Der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) hat die drei vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossenen Buchhandlungen aktiv getäuscht. In einer vom BKM zu verantwortenden E‑Mail vom 10.02.2026 heißt es: „Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Sie von der unabhängigen Jury nicht für eine Auszeichnung ausgewählt wurden. Die Jury hat sich bei dem sehr hohen Niveau der Bewerbungen die Entscheidungsfindung nicht leicht gemacht. Die getroffene Wahl schmälert deshalb keineswegs unsere Hochachtung für Ihr großes Engagement.“
Die Jury hat in ihrer Stellungnahme vom 09.03.2026 klargestellt, dass sie die drei Buchhandlungen als Preisträgerinnen vorgesehen hatte. Die nachträgliche Entscheidung, die drei Buchhandlungen von der Prämierung auszuschließen, sei von dem BKM getroffen worden und hätte außerhalb des Einflussbereichs der Jury gelegen.
Man lasse sich das auf der Zunge zergehen. Der Kulturstaatsminister schließt hoheitsvoll und in Großgrundbesitzermanier (und zudem intransparent und rechtlich fragwürdig) Buchhandlungen vom Preis aus, nachdem diese von der Jury ausgesucht wurden und behauptet dann auch noch, die Jury habe sie nicht gewählt, obwohl das eindeutig nicht stimmt.
Ebenfalls pikant die Aussage, dass die Informationen zu dem Vorgang und dem Ausschluss durch Weimer durch eine Whistleblowerin bekannt gemacht wurden, ohne diese wüsste man gar nichts von dem Vorgang. Die Rechtsanwältin findet deutliche Worte:
Es entsteht der Eindruck, dass Weimer und seine Behörde gelogen haben, um sich der öffentlichen Diskussion und der gerichtlichen Kontrolle zu entziehen.
Hinzu kommt, dass zwei der drei Buchhandlungen nicht nur den Deutschen Buchhandelspreis bekommen sollten, sondern zudem auch noch durch die Jury als »besonders herausragende Buchhandlungen« prämiert wurden, was das Fehlerverhalten von Weimer, seiner Behörde und möglicherweise auch des Innenministeriums via Verfassungsschutz noch drastischer macht.
Seit gestern sind Klagen gegen den BKM und das Bundesamt für Verfassungsschutz vor den Verwaltungsgerichten Berlin und Köln anhängig.
Seit dem letzten Wochenende ist unter der Adresse https://lesen-hilft.org eine Sammelaktion zur finanziellen Unterstützung der Grundsatzverfahren der drei Buchhandlungen online. Auf der Internetseite heißt es: »Diese Kampagne ist mehr als eine finanzielle Unterstützung. Sie ist ein Zeichen dafür, dass unabhängige Buchkultur wichtig ist.«
So wie ich das beobachte, versucht Weimer das Ganze übrigens auszusitzen.
Bild Weimer By Martin Rulsch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=164782033
Kulturstaatsminister Weimer ist bereits in der Vergangenheit mit fragwürdigen und strunzkonservativen Aktionen aufgefallen, wenn er beispielsweise Förderungen für Kulturstätten in Frage stellt, die ihm nicht in sein reaktionäres Weltbild passen. Doch seine neuste Posse fliegt ihm glücklicherweise gerade um die Ohren, denn sie ist in meinen Augen nicht haltbar und vor allem demokratiezersetzend, weil sie die Meinungspluralität in Frage stellt.
In einer reichlich peinlichen Einmischung in die Durchführung des Deutschen Buchhandlungspreises hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (offiziell parteilos, aber politisch offenbar weit rechts) drei Buchhandlungen die Teilnahme verwehrt, weil sie ihm nicht nur »zu links«, sondern angeblich sogar »linksextremistisch« sind. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen, ein Kulturstaatsminister erklärt im Prinzip die Meinungsfreiheit für beendet. Und möchte erneut das Narrativ des Linksextremismus bedienen, obwohl das völliger Unsinn ist, denn längst nicht jede, die links ist, ist deswegen auch gleich linksextrem. Das ist ausschließlich ein Märchen, das uns Rechte bis weit Rechte – insbesondere aus konservativen Parteien – immer wieder vorbeten wollen, um Linke zu diskreditieren und um den Dialog und die Gesellschaft mit voller Absicht und aus naheliegenden Beweggründen nach rechts zu verschieben.
Betroffen sind der Buchladen zur schwankenden Weltkugel in Berlin, The Golden Shop in Bremen und Rote Straße in Göttingen, übrigens allesamt Läden, die von Vorgängern des derzeitigen Kulturstaatsministers für ihre Arbeit gewürdigt wurden.
