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VG Wort-Rückzahlungen: Karen Köhler versteht unser Rechtssystem nicht

eBook-Paragraph

In einem Kom­men­tar auf der Web­sei­te der Zeit wirft Autorin Karen Köh­ler Mar­tin Vogel ernst­haft vor, dass er durch sei­nen Rechts­streit Ver­la­ge zer­stö­ren wird. Ich muss es ganz offen sagen: Bei so einem Rechts­ver­ständ­nis wird mir schlecht. Vogel hat einen Rechts­ver­stoß gese­hen, von dem er per­sön­lich betrof­fen ist, und hat den kor­rek­ten Weg gewählt: Den durch die Instan­zen der Gerich­te. Und die haben Recht gespro­chen, und höchst­rich­ter­lich fest­ge­stellt, dass die Pra­xis der VG Wort-Aus­schüt­tung an Ver­la­ge rechts­wid­rig ist.

Rechts­wid­rig. Höchst­rich­ter­lich.

Das sind Voka­beln, die einem zu den­ken geben soll­ten, bevor man sich als Autorin vor den Kar­ren von Bör­sen­ver­ein und Co. span­nen lässt und einen Kom­men­tar ver­öf­fent­licht, der inhalt­lich der­ma­ßen dane­ben ist und das Opfer zum Täter machen soll.

Grund für den Arti­kel dürf­te sein, dass die VG Wort jetzt Rück­zah­lun­gen der rechts­wid­rig aus­ge­schüt­te­ten Beträ­ge ein­for­dert. Und das tun sie in kom­pro­miss­lo­ser Wei­se, die für mich abso­lut nicht nach­voll­zieh­bar ist. Selbst kleins­te Ver­la­ge sol­len sofort den gesam­ten, über Jah­re auf­ge­lau­fe­nen, Betrag über­wei­sen.

Man muss sich hier meh­re­re Fra­gen stel­len:

An ers­ter Stel­le natür­lich, war­um sich die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft so vehe­ment wei­gert, Stun­dungs- oder Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­run­gen anzu­bie­ten (Update: sie­he unten – ver­ant­wort­lich ist die Autoren­ver­samm­lung, bit­te den Rest des Arti­kels unter die­ser für mich neu­en Vor­aus­set­zung sehen). Man könn­te fast den Ein­druck gewin­nen, als wol­le man in vol­ler Absicht ein paar klei­ne Ver­la­ge über die Klin­ge sprin­gen las­sen, um zu zei­gen: »seht ihr, wir haben es doch gesagt!«. Die Gerichts­ur­tei­le geben in letz­ter Kon­se­quenz nicht her, dass es kei­ne Fle­xi­bi­li­tät bei der Rück­zah­lung geben könn­te, es wur­de allein die Aus­zah­lungs­pra­xis für rechts­wid­rig erklärt. Des­we­gen wie­der­ho­le ich mei­ne Fra­ge: War­um zeigt die VG Wort kei­ner­lei Ent­ge­gen­kom­men bei den Rück­for­de­run­gen? War­um gibt es kei­ne Här­te­fall­re­ge­lun­gen? Weil es ihnen zuviel Arbeit ist? Weil sie kon­kre­te Zie­le mit der star­ren Hal­tung ver­fol­gen (sie­he oben)? Mei­ner Ansicht nach könn­te man das Ver­hal­ten der VG Wort bei­na­he als mafi­ös bezeich­nen.

Eine wei­te­re Fra­ge ist: War­um hat man sei­tens des Bör­sen­ver­eins und der VG Wort jah­re­lang so getan, als sei das alles über­haupt kein Pro­blem und wer­de am Ende irgend­wie weg­ge­hen, statt sich und die Ver­la­ge auf den abseh­bar kom­men­den Ernst­fall vor­zu­be­rei­ten? Es hät­te kon­kre­te War­nun­gen geben müs­sen, sich durch Rück­la­gen auf Rück­zah­lun­gen ein­zu­stel­len, das hät­te über all die Jah­re, die das Ver­fah­ren läuft, bereits gesche­hen kön­nen. Statt­des­sen hat man medi­en­wirk­sam und pro­pa­gan­da­ar­tig die gan­ze Zeit kol­por­tiert, dass Vogel am Ende eh ver­lie­ren wird. Das war hoch gepo­kert und der Bluff ist am Ende geplatzt. Hät­ten VG Wort und Bör­sen­ver­ein statt »Hur​ra​-Wir​-Gewin​nen!«​-Tam​tam nicht die Auf­ga­be gehabt, die Ver­la­ge rea­lis­tisch auf das vor­zu­be­rei­ten, was kommt? War­um ist das wei­test­ge­hend unter­blie­ben? Was ist von einem Ver­ein zu hal­ten, der sei­ne Mit­glie­der der­art falsch berät?

