PERRY RHODAN NEO: Christian Montillon – UTOPIE TERRANIA

Nach­dem der erste Band des RHODAN-Reboots bei mir nicht son­der­lich gut ankam, hat­te ich mich den­noch entschlossen, erst ein­mal weit­er zu lesen, um zu sehen, ob das Gebotene bess­er wird.

Nach der Lek­türe des zweit­en Ban­des unter dem Titel UTOPIE TERRANIA aus der elek­tro­n­is­chen Fed­er von Chris­t­ian Mon­til­lon muss ich allerd­ings dum­mer­weise fest­stellen, dass die konzep­tionellen Schwächen von NEO sich zumin­d­est für meinen Geschmack offen­bar nicht lösen lassen.

Denn: lei­der scheint mir auch dieser Roman nicht wirk­lich wie Sci­ence Fic­tion die im Jahr 2036 spielt, son­dern mit viel Wohlwollen mor­gen.

Die geschilderte Welt 25 Jahre in der Zukun­ft und dabei ins­beson­dere die beschriebene Tech­nik sind nicht real­is­tisch. Sieht man sich ein­mal an, was heute bere­its möglich ist und existiert und was auf ein­schlägi­gen Tech- und Medi­zin-Seit­en beschrieben wird, dann sieht die Welt im Taschen­heft so aus, als habe man in den kom­menden zweiein­halb Dekaden nichts mehr erfun­den. Man muss nur mal regelmäßig einen Blick in den Heise-Tick­er wer­fen, der auch über tech­nis­che und wis­senschaftliche Fortschritte und Durch­brüche abseits der IT berichtet und diese weitest­ge­hend massenkom­pat­i­bel auf­bere­it­et, um zu erfahren, was heute bere­its geht und warum die geschilderte Zukun­ft ger­ade in Sachen Tech­nik und Com­put­er eher einges­taubt wirkt, denn mod­ern oder gar futur­is­tisch.

Große Teile des Roman beschäfti­gen sich zum einen mit dem Geheim­di­en­st­mann Mer­cant und zum anderen mit dem chi­ne­sis­chen Gen­er­al Bai Jun. Bei­de Charak­tere arbeit­en in einem Umfeld, in dem sie bere­its heute ständig mit High­tech umgeben wären, in Mon­til­lons Roman fehlt der­gle­ichen aber völ­lig, stattdessen agiert der Geheim­di­en­stler mit Maske und falschen Bärten.

Keine Spur davon, wie man ein­er ständi­gen Überwachung unter­liegt – beispiel­sweise durch Implan­tate, die mit­tels eines GPS-Nach­fol­gers und über eine LTE-Verbindung der vierten Gen­er­a­tion die ständi­ge Ortung ein­er Per­son möglich machen, und wie man beispiel­weise High­tech nutzt, um sich dieser Überwachung zu entziehen. Keine Spur von hochgezüchteten Drohnen, die das Lan­deare­al der STARDUST ständig umschwirren, um kon­tinuier­lich darüber zu informieren, was die Besatzung unter dem Energi­eschirm treibt. Kein­er­lei Funkim­plan­tate, kein Bezahlen via Handy (oder Implan­tat) mit NFC (Near Field Com­mu­ni­ca­tion), kein »always on« im weltweit­en Netz, keine extrapolierten Kom­mu­nika­tion­s­mit­tel, keinen direk­ten Zugriff auf nahezu alle Infor­ma­tio­nen der Welt, das Mod­ern­ste über das man etwas lesen kann ist der Autopi­lot von »Won­der­bras« über­langem Truck und ein ominös­es »Pod«, dessen Fähigkeit­en aber nicht im Detail beschrieben wer­den und das sich wie ein wenig smartes Smart­phone aus­nimmt. Auch Blog­ger bloggen offen­bar immer noch genau­so wie im Jahr 2011…

Stattdessen Tech­nik die an unsere heutige Real­ität gemah­nt und jegliche Vision ein­er durchtech­nifizierten semi-Dystopie ver­mis­sen lässt, obwohl laut Beschrei­bung in den USA ganz offen­sichtlich Home­land Secu­ri­ty mit ihren umfan­gre­ichen Resourcen das Rud­er fest in der Hand hält, und es ins­beson­dere in Chi­na nicht bess­er sein dürfte – im Gegen­teil. Verdächtige wer­den in den »Split­ter der Entwicklung«-Einschüben ver­hört und sog­ar angeschossen, statt sie mit High­tech oder Dro­gen zu behan­deln – wie man es bere­its heute in jedem zweit­en B-Agen­ten­thriller im Kino sehen kann, von den A-Fil­men gar nicht zu sprechen.

