Es ist immer ein schlechtes Zeichen, wenn der gerade goutierte Lesestoff zwischendurch mal ein paar Tage schlicht liegen bleibt, denn das deutet darauf hin, dass er nicht fesselnd genug ist, um mich dazu motivieren, ihn in die Hand zu nehmen. Dabei ist das in diesem Fall eigentlich nicht ganz verständlich, denn im Prinzip hat mir der dritte Band zumindest ein wenig besser gefallen als die ersten beiden NEO-Ausgaben.
Dennoch – und ich muss mich hier leider wiederholen – nimmt mich der Reboot nicht mit auf die Reise, sondern lässt mich erneut eher gelangweilt zurück.
Immerhin, geht es diesmal wenngleich nicht zentral so doch auch zu einem gewissen Teil, um Charaktere, die man den Hauptpersonen zurechnen kann, nämlich auf der einen Seite Clark Flipper, der dann aber tatsächlich nur das Ablenkungsmanöver ist und er weiterhin am Ende des Romans wegen Spoiler zensiert . Zum anderen dreht sich DER TELEPORTER um Dr. Manoli, der zusammen mit Crest unterwegs ist, um Heilung für den schwer erkrankten Arkoniden zu finden.
Nachdem der erste Band des RHODAN-Reboots bei mir nicht sonderlich gut ankam, hatte ich mich dennoch entschlossen, erst einmal weiter zu lesen, um zu sehen, ob das Gebotene besser wird.
Nach der Lektüre des zweiten Bandes unter dem Titel UTOPIE TERRANIA aus der elektronischen Feder von Christian Montillon muss ich allerdings dummerweise feststellen, dass die konzeptionellen Schwächen von NEO sich zumindest für meinen Geschmack offenbar nicht lösen lassen.
Denn: leider scheint mir auch dieser Roman nicht wirklich wie Science Fiction die im Jahr 2036 spielt, sondern mit viel Wohlwollen morgen.
Die geschilderte Welt 25 Jahre in der Zukunft und dabei insbesondere die beschriebene Technik sind nicht realistisch. Sieht man sich einmal an, was heute bereits möglich ist und existiert und was auf einschlägigen Tech- und Medizin-Seiten beschrieben wird, dann sieht die Welt im Taschenheft so aus, als habe man in den kommenden zweieinhalb Dekaden nichts mehr erfunden. Man muss nur mal regelmäßig einen Blick in den Heise-Ticker werfen, der auch über technische und wissenschaftliche Fortschritte und Durchbrüche abseits der IT berichtet und diese weitestgehend massenkompatibel aufbereitet, um zu erfahren, was heute bereits geht und warum die geschilderte Zukunft gerade in Sachen Technik und Computer eher eingestaubt wirkt, denn modern oder gar futuristisch.
Ich war voller Vorfreude und hielt es für eine grandiose Idee, unter dem Titel PERRY RHODAN NEO im Jubiläumsjahr einen Reboot der umfangreichsten SF-Serie weltweit versuchen zu wollen. Nicht nur J. J. Abrams´ STAR TREK und Ron Moores NEW BATTLESTAR GALACTICA hatten gezeigt wie es geht: man bedient sich bekannter Versatzstücke und interpretiert und die bekannten Charaktere mehr oder weniger behutsam neu, um einem Thema frisches Leben einzuhauchen. Wichtig dabei ist nicht nur, dass man mit moderner Erzählweise neue Anhänger gewinnt, sondern auch, dass man die alten Fans nicht vergrätzen darf – man muss Ehrfurcht vor dem Original zeigen und sich vor ihm verneigen, ohne einfach nur kopieren zu wollen oder alles in die Tonne zu treten, was das Vorbild ausmacht. Bekanntes und Neues müssen Hand in Hand gehen und sich ergänzen, wenn solch ein Reboot funktionieren soll – je bekannter und beliebter das Vorbild ist, umso schwieriger das Unterfangen.
Der Eröffnungsband von PERRY RHODAN NEO unter dem Titel STERNENSTAUB im Format »Taschenheft«, verfasst von Frank Borsch, macht unter den eben genannten Aspekten manches richtig, aber leider noch viel mehr falsch…
…
Nach den fast schon apokalyptisch zu nennenden und sich überschlagenden Ereignissen im Vorgängerband CHANGES fragte ich mich, wie Autor Jim Butcher diesen Geschehnissen um seinen magischen Privatdetektiv noch eins draufsetzen wollte. Zudem endete jener Roman mit einem Cliffhanger, der an Dramatik kaum noch zu überbieten war – und nicht nur ich fragte mich, wie er aus der Nummer wieder raus kommen wollte.