Nein, Mar­tin Vogel hat hier nicht mal einen Ansatz von Schuld, denn der hat das Rechts­sys­tem genutzt, und die­ses hat ihm durch alle Instan­zen das ihm zuste­hen­de Recht auch zuge­bil­ligt. Wenn Ver­la­gen und auch man­chen Autoren das nicht passt, kann ich das nach­voll­zie­hen, aber auch Ver­la­ge ste­hen nicht außer­halb des Rechts­sys­tems. Sie haben die Mög­lich­keit, auf den Gesetz­ge­ber Ein­fluss zu neh­men, oder es zumin­dest zu ver­su­chen, um Ände­run­gen her­bei­zu­füh­ren. Wenn Autoren wei­ter wol­len, dass Ver­la­ge mehr Geld bekom­men, steht es ihnen sogar ohne Geset­zes­än­de­run­gen frei, ent­spre­chen­de Ver­trä­ge mit ihren Ver­la­gen abzu­schlie­ßen.

An der nun kon­kret ent­stan­de­nen Mise­re vie­ler Klein­ver­la­ge hat in ers­ter Linie die VG Wort Schuld, indem sie kei­ne Mög­lich­keit zur Stun­dung oder Raten­zah­lung ein­räumt – aus Grün­den, die nur die Ver­ant­wort­li­chen bei der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft ken­nen. Die ver­ständ­li­che Wut soll­te sich gegen den die­je­ni­gen rich­ten, die die Zah­lun­gen nun kom­pro­miss­los ein­for­dern, und die sit­zen bei der VG Wort. Und man könn­te auch einen Groll gegen den Bör­sen­ver­ein hegen, der wider bes­se­ren Wis­sens jah­re­lang behaup­tet hat, dass Vogel nie­mals erfolg­reich sein wird.

Aber bit­te ver­sucht nicht, mit Pro­pa­gan­da­maß­nah­men das Opfer zum Täter zu machen.

Ich habe gro­ßes Ver­ständ­nis für die zum Teil pre­kä­re Situa­ti­on der Klein- und Kleinst­ver­la­ge. Und bin dafür, dass die Ver­ant­wort­li­chen für die­se Situa­ti­on deut­lich benannt wer­den: die­se sit­zen in mei­nen Augen im Vor­stand der VG Wort und ver­wei­gern ohne Anse­hen von Här­te­fäl­len jeg­li­che Stun­dun­gen und Raten­zah­lun­gen. Das ist der eigent­li­che Skan­dal. Wenn jemand gegen irgend­was pro­tes­tie­ren möch­te, dann soll­te er über­le­gen, ob die­ser Pro­test bei der VG Wort nicht erheb­lich bes­ser auf­ge­ho­ben ist, als gegen Mar­tin Vogel.

[Update:] Hol­ger Kli­e­man­nel kom­men­tiert auf Face­book:

Zu Dei­ner Fra­ge: »An ers­ter Stel­le na­tür­li­ch, war­um sich die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft so ve­he­ment wei­gert, Stun­­dungs- oder Ra­ten­zah­lungs­ver­ein­ba­run­gen an­zu­bie­ten.« Das hat­ten sie gemacht, wur­de jedoch auf der Haupt­ver­samm­lung von den anwe­sen­den Autoren blo­ckiert (müss­te jetzt mal die Unter­la­gen durch­fors­ten, irgend­wo im Brief der VG Wort steht »Stun­dungs­mög­lich­kei­ten, die die Lei­tung der VG Wort vor­ge­schla­gen hat, wur­den abge­lehnt.«). Vogel hat­te ja dazu auf­ge­ru­fen, dass Autoren Mit­glied wer­den um bei der Ver­samm­lung die­se Plä­ne zu ver­hin­dern.