Ein Sprecher der Bundesregierung phantasiert etwas davon, dass man »Extremismus in jeder Form und entschlossen« begegnen wolle. Dass das angesichts der beschuldigten Läden an Lächerlichkeit kaum noch zu überbieten ist, ist offensichtlich. Und belegt erneut meine Aussage von oben, dass hier eindeutig der Versuch stattfindet, zu diskreditieren und die Gesellschaft mit falschen Anschuldigungen nach rechts zu verschieben. Vorgeschoben werden »verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse«, ohne jedoch irgendwelche Details zu nennen (vorgeschoben als Grund, dass keine Details genannt werden, sei »Geheimnisschutz«, lächerlich), sowie ein umstrittener Erlass aus dem Jahr 2017, der bislang auf den Kulturbereich keine Anwendung fand. Das sogenannte »Haber-Verfahren« wird seit 2004 vom Bundesinnenministerium angeboten und soll verhindern, dass Extremisten staatliche Fördergelder erhalten – hat Dobrindt also auch noch seine Finger im Spiel? Jurist°innen und Datenschützer°Innen kritisieren das Verfahren seit Jahren als rechtlich problematisch. Es gibt Zweifel an der Vereinbarkeit mit Datenschutz- und Grundrechten, weiterhin fehlt eine klare gesetzliche Grundlage. Man muss den Eindruck gewinnen, dass Bundesregierung und Weimer in beinahe verzweifelt anmutender Weise nach Gründen für den Ausschluss gesucht haben – und seien sie auch noch so fadenscheinig.
Außerdem:
Wenn der „Verdacht auf Extremismus“ als Mittel dient, um intransparente und nicht überprüfbare Kriterien als Begründung für ein solches Verbot anzuwenden, das letztlich dazu beiträgt, Kultur als angeblich untragbar zu diskreditieren, die nicht mit Regierungsinteressen zusammenpasst, dann erinnert das eindeutig an dunkelste Phasen der deutschen Geschichte. Wehret den Anfängen!
Und man kann zudem ganz klar Parallelen zum Verhalten der Trump-Regierung in den USA ziehen, die ebenfalls versuchen, politische Gegner als linke Terroristen zu verleumnden. So weit ist es jetzt also in Deutschland schon gekommen, dass konservative Politiker Jurys aus dem Kulturbereich vorschreiben wollen, wen diese auszeichnen dürfen und wen nicht.
Unsere Demokratie ist in Gefahr. Und wie wir immer öfter feststellen müssen, nicht nur durch gesichert Rechtsradikale wie die AfD, sondern auch durch vermeintliche Volksparteien der Mitte, die sich mehr und mehr am rechten Rand anbiedern und den demokratischen Boden offenbar verlassen möchten. Im verzweifelten Versuch, am rechten Rand zu fischen und AfD und Co ihre Wähler wieder abzunehmen, obwohl es sogar wissenschaftlich belegt ist, dass das nicht funktioniert, sondern sogar im Gegenteil zu mehr Akzeptanz der extremen Rechten führt. Aber als Steigbügelhalter hat die CDU aufgrund ihrer Geschichte bekanntermaßen Erfahrung.
Sogar der sonst ebenfalls als eher konservativ bekannte Börsenverein des Deutschen Buchhandels äußert sich kritisch zu Weimers rechten Ausfällen:
Das Prüfverfahren und die Ergebnisse bleiben für die Betroffenen geheim und sind somit nicht anfechtbar. Die Würdigung der kulturellen Leistung einer Buchhandlung von einer etwaigen politischen Ausrichtung ihres Sortiments abhängig zu machen, lehnen wir grundsätzlich ab.
Auch andere Protagonisten der Buchbranche positionieren sich deutlich, beispielsweise der renommierte Verlag Kiepenheuer und Witsch:
Mit Sorge betrachten wir den intransparenten Eingriff des BKM bei der Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises und die daraus folgende Stigmatisierung dreier Buchhandlungen. Dass sie ohne Angabe von Kriterien und Gründen von der Liste der Preisträger gestrichen werden, ist nicht akzeptabel. Wir erwarten eine Aufklärung seitens des BKM @bundeskultur
Und auch ansonsten ist die Resonanz von Verlagen, Autor°Innen und politischen Akteuren völlig zu recht und dankenswerterweise äußert kritisch, denn hier werden völlig inakzeptable Präzedenzfälle geschaffen, indem in unerträglicher, demokratiezersetzender Weise unbequeme Akteure als extremistisch geframed werden sollen. Das ist nicht nur lächerlich, das ist zudem politisch brandgefährlich, denn wenn auf diesem Weg für Konservative unbequeme Meinungen und politische Akteure diskreditiert werden sollen, dann sind wir auf dem besten Weg zu Zuständen, wie sie in den USA herrschen.
