kunden einen 3D-Drucker verkaufen, mit dem man Nahrungsmittel ausdrucken kann. Tatsächlich sind 3D-Printer für Nahrungsmittel nichts Neues.
Das Prinzip bei Amazons Herangehensweise ist mit Forschungen verwandt, mit deren Hilfe erfolgreich und medienwirksam im Jahr 2013 ein Hamburger ausgedruckt wurde. Damals hieß es noch, die Kosten für einen Burger lägen bei 300000 Dollar. Doch das ist lange her und Amazon hat dem Vernehmen nach eine Biotech-Firma damit beauftragt, das Prinzip nachzuahmen und gleich mehrere Patente für das Ergebnis beantragt. Dabei herausgekommen ist ein 3D-Drucker, der mit Hilfe einer bioorganischen Rohmasse der beim Druckprozess ein Enzym beigefügt wird, Fleischlappen herzustellen. Das Enzym regt die Biomasse dazu an, Langketten zu bilden, was dann zu einem formstabilen Stück Fleisch führt, dessen Konsistenz allerdings nicht ganz der Festigkeit echten, gewachsenen Fleisches gleich kommt. Die Zeit für den Druck eines schnitzelähnlichen Objektes soll bei unter fünf Minuten liegen (das ist auch durchaus glaubwürdig, da Details beim Druck irrelevant sind und die Schichtdickte deutlich höher ist, als bei 3D-Druckern, die PLA verarbeiten). Das entstandene Lebensmittel kann dann gegrillt, frittiert oder gebraten werden, angeblich lässt sich der Geschmack über beigefügte Aromen breit variieren. Da die Masse naturidentisch ist, aber nicht auf tierischen Stoffen beruht, ist sie für Veganer geeignet.
Der Drucker weist zwei Tanks für die beiden Stoffe auf, die Biomasse muss nicht gekühlt werden, das Enzym aber schon, es soll im Kühlschrank vier Wochen haltbar sein. Alle Materialien bestehen aus einem schmutzabweisenden, neu entwickelten Kunststoff (vermutlich ähnlich wie »Purement«), der sich einfach reinigen lässt. Die Handhabung des Geräts soll »idiotensicher« sein, es kommt fertig montiert, Steuerungs-Software wird für Windows, Mac OS, Android und iOS verfügbar sein.
Die Biomasse ist künstlich aber »naturnah« (was auch immer das bedeuten mag), eine weitere Möglichkeit den Drucker zu nutzen, ist die Verwendung einer Rohmasse aus Insekten, hier erkennt man Ähnlichkeiten zu Forschungen, wie sie beispielsweise der niederländische Professor Arnold van Huis durchführt, der die Biomasse von Insekten in eine Art Teig umwandelt, der dann gegrillt oder frittiert werden kann. Auch diese Masse ist vom 3D-Drucker verwertbar. Gemäß Huis können Insekten auf einfache Art und Weise jede Menge Nahrungsprobleme lösen und die Herstellung ist erheblich umweltfreundlicher als die Produktion von herkömmlichem Fleisch. Probanden beschreiben den Geschmack des Insektenfleisches als nussig und ähnlich dem von Geflügel.
Angeblich soll sich der Preis für den »Food Unlimited«-Drucker im Bereich von 200 Dollar bewegen, wie üblich zahlen Prime-Kunden weniger. Über die Kosten für die Biomasse und das Enzym oder die Insektenrohmasse ist bisher noch nichts bekannt, aber sie dürfte deutlich preiswerter sein, als echtes Fleisch. Vermutlich will Amazon den vergleichsweise günstigen Gerätepreis über die Biomasse und die Enzyme finanzieren.
Die »Food Unlimited«-Produkte könnten in den USA bereits bis Ende des Jahres 2015 auf den Markt kommen, bei uns wird es wie immer etwas länger dauern (in technologiefeindlichen Deutschland wird zudem wie üblich die Genehmigung nicht ganz einfach werden). Damit dürfte Amazon nach den Buchhändlern nun auch Nahrungsmittelhersteller gegen sich aufbringen.