Ich kor­ri­gie­re mich dem­nach inso­fern, dass nicht der Vor­stand der VG Wort ver­ant­wort­lich ist, son­dern die Autoren­ver­samm­lung der VG Wort.

Erschienen: HINTER DEM QUECKSILBER

Cover Hinter dem Quecksilber

In der Edi­ti­on Chul­hu Libria ist die Antho­lo­gie HINTER DEM QUECKSILBER erschie­nen, wel­che 25 klas­si­sche phan­tas­ti­sche Geschich­ten ent­hält. Die Her­aus­ge­ber schrei­ben dazu:

Jüngst ist in der Edi­ti­on CL die Antho­lo­gie „Hin­ter dem Queck­sil­ber“ erschie­nen. Die­ser Band ver­eint 25 klas­sisch-phan­tas­ti­sche Geschich­ten, die zwi­schen 1890 bis 1945 ent­stan­den sind. Neben renom­mier­ten Schrift­stel­lern wie Paul Lep­pin oder Max Brod fin­den sich dar­in Namen wie Erik E. Elwood oder Hen­ri de Régnier, die heu­te fast voll­stän­dig in Ver­ges­sen­heit gera­ten sind. Egal ob man stim­mungs­vol­ler Phan­tas­tik, die einem lang­sam eis­kal­te Schau­er über den Rücken lau­fen lässt, oder phan­tas­ti­schen Schock­mo­men­ten, die einem den Atem rau­ben, den Vor­zug gibt – das Talent die­ser 25 Phan­tas­ten zieht den Leser in sei­nen Bann.
HINTER DEM QUECKSILBER ist auf 150 Exem­pla­re limi­tiert, signiert und wur­de von Hei­ko Schul­ze illus­triert.

Das Buch ist in Lei­nen gebun­den und 289 Sei­ten stark, es kos­tet 30 Euro. Lei­der feh­len in der nicht beson­ders aus­sa­ge­kräf­ti­gen Pres­se­mit­tei­lung sowohl die biblio­gra­fi­schen Daten, wie auch die Bezugs­quel­le, ich gehe des­we­gen mal davon aus, dass es nur direkt über Cthul­hu Libria bezo­gen wer­den kann. Eine eBook-Fas­sung gibt es offen­bar nicht.

Leseprobe: STEAMPUNK MECHANICS

Cover Steampunk Mechanics

Ich hat­te bereits auf den dem­nächst erschei­nen­den Bild­band STEAMPUNK MECHANICS – MADE IN GERMANY von Admi­ral Ravens­da­le und Com­pa­ny hin­ge­wie­sen, in dem deut­sche Maker ihre Pro­jek­te vor­stel­len, und der bei der Edi­ti­on Roter Dra­che erscheint. Das Buch ist zwei­spra­chig, die Tex­te zu den Expo­na­ten lie­gen in eng­lisch und deutsch vor.

Man kann das Werk nach wie vor zum güns­ti­gen Sub­skrip­ti­ons­preis von 25 Euro beim Ver­lag vor­be­stel­len, das Ange­bot gilt aber nicht mehr lan­ge, danach kos­tet es 29,95 Euro.

Wer sich vor dem Kauf einen Ein­druck ver­schaf­fen möch­te, kann das jetzt tun, denn es gibt eine Lese­pro­be im PDF-For­mat:

Pre­view Steam­punk Mecha­nics – MADE IN GERMANY (PDF, 2,8 MB)

Dis­clai­mer: Die­ser Hin­weis ist selbst­ver­ständ­lich völ­lig unei­gen­nüt­zig, aber … psst: Das Cover ist von mir … :)

Steam­punk Mecha­nics – Made in Ger­ma­ny
Admi­ral Aaron Ravens­da­le and Com­pa­ny
232 kom­plett far­bi­ge Sei­ten
29,7 x 21 cm, Hard­co­ver
EUR 29,95
ISBN 978–3946425106
Edi­ti­on Roter Dra­che

Neuauflage: DAS GROSSE STEAMPANOPTIKUM

Cover Steampanoptikum

Pas­send zur Mel­dung über die Gewin­ner des Deut­schen Phan­tas­tik-Prei­ses heu­te mor­gen:

Wie geschrie­ben, ist der Gewin­ner in Sachen Sekun­där­li­te­ra­tur das bei der Edi­ti­on Roter Dra­che erschie­ne­ne GROSSE STEAMPANOPTIKUM von Cla­ra Lina Wirtz und Alex Jahn­ke. Lei­der kann man das Buch aller­dings nicht mehr erwer­ben, da es bereits eini­ge Zeit aus­ver­kauft ist. Dank der Preis­ver­lei­hung wird sich das aller­dings dem­nächst ändern:

Wie der Ver­lag auf sei­ner Face­book-Sei­te mel­det, wird es im Früh­jahr 2017 eine Neu­auf­la­ge des Hard­co­vers geben. Und die ist sogar erwei­tert und wird 16 Sei­ten mehr umfas­sen als die ers­te Aus­ga­be. Der Preis bleibt unver­än­dert bei für das Gebo­te­ne spott­bil­li­gen 20 Euro.

Wenn ich mehr über den Erschei­nungs­ter­min weiß, wer­de ich euch selbst­ver­ständ­lich infor­mie­ren.

Gewinner des Deutschen Phantastik-Preises 2016

Cover Steampanoptikum

Am ver­gan­ge­nen Sams­tag wur­de wie in jedem Jahr im Rah­men des Buch­mes­se Con­vent der Deut­sche Phan­tas­tik-Preis ver­lie­hen. Beson­ders gefreut hat mich dabei der ers­te Platz für das bes­te Sekun­där­werk an Cla­ra Lina Wirz und Alex Jahn­ke für DAS GROSSE STEAMPANOPTIKUM (erschie­nen bei der Edi­ti­on Roter Dra­che), denn da sind auch zwei von mir gestal­te­te Dop­pel­sei­ten drin. :) Und erneut wur­den zwei Wer­ke aus dem bereich Steam­punk aus­ge­zeich­net, denn auch Die dun­kel­bun­ten Far­ben des Steam­punk aus dem Art Skript Phan­tas­tik-Ver­lag hat einen Preis erhal­ten, näm­lich den für die bes­te Ori­gi­nal-Antho­lo­gie. Damit bleibt das Gen­re Steam­punk beim DPP wei­ter stark ver­tre­ten, und das, obwohl die Publi­kums­ver­la­ge es nicht mal mehr mit der Kneif­zan­ge anfas­sen.

Gra­tu­la­ti­on auch an Jür­gen Egl­seer, aus des­sen Ver­lag Amrûn zwei wei­te­re Preis­trä­ger stam­men.

Nach­fol­gend alle Gewin­ner des DPP 2016:

Bes­ter deutsch­spra­chi­ger Roman:

Susan­ne Pav­lo­vic: Feu­er­jä­ger 1 – Die Rück­kehr der Krie­ge­rin (Amrûn)

Bes­tes deutsch­spra­chi­ges Roman­de­büt:

Faye Hell: Kei­ne Men­schen­see­le (Amrûn)

Bes­ter inter­na­tio­na­ler Roman:

Ter­ry Prat­chett: Die Kro­ne des Schä­fers (Man­hat­tan)

Bes­te deutsch­spra­chi­ge Kurz­ge­schich­te:

Oli­ver Plasch­ka: »Das öde Land« (aus: Das öde Land [Low])

Bes­te Ori­gi­nal-Antho­lo­gie/­Kurz­ge­schich­ten-Samm­lung:

Die dun­kel­bun­ten Far­ben des Steam­punk (Art Skript Phan­tas­tik)

Bes­te Serie:

Nico­le Böhm: Die Chro­ni­ken der See­len­wäch­ter (Green­light Press)

Bes­ter Gra­fi­ker:

Alex­an­der Kopa­in­ski

Bes­tes Sekun­där­werk:

Alex Jahn­ke & Cla­ra Lina Wirz: Das gro­ße Steam­pan­op­ti­kum (Edi­ti­on Roter Dra­che)