Möchte die Bundesregierung das wirklich?
Als Zivilgesellschaft sollten wir uns solchen politischen Machenschaften aus dem konservativen Lager dringend und deutlich entgegen stellen.
sind die Webseiten der drei Buchläden. Wäre doch schade, wenn dort plötzlich Bücher und/oder Gutscheine in rauen Mengen bestellt werden würden, oder?
»In diesen Zeiten« sei Literatur unverzichtbarer denn je, behauptet Wolfram Weimer – um dann drei Buchhandlungen von einer Preisliste zu schmeißen. Warum das der falscheste Ort für Terrorabwehr ist.
Hält der Kulturstaatsminister das Bundesamt für Verfassungsschutz für kompetent, die Arbeit von Kultureinrichtungen zu bewerten? Falls ja: Muss man davon ausgehen, dass demnächst Theater, die Stücke von Bertolt Brecht oder Heiner Müller spielen, oder die Wagner-Festspiele in Bayreuth vom Verfassungsschutz beobachtet werden?
Auch für den Preis 2025 wurde eine unabhängige, aus Fachleuten bestehende Jury berufen, die ihre – ungemein arbeitsintensive – Aufgabe unerschrocken anging und 118 Buchhandlungen für auszeichnungswürdig erachtete. Mit der Entscheidung Weimers, nun drei dieser Buchhandlungen von der Liste zu streichen, fällt er nicht nur der Jury in den Rücken, sondern macht den Preis lächerlich und beschämt die Prämierten, die das Wohlwollen des Staatsministers behielten.
Buchhandlungen kündigen juristische Schritte gegen den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Verfassungsschutz an
Der Deutsche Buchhandlungspreis wird jährlich an über einhundert Buchhandlungen verliehen. Welche Buchhandlung mit dem Preis gewürdigt wird, entscheidet eine jährlich wechselnde Jury von Fachleuten aus der Buchbranche nach Durchsicht der Bewerbungsunterlagen. Die Abzeichnung der Nominiertenliste durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) war bisher reine Formsache.
Wie die Süddeutsche Zeitung am 03.03.2026 berichtete, hat dieses Jahr der BKM drei der nominierten Buchhandlungen von der Liste gestrichen mit der Begründung, es lägen „verfassungsschutzrechtliche Erkenntnisse“ über sie vor. Der BKM griff mit dem sog. Haber-Verfahren in eine Entscheidung einer unabhängigen Jury ohne belastbare Begründung ein.
Die von diesem Eingriff betroffenen drei linken Buchhandlungen Golden Shop (Bremen), Rote Straße (Göttingen) und Zur schwankenden Weltkugel (Berlin) gehen nun gerichtlich gegen die Streichung von der Preisliste vor. Mit Rechtsanwält:innen sowie mit Unterstüzung des Gegenrechtsschutzes von FragDenStaat und der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) setzen sich die Buchhandlungen auch gegen das rechtsstaatlich fragwürdige sog. Haber-Verfahren und die verdeckte Einflussnahme durch den Verfassungsschutz zur Wehr.
Die Konsequenz kann nur sein, dass der Kulturstaatsminister den Ausschluss dieser drei Buchhandlungen zurücknimmt und wieder alle 118 von der Jury zur Prämierung vorgeschlagenen Buchhandlungen auszeichnet.
Das Haber-Verfahren wurde zur Bekämpfung extremistischer und terroristischer Organisationen entwickelt. Im Kulturbereich hat es nichts zu suchen.
Die Solidarität ist sehr groß, weit über den Buchhandel hinaus und bis in die Verlage und alle anderen Bereiche der Branche hinein. Alle lehnen das Vorgehen des BKM unisono ab.
Weimers Vorgehen ist kafkaesk, findet Stefan Koldehoff, Dlf-Chefreporter Kultur. Er legt dem Kulturstaatsminister einen Rücktritt nahe.
Bild Weimer By Martin Rulsch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=164782033
Zwei der großen Player in der US-amerikanischen Science Fiction- und Fantasy-Szene haben im Januar ihre Regeln gegen generative KI verschärft. Sowohl die San Diego Comic-Con als auch die Science Fiction and Fantasy Writers Association (SFWA) verbieten jetzt KI-generierte Inhalte – nachdem beide Organisationen bei dem Thema zunächst ziemlich gepatzt hatten.