Erneut kam mir Leo Lukas´ Anmerkung vom Welt­con in den Sinn: »das Jahr 5000 ist leicht zu beschreiben, 2036 ist schw­er«.

Wie wahr… Den­noch erwarte ich ins­beson­dere von SF-Autoren eine weitaus visionärere Beschrei­bung ein­er nahen Zukun­ft.

Erschw­erend kommt für mich hinzu, dass sich erneut der weitaus größte Teil des Romans nicht um den Titel­helden und seine Mannschaft sowie die Arkoniden dreht, son­dern um Mer­cant und Bai Jun. Ich frage mich, warum PERRY RHODAN NEO auf dem Cov­er ste­ht, wenn der Pro­tag­o­nist kaum in Erschei­n­ung tritt und man sich stattdessen lieber aus­führlich um Neben­fig­uren küm­mert? ERDE 2036 wäre als Titel lei­der deut­lich tre­f­fend­er.

Zu den Tief­punk­ten des anson­sten zumin­d­est rou­tiniert geschriebe­nen Romans gehörte für mich die ein­führende Unter­hal­tung zwis­chen Mer­cant und der Truck­erin, nach­dem der Geheim­di­en­st­mann als Anhal­ter mitgenom­men wurde. Einen der­art unglaub­würdi­gen und real­itäts­fer­nen Dia­log habe ich schon lange nicht mehr gele­sen…

Faz­it: auch Band zwei von PR NEO kann mich nicht überzeu­gen, haupt­säch­lich, da keine zufrieden­stel­lende Vision des Jahres 2036 geboten wird, sowie deswe­gen, weil in einem PERRY RHO­DAN-Roman lei­der viel zu wenig Per­ry Rho­dan vorkommt und man sich stattdessen an Neben­fig­uren verzettelt.

Band drei DER TELEPORTER von Leo Lukas teste ich noch, wenn der eben­falls nicht bess­er wird, gebe ich auf. Schade.

Creative Commons License

 

Bild­nach­weis:
Cov­er­ab­bil­dung UTOPIE TERRANIA Copy­right 2011 VPM

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

23 Kommentare for “PERRY RHODAN NEO: Christian Montillon – UTOPIE TERRANIA”

sagt:

Falsche Bärte? Echt? Unglaublich …

Die Kri­tik muß man natür­lich dif­feren­zieren: Ein­er­seits war PR immer schon arg zeit­genös­sisch; visionäre Autoren mit tech­nis­chem Ein­füh­lungsver­mö­gen sind eben sel­ten und auch die hauen oft daneben, wenn sie spekulieren. Ander­er­seits sollte es möglich sein, Dinge, die man unmöglich präzise extrapolieren kann, im Ungewis­sen zu lassen, um gar nicht erst in diese Falle zu tap­pen. Dann kommt es natür­lich auf die Geschichte und ihre Atmo­sphäre an. Wenn’s da hakt, fällt alt­back­en­er Tech­nikkrem­pel um so mehr ins Gewicht.

Klingt drama­tisch, als hät­ten die Jungs nichts gel­ernt. Bit­ter …

Stefan Holzhauer

sagt:

Man kann sich mit frei erfun­de­nen aber glaub­würdi­gen Beschrei­bun­gen nor­maler­weise über Wass­er hal­ten. Beispiel: Statt Tera-, Exa-, Etto­byte schreibt man Gigaquads. Gibt’s nicht, muss man nicht detail­liert definieren, hört sich aber hochtech­nisch an. Ein Prob­lem weniger.