Aber Jim Butcher wäre nicht Jim Butcher, wenn er nicht für die ein oder andere Überraschung gut wäre und die von ihm in GHOST STORIES, dem neuesten Band der HARRY DRESDEN-Reihe, präsentierte Nachfolgegeschichte ist an Skurrilität kaum zu überbieten.
Achtung! Ich möchte die Leser dieser Rezension ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich sowohl Geschehnisse in CHANGES deutlich thematisieren muss, als auch Informationen zum neuen Band gebe, die definitiv Spoiler darstellen. Wer beide noch nicht gelesen hat und auch nichts wissen möchte, sollte darüber nachdenken, diese Besprechung nicht zu lesen. Den Dresden-Fans darunter sage ich an dieser Stelle deswegen nur: kaufen! (aber das werden die ohnehin tun) :o)
Anfang Juni kam der Betreiber von PhantaNews auf mich zu und bat mich dieses Buch zu lesen, da er eine Rezension veröffentlichen wollte. Auf meine Frage »warum?«, antwortete er: »Weil es offensichtlich ‘Romantasy’ ist, also ein Frauen-Fantasy-Roman.« Ich wurde daraufhin sehr skeptisch und meinte: »wenn mich die erste Seite nicht sofort fesseln kann, dann lehne ich ab!«.
Nun, die erste Seite war packend genug, so dass er mir das Versprechen abringen konnte, es komplett zu lesen und anschließend eine Rezenzion zu verfassen.
Da hatte ich also den Salat! Sollte man meinen … ich muss zugeben, dass mir das Lesen eine qualitative Berg- und Talfahrt bescheren sollte. Doch schön der Reihe nach.
Geschichten aus dem Universum des Harry Dresden
Ich bin ein sehr großer Fan der Romane von Jim Butcher um den einzigen Magier im Telefonbuch von Chicago, seit ich damals auf den ersten Band gestoßen wurde und lese die neuesten Romane regelmäßig kurz nach Erscheinen im Original.
Zudem bin ich ein Anhänger von Kurzgeschichten, die hierzulande leider von den Publikumsverlagen mehr als stiefmütterlich behandelt werden (weil sie angeblich niemand kauft) und diese Publikationsform fast ausschließlich von Kleinverlagen bedient wird. In englischer Sprache wird man allerdings glücklicherweise gerade im Bereich Phantastik in stetigem Strom mit Anthologien versorgt.
Etwas mehr Zeit als mit den »Hauptromanen« hatte ich mir mit dem Kauf der Storysammlung aus dem »Dresdenverse« gelassen, da ich in ihr zwar gewohnt kurzweilige Kost, jedoch nichts Überragendes wähnte. Wie man sich täuschen kann…
Sherlock Holmes´ Zeitgenossen elektrifiziert und dampfgetrieben
Bei den deutschen Verlagen ist das Genre Steampunk noch nicht angekommen. Mal abgesehen von Veröffentlichungen im Bereich Jugendliteratur (siehe LARKLIGHT und STARCROSS) fehlen Bücher aus diesem Bereich fast vollständig – und das obwohl sich der Steampunk nicht nur im englischsprachigen Raum größter Beliebtheit erfreut, sondern auch in Deutschland bereits zahllose Anhänger hat. Doch das scheint bis zu den Entscheidern über die Verlagsprogramme noch nicht durchgesickert zu sein.
Anmerkung: diese Rezension schrieb ich bereits im Mai 2009 über die englische Fassung des im September 2008 erschienenen Romans. Anlässlich der deutschen Version, die demnächst bei Piper erscheint, veröffentliche ich sie an dieser Stelle neu. Man bemerke, dass es sage und schreibe drei Jahre gedauert hat, bis das Buch bei einem hiesigen Verlag erschien. Ich habe die Rezension minimal erweitert und beispielsweise den deutschen Klappentext sowie das Cover des Piper-Verlags hinzu gefügt.
So ist der Freund von Luftschiffen, britischer Lebensart, dampfgetriebenen Monstrositäten, untadeligen Gentlemen und ihren Ladies fast ausschließlich auf englischsprachige Literatur angewiesen. Als mir von einem »fellow steampunk« das Werk THE AFFINITY BRIDGE des englischen Autoren George Mann ans Herz gelegt wurde, war das ein Vorschlag, dem ich nach der Lektüre des Klappentextes nur allzu gern Folge leistete.