Die SFWA hatte im Dezember neue Regeln für die Nebula Awards verkündet: Komplett von Large Language Models geschriebene Werke sollten nicht zugelasen werden, während Autor°Innen, die LLMs irgendwo im Schreibprozess nutzten, das offenlegen mussten. Die Autor°Innen und auch viele Fans waren »not amused«. Genre-Journalist Jason Sanford warnte, damit lasse man die Tür für KI-Content »einen Spalt breit offen«. Der Vorstand ruderte binnen Tage zurück, entschuldigte sich und verschärfte die Regeln: Werke, die »ganz oder teilweise« mit LLMs geschrieben wurden, sind komplett von den Nebula Awards ausgeschlossen. Jegliche KI-Nutzung führt zur Disqualifikation.
Sanford sieht das zwiespältig. Er nutzt selbst keine generative KI für seine Fiction, weil die Tools »nicht wirklich kreativ sind und den Sinn des Geschichtenerzählens zerstören«. Gleichzeitig warnt er davor, dass die Abgrenzung schwierig bleibe – LLMs stecken inzwischen in Textverarbeitung und Suchmaschinen und etliche Firmen zwingen einem die Tools geradezu auf. Autoren könnten unwissentlich disqualifiziert werden:
We also have to be careful about not turning this into a witch hunt against writers, dissecting their every story to see if there is any LLM usage no matter how minor.
Die Comic-Con machte eine ähnlich unglückliche Figur. Künstler°Innen entdeckten in den Regeln der Kunstshow eine Klausel, die KI-generierte Kunst zwar vom Verkauf ausschloss, deren Ausstellung aber erlaubte. Nach Protesten wurden die Regeln stillschweigend geändert: Material, das ganz oder teilweise durch KI erzeugt wurde, ist jetzt generell untersagt. Kunstshow-Chef Glen Wooten erklärte gegenüber Künstler°Innen, die bisherigen Regeln hätten als Abschreckung gedient, aber jetzt sei deutlichere Ansage nötig:
But the issue is becoming more of a problem, so more strident language is necessary: NO! Plain and simple
Die Art und Weise wie das stillschweigend und erst nach Protesten durchgeführt wurde, ist aber natürlich zumindest fragwürdig.
Die Diskussion, wo genau die Grenze bei KI-Nutzung verläuft, dürfte (nicht nur) diese Szene noch länger beschäftigen, zumindest bis zum Platzen der KI-Bubble.
Am 18. Dezember 2025 findet im Literaturhaus Wuppertal (Wiesenstraße 6, 42105 Wuppertal) von 19:30 bis 21:30 die Veranstaltung GEGENLESEN statt. Carla Kaspari, Christian J. Meier und Ryan Rockwell reden über ihre Science Fiction-Bücher. Von der Veranstaltungswebseite:
Drei Autor:innen miteinander im Gespräch über ihre Bücher – das ist die Idee der Literaturhaus-Veranstaltungsreihe Gegenlesen. Eingeladen sind Autor:innen aus Wuppertal, aber auch von weiter weg. Am 18. Dezember, 19:30 Uhr, in der INSEL zu Gast sind diesmal Carla Kaspari, Christian J. Meier und Ryan Rockwell. Alle drei präsentieren ihre eigenen Romane, die in der Zukunft spielen.
Carla Kaspari ist Schriftstellerin und Drehbuchautorin aus Köln. Mit Jan Böhmermann schrieb sie das Drehbuch für den satirischen Fernsehfilm „Die Innenministerkonferenz“. 2020 erhielt sie ein Autorinnenstipendium des Landes NRW und den Förderpreis der Kölner Literaturtage. Ihr erster Roman „Freizeit“ erschien 2022. Zum Gegenlesen bringt sie ihren neuesten Roman „Das Ende ist beruhigend“ mit. Das Buch führt in das Jahr 2130 in ein italienisches Dorf unter einer Glaskuppel, in dem das Leben perfekt zu sein scheint. Die Welt außerhalb dagegen ist alles andere als idyllisch. Der Roman schildert eine Utopie in einer Dystopie und stellt die Frage, ob ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft noch möglich ist.
Christian J. Meier aus Groß-Umstadt im nördlichen Odenwald schreibt als Wissenschaftsjournalist darüber, wie neue Technologien die Welt verändern. Seine Texte erscheinen in der Süddeutschen Zeitung, der Neuen Zürcher Zeitung oder bei Riffreporter.de. Außerdem schreibt der studierte Physiker und Science-Fiction-Fan Sachbücher, Romane und Kurzgeschichten. Seine drei Romane standen jeweils auf der Shortlist des Deutschen Science-Fiction-Preises, sein jüngstes Werk „Apeirophobia“ zudem auf der des Kurd-Lasswitz-Preises. In dem Buch, das er zum Gegenlesen mitbringt, kontrolliert die katholische Kirche im 22. Jahrhundert das ewige Leben – und damit auch die Gesellschaft. Das Ergebnis ist ein totalitärer Gottesstaat.