Mich stört allerd­ings haupt­säch­lich, dass die beschriebene Tech­nik auf heutigem Stand ist und keinen Schritt weit­er. Das gin­ge sog­ar ohne Visio­nen bess­er, wenn man mal eine Stunde im Netz stöbert und recher­chiert, was heute schon geht oder mor­gen vor der Tür ste­ht.

Ich halte das für sehr schade, ins­beson­dere auch deswe­gen, weil ich die Erstau­flage eigentlich ganz unter­halt­sam finde.

Bernd Maier-Leppla

sagt:

Ich kon­nte es bis­lang nicht dingfest machen. Aber nach dein­er Kri­tik fiels mir wie Schup­pen aus den Haaren: NEO ist halt lei­der nicht »Neo« und zwar genau wegen dieser fehlen­den Extrap­o­la­tio­nen. Sind unsere Autoren wirk­lich so unin­spiri­ert? Oder liegt es vielmehr daran, dass die Sci­ence Fic­tion in Deutsch­land (und die beste­ht nun­mal zu 90% aus Per­ry Rho­dan) tat­säch­lich nur von »Schmi­dleins« geschrieben wird? Ander­er­seits: wenn man auf Seit­en wie SF-Fan ins Forum schaut, dann stellt man fest, dass auch die »harten« Fans ziem­liche Lang­weil­er sind. (Aus­nah­men bestäti­gen die Regel).

sagt:

Der Rezen­sion bzw. den Kom­mentaren kann ich nur voll und ganz zus­tim­men. Was ist bei der Neukonzep­tion nur falsch gelaufen? Hat­te man doch wirk­lich viel Zeit, darüber nachzu­denken!
Und manch­mal frage ich mich auch, wer denn vor der Veröf­fentlichung des Romans nochmals Kor­rek­tur ließt. Seite 21, Split­ter der Entwick­lung (2), zwei Tage VOR der Lan­dung der STARDUST in der Wüste Gobi: Wie kann der Pro­fes­sor in seinem zitierten Vor­trag auf Seite 22 darauf Bezug nehmen »was dort draußen in der Gobi vor sich geht?« Ist das ein Hauch von SF oder habe ich etwas falsch ver­standen?
Pos­i­tiv an NEO ist wirk­lich nur der Umstand, dass die Romane bis­lang flüs­sig zu lesen sind und halt doch ein gewiss­es nos­tal­gis­ches Gefühl aufkommt (aber das hätte ich wohl auch, wenn ich die Sil­ber­bände nochmals lesen würde). Ob das auf Dauer aus­re­icht?
Was mich inter­essieren würde wären Kri­tiken von Neule­sern – hab da lei­der noch nichts gefun­den!

Nils Goldberg

sagt:

Ich als NEULESER kann der Rezen­sion und den Kom­mentaren auch nur zus­tim­men. Über den ganzen Tech­nik-Kram kann man ja vielle­icht noch wegse­hen. Viel schlim­mer finde ich die Zukun­ftsvorstel­lung im Hin­blick auf die poli­tis­che Lage. Das wikt defin­i­tiv als wäre es in den 70ern geschrieben wor­den. Was ist den zum Beispiel aus der EU gewor­den?
Ich muss den­noch sagen, dass ich die ersten bei­den Teile sehr lesenswert fand. Ich habe »Der Tele­porter« vor mir liegen und freue mich schon aufs Lesen.
ABER ich freue mich mehr darauf was aus Mer­cant, Adams und Mar­shall wird. Der Hand­lungsstrang um Per­ry Rho­den ist ja abse­hbar. Ich wün­sche Allen vile Spaß beim Weit­er­lesen.

Stefan Holzhauer

sagt:

Hm, Zus­tim­mung zu Rezen­sion und Kom­mentaren, Beschrei­bung der Tech­nik lau, die der poli­tis­chen Lage schlimm, aber den­noch Freude aufs Weit­er­lesen?

Da frage ich mich ern­sthaft: warum?