Gewinner des Kindle Storyteller Award: ASCHENKINDEL – EINE WAHRE GESCHICHTE

Cover Aschenkindel

Auf der Buch­mes­se Frank­furt erlaub­te man Bran­chen­feind Num­mer Eins Ama­zon heu­te groß­her­zig, den Gewin­ner des Kind­le Sto­rytel­ler Awards zu küren. Gewon­nen hat Halo Sum­mers Roman ASCHENKINDEL – EINE WAHRE GESCHICHTE. Auch in die­sem Jahr scheint es sich wie­der um Phan­tas­tik zu han­deln – irgend­wie zumin­dest, so rich­tig konn­te ich das aus dem Wer­be­text nicht ent­neh­men. aber die Bespre­chun­gen auf Ama­zon deu­ten dar­auf hin, dass es sich um eine auf­ge­frisch­te Aschen­put­tel-Vari­an­te mit Fan­ta­sy-Ele­men­ten han­delt. Wer­be­text:

»Du bist schon ein komi­sches Mäd­chen«, sagt mei­ne gute Fee. »Jedes ande­re Mäd­chen in dei­ner Situa­ti­on wäre über­glück­lich, auf so einen Ball gehen zu dür­fen. Noch dazu auf einen, bei dem es sich in einen Prin­zen ver­lie­ben und damit sei­nem Elend ent­kom­men könn­te!« Tja, wo sie recht hat, hat sie hat recht. Ich bin ein komi­sches Mäd­chen. Und ich habe fest vor, eins zu blei­ben!
Clae­rie Farn­flee wur­de vom Schick­sal nicht gera­de ver­wöhnt. Erst starb ihr Vater, dann folg­te der gesell­schaft­li­che Absturz und seit­her wird ihr das müh­se­li­ge Leben in Armut von einer bösen Stief­mut­ter und zwei gars­ti­gen Schwes­tern ver­süßt. Ist Clae­rie des­we­gen unglück­lich? Nein – jeden­falls nicht unglück­lich genug, um sich jedem daher­ge­lau­fe­nen Prin­zen an den Hals zu wer­fen.
So denkt sie, doch an einem düs­te­ren Gewit­ter­tag begeg­net sie im Ver­bo­te­nen Wald einem Frem­den und das, was sie für unmög­lich gehal­ten hat, pas­siert: Ihr Schick­sal nimmt eine gera­de­zu ver­stö­ren­de Wen­dung – selbst Prin­zen und Bäl­le spie­len dar­in kei­ne unbe­deu­ten­de Rol­le mehr …

ASCHENKINDEL gewinnt ein Preis­geld in Höhe von 30000 Euro sowie einen Ver­lags­ver­trag bei Har­per Coll­ins Ger­ma­ny (die damit nach Bas­tei Lüb­be, die den letzt­jäh­ri­gen Gewin­ner ver­leg­ten, das neue Feind­bild der Bran­che sein dürf­ten). Der Roman ist als Taschen­buch und eBook bei Ama­zon erhält­lich, ers­te­res kos­tet 9,90 euro, letz­tes schlägt mit 2,99 Euro zu Buche. Die Print­fas­sung ist 276 Sei­ten stark.

Cover­ab­bil­dung Copy­right Halo Sum­mer

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Holtzbrinck, Bonnier und Skoobe – und die öffentlichen Büchereien

ebookpreise

Neu­lich hat­te ich mich in einem Kom­men­tar über die Kon­di­tio­nen beklagt, die die Ver­lags­grup­pen Holtz­brinck und Bon­nier den Onlei­hen der öffent­li­chen Biblio­the­ken gemacht hat­ten. Ein Ange­bot, das die­se dan­kend ablehn­ten, da es auch in mei­nen Augen nicht nur finan­zi­ell über­zo­gen war. Erneut soll­ten eBooks völ­lig anders als Print­bü­cher behan­delt wer­den, und erneut zeig­te sich das bigot­te Han­deln der Publi­kums­ver­la­ge: Zum einen lob­by­isiert man inten­siv, um eBooks den Büchern gleich­zu­stel­len, aber gleich­zei­tig möch­te man von die­sem Sta­tus gern jede Men­ge Aus­nah­men, die natür­lich nur den Rech­te­ver­wer­tern nut­zen sol­len. Die Inter­es­sen der Nut­zer blei­ben außen vor, ein Ungleich­ge­wicht, dass dank mas­si­ver Ein­fluss­nah­me der Ver­wer­ter auf die Poli­tik immer mehr in Schief­la­ge gerät. Mit dem Vor­sit­zen­den des Ver­le­ger­aus­schus­ses hat­te sich ein Lob­by­ver­tre­ter zu Wort gemel­det und in Kom­men­ta­ren ordent­lich Pro­pa­gan­da für die Hal­tung der Ver­la­ge gemacht.