Ryan Rockwell lebt in Wuppertal und bringt seinen für den Literaturpreis Seraph nominierten Roman „Existenz – Das Mars-Paradox“ mit zum Gegenlesen. Darin verliert die Crew bei der ersten bemannten Mars-Mission im Jahr 2064 das Bewusstsein und erwacht anschließend ohne Erinnerungen. Zudem ist ein Mitglied der Gruppe tot und es stellt sich die Frage, ob es einen Mord auf dem Mars gab. Rockwells Kindheit in den Achtziger und Neunziger Jahren prägte seine Liebe für Science-Fiction. Schließlich dachte er sich eigene Geschichten mit Aliens und Raumschiffen aus. 2021 brachte Ryan Rockwell mit „Neobiota – Der Ausbruch“ seinen Debütroman heraus. Mittlerweile hat er über 20 Romane geschrieben, die er im Selbstverlag herausgibt.
Zur Veranstaltung Gegenlesen bringen die drei Autor:innen nicht nur ihre eigenen Bücher mit, sondern haben auch die Bücher der anderen vorab gelesen. Auf der Bühne führen sie nun ein von Fabian Mauruschat moderiertes Gespräch: Was ist ihnen bei der Lektüre aufgefallen, was hat literarisch überrascht und begeistert, welche Fragen stellen sich zu Text und Genre, was verdient Anerkennung, welche Kritik ist angebracht?
Die Veranstaltungsreihe Gegenlesen wird im Jahr 2025 gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Eintritt: Abendkasse: 12,00 €, ermäßigt 8,00 €, im Vorverkauf über Wuppertal-Live: 10,00 €, ermäßigt 6,00 €.
Die Erscheinungstermine der letzten beiden Romane um Harry Dresden, den Magier aus Chicago, liegen nun auch schon wieder ein paar Jahre zurück, die kamen mit einiger Verspätung (aufgrund gesundheitlicher Probleme des Autors Jim Butcher) in 2020 heraus (Wahnsinn, war das nicht erst gestern?).
Jetzt wurde der Termin für den nächsten Dresden angekündigt: Band 18 trägt den Titel TWELVE MONTHS und soll im Januar 2026 erscheinen (das ginge sicher schneller, wenn er nicht auch noch einen Vertrag für diese unsägliche Steampunk-Reihe CINDER SPIRES unterschrieben hätte, auf die er offenbar eigentlich keinen Bock hat, wie man im ersten Roman sofort merkte). Eine Inhaltsbeschreibung gibt es schon:
Harry Dresden, Chicago’s only professional wizard, has always managed to save the day—but, can he save himself?
One year. 365 days. Twelve months.
Harry Dresden has been through a lot, and so has his city. After Harry and his allies narrowly managed to save Chicago from being razed to the ground, everything is different—and it’s not just the current lack of electricity.
In the battle, Harry lost people he cared about. And that’s the kind of loss that takes a toll. Harry being Harry, he’s doing his level best to help the city and his friends recover and rebuild. But it’s a heavy load, and he needs time.
But time is one thing Harry doesn’t have. Ghouls are prowling Chicago and taking out innocent civilians. Harry’s brother is dying, and Harry doesn’t know how to help him. And last but certainly not least, the Winter Queen of the Fae has allied with the White Court of vampires—and Harry’s been betrothed to the seductive, deadly vampire Lara Raith to seal the deal.
It’s been a tough year. More than ever, the city needs Harry Dresden the wizard—but after loss and grief, is there enough left of Harry Dresden the man to rise to the challenge?
Der ebenfalls bereits angekündigte Roman MIRROR MIRROR soll nun offenbar als Band 19 herausgebracht werden.
DRESDEN FILES ist mit Abstand meine Lieblings-Romanserie, die begleitet mich jetzt schon seit 25 Jahren. Ich freue mich sehr und Weihnachten kommt somit etwas später … ;)
Coverabbildung Copyright Penguin Random House
Soeben ist die bereits 31. Ausgabe des kostenlosen Magazins PHANTAST erschienen. Wer hier länger mitliest weiß, dass PHANTAST ein professionell gemachtes, langjähriges, erscheinendes Fanzine aus dem Bereich Phantastik ist (wie der Name ja auch bereits andeutet). Herausgegeben wird PHANTAST von literatopia.de und fictionfantasy.de. Als Redakteurin der aktuellen Ausgabe zeichnet