Nils Goldberg

sagt:

Ganz ein­fach. Die Büch­er sind den­noch gut geschrieben und da sich die Geschichte sowieso weit­er entwick­elt, denke ich mal, dass grade in tech­nis­chen Belan­gen noch ein wenig mehr SFi kommt. Klar. Die jet­zi­gen Män­gel sind nicht weg zu disku­tieren, aber in drei bis vier Büch­ern ändert sich doch sowieso alles. Auch wenn ich Per­ry Rho­dan vorher nicht kan­nte, bleibt es bes­timmt nicht so wie es ist.
Außer­dem will ich wis­sen wie es weit­er geht. Ich kenn die alten Büch­er ja nicht.

Felix Meyer

sagt:

Hal­lo

Wenn man es genau nimmt bin ich nicht wirk­lich ein Neuleser, aber da ich Bau­jahr ´85 bin kenne ich nur die Sil­ber­bände bis Band 33.
Ich finde die Kri­tik an den jew­eili­gen inhaltlichen Fehlern dur­chaus berechtigt. Ger­ade die erste Aus­gabe liest sich sich unglaublich lan­gat­mig. Da ich die Sto­ry ja halb­wegs kenne will ich ja wis­sen wie es weit­er geht und keine sinnlosen Monologe eines schein­bar unter Sauer­stoff­man­gel lei­den­den Per­ry Rho­dan lesen. Da kann man dem Autor nur grat­ulieren das er wenig­stens auf diesem Weg einen Job gefun­den hat.
Die Sache mit der Tech­nik wird sich hof­fentlich in den näch­sten Aus­gaben verbessern.

Weit­er­lesen werde ich trotz­dem, schon weil es von Band zu Band langsam bess­er wird und ich ger­ade von der detailierten Beschrei­bung der Neben­charak­tere sehr ange­tan bin.

Mike Crown

sagt:

Ich denke, daß man den möglichen tech­nis­chen Fortschritt ruhig so lassen kann. Denn seien wir ehrlich, was ist denn so Umw­er­fend­es seit 1990 im Com­put­er­bere­ich geschehen? Okay, ein wenig schnellere Prozes­soren, mehr Spe­ich­er. Aber es ist, wie bei den Autos. Wie unter­schei­den sich die von heute mit denen von 1960 tat­säch­lich, nimmt man mal die Elek­tron­ik weg? Ich denke, daß die bahn­brechen­den Neuerun­gen in den näch­sten 40 Jahren nicht umw­er­fend futur­is­tis­ch­er sein wer­den. Mir gefällt Neo ganz gut, da es sehr dicht geschrieben und jede Menge Sys­temkri­tik zwis­chen den Zeilen zu lesen ist. Bra­vo! Also unangepaßt. Liest man sehr sel­ten.
Ich habe de Erstaus­gabe bis zum let­zten Heft gele­sen und werde neben­bei Neo weit­er­lesen.

Zu den Ster­nen!

Stefan Holzhauer

sagt:

Komisch, ich kann mich wed­er erin­nern 1990 ein weltweites Kom­mu­nika­tion­snetz für jed­er­mann gehabt zu haben, noch kann ich mich erin­nern über­aus leis­tungs­fähige Miniatur­rech­n­er jed­erzeit mit­führen zu kön­nen und damit im Zweifels­fall Zugriff auf nahezu unbe­gren­zte Infor­ma­tio­nen zu haben. Wer sich über die ein­schlägi­gen Quellen informiert hält, der sieht, was alles ger­ade in dem Bere­ich noch auf uns zukommt. Und zwar in allernäch­ster Zukun­ft. Ein paar der fehlen­den Tech­nolo­gien hat­te ich im Artikel zu STERNENSTAUB bere­its angeris­sen.

Naja, die Sys­temkri­tik… die hält sich doch arg in Gren­zen. Wo ist die denn? In Platitü­den wie »Home­land Secu­ri­ty ist böse«? Das kannst Du heutzu­tage schon in jedem zweit­en B-Movie sehen. Ich halte die beschriebene Zukun­ft auch in poli­tis­ch­er Hin­sicht für unglaub­würdig. Wo ist beispiel­sweise die Europäis­che Union? Pleite gegan­gen?