Die diesem Roman zugrunde liegende Idee erscheint dem Fan auf Anhieb attraktiv: Da es eine achte Staffel der Serie im TV nicht gab und 1998 nach sieben Seasons Schluss war mit den Abenteuern der Raumstationbesatzung bei Bajor, lässt man Romane verfassen, deren Handlung drei Monate nach den Geschehnissen der letzten Episode beginnt.
So weit die Idee.
S. D. Perry hatte also die Aufgabe, dem Leser eine neu zusammengestellte und in den Positionen veränderte Crew vorzusetzen und einen Einstieg in einen neuen, unterhaltsamen Handlungsstrang zu schaffen. Gelungen ist ihm das nur bedingt.
Anmerkung: ursprünglich hatte ich die englische Fassung des Romans bereits im November 2009 besprochen, anlässlich der deutschen Fassung bei Cross Cult gibt es diese Neuauflage der Rezension.
Es kennt wohl jeder der sich bereits einmal mit SF auseinander gesetzt hat einen der großen Klassiker des Genres und den wahrscheinlich allerersten Roman der sich mit einer Alien-Invasion beschäftigte: Herbert George Wells´ WAR OF THE WORLDS. Mehrfach verfilmt, von Orson Welles in ein allzu realistisches Hörspiel verwandelt (heutzutage würde man so etwas wohl eine Mockumentary nennen), wurde die Geschichte sogar von Jeff Wayne in ein bis heute erfolgreiches »Rock-Musical« gleichen Namens verwandelt.
Kaum jemand weiß jedoch, dass es eine Fortsetzung gibt. Das mag zum einen daran liegen, dass sie unauthorisiert ist, zum anderen daran, dass der amerikanische Autor und Journalist Garrett Putnam Serviss lange nicht die sprachliche Qualität eines H. G. Wells erreichte, dafür aber Kenntnisse der Astronomie besaß und Sachbücher darüber verfasste. Doch davon abgesehen legte EDISON’S CONQUEST OF MARS den Grundstein für ein anderes SF-Genre, das heutzutage nicht mehr wegzudenken ist: die Space-Opera.
»Angst bringt den Menschen dazu, das Richtige zu tun.«
Elias Kosloff
SF-Krimis sind nicht so häufig wie man vielleicht denken könnte, insbesondere, wenn es sich um deutsche Autoren handelt. Wenn der Roman dann auch noch von einer Frau verfasst wurde, kann man ihn mit Fug und Recht als Exoten einstufen.
SCHLANGENFUTTER ist der erste Band eines Zweiteilers von beim ACABUS-Verlag erschienenen Romanen, die in der neu entstandenen norddeutschen Metropole Hanseapolis spielen. Das Jahr der Handlung ist 2066, die Welt ächzt unter globaler Erwärmung, dadurch gefluteten Küstengebieten und Umweltverschmutzung. Und mit der Menschheit ging es in diesem Umfeld verständlicherweise auch nicht eben bergauf…
Trotz Miriam Pharos durchaus ansprechender Lesung auf dem DortCon ging ich ein wenig skeptisch an den Roman heran, ob die Autorin in der Lage sein würde, das in den Vignetten gezeigte Niveau durchgehend halten zu können. Diese Skepsis war glücklicherweise nicht einmal ansatzweise gerechtfertigt.
Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies und von eingebundenen Skripten Dritter zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest (Navigation) oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst Du Dich damit einverstanden. Dann können auch Cookies von Drittanbietern wie Amazon, Youtube oder Google gesetzt werden. Wenn Du das nicht willst, solltest Du entweder nicht auf "Akzeptieren" klicken und die Seite nicht weiter nutzen, oder Deinen Browser im Inkognito-Modus betreiben, und/oder Anti-Tracking- und Scriptblocker-Plugins nutzen.
Mit einem Klick auf "Akzeptieren" werden zudem extern gehostete Javascripte freigeschaltet, die weitere Informationen, wie beispielsweise die IP-Adresse an Dritte weitergeben können. Welche Informationen das genau sind liegt nicht im Einflussbereich des Betreibers dieser Seite, das bitte bei den Anbietern (jQuery, Google, Youtube, Amazon, Twitter *) erfragen. Wer das nicht möchte, klickt nicht auf "akzeptieren" und verlässt die Seite.
Wer wer seine Identität im Web schützen will, nutzt Browser-Erweiterungen wie beispielsweise uBlock Origin oder ScriptBlock und kann dann Skripte und Tracking gezielt zulassen oder eben unterbinden.