Jetzt wird kla­rer, war­um Holtz­brinck und Bon­nier den Büche­rei­en sol­che inak­zep­ta­blen Ange­bo­te machen: Tat­säch­lich möch­te Bon­nier lie­ber selbst an attrak­ti­ven Lei­h­an­ge­bo­ten ver­die­nen und tut sich zu die­sem Zweck mit der Lese­flat­rate Skoo­be zusam­men. Ab sofort sind die Bücher der Bon­nier-Ver­lags­töch­ter dort zu erhal­ten, Skoo­be ist ohne­hin bereits ein Pro­jekt von Holtz­brinck und Ran­dom House. Die möch­ten halt lie­ber direkt an einem Ent­leih­ge­schäft ver­die­nen, statt einen Bruch­teil davon Stadt­bü­che­rei­en zu über­las­sen. Sicher auch mit der Idee im Hin­ter­kopf, dass der Leser ver­mut­lich das Geld für eine Leih­flat­rate berappt, wenn die gewünsch­ten eBooks in der Onlei­he nicht zu erhal­ten sind. Das mag so sein, aber ein sol­cher Leser ist sich garan­tiert auch im Kla­ren dar­über, dass er dann bei Ama­zon deut­lich bes­ser auf­ge­ho­ben ist, als bei Skoo­be.

Man darf anhand der bekann­ten Lizen­sie­rungs­kos­ten sol­cher Flat­rates davon aus­ge­hen, dass die Kon­di­tio­nen dort um Län­gen schlech­ter sind, als bei den Leih­bü­che­rei­en und die Autoren von den Erlö­sen so gut wie nichts sehen. In die­sem Licht kann man die Aus­sa­gen von Herrn Ulmer noch­mal bewer­ten …

Der Deutsche Buchpreis

Dem­nächst wird er ja wie­der auf die­ser Bran­chen­selbst­be­weih­räu­che­rungs-Ver­an­stal­tung im Elfen­bein­turm … äh … in Frank­furt ver­lie­hen, der Deut­sche Buch­preis. Ich wur­de gefragt, ob ich dazu nichts sagen möch­te. Möch­te ich nicht, alles was es dazu zu sagen gibt oder gab, hat Sir Ter­ry bereits aus­ge­drückt, des­we­gen zitie­re ich ihn an die­ser Stel­le:

Pratchett Literatur

Amazon meldet jetzt auch in Deutschland eBooks mit Qualitätsproblemen

Percy Jackson bei Amazon

Anfang des Jah­res ging es durch den vir­tu­el­len Blät­ter­wald haupt­säch­lich rund ums Self­pu­bli­shing: Online­händ­ler Ama­zon woll­te Feh­ler in eBooks erken­nen und dann irgend­wie reagie­ren. In den USA geschieht das bereits seit Febru­ar 2016, jetzt auch im deut­schen Shop.

eBooks bei denen Qua­li­täts­pro­ble­me fest­ge­stellt wer­den, mar­kiert Ama­zon mit ent­spre­chen­den Hin­wei­sen. Das kön­nen bei­spiels­wei­se Recht­schreib­feh­ler oder falsch for­ma­tier­te Bil­der sein. Der Mel­dung »Qua­li­täts­pro­ble­me wur­den gemel­det« nach zu urtei­len, greift das Sys­tem dabei aber offen­bar nicht auf auto­ma­ti­sier­te Algo­rith­men zurück, son­dern auf Rück­mel­dun­gen von Kun­den.

Falls in den Ver­la­gen jetzt ein lau­tes »Hähä!« anhebt, da jetzt die unlieb­sa­me Self­pu­blisher-Kon­kur­renz ihr Fett weg bekommt, freut man sich dort aller­dings zu früh, denn wie wir wis­sen, lei­den auch ver­meint­li­che Pro­fi-Publi­ka­tio­nen unter Pro­ble­men, sei­en es Recht­schreib­feh­ler, oder gleich kom­plett mise­ra­bel erstell­te eBooks. Das zeigt sich bei­spiels­wei­se an Carlsens PERCY JACKSON – DIE LETZTE GÖTTIN, das einen ent­spre­chen­den Hin­weis ver­passt bekom­men hat.