Je mehr ich von NEO lese, desto alt­back­en­er kommt es mir vor.

Mike

sagt:

1990 und 1991 habe ich in Spanien die Ver­wal­tung ein­er Großim­mo­bilie inkl. Hotel per Toshi­ba Lap­top ver­sucht, auf die Rei­he zu bekom­men. War nicht so schnell, wie heute, aber es ging. Damals bin ich mit einem Tele­fon­mo­dem ins Netz gegan­gen. War auch nicht so »schön« bunt und flack­end, aber infor­ma­tiv. Ich habe mir damals auf Wun­sch eines Kun­den aus Japan das Rezept für eine ganz bes­timmte Sushi Art besorgt. Ging auch. Natür­lich im Grunde genom­men kein Ver­gle­ich zu heute, wo jed­er Nor­male ;-) ins Netz kann. Aber bahn­brechend ist nichts. Oder meinst Du so laue Teile, wie Twit­ter und face­book? Auf die kann man gern verzicht­en.

Die Sys­temkri­tik ist sehr ein­fall­sre­ich dargestellt. In den »freien« west­lichen Staat­en geht es heute so zu, wie damals in der DDR und der Sow­i­je­tu­nion. Und das liest man nicht so häu­fig.

[quote=Stefan Holzhauer]Wo ist bei­spiels­weise die Eu­ro­päi­sche Union? Pleite ge­gan­gen?[/quote]Wo denn son­st. Da ist PR Neo ja richtig im Trend und prophetisch ;-)

Was heißt alt­back­en? Es ist gut geschrieben, die Atmophäre stimmt und die Charak­täre sind gut beschrieben. Ich hätte mir gewün­scht, daß Per­ry nicht wieder so der Allesver­ste­her wäre, aber das kann ich ver­nach­läs­si­gen.

Stefan Holzhauer

sagt:

Tja, Du hast das so gemacht. Der Großteil der Men­schen aber nicht. Es geht um Com­put­ertech­nolo­gie, die jed­er­mann zugänglich ist und die jed­er­mann nutzt. Wenn Du keinen Fortschritt siehst: Deine Mei­n­ung sei Dir unbenom­men. Meine ist, dass die beschriebene Tech­nolo­gie ger­adezu hin­ter­wäld­lerisch ist. »Sci­ence« Fic­tion hat nicht umson­st »Sci­ence« im Namen.

Auch die beschriebene »ein­fall­sre­iche Sys­temkri­tik« halte ich für klis­chee­haft und alt­back­en, ins­beson­dere im direk­ten Ver­gle­ich mit anderen SF-Roma­nen oder -Wel­ten.

Die Charak­tere sind abge­se­hen vielle­icht von Mar­shall platt und ohne Tiefe. Die Szenen mit Mer­cant und der Truck­erin nur mal beispiel­haft genan­nt, das geht gar nicht.

Ich denke allerd­ings, wir kön­nen das hier been­den. Dir gefällt’s eben, mir nicht. Ich habe meine Ablehnung in den Artikeln zu den Roma­nen inhaltlich aus­re­ichend begrün­det…

Will

sagt:

Um die Serie weit­erzuen­twick­eln muss man zunächst die Charak­tere auf­bauen. Ich denke die Geduld, die man am Anfang auf­brin­gen muss lohnt sich. Viele Büch­er brauchen auch erst mal ein paar dutzend Seit­en, bevor die Sto­ry Geschwindigkeit aufn­immt. Und PR beste­ht aus vie­len Sto­ries nebeneinan­der. Wenn hier auch hun­derte von Roma­nen zusam­men kom­men sollen, braucht man eine bre­ite Basis. Ich werde weit­erkaufen und weit­er­ver­fol­gen … immer­hin bess­er als die anderen Heftro­mane, oder?