Der Science Fiction-Roman mit satirischen Untertönen DAS MONDMALHEUR von Anette Kannenberg ist in seiner eBook Version ab heute für zwei Tage kostenlos bei Amazon zu bekommen. Da sollte man gar nicht erst lange nachdenken, sondern runterladen. Werbetext:
DAS MONDMALHEUR ist ein kurzweiliger und nicht ganz ernstzunehmender Roman über Raumzeitegalisierer, Mondstein kackende Bakterien, über die ganz große, kleingeredete Katastrophe und den Versuch, die Erde vor dem endgültigen Untergang zu retten.
Er handelt von Verschwörung, Politik und Freundschaft, ist mal satirisch, mal dramatisch, aber zum Glück skurril genug, um sich das, um Himmels willen, nicht anmerken zu lassen.
Humorvolle Einfälle und charmante Protagonisten bilden gemeinsam eine absurde Story, deren höchster Zweck es ist, den Leser zum Schmunzeln zu bringen, ihn irritiert mit dem Kopf schütteln und dabei den eigenen Geisteszustand – oder zumindest den der Autorin – anzweifeln zu lassen.
Das Leben von Cornelius Wichgreve, Gravitationsexperte und Erfinder der hochgejubelten Skylevitys, wird komplett durcheinander geworfen, als der weltweit führende Mineralölkonzern CosmOre Industries ihm einen Job auf dem Mond anbietet. Zusammen mit dem soziophoben Bakteriologen Murray und dem selbsternannten Lunalogen Vladimir soll er dort den Abbau des neu entdeckten Superelementes Tuttofarium vereinfachen. Doch als Murray plötzlich nach Peru versetzt wird und ein Praktikant dessen Aufgaben übernimmt, passiert das Unglaubliche, und Cornelius wird in eine Verschwörung hineingezogen, die in eine weltumspannende Katastrophe mündet.
Die Buchfassung ist beeindruckende 496 Seiten stark und kostet 14,98, für das eBook muss man normalerweise 4,99 Euro berappen.
Wir erinnern uns – es gab im April 2013 einen Zwergenaufstand mancher Buchhändler. Eine kurze Wiederholung: Conni ist ein junges Mädchen aus einer Bücherreihe für Heranwachsende aus dem Carlsen-Verlag. Die Autoren begingen eine unbeschreibliche Dreistigkeit – die Protagonistin erhielt in einem der Bücher einen Amazon-Geschenkgutschein. Nichts besonderes, sollte man meinen, spiegelt die Lebensrealität junger Menschen wieder. Beim Buchhandel sah man das anders und es ging ein unbeschreiblich peinliches Gezeter los. Und – man mochte es kaum fassen – der Carlsen-Verlag hat vor diesen Anmaßungen gekuscht.
Jetzt schreiben wir Januar 2015. Vor kurzem ist die deutsche Ausgabe von Michel Houellebecqs umstrittenem Roman UNTERWERFUNG erschienen. Darin bestellt der Protagonist nicht nur einmal, sondern quasi ständig bei Darth Amazon. Und kam es zu irgendeiner Reaktion aus den Tempeln des toten Holzes? In keinster Weise. Das könnte daran liegen, dass man das Geschäft mit dem Bestseller selbstverständlich gern mitnimmt, auch wenn darin das böse, böse Wort »Amazon« enthalten ist. Zudem würde Houellebecq bei entsprechenden Kritiken vermutlich nur einen hochgereckten Mittelfinger für die Nörgler bereithalten. Die Herausgeber einer Kinderbuchserie kann man natürlich viel leichter damit erpressen, die Bücher aus den Regalen zu nehmen.
Es ist so albern.
p.s.: UNTERWERFUNG erscheint in deutscher Übersetzung bei DuMont und kostet als eBook sagenhaft gierige 18,99 Euro. Wenn es sich für diesen Mondpreis nicht verticken lässt, sind bestimmt wieder die bösen Buchpiraten schuld.
Verbrennungsbild vonDiebold Schilling dem Älteren, auch schon seit dem 15. Jahrhundert tot und deswegen gemeinfrei. Amazon-Logo Copyright Amazon.
Von den neuen für Amazon Prime Video angekündigten Serien dürfte nur eine den Genre-Freund interessieren: THE MAN IN THE HIGH CASTLE nach Philip K. Dicks Roman aus dem Jahr 1962 (deutsch als DAS ORAKEL VOM BERGE). Der Pilot wird eine Stunde lang sein, Amazon lässt erneut die Zuschauer entscheiden, welche Serie dann tatsächlich realisiert wird.
THE MAN IN THE HIGH CASTLE spielt in einer alternativen Welt, in der die Alliierten den zweiten Weltkrieg verloren haben. Die Welt wurde zwischen Japan und Deutschland aufgeteilt. Im Piloten spielen Alexa Davalos (Mob City), Luke Kleintank (Pretty Little Liars), Rupert Evans (The Village), Cary-Hiroyuki Tagawa (Mortal Kombat: Legacy), Joel De La Fuente (Hemlock Grove), Rufus Sewell (Eleventh Hour) und DJ Qualls (Z Nation).
Wann genau dieser Pilot zusammen mit den anderen via Amazon Prime Video zu sehen sein wird ist noch unklar, es wird irgendwann in 2015 sein. Erfreulicherweise aber vermutlich auch wieder für die hiesigen Zuschauer zeitgleich mit den USA.
Cover THE MAN IN THE HIGH CASTLE, erste Auflage 1962, Copyright Putnam
Ich hatte vor einiger Zeit auf das Projekt ÆTHERWESTERN hingewiesen. In der Steampunk-Welt der Autorin Anja Bagus, deren Romane in Deutschland ab ca. 1910 handeln, wollte ein Zusammenschluss von Schreibern Western-Kurzgeschichten in Heftromanform veröffentlichen. Oder genauer: Im Umfang eines Heftromans sollten mehrere Stories enthalten sein. Eigentlich war das Ganze als reines eBook-Projekt gedacht, allerdings fanden die Macher es irgendwie angemessen, dass eine begrenzte Auflage auch tatsächlich in Form von Heftromanen erscheinen sollte, denn letztendlich sind die ÆTHERWESTERN eine Hommage an das Format und die Hochzeit des Western-Romanhefts in den 1970er und 1980er Jahren. Die Papiervariante wurde Anfang Oktober fertig, die eBook-Fassung brauchte etwas länger (eigentlich ist die auch schon … aber lassen wir das). Doch ab sofort ist sie über Amazon erhältlich (eine ePub-Fassung folgt, die Kindle-Version ist aber nicht mit DRM verhunzt, deswegen kann man diese kaufen und mit Calibre konvertieren, wenn man sie für einen anderen eReader haben möchte).
ÆTHERWESTERN
Ausgabe eins
STAUB UND ÆTHER
Der wilde Westen. Sand knirscht unter den Stiefeln, Sporen klirren; die Männer sind rau, die Frauen auch, und manch einer ist schneller mit der Waffe als mit Worten. Die besten Freunde sind der Sonnenuntergang, das Pferd und die Winchester. Doch die Tänze der verfolgten Ureinwohner wecken den Æther, und mit den grünen Nebeln kommen nicht nur hilfreiche Geister, sondern auch bösartige Scheußlichkeiten.
Unsere Geschichten erzählen von den Siedlern, den Cowboys, den Marshals und den Pinkerton-Detektiven. Sie erzählen auch von mutigen Frauen, von Glücksrittern, Geschäftemachern und von denen, die das Unbekannte nicht scheuen, sei es nun staubgrau oder æthergrün.
Die Geschichten:
Shunta – Kitty-Grace Cunningham (alias Anja Bagus)
Für eine Faust voll Federn – Brida Anderson
Fallende Steine – Nathaniel T. Jefferson (alias Lara Kalenborn)
Ætherwood – Al McMurphy (alias Andreas Dresen)
STAUB UND ÆTHER kann man als eBook ab sofort bei Amazon zum Schlangenöl-Preis von nur 1,49 Euro erwerben. Weitere Hefte sind in Vorbereitung. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass die gesamten Einnahmen des eBook-Verkaufs an einen guten Zweck gehen werden?
Vor ungefähr vier Monaten startete der Onlinehändler Amazon in den USA sein neues Angebot mit dem Namen »Whispersync For Voice«. Die Idee ist so einfach wie genial: Hat man ein Buch als eBook und Hörbuch gekauft, dann kann man nahtlos zwischen der Nutzuung der beiden Medienformate wechseln. Das bedeutet: Abends im Bett hat man auf dem Kindle angefangen, im eBook zu lesen und kann sich dann den Text ab dieser Stelle dank Whispersync am morgen auf dem Weg zur Arbeit weiter vorlesen lassen. Letzteres klappt natürlich nur via Apps auf Telefonen oder Tablets. Trotzdem eine grandiose Idee. Nun führt Amazon diesen Dienst auch in Deutschland ein.
Bemerkenswert ist dabei, dass man bei vielen Werken das Hörbuch deutlich preisgünstiger kaufen kann, falls man bereits das eBook besitzt. Auf Amazons Webseite zu »Whispersync For Voice« kann man das Prinzip mit ein paar gemeinfreien Büchern testen, man kann sich zudem auch gleich deutsche eBooks anzeigen lassen, mit denen das funktioniert. Dabei sind die Priesunterschiede bei den Hörbüchern zumindest zum Teil erstaunlich: Patrick Rothfuss´ DER NAME DES WINDES kostet als Hörbuch zum Download normalerweise 16,70 Euro (24,99 als CD), im Rahmen von Whispersync zahlt man dafür nur noch 5,95 Euro. Da werden auf einmal sogar die überzogenen deutschen Mondpreise für eBooks interessant (DER NAME DES WINDES kostet als eBook aasgeierige 12,99 Euro). Bei manchen Angeboten lohnt sich das Ganze aber deutlich eher: Stephen Kings SCHWARZ kostet als eBook 7,99 Euro, das Hörbuch dazu schlägt dann mit nur 3,95 zu Buche (Normalpreis: 15,80 Euro). Umgekehrt liegt der Fall oft bei englischsprachigen Werken: George R. R. Martins A DANCE WITH DRAGONS ist als eBook gerade mal 4,24 Euro teuer, will man das Hörbuch dazu, werden dafür 12,95 fällig – auch das aber ein Schnäppchen, wenn man sich ansieht, dass es normalerweise für 41 Euro angeboten wird. Laut Filter auf der Webseite stehen im Moment im deutschen Amazon-Shop ca. 43000 mögliche Bundles bereit.
Ob Bücher aus der eigenen eBook-Bibliothek bereits die vergünstigten Hörbuch-Angebote beinhalten, kann man leicht über Amazons Tool »Matchmaker« feststellen (bei mir waren das eine Menge).
Es dürfte interessant sein, zu sehen, wie deutsche Gerichte dieses Bundling einschätzen. Wie man die Buchbranche und den Börsenverein kennt, werden die vermutlich wie immer mit irgendwelchen fadenscheinigen Argumenten versuchen, gegen dieses Angebot vorzugehen. In ähnlich gelagerten Fällen hielten hiesige Gerichte solche Vorgehensweisen für Gewährung geldwerter Vorteile. Und dann ist da noch die steuerliche Handhabung von Bundles, ein gerade ebenfalls heftig diskutiertes Thema.
Aktuell und noch bis Samstag gibt es das eBook LAST DAYS ON EARTH von Susanne Gerdom bei Amazon kostenlos für den Kindle. Der Urban Fantasy-Roman dreht sich um Hexen und Magier im Kriminaldienst:
Karla van Zomeren, weiße Hexe im Kriminaldienst, kommt gemeinsam mit ihrem Partner, dem Chaosmagier Raoul Winter, einer düsteren Verschwörung auf die Spur. Jemand will die Welt vernichten und hat als Zeitpunkt den von den Maya prophezeiten 21. Dezember 2012 gewählt. Während ihrer Suche nach dem geheimnisvollen Memplex-Generator geraten Karla und Raoul mit dem (von Vampiren) organisierten Verbrechen und einen misanthropischen Drachen aneinander. Währenddessen mehren sich die Zeichen des Zusammenbruchs: Flugzeugabstürze, Erdbeben, Vulkanausbrüche und explodierende Atomkraftwerke. Die Zeit wird knapp – wird es dem ungleichen Ermittlerpaar gelingen, den Weltuntergang aufzuhalten?
LAST DAYS ON EARTH erschien ursprünglich 2012 im Piper-Verlag und hat einen Umfang von 362 Seiten. Es liegt auch als Taschenbuch vor und kostet dann 12,00 Euro.
Ende August hatte ich thematisiert, dass Alex Jahnkes satirisches Buch NEUES AUS NEUSCHWABENLAND bei KNV zwar im Katalog gelistet wird, aber als nicht lieferbar gekennzeichnet ist – und es dadurch Buchhändler gibt, die das Buch nicht bestellen können – oder wollen (weil zuviel Aufwand).
Man hatte mich auf meine diesbezügliche Anfrage angerufen und mitgeteilt »die Kollegin die dafür verantwortlich ist, wäre aber noch bis Mitte September in Urlaub und man könne sie erst dann dazu befragen.« Weiterhin wurde mir zugesagt, dass man »meine Anfrage der Dame vorlegen will, wenn sie aus dem Urlaub zurück ist, und ich soll dann Mitte September eine Antwort erhalten, warum das Buch ausgelistet wurde.«
Ich hatte mir das auf Wiedervorlage gelegt und am 16.09.2014 nochmals nachgefragt.
Reaktionen: gar keine.
Daraufhin habe ich gestern nochmal eine Email geschickt. Heute kam tatsächlich eine Reaktion, allerdings ist die an Arroganz kaum zu überbieten:
vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir möchten dazu jedoch keine Stellung nehmen.
Unglaublich. Man antwortet dem Verlag nicht auf die Anfrage, man antwortet mir nicht auf die Anfrage, und das obwohl Ende August eine Antwort zugesagt wurde.
Wir halten fest: KNV listet ein Buch als über ihren Katalog nicht lieferbar und entzieht sich jeder Stellungnahme darüber, warum das Buch nicht lieferbar ist. Und das sowohl dem Verlag wie auch mir gegenüber. Ich halte das für ein unfassbares und unfassbar arrogantes Verhalten. Warum möchte man diese Auskunft nicht geben? Weil es sich nur um einen Kleinverlag handelt, und die in der Branche ohnehin keinen interessieren? Würde einer der der deutschen Publikumsverlagsdinosaurier ebenfalls keine Antwort auf eine solche Anfrage bekommen? Ich bezweifle es. Meinen die etwa aufgrund des Titels, es handle sich um Naziliteratur? Falls ja, wurde die Zensur betrieben, ohne den Inhalt zu kennen, denn das Gegenteil ist der Fall.
Es bleiben die Fragen offen: Warum weigert sich KNV ohne nachvollziehbare Begründung, das Buch auszuliefern? Wie viele andere Bücher werden von KNV unilateral und ohne nachvollziehbare Gründe als nicht lieferbar angezeigt?
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