Unklar sind wie so oft die Kri­te­ri­en, die bei Ama­zon ange­setzt wer­den, auch bleibt im Unge­wis­sen, wie­vie­le Mel­dun­gen zusam­men kom­men, oder wie wahr­heits­ge­treu die­se sein müs­sen, damit eBooks eine ent­spre­chen­de Mar­kie­rung ver­passt bekom­men. Laut Recher­chen von lesen​.net geht Ama­zon dabei aber offen­bar nach der Prä­mis­se »lie­ber eins mehr als eins weni­ger kenn­zeich­nen« vor.

Man soll­te also mög­li­cher­wei­se neben Ama­zons Hin­weis auch mal einen Blick in die Bewer­tun­gen wer­fen, denn wenn ein Buch tau­sen­de fünf-Ster­ne-Wer­tun­gen hat, soll­te man den Hin­weis viel­leicht nicht zu schwer gewich­ten.

Autoren wie Ver­la­ge erhal­ten übri­gens eine Lis­te der Feh­ler, um die­se behe­ben zu kön­nen, nach­dem das gesche­hen ist, sol­len die neu­en Ver­sio­nen wie bis­her kurz­fris­tig online ste­hen und der Hin­weis ver­schwin­den. Man darf gespannt sein, ob das auch in der Pra­xis funk­tio­niert.

Amazon Prime Reading

amazon-Logo

In den USA baut Online­händ­ler Ama­zon sein Ange­bot für Prime-Kun­den mit »Ama­zon Prime Rea­ding« deut­lich aus. Das gan­ze wirkt wie ein Kind­le Unli­mi­t­ed Light, denn man kann damit über 1000 eBook, Comics, Zeit­schrif­ten und Kind­le Sin­gles ohne wei­te­re Zusatz­kos­ten aus­lei­hen. Dafür benö­tigt man nicht zwin­gend einen Kind­le, das funk­tio­niert auch mit einer App auf Android oder iOS.

Man erhält bei­spiels­wei­se fol­gen­de Zeit­schrif­ten ohne Abon­ne­ment: Natio­nal Geo­gra­phic Tra­ve­ler, Peo­p­le und Sports Illus­tra­ted. Bei den eBooks nennt Ama­zons Pres­se­mit­tei­lung bei­spiels­wei­se The Hob­bit, Har­ry Pot­ter and the Sorce​rer’s Stone, The Man in the High Cast­le, inter­es­sant erscheint hier, dass expli­zit Titel aus dem Phan­tas­tik-Bereich in den Vor­der­grund gestellt wer­den; das Ange­bot beinhal­tet aber auch Non­fic­tion.

Man kann aus dem Ange­bot belie­big vie­le Titel für eine unbe­schränk­te Zeit lei­hen.

Damit macht Ama­zon sei­ne Prime-Mit­glied­schaft wei­ter für Kun­den inter­es­san­ter. Das wun­dert auch nicht, denn offen­bar bestel­len Prime-Kun­den deut­lich mehr als nor­ma­le, der Online­händ­ler betreibt wei­ter­hin agres­si­ve Kun­den­bin­dung. Vor Kur­zem hat­te man erst Twitch Prime ein­ge­führt, mit dem man wer­be­freie Streams oder Ingame-Loot erhält. Prime-Mit­glie­der erhal­ten zudem Rabat­te auf neue Com­pu­ter- und Kon­so­len­spie­le.

Für Ver­la­ge und Autoren mit Titeln in die­sem Pro­gramm dürf­te sich damit ver­mut­lich die Zahl der gele­se­nen Sei­ten und damit die Ein­nah­men erhö­hen.

Bis­her gibt es Ama­zon Prime Rea­ding nur für Kun­den in den USA, es gibt aller­dings kei­nen Grund anzu­neh­men, dass das Pro­gramm nicht auch in Deutsch­land ein­ge­führt wer­den wird. Ob aller­dings hie­si­ge Ver­la­ge mit­spie­len wer­den, bleibt abzu­war­ten. Für mich ist aller­dings bereits das eng­lisch­spra­chi­ge Ange­bot über­aus attrak­tiv.

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