Mike

sagt:

Hal­lo ers’ma‹,
jet­zt habe ich das 5. Heft ange­fan­gen und dachte, mich tritt ein Pferd. Arkoni­dis­che Robot­er verge­hen im Feuer der Chi­ne­sen und Perry’s (arkoni­dis­ch­er) Anzug set­zt aus, weil er von Schrap­nellen explodieren­der Cruise mis­siles getrof­fen wird. Unglaublich. ich denke, ich lese nicht mehr weit­er. Heft 1–4 waren okay für mich. Aber das jezuz! Neh!

Holger

sagt:

Man hätte natür­lich in Per­ry Rho­dan NEO eine »real­is­tis­chere« Vision des Jahres 2036 gestal­ten kön­nen – dann wären die Hälfte der han­del­nden Per­so­n­en Inder oder Chi­ne­sen und Regi­nal Bull wäre Li Dawei. Jet­zt ist die Geschichte so, wie Per­ry Rho­dan in den 60er und frühen 70er Jahren hätte sein müssen: Per­ry Rho­dan ist der Visionär, der die Geschichte der Men­schheit verän­dert – aber er ist nicht die alles dominierende Führerfig­ur. Der »alte« Per­ry Rho­dan aus den 60er und frühen 70er Jahren musste sich zu Recht den Vor­wurf gefall­en lassen, undemokratisch zu sein und zu sehr auf mil­itärische Lösun­gen Wert zu leg­en.
Es ist genau die Stärke von Per­ry Rho­dan NEO, diese Fehler nicht zu wieder­holen.
So gese­hen ist NEO wirk­lich die Vision ein­er besseren zukün­fti­gen Welt, ein­er Welt, in der sozial engagierte und empathis­che Men­schen wie John Mar­shall im Mit­telpunkt ste­hen.
Es ist mir her­zlich egal, ob die Tech­nik nun genü­gend real­is­tisch für das Jahr 2036 ist. Die Tech­nik von Per­ry Rho­dan war nie real­is­tisch und sollte das ja auch nie sein.
Es sind die Men­schen, die eine Geschichte lebendig wer­den lassen. In diesem Sinne ist NEO span­nen­der als alles, was ich bis­lang in PR gele­sen habe (und abge­se­hen von Flüchtigkeits­fehlern bess­er als das meiste auf dem SF-Markt)
Ich hoffe, dass ich John Mar­shall noch lange begleit­en kann. Es wäre schade, wenn NEO eingestellt würde. Es ist der beste Per­ry Rho­dan, den es je gab.
Hol­ger

Stefan Holzhauer

sagt:

Es mag ja sein, dass es Per­so­n­en gibt, denen das gefällt, das sei jedem unbenom­men. Ich habe per­sön­lich gern Sci­ence Fic­tion in mein­er SF…

Aber:

und ab­ge­se­hen von Flüch­tig­keits­feh­lern bes­ser als das meiste auf dem SF-Markt

Das ganz sich­er nicht. Der deutsche SF-Markt allein kann schon mehr, wenn man dann auf den US-Markt blickt und ins­beson­dere aus das, was davon hier nicht veröf­fentlicht wird, kann man diese Aus­sage ganz sich­er so nicht ste­hen lassen.

PR ist keine visionäre, anspruchsvolle SF-Lit­er­atur. Und will das auch nicht (mehr) sein und muss das auch nicht sein. Unter­hal­tung ist auch was Sin­nvolles und ich lese auch die gern. Allerd­ings möchte ich heutzu­tage keine Geschichte lesen, die den Ein­druck macht, als sei sie 20 Jahre alt und das ist bei den NEOs, die ich gele­sen habe, so.

Mike

sagt:

Nochmal zu SF=science fic­tion = wis­senschaftliche Erdich­tung mit fehlen­dem Wahrheit­sanspruch.
Wenn ein Men­sch Zugriff auf die Tech­nik ein­er tech­nisch erhe­blich weit­er­en­twick­el­ten Species hat und sie nutzt, aber mit irdis­chen Mit­teln fast gestoppt wird, ist das nicht mehr SF. Vor allem gibt Per­ry den Robot­ern, die in Rich­tung chi­ne­sis­che Armee laufen/fahren den Auf­trag, sich vor Zer­störung durch die Chi­ne­sen selb­st zu zer­stören. Was für ein Unsinn!!! Die Schutzschirmkup­pel hält den mas­siv­en Beschuß der allerneusten chi­ne­sis­chen Tech­nik stand, aber der Schutzanzug fällt wegen ein paar Split­tern aus. Super aufre­gend!!

