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Neues zur GALAXY QUEST-Fernsehserie

Galaxy Quest

Ich hat­te schon im April berich­tet, dass es eine Fern­seh­se­rie zum Kult-SF-Film GALAXY QUEST geben soll. Das Stu­dio dahin­ter, soviel war bereits damals klar, ist Para­mount Tele­vi­si­on. Auf der Suche nach einem Auf­trag- und Geld­ge­ber fand man nun offen­bar einen: Mit im Boot ist Ama­zon, damit dürf­te die Serie exklu­siv auf Ama­zon Prime zu sehen sein – und das wie immer auch zeit­gleich in Deutsch­land.

Man darf davon aus­ge­hen, dass kei­ner der Schau­spie­ler aus dem Kino­film in der Serie zu sehen sein wird, die sind in die­ser Zusam­men­stel­lung ein­fach zu teu­er für eine Show. Aber viel­leicht kommt es zu Came­os.

Hin­ter der Kame­ra fin­den sich aber die­sel­ben Per­so­nen, die auch den Kino­film gemacht haben. Dean Par­isot wird Regie füh­ren und arbei­tet auch als aus­füh­ren­der Pro­du­zent. Den­sel­ben Job hat auch Robert Gor­don, der schreibt zudem die Dreh­bü­cher. Wei­te­re aus­füh­ren­de Pro­du­zen­ten sind Mark John­son and Melis­sa Bern­stein.

Man darf gespannt sein, wie das in eine wöchent­li­che Show umge­setzt wer­den wird. Ins­be­son­de­re wäre es neben einer aktu­el­len Hand­lung auch mög­lich, Epi­so­den in der fik­ti­ven SF-Serie aus den 1970ern spie­len zu las­sen.

Pro­mo­fo­to GALAXY QUEST Copy­right Para­mount

Tolino Media will den Begriff »Kindle« nicht in eBooks haben

Tolino

Die Self­pu­blisher­platt­form Toli­no Media war mit viel Tam­tam als Alter­na­ti­ve zu Ama­zon pro­pa­giert wor­den. Der gro­ße Erfolg hat sich aller­dings bis­her nicht so recht ein­ge­stellt, es gab zudem diver­se Anlauf­pro­ble­me, vie­les an der Platt­form schien mit der hei­ßen Nadel gestrickt (das wur­de mir gegen­über auch genau so for­mu­liert) und es gibt bis heu­te tech­ni­sche Pro­ble­me.

Deren Behe­bung scheint aber nicht das pri­mä­re Pro­blem der Betrei­ber zu sein. Viel­mehr wer­den die hoch­ge­la­de­nen eBooks auf »uner­wünsch­te« Wor­te durch­sucht. Das ist an sich schon eine Unver­schämt­heit. Noch bes­ser wird das Gan­ze aller­dings, wenn sich irgend­wo im Buch der Begriff »Kind­le« befin­det. Dann erhält man als Autor den Hin­weis, dass das Buch lei­der nicht online gehen kann und über­ar­bei­tet wer­den muss, weil man nicht im Text »auf ein Mit­be­wer­ber-Pro­dukt Bezug neh­men darf«. Mit die­sem Teu­fels­wort im Text wol­len sie das Buch nicht anneh­men und dem­zu­fol­ge auch nicht online stel­len. Bei dem frag­li­chen eBook han­delt es sich übri­gens um einen Rat­ge­ber für Self­pu­blisher – ob die Toli­no-Alli­anz nun alle Sach­bü­cher auf das Unwort unter­sucht, und die­se dann aus den Shops wer­fen wird? Mög­li­cher­wei­se sogar die Print-Aus­ga­ben? Oder wer­den nur Self­pu­blisher drang­sa­liert?

Es ist ein­fach unfass­bar. Die­ses Ver­hal­ten ist so der­ma­ßen lächer­lich und unpro­fes­sio­nell, dass es mir die Spra­che ver­schlägt. Nach­dem das jah­re­lan­ge Ama­zon-Bas­hing der Bran­che kei­ne Erfol­ge gezeigt hat, nun die­se in hohem Maße frag­wür­di­ge Akti­on. Als Autor soll­te man sich von einer in mei­nen Augen eher halb­ga­ren Möch­te­gern-Self­pu­blisher­platt­form nicht vor­schrei­ben las­sen, wel­che Wör­ter in den eBooks zu ste­hen haben und wel­che nicht. Ama­zon, Goog­le Play und Kobo fil­tern das Wort »Toli­no« selbst­ver­ständ­lich nicht.

Edit – Für die­je­ni­gen, die kei­nen Face­book-Zugang haben und auch kei­nen wol­len:

tolinokindle

Dank an Alex Jahn­ke für den Hin­weis.

Update [15:00]: Auch bei Toli­no scheint man erkannt zu haben, dass das nicht eben schlau war, inzwi­schen wur­de Frau Glomp groß­zü­gig erlaubt, das Wort Kind­le im Text zu las­sen. Das schafft natür­lich die grund­le­gen­de Ver­wei­ge­rung nicht aus der Welt, man muss sich fra­gen war­um es anfangs über­haupt zu die­ser alber­nen Bean­stan­dung gekom­men ist.

Ein Mit­ar­bei­ter von Toli­no kom­men­tiert unter die­sem Arti­kel:

Die­ses State­ment ist so nicht kor­rekt. Frau Glomp hat dies selbst auch schon in der FB Grup­pe, aus der die­ser Post ist, zurück genom­men. Es wäre doch kor­rekt, hier bei­de Sei­ten zu hören, bevor man als Blo­g­in­ha­ber tex­tet? Wir (toli­no media) ste­hen da ger­ne für zur Ver­fü­gung.

Und auch auf Face­book mel­det man sich zu Wort.

Frau Glomp selbst sieht das aller­dings deut­lich anders als der Toli­no-Ver­tre­ter. die ursprüng­li­che Aus­sa­ge der Auf­for­de­rung, das Wort zu ent­fer­nen, hält sie auf­recht. Und auch ande­re Autoren reden ent­ge­gen der Aus­sa­gen der Toli­no-Ver­tre­ter von einer voll­stän­di­gen Ableh­nung, nicht von »Emp­feh­lun­gen« wie behaup­tet.

[Update 26.06.15]: Ich hat­te Toli­no Media auf­grund ihres Kom­men­tars per eMail die Mög­lich­keit ange­bo­ten, ihre Sicht der Din­ge dar­zu­stel­len, ich hät­te die­se dann hier wie­der­ge­ge­ben, hat­te aller­dings um sub­stan­zi­el­le­re Infor­ma­tio­nen gebe­ten, als die durch­sich­ti­gen Aus­flüch­te im Face­book-Thread. Kei­ner­lei Reak­ti­on.

[Update 26.06.15, 11:00 Uhr] Wer den Links nach Face­book folgt, wird die Aus­sa­gen der Toli­no-Mit­ar­bei­ter nicht mehr fin­den, offen­bar wur­den die­se gelöscht (ein Para­de­bei­spiel aus dem Lehr­buch »Wie PR auf sozia­len Medi­en nicht funk­tio­niert«). Wer das den­noch nach­voll­zie­hen möch­te, hier ein Screen­shot, in dem die Kom­men­ta­re noch zu sehen sind: https://​dri​ve​.goog​le​.com/​f​i​l​e​/​d​/​0​B​9​w​D​u​e​p​r​g​U​X​2​b​W​J​t​M​3​c​w​Z​W​R​2​a​V​k​/​v​i​e​w​?​u​s​p​=​s​h​a​r​ing

Bild Toli­no von Wosch21149, aus der Wiki­pe­dia, CC-BY, bear­bei­tet von mir.

Amazon »Food Unlimited« – 3D-Drucker für Nahrungsmittel

"Food Unlimited" 3D-Drucker

Ja. Klar war es ein April­scherz. Aber ich habe immer­hin drei Stun­den für die Design­stu­die inves­tiert. Und es gibt tat­säch­lich Food­prin­ter, jetzt schon. Etwas Ähn­li­ches könn­te also schnel­ler kom­men, als man den­ken mag.

Ama­zon ist bekann­ter­ma­ßen immer für eine Über­ra­schung gut, sei es die Ankün­di­gung, dass man Waren aus­lie­fern möch­te, bevor der Kun­de sie bestellt, oder sei es der Plan, die Sen­dun­gen mit Droh­nen auf den Weg zu schi­cken. Letz­te­rer Plan wur­de erst vor Kur­zem von der US-ame­ri­ka­ni­schen Luft­fahrt­be­hör­de ver­ei­telt, da es kei­ne Geneh­mi­gung gab.

Ama­zon hat gera­de aus­ge­wähl­ten US-Jour­na­lis­ten ein neu­es Pro­jekt vor­ge­stellt, das man erneut nur als visio­när bezeich­nen kann, soll­te es denn stim­men, und das ein wenig an den Repli­ka­tor aus STAR TREK erin­nert. Beim Pro­jekt »Food Unli­mi­t­ed« will der Online­händ­ler sei­nen Kun­den einen 3D-Dru­cker ver­kau­fen, mit dem man Nah­rungs­mit­tel aus­dru­cken kann. Tat­säch­lich sind 3D-Prin­ter für Nah­rungs­mit­tel nichts Neu­es.

Das Prin­zip bei Ama­zons Her­an­ge­hens­wei­se ist mit For­schun­gen ver­wandt, mit deren Hil­fe erfolg­reich und medi­en­wirk­sam im Jahr 2013 ein Ham­bur­ger aus­ge­druckt wur­de. Damals hieß es noch, die Kos­ten für einen Bur­ger lägen bei 300000 Dol­lar. Doch das ist lan­ge her und Ama­zon hat dem Ver­neh­men nach eine Bio­tech-Fir­ma damit beauf­tragt, das Prin­zip nach­zu­ah­men und gleich meh­re­re Paten­te für das Ergeb­nis bean­tragt. Dabei her­aus­ge­kom­men ist ein 3D-Dru­cker, der mit Hil­fe einer bio­or­ga­ni­schen Roh­mas­se der beim Druck­pro­zess ein Enzym bei­gefügt wird, Fleisch­lap­pen her­zu­stel­len. Das Enzym regt die Bio­mas­se dazu an, Lang­ket­ten zu bil­den, was dann zu einem form­sta­bi­len Stück Fleisch führt, des­sen Kon­sis­tenz aller­dings nicht ganz der Fes­tig­keit ech­ten, gewach­se­nen Flei­sches gleich kommt. Die Zeit für den Druck eines schnit­zel­ähn­li­chen Objek­tes soll bei unter fünf Minu­ten lie­gen (das ist auch durch­aus glaub­wür­dig, da Details beim Druck irrele­vant sind und die Schicht­dick­te deut­lich höher ist, als bei 3D-Dru­ckern, die PLA ver­ar­bei­ten). Das ent­stan­de­ne Lebens­mit­tel kann dann gegrillt, frit­tiert oder gebra­ten wer­den, angeb­lich lässt sich der Geschmack über bei­gefüg­te Aro­men breit vari­ie­ren. Da die Mas­se natur­iden­tisch ist, aber nicht auf tie­ri­schen Stof­fen beruht, ist sie für Vega­ner geeig­net.

Der Dru­cker weist zwei Tanks für die bei­den Stof­fe auf, die Bio­mas­se muss nicht gekühlt wer­den, das Enzym aber schon, es soll im Kühl­schrank vier Wochen halt­bar sein. Alle Mate­ria­li­en bestehen aus einem schmutz­ab­wei­sen­den, neu ent­wi­ckel­ten Kunst­stoff (ver­mut­lich ähn­lich wie »Pure­ment«), der sich ein­fach rei­ni­gen lässt. Die Hand­ha­bung des Geräts soll »idio­ten­si­cher« sein, es kommt fer­tig mon­tiert, Steue­rungs-Soft­ware wird für Win­dows, Mac OS, Android und iOS ver­füg­bar sein.

Die Bio­mas­se ist künst­lich aber »natur­nah« (was auch immer das bedeu­ten mag), eine wei­te­re Mög­lich­keit den Dru­cker zu nut­zen, ist die Ver­wen­dung einer Roh­mas­se aus Insek­ten, hier erkennt man Ähn­lich­kei­ten zu For­schun­gen, wie sie bei­spiels­wei­se der nie­der­län­di­sche Pro­fes­sor Arnold van Huis durch­führt, der die Bio­mas­se von Insek­ten in eine Art Teig umwan­delt, der dann gegrillt oder frit­tiert wer­den kann. Auch die­se Mas­se ist vom 3D-Dru­cker ver­wert­bar. Gemäß Huis kön­nen Insek­ten auf ein­fa­che Art und Wei­se jede Men­ge Nah­rungs­pro­ble­me lösen und die Her­stel­lung ist erheb­lich umwelt­freund­li­cher als die Pro­duk­ti­on von her­kömm­li­chem Fleisch. Pro­ban­den beschrei­ben den Geschmack des Insek­ten­flei­sches als nussig und ähn­lich dem von Geflü­gel.

Angeb­lich soll sich der Preis für den »Food Unlimited«-Drucker im Bereich von 200 Dol­lar bewe­gen, wie üblich zah­len Prime-Kun­den weni­ger. Über die Kos­ten für die Bio­mas­se und das Enzym oder die Insek­ten­roh­mas­se ist bis­her noch nichts bekannt, aber sie dürf­te deut­lich preis­wer­ter sein, als ech­tes Fleisch. Ver­mut­lich will Ama­zon den ver­gleichs­wei­se güns­ti­gen Gerä­te­preis über die Bio­mas­se und die Enzy­me finan­zie­ren.

Die »Food Unlimited«-Produkte könn­ten in den USA bereits bis Ende des Jah­res 2015 auf den Markt kom­men, bei uns wird es wie immer etwas län­ger dau­ern (in tech­no­lo­gie­feind­li­chen Deutsch­land wird zudem wie üblich die Geneh­mi­gung nicht ganz ein­fach wer­den). Damit dürf­te Ama­zon nach den Buch­händ­lern nun auch Nah­rungs­mit­tel­her­stel­ler gegen sich auf­brin­gen.

Com­pu­ter: Schnit­zel!

Bild: Design­stu­die »Food Unli­mi­t­ed« 3D-Dru­cker, Copy­right Ama­zon

 

Kostenlos als eBook: DAS MONDMALHEUR von Anette Kannenberg

Promo Mondmalheur

Der Sci­ence Fic­tion-Roman mit sati­ri­schen Unter­tö­nen DAS MONDMALHEUR von Anet­te Kan­nen­berg ist in sei­ner eBook Ver­si­on ab heu­te für zwei Tage kos­ten­los bei Ama­zon zu bekom­men. Da soll­te man gar nicht erst lan­ge nach­den­ken, son­dern run­ter­la­den. Wer­be­text:

DAS MONDMALHEUR ist ein kurz­wei­li­ger und nicht ganz ernst­zu­neh­men­der Roman über Raum­zei­tega­li­sie­rer, Mond­stein kacken­de Bak­te­ri­en, über die ganz gro­ße, klein­ge­re­de­te Kata­stro­phe und den Ver­such, die Erde vor dem end­gül­ti­gen Unter­gang zu ret­ten. 
Er han­delt von Ver­schwö­rung, Poli­tik und Freund­schaft, ist mal sati­risch, mal dra­ma­tisch, aber zum Glück skur­ril genug, um sich das, um Him­mels wil­len, nicht anmer­ken zu las­sen. 
Humor­vol­le Ein­fäl­le und char­man­te Prot­ago­nis­ten bil­den gemein­sam eine absur­de Sto­ry, deren höchs­ter Zweck es ist, den Leser zum Schmun­zeln zu brin­gen, ihn irri­tiert mit dem Kopf schüt­teln und dabei den eige­nen Geis­tes­zu­stand – oder zumin­dest den der Autorin – anzwei­feln zu las­sen. 

Das Leben von Cor­ne­li­us Wichgre­ve, Gra­vi­ta­ti­ons­exper­te und Erfin­der der hoch­ge­ju­bel­ten Sky­le­vi­tys, wird kom­plett durch­ein­an­der gewor­fen, als der welt­weit füh­ren­de Mine­ral­öl­kon­zern Cos­mO­re Indus­tries ihm einen Job auf dem Mond anbie­tet. Zusam­men mit dem sozio­pho­ben Bak­te­rio­lo­gen Mur­ray und dem selbst­er­nann­ten Luna­lo­gen Vla­di­mir soll er dort den Abbau des neu ent­deck­ten Super­ele­men­tes Tutto­fa­ri­um ver­ein­fa­chen. Doch als Mur­ray plötz­lich nach Peru ver­setzt wird und ein Prak­ti­kant des­sen Auf­ga­ben über­nimmt, pas­siert das Unglaub­li­che, und Cor­ne­li­us wird in eine Ver­schwö­rung hin­ein­ge­zo­gen, die in eine welt­um­span­nen­de Kata­stro­phe mün­det.

Die Buch­fas­sung ist beein­dru­cken­de 496 Sei­ten stark und kos­tet 14,98, für das eBook muss man nor­ma­ler­wei­se 4,99 Euro berap­pen.

Gra­fik Copy­right Anet­te Kan­nen­berg

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Houellebecq und Amazon – wo bleibt der Aufschrei des Buchhandels?

amazon_verbrennung

Wir erin­nern uns – es gab im April 2013 einen Zwer­gen­auf­stand man­cher Buch­händ­ler. Eine kur­ze Wie­der­ho­lung: Con­ni ist ein jun­ges Mäd­chen aus einer Bücher­rei­he für Her­an­wach­sen­de aus dem Carlsen-Ver­lag. Die Autoren begin­gen eine unbe­schreib­li­che Dreis­tig­keit – die Prot­ago­nis­tin erhielt in einem der Bücher einen Ama­zon-Geschenk­gut­schein. Nichts beson­de­res, soll­te man mei­nen, spie­gelt die Lebens­rea­li­tät jun­ger Men­schen wie­der. Beim Buch­han­del sah man das anders und es ging ein unbe­schreib­lich pein­li­ches Geze­ter los. Und – man moch­te es kaum fas­sen – der Carlsen-Ver­lag hat vor die­sen Anma­ßun­gen gekuscht.

Jetzt schrei­ben wir Janu­ar 2015. Vor kur­zem ist die deut­sche Aus­ga­be von Michel Hou­el­le­becqs umstrit­te­nem Roman UNTERWERFUNG erschie­nen. Dar­in bestellt der Prot­ago­nist nicht nur ein­mal, son­dern qua­si stän­dig bei Darth Ama­zon. Und kam es zu irgend­ei­ner Reak­ti­on aus den Tem­peln des toten Hol­zes? In keins­ter Wei­se. Das könn­te dar­an lie­gen, dass man das Geschäft mit dem Best­sel­ler selbst­ver­ständ­lich gern mit­nimmt, auch wenn dar­in das böse, böse Wort »Ama­zon« ent­hal­ten ist. Zudem wür­de Hou­el­le­becq bei ent­spre­chen­den Kri­ti­ken ver­mut­lich nur einen hoch­ge­reck­ten Mit­tel­fin­ger für die Nörg­ler bereit­hal­ten. Die Her­aus­ge­ber einer Kin­der­buch­se­rie kann man natür­lich viel leich­ter damit erpres­sen, die Bücher aus den Rega­len zu neh­men.

Es ist so albern.

p.s.: UNTERWERFUNG erscheint in deut­scher Über­set­zung bei DuMont und kos­tet als eBook sagen­haft gie­ri­ge 18,99 Euro. Wenn es sich für die­sen Mond­preis nicht ver­ti­cken lässt, sind bestimmt wie­der die bösen Buch­pi­ra­ten schuld.

Ver­bren­nungs­bild von Die­bold Schil­ling dem Äl­te­ren, auch schon seit dem 15. Jahr­hun­dert tot und des­we­gen ge­mein­frei. Ama­zon-Logo Co­py­right Ama­zon.

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Philip K. Dick bei Amazon: THE MAN IN THE HIGH CASTLE als Serie

Cover The Man In The High Castle

Von den neu­en für Ama­zon Prime Video ange­kün­dig­ten Seri­en dürf­te nur eine den Gen­re-Freund inter­es­sie­ren: THE MAN IN THE HIGH CASTLE nach Phil­ip K. Dicks Roman aus dem Jahr 1962 (deutsch als DAS ORAKEL VOM BERGE). Der Pilot wird eine Stun­de lang sein, Ama­zon lässt erneut die Zuschau­er ent­schei­den, wel­che Serie dann tat­säch­lich rea­li­siert wird.

THE MAN IN THE HIGH CASTLE spielt in einer alter­na­ti­ven Welt, in der die Alli­ier­ten den zwei­ten Welt­krieg ver­lo­ren haben. Die Welt wur­de zwi­schen Japan und Deutsch­land auf­ge­teilt. Im Pilo­ten spie­len Ale­xa Dava­los (Mob City), Luke Klein­tank (Pret­ty Litt­le Liars), Rupert Evans (The Vil­la­ge), Cary-Hiroy­u­ki Tag­awa (Mor­tal Kom­bat: Lega­cy), Joel De La Fuen­te (Hem­lock Gro­ve), Rufus Sewell (Ele­venth Hour) und DJ Qualls (Z Nati­on).

Geschrie­ben wur­de das Gan­ze von kei­nem ande­ren als Frank Spot­nitz (X‑Files), Regie bei der Pilot­fol­ge führt David Semel (Heroes), die bei­den agie­ren zudem als aus­füh­ren­de Pro­du­zen­ten, zusam­men mit – man höre und stau­ne – Rid­ley Scott, David W. Zucker, Ste­wart Mack­in­non, Chris­ti­an Bau­te von Head­line Pic­tures und Chris­to­pher Tri­ca­rio, Co-aus­füh­ren­der Pro­du­zent ist Jor­dan Shee­han für Scott Free Pro­duc­tions.

Wann genau die­ser Pilot zusam­men mit den ande­ren via Ama­zon Prime Video zu sehen sein wird ist noch unklar, es wird irgend­wann in 2015 sein. Erfreu­li­cher­wei­se aber ver­mut­lich auch wie­der für die hie­si­gen Zuschau­er zeit­gleich mit den USA.

Cover THE MAN IN THE HIGH CASTLE, ers­te Auf­la­ge 1962, Copy­right Put­nam

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ÆTHERWESTERN: STAUB UND ÆTHER als eBook

Cover "Staub und Aether"

Ich hat­te vor eini­ger Zeit auf das Pro­jekt ÆTHERWESTERN hin­ge­wie­sen. In der Steam­punk-Welt der Autorin Anja Bagus, deren Roma­ne in Deutsch­land ab ca. 1910 han­deln, woll­te ein Zusam­men­schluss von Schrei­bern Wes­tern-Kurz­ge­schich­ten in Heft­ro­man­form ver­öf­fent­li­chen. Oder genau­er:  Im Umfang eines Heft­ro­mans soll­ten meh­re­re Sto­ries ent­hal­ten sein. Eigent­lich war das Gan­ze als rei­nes eBook-Pro­jekt gedacht, aller­dings fan­den die Macher es irgend­wie ange­mes­sen, dass eine begrenz­te Auf­la­ge auch tat­säch­lich in Form von Heft­ro­ma­nen erschei­nen soll­te, denn letzt­end­lich sind die ÆTHERWESTERN eine Hom­mage an das For­mat und die Hoch­zeit des Wes­tern-Roman­hefts in den 1970er und 1980er Jah­ren. Die Papier­va­ri­an­te wur­de Anfang Okto­ber fer­tig, die eBook-Fas­sung brauch­te etwas län­ger (eigent­lich ist die auch schon … aber las­sen wir das). Doch ab sofort ist sie über Ama­zon erhält­lich (eine ePub-Fas­sung folgt, die Kind­le-Ver­si­on ist aber nicht mit DRM ver­hunzt, des­we­gen kann man die­se kau­fen und mit Calib­re kon­ver­tie­ren, wenn man sie für einen ande­ren eRea­der haben möch­te).

ÆTHERWESTERN
Aus­ga­be eins
STAUB UND ÆTHER

Der wil­de Wes­ten. Sand knirscht unter den Stie­feln, Spo­ren klir­ren; die Män­ner sind rau, die Frau­en auch, und manch einer ist schnel­ler mit der Waf­fe als mit Wor­ten. Die bes­ten Freun­de sind der Son­nen­un­ter­gang, das Pferd und die Win­ches­ter. Doch die Tän­ze der ver­folg­ten Urein­woh­ner wecken den Æther, und mit den grü­nen Nebeln kom­men nicht nur hilf­rei­che Geis­ter, son­dern auch bös­ar­ti­ge Scheuß­lich­kei­ten.

Unse­re Geschich­ten erzäh­len von den Sied­lern, den Cow­boys, den Mar­shals und den Pin­ker­ton-Detek­ti­ven. Sie erzäh­len auch von muti­gen Frau­en, von Glücks­rit­tern, Geschäf­te­ma­chern und von denen, die das Unbe­kann­te nicht scheu­en, sei es nun staub­grau oder æther­grün.

Die Geschich­ten:

Shun­ta – Kit­ty-Grace Cun­ning­ham (ali­as Anja Bagus)
Für eine Faust voll Federn – Brida Ander­son
Fal­len­de Stei­ne – Natha­ni­el T. Jef­fer­son (ali­as Lara Kalen­born)
Æther­wood – Al McMur­phy (ali­as Andre­as Dre­sen)

STAUB UND ÆTHER kann man als eBook ab sofort bei Ama­zon zum Schlan­gen­öl-Preis von nur 1,49 Euro erwer­ben. Wei­te­re Hef­te sind in Vor­be­rei­tung. Habe ich eigent­lich schon erwähnt, dass die gesam­ten Ein­nah­men des eBook-Ver­kaufs an einen guten Zweck gehen wer­den?

Cover­ab­bil­dung Staub und Æther: Æther­ma­nu­fak­tur

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Amazons »Whispersync For Voice« jetzt auch in Deutschland

Promografik Whispersync For Voice

Vor unge­fähr vier Mona­ten star­te­te der Online­händ­ler Ama­zon in den USA sein neu­es Ange­bot mit dem Namen »Whis­per­sync For Voice«. Die Idee ist so ein­fach wie geni­al: Hat man ein Buch als eBook und Hör­buch gekauft, dann kann man naht­los zwi­schen der Nut­zu­ung der bei­den Medi­en­for­ma­te wech­seln. Das bedeu­tet: Abends im Bett hat man auf dem Kind­le ange­fan­gen, im eBook zu lesen und kann sich dann den Text ab die­ser Stel­le dank Whis­per­sync am mor­gen auf dem Weg zur Arbeit wei­ter vor­le­sen las­sen. Letz­te­res klappt natür­lich nur via Apps auf Tele­fo­nen oder Tablets. Trotz­dem eine gran­dio­se Idee. Nun führt Ama­zon die­sen Dienst auch in Deutsch­land ein.

Bemer­kens­wert ist dabei, dass man bei vie­len Wer­ken das Hör­buch deut­lich preis­güns­ti­ger kau­fen kann, falls man bereits das eBook besitzt. Auf Ama­zons Web­sei­te zu »Whis­per­sync For Voice« kann man das Prin­zip mit ein paar gemein­frei­en Büchern tes­ten, man kann sich zudem auch gleich deut­sche eBooks anzei­gen las­sen, mit denen das funk­tio­niert. Dabei sind die Pries­un­ter­schie­de bei den Hör­bü­chern zumin­dest zum Teil erstaun­lich: Patrick Roth­fuss´ DER NAME DES WINDES kos­tet als Hör­buch zum Down­load nor­ma­ler­wei­se 16,70 Euro (24,99 als CD), im Rah­men von Whis­per­sync zahlt man dafür nur noch 5,95 Euro. Da wer­den auf ein­mal sogar die über­zo­ge­nen deut­schen Mond­prei­se für eBooks inter­es­sant (DER NAME DES WINDES kos­tet als eBook aas­geie­ri­ge 12,99 Euro). Bei man­chen Ange­bo­ten lohnt sich das Gan­ze aber deut­lich eher: Ste­phen Kings SCHWARZ kos­tet als eBook 7,99 Euro, das Hör­buch dazu schlägt dann mit nur 3,95 zu Buche (Nor­mal­preis: 15,80 Euro). Umge­kehrt liegt der Fall oft bei eng­lisch­spra­chi­gen Wer­ken: Geor­ge R. R. Mar­tins A DANCE WITH DRAGONS ist als eBook gera­de mal 4,24 Euro teu­er, will man das Hör­buch dazu, wer­den dafür 12,95 fäl­lig – auch das aber ein Schnäpp­chen, wenn man sich ansieht, dass es nor­ma­ler­wei­se für 41 Euro ange­bo­ten wird. Laut Fil­ter auf der Web­sei­te ste­hen im Moment im deut­schen Ama­zon-Shop ca. 43000 mög­li­che Bund­les bereit.

Ob Bücher aus der eige­nen eBook-Biblio­thek bereits die ver­güns­tig­ten Hör­buch-Ange­bo­te beinhal­ten, kann man leicht über Ama­zons Tool »Match­ma­ker« fest­stel­len (bei mir waren das eine Men­ge).

Es dürf­te inter­es­sant sein, zu sehen, wie deut­sche Gerich­te die­ses Bund­ling ein­schät­zen. Wie man die Buch­bran­che und den Bör­sen­ver­ein kennt, wer­den die ver­mut­lich wie immer mit irgend­wel­chen faden­schei­ni­gen Argu­men­ten ver­su­chen, gegen die­ses Ange­bot vor­zu­ge­hen. In ähn­lich gela­ger­ten Fäl­len hiel­ten hie­si­ge Gerich­te sol­che Vor­ge­hens­wei­sen für Gewäh­rung geld­wer­ter Vor­tei­le. Und dann ist da noch die steu­er­li­che Hand­ha­bung von Bund­les, ein gera­de eben­falls hef­tig dis­ku­tier­tes The­ma.

Pro­mo­gra­fik Copy­right Ama­zon

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Kostenlos als eBook: LAST DAYS ON EARTH

Cover Last Days On Earth

Aktu­ell und noch bis Sams­tag gibt es das eBook LAST DAYS ON EARTH von Susan­ne Ger­dom bei Ama­zon kos­ten­los für den Kind­le. Der Urban Fan­ta­sy-Roman dreht sich um Hexen und Magi­er im Kri­mi­nal­dienst:

Kar­la van Zome­ren, wei­ße Hexe im Kri­mi­nal­dienst, kommt gemein­sam mit ihrem Part­ner, dem Cha­os­ma­gi­er Raoul Win­ter, einer düs­te­ren Ver­schwö­rung auf die Spur. Jemand will die Welt ver­nich­ten und hat als Zeit­punkt den von den Maya pro­phe­zei­ten 21. Dezem­ber 2012 gewählt. Wäh­rend ihrer Suche nach dem geheim­nis­vol­len Memp­lex-Gene­ra­tor gera­ten Kar­la und Raoul mit dem (von Vam­pi­ren) orga­ni­sier­ten Ver­bre­chen und einen mis­an­thro­pi­schen Dra­chen anein­an­der. Wäh­rend­des­sen meh­ren sich die Zei­chen des Zusam­men­bruchs: Flug­zeug­ab­stür­ze, Erd­be­ben, Vul­kan­aus­brü­che und explo­die­ren­de Atom­kraft­wer­ke. Die Zeit wird knapp – wird es dem unglei­chen Ermitt­ler­paar gelin­gen, den Welt­un­ter­gang auf­zu­hal­ten?

LAST DAYS ON EARTH erschien ursprüng­lich 2012 im Piper-Ver­lag und hat einen Umfang von 362 Sei­ten. Es liegt auch als Taschen­buch vor und kos­tet dann 12,00 Euro.

Cover­ab­bil­dung Copy­right Susan­ne Ger­dom

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NEUSCHWABENLAND: KNV möchte keine Stellung nehmen …

Neues aus Neuschwabenland

Ende August hat­te ich the­ma­ti­siert, dass Alex Jahn­kes sati­ri­sches Buch NEUES AUS NEUSCHWABENLAND bei KNV zwar im Kata­log gelis­tet wird, aber als nicht lie­fer­bar gekenn­zeich­net ist – und es dadurch Buch­händ­ler gibt, die das Buch nicht bestel­len kön­nen – oder wol­len (weil zuviel Auf­wand).

Man hat­te mich auf mei­ne dies­be­züg­li­che Anfra­ge ange­ru­fen und mit­ge­teilt »die Kol­le­gin die da­für ver­ant­wort­lich ist, wäre aber noch bis Mit­te Sep­tem­ber in Ur­laub und man kön­ne sie erst dann dazu be­fra­gen.« Wei­ter­hin wur­de mir zuge­sagt, dass man »mei­ne An­frage der Dame vor­le­gen will, wenn sie aus dem Ur­laub zu­rück ist, und ich soll dann Mit­te Sep­tem­ber eine Ant­wort er­hal­ten, wa­rum das Buch aus­ge­lis­tet wur­de.«

Ich hat­te mir das auf Wie­der­vor­la­ge gelegt und am 16.09.2014 noch­mals nach­ge­fragt.

Reak­tio­nen: gar kei­ne.

Dar­auf­hin habe ich ges­tern noch­mal eine Email geschickt. Heu­te kam tat­säch­lich eine Reak­ti­on, aller­dings ist die an Arro­ganz kaum zu über­bie­ten:

vie­len Dank für Ihre Anfra­ge. Wir möch­ten dazu jedoch kei­ne Stel­lung neh­men.

Unglaub­lich. Man ant­wor­tet dem Ver­lag nicht auf die Anfra­ge, man ant­wor­tet mir nicht auf die Anfra­ge, und das obwohl Ende August eine Ant­wort zuge­sagt wur­de.

Wir hal­ten fest: KNV lis­tet ein Buch als über ihren Kata­log nicht lie­fer­bar und ent­zieht sich jeder Stel­lung­nah­me dar­über, war­um das Buch nicht lie­fer­bar ist. Und das sowohl dem Ver­lag wie auch mir gegen­über. Ich hal­te das für ein unfass­ba­res und unfass­bar arro­gan­tes Ver­hal­ten. War­um möch­te man die­se Aus­kunft nicht geben? Weil es sich nur um einen Klein­ver­lag han­delt, und die in der Bran­che ohne­hin kei­nen inter­es­sie­ren? Wür­de einer der der deut­schen Publi­kums­ver­lags­di­no­sau­ri­er eben­falls kei­ne Ant­wort auf eine sol­che Anfra­ge bekom­men? Ich bezweif­le es. Mei­nen die etwa auf­grund des Titels, es hand­le sich um Nazi­li­te­ra­tur? Falls ja, wur­de die Zen­sur betrie­ben, ohne den Inhalt zu ken­nen, denn das Gegen­teil ist der Fall.

Es blei­ben die Fra­gen offen: War­um wei­gert sich KNV ohne nach­voll­zieh­ba­re Begrün­dung, das Buch aus­zu­lie­fern? Wie vie­le ande­re Bücher wer­den von KNV uni­la­te­ral und ohne nach­voll­zieh­ba­re Grün­de als nicht lie­fer­bar ange­zeigt?

Die­se Bran­chen­spiel­chen sind ange­sichts der Kon­kur­renz der­art lächer­lich, dass es gera­de­zu weh tut. Ach ja: Bei Ama­zon ist das Buch sofort lie­fer­bar.

Cover NEUES AUS NEUSCHWABENLAND Copy­right Edi­ti­on Roter Dra­che.

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