Das war sie also, die Verleihung der 86. Academy Awards 2014 – und es ist das geschehen, was abzusehen war: GRAVITY ist der große Abräumer, erhielt allerdings nicht den Preis für den besten Film. Der ging an 12 YEARS A SLAVE. Auch der beste Hauptdarsteller und die beste weibliche Hauptrolle gingen nicht an das Astronauten-Drama, sondern an Matthew McConaughey für DALLAS BUYERS CLUB und an Cate Blanchett für BLUE JASMINE. Aber schon bei der Regie ist GRAVITY erstmalig mit dabei, das Goldmännchen ging an Regisseur Alfonso Cuarón. Insgesamt sieben Oscars konnte das Orbit-Drama einsammeln.
Ebenfalls gesetzt war AMERICAN HUSTLE, doch der ging leer aus, für viele Beobachter erstaunlich.
Hervorzuheben ist noch der Oscar für den animierten Kurzfilm MR HUBLOT, sowie der für UNVERFROREN. Die Preise für das beste Szenenbild und die besten Kostüme gingen gerechtfertigt an DER GROSSE GATSBY.
Als bester Song war unter anderem YOU ARE NOT ALONE von Bruce Broughton und Dennis Spiegel aus dem gleichnamigen Film im Rennen, der wurde von der Jury allerdings disqualifiziert, weil Broughton während der Nominierungswahlperiode bei einigen der Mitglieder der Academy mittels E‑Mail Werbung für Film und Song gemacht hatte. Das wurde als schwerer Regelverstoß gewertet.
In der letzten Nacht vergab man in Hollywood wieder die güldenen Strahlemänner. Dass es sich dabei um eine gigantische Selbstbeweihräucherunge der Filmindustrie und ihrer Erfüllungsgehilfen handelt, hat inzwischen hoffentlich auch der letzte begriffen, dass das Spektakel nichtsdestoweniger unterhaltsam ist, ebenfalls.
Wirkliche Überraschungen gab es in der von Seth McFarlane moderierten Veranstaltung nicht. Erwartungsgemäß gewann Daniel Day Lewis für die Darstellung des US-Präsidenten im Spielberg-Film LINCOLN seinen inzwischen dritten Oscar, laut Medienberichten ein Rekord. Ben Afflecks Polit-Drama ARGO gewann, ebenfalls erwartet, die Auszeichnung für den besten Film. Christoph Waltz erhielt den Award für die beste Nebenrolle für seine Darstellung eines Kopfgeldjägers in DJANGO UNCHAINED; damit seine zweite Auszeichnung, die rst erhielt er für INGLORIOUS BASTERDS, ebenfalls ein Tarantino-Streifen. Bei den Damen gingen die Figuren an Jennifer Jawrence als beste Schauspielerin für die Darstellung einer Nymphomanin in SILVER LININGS PLAYBOOK und die beste Nebendarstellerin an Anne Hathaway für LES MISÉRABLES.
Einen »großen« Gewinnerfilm gab es eigentlich nicht, allerdings wurde LIFE OF PI gleich vier mal mit einem Preis bedacht. Regisseur Ang Lee konnte den Oscar für die beste Regie mit nach Hause nehmen, zudem sackte der Film Auszeichnungen für die Filmmusik, Kamera und Spezialeffekte ein.
Zum Genre brauchen wir nicht viel zu sagen, BRAVE als bester animierter Film, wenn man den als Phantastik einstufen möchte. Der HOBBIT fand trotz seiner grandiosen 3D-Cinematografie nur am Rande statt. Was rauchen die in Hollywood eigentlich? Ansonsten ist vielleicht noch erwähnenswert, dass Adele für ihren BOND-Song SKYFALL eins der güldenen Männchen erhielt – auch nicht überraschend.
Interessant ist in diesem Zusammenhang noch, zu erwähnen, dass sich aufgrund der Verleihung des Oscar für die besten Spezialeffekte an LIFE OF PI Widerstand bei den SFX-Künstlern Hollywoods regt, die erbost darüber sind, dass die Arbeitsbedingungen bei der Produktion der SFX für den Film unschön gewesen sind, das Budget unzureichend war, dass der Regisseur darüber klagte, »die Entwicklungsabteilungen für Effekte seinen so teuer« und er diese gern billiger hätte. Die Firma »Rhythm & Hues Studio«, verantwortlich für die Spezialeffekte in SNOW WHITE AND THE HUNTSMAN sowie LIFE OF PI musste aufgrund der schlechten Bezahlung gerade Bankrott anmelden. Dadurch fühlen sich die Spezialeffekt-Künstler herabgesetzt – und das meiner Ansicht nach zu Recht. Einen offenen Brief von Philip Ray Broste an Ang Lee zu diesem Thema findet sich im Blog VFX Soldier . Mehr Details dazu auch auf der Facebook-Seite »VFX Solidarity International«.
Die gute Nachricht zuerst: mit insgesamt fünf Goldmännchen hat ein Phantastik-Film groß abgesahnt. HUGO (CABRET) gewann die Preise in den Kategorien »Bester Ton«, »Bester Tonschnitt«, »Beste Kamera«, »Bestes Szenenbild« und »Beste visuelle Effekte«. Damit wurde mit Pixomondo, die die Effekte für den Film realisierten (und nicht »bastelten«, wie es bei manchen »Qualitätsmedien« zu lesen ist), auch eine deutsche Firma ausgezeichnet. Das freut den Phantastik-Anhänger (also mich) natürlich ebenso wie den Computergrafik-Fan (also mich). Dass es sich dabei nicht um die angeblich »wichtigen« Kategorien handelt, wie die Mainstream-Medien in typischer Miesmacher-Art nicht müde werden zu betonen, ist mir persönlich dabei reichlich egal.
Der andere große Gewinner des Abends ist nicht ganz unerwartet der französische Stummfilm THE ARTIST, der Preise für die beste männliche Hauptrolle (Jean Dujardin), die beste Regie (Michel Hazanavicius), die beste Musik (Ludovic Bource) und den besten Film (Produzent: Thomas Langmann) einstreichen konnte. Da der Film geradezu eine Antithese zu Hollywood darstellt (winzige Produktionskosten, der Verzicht auf Bombast und überbordende CGI), ist das natürlich besonders erfreulich.
Der beste Song ging für MAN OR MUPPET an DIE MUPPETS (verblüffenderweise, möchte ich anfügen). War noch was? Ach ja, Meryl Streep erhielt eine güldene Statue für ihre Darstellung von Margaret Thatcher in THE IRON LADY (DIE EISERNE LADY).
Warum denn jetzt diese Überschrift? Melissa Leo sprach das böse F‑Wort dreisterweise bei ihrer Dankesrede anlässlich des Oscars für die beste Nebendarstellerin – allerdings haben die amerikanischen Fernsehzuschauer es nicht zu hören bekommen, weil weggepiepst. Seit Nipplegate wird ja nichts mehr live ausgestrahlt und so sendet man auch die Academy-Awards mit einer Verzögerung von ca. einer Minute, um alles was man für peinlich hält schnell noch entfernen zu können. Spinner.
Das war dann offensichtlich auch der Höhepunkt einer ansonsten eher lahmen Veranstaltung ohne Überraschungen. Auch hier ist THE KINGS SPEECH erneut der große Gewinner mit den Preisen in den Kategorien Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Colin Firth), Beste Regie, und Bestes Originaldrehbuch. Der Preis für die beste Hauptdarstellering ging auch bei den Oscars an Natalie Portman für ihre Darstellung in BLACK SWAN.
INCEPTION hat zwar ebenfalls vier der Goldmänner abgegriffen, allerdings »nur« in den Kategorien Beste Kamera, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Beste visuelle Effekte.
Als Genre-Filme wären noch zu erwähnen ALICE IN WONDERLAND (Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign), WOLFMAN (Bestes Makeup) und TOY STORY (Bester Animationsfilm, Bester Song).
Das TRUE GRIT-Remake hielt man keiner Auszeichnung für wert – äußerst traurig…
Die komplette Gewinnerliste im vollständigen Artikel.
…war auch gestern wieder im Kodak Theater in Los Angeles zu hören, als die 82. Verleihung der Academy Awards stattfand. In den Medien wird heute natürlich ständig und ausdauernd auf Christoph Waltz hingewiesen, der den Goldkerl für die Darstellung eines SS-Offiziers in Tarantinos INGLORIOUS BASTERDS als bester Nebendarsteller erhielt.
Überraschend allerdings die Tatsache, dass AVATAR nur beim Szenenbild, der Kamera und selbstverständlich den visuellen Effekten abräumen konnte. Ein weiterer Genre-Film ist STAR TREK, der fürs Makeup ausgezeichnet wurde.
»Bester Film« und »beste Regie« konnte Kathryn Bigelow für THE HURT LOCKER einheimsen, damit ging zum ersten Mal der Regie-Oscar an eine Frau.
Sandra Bullock erhielt den Preis für die beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in THE BLIND SIDE. Interessanterweise hatte sie am Tag davor auch die Goldene Himbeere (Golden Raspberry, kurz »Razzie«) als schlechteste Schauspielerin (in VERRÜCKT NACH STEVE) erhalten und auch diesen Preis im Gegensatz zu anderen »Gewinnern« persönlich abgeholt. Nach der Oscar-Verleihung gab sie an, die beiden Preise nebeneinander aufs Regal stellen zu wollen: »Sie werden Seite an Seite stehen. Man muss das Gute genauso nehmen wie das nicht so Gute.« Für diese saubere Aktion erhält sie hier den Platz als Artikelbild (aus der Wikipedia). :o)
Die vollständige Liste der Preisträger, Nominierten und Laudatoren im erweiterten Artikel.
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