Stefan Holzhauer

sagt:

Wenn ein Men­sch Zu­griff auf die Tech­nik ei­ner tech­nisch er­heb­lich wei­ter­ent­wi­ckel­ten Spe­cies hat und sie nutzt, aber mit ir­di­schen Mit­teln fast ge­stoppt wird, ist das nicht mehr SF.

Die Argu­men­ta­tion kann ich in dieser ver­all­ge­mein­erten Form nicht nachvol­lziehen. Wür­den Außerirdis­che auf der Erde lan­den, deren tech­nis­che Möglichkeit­en im großen und ganzen auf einem niedrigeren Niveau sind als die der Erde, wäre das doch immer noch SF. Was Du bemän­gelst ist ein erzäh­lerisches Prob­lem, kein Aspekt über den man SF definieren kann.

Mike

sagt:

Die arkoni­dis­che Tech­nik ist der irdis­chen haushoch über­legen, oder? Und wenn dann was aus­fällt, weil chemis­che Det­o­na­tio­nen ein wenig Stahl durch die Gegend fliegen lassen, dürfte ein nor­maler Prallschirm dem ein Ende bere­it­en, denke ich.
Das ist genau so, wie Inde­pen­dence Day. Läscherlisch!

Und falls eine außerirdis­che Pop­u­la­tion die Erde angriffe, müßte man davon aus­ge­hen, daß sie immer tech­nisch hochste­hen­der wäre, denn wie hät­ten sie es son­st geschfft (u.a. Van-Allen-Gür­tel). Und Lebe­we­sen die zig Licht­jahre durch das All kur­ven, wer­den auch Möglichkeit­en haben, sich sehr effek­tiv zu schützen. Kurzum, ich denke, eine feindliche ;-) Inva­sion aus dem All würde die Men­schheit nicht über­ste­hen, bzw. ihr nichts ent­ge­gen zu set­zen haben.

Stefan Holzhauer

sagt:

Ich habe von SF all­ge­mein und von Aliens all­ge­mein gesprochen, um zu bele­gen, dass die Argu­men­ta­tion was SF ist oder nicht ist nicht zieht. Dem ist weit­er­hin so. Ver­all­ge­mein­ern ist kein Argu­ment.

Gerhard Börnsen

sagt:

Mit NEO zer­stört man die Leg­ende ein­er guten SF-Serie. In Zukun­ft wird es zwei Parteien geben. Jene die PR gele­sen haben und jene die nur NEO ken­nen. Eine Serie in Roman­form, Film und als Hör­spiel ist immer ein Spiegel der Zeit. Warum machen alle den gle­ichen Fehler und nen­nen ihre neuen Serien, Filme etc. nach ein­er bere­its bekan­nten unf flop­pen dann irgend­wann? Der Macht der Namen des Mar­ket­ings wegen? Man hätte dann schon eine neue Serie machen sollen, mit neuen Per­so­n­en und Umstän­den. Jet­zt haben bekan­nte Per­so­n­en aus dem PR-Uni­ver­sum unter­schiedliche Cahrak­tereigen­schaften und Fähigkeit­en. Eigentlich ist das alles auch Betrug an den Ursprungsautoren. Ich nehme einen Roman, schreibe ihn etwas um und set­ze dann meinen eige­nen Namen drunter. Das find­et sich­er kein Autor wirk­lich toll – und viele der »Altleser« auch nicht! Um neue Leser zu find­en muß man nicht alles wieder­holen und mod­i­fizieren, son­dern neue, gute Romane schreiben, die span­nende Aben­teuer ergeben. Da ist es egal ob die im Jahr 5897 oder im Jahr 10. 000 vor Chr. spie­len, oder Jet­zt. Der, welch­er lesen will, der list auch, sucht sich aber Qual­i­ta­tiv die für ihn beste Lit­er­atur aus, die seinem Geschmack entspricht! Schon mal darüber nachgedacht das man in den let­zten Jahren alle Alle­in­stel­lungsmerk­male die PR von anderen Serien abhob abge­baut hat? Das macht sie gle­ich­er und erset­zbar­er. Die sture 4er Block Hand­lungsebe­nen-Poli­tik macht doch auch kein Jugendlich­er mit. In der heuti­gen, etwas schnellebigeren Zeit wo man Rund um die Uhr News über sein Handy abrufen kann – welch­er Jugendliche will 16 Wochen warten bis der ger­ade gele­sene Block weit­erge­ht? Und dann passiert in dem Block nichts wirk­lich inter­es­santes. MUSS man da nicht zwangsläu­fig drauf kom­men das die Romane lang­weilig sind? Fehlt es den Autoren inzwis­chen an Lebenser­fahrung, so das gewisse neue Charak­täre so unre­al­is­tisch wirken? Ich weiß auch, das viele Fans ihre Romane gar nicht mehr lesen son­dern nur noch ins Regal stellen – wie lange noch? Ich per­sön­lich lese inzwis­chen die alten Romane noch ein­mal von vorne, ohne die Kürzun­gen und Ver­fälschun­gen wie sie in den Sil­ber­bän­den bere­its erfol­gten. Ich per­sön­lich habe einige Jahre lang mit mir gekämpft und vor ein paar Monat­en dann die Kon­se­quenz gezo­gen und mein Abbo der Erstau­flage gekündigt. Ich HABE alle Romane gele­sen und habe es mir wirk­lich nicht leicht gemacht aufzuhören. Doch wenn ich nur noch Lück­en­füller lese und nicht der Men­sch und die Helden der Serie im Mit­telpunkt ste­hen, wozu soll ich dann noch lesen? Ein schönes Beispiel ist der Pos­bizyk­lus bei Heyne. 250 Seit­en kon­nte man betiteln als: Das Liebesleben der außerirdis­chen Kak­er­lak­en. Ihr glaub es nicht? LEST ES und ihr werdet ver­ste­hen was ich meine. Es gäbe noch eine Menge mehr zu erwäh­nen, aber warum, wenn der Leser gegenüber früher nicht mehr ernst genom­men wird? Die stark sink­enden Auflagezahlen soll­ten eigentlich Alar­mze­ichen genug sein.

Stefan Holzhauer

sagt:

Mit NEO zer­stört man die Leg­ende ein­er guten SF-Serie.

Das halte ich – vor­sichtig aus­ge­drückt – für halt­losen Unsinn. ich kann in diesem Elab­o­rat auch keine inhaltliche Begrün­dung find­en, die über per­sön­liche Mei­n­ung und per­sön­lichen Geschmack hin­aus geht.

Zudem sehe ich auch inhaltliche Fehler in diesen Aus­sagen, denn es ist keines­falls so, dass »nur die alten Romane ein wenig umgeschrieben wur­den«. Wenn ich das sehe entste­ht bei mir der Ein­druck, dass Du Neo gar nicht gele­sen hast, son­dern die Ablegerserie pauschal abqual­i­fizierst. Das kanns nicht sein.

Ich habe in meinen Rezen­sio­nen der Neo-Romane meine Kri­tikpunk­te detail­liert beschrieben und begrün­det, das soll­test Du vielle­icht eben­falls tun, statt Dich in All­ge­mein­plätzen zu ver­lieren. Die Erstau­flage lese ich übri­gens nach wie vor und die gefällt mir recht gut.

Wa­rum ma­chen alle den glei­chen Feh­ler und nen­nen ihre neuen Se­rien, Filme etc. nach ei­ner be­reits be­kann­ten unf flop­pen dann ir­gend­wann?

Wer ist denn »alle«? Es gibt ger­ade in let­zter Zeit im Film- und Fernse­hbere­ich haufen­weise Beispiele für über­aus erfol­gre­iche Neuau­fla­gen alter Stoffe. Sind Dir die ent­gan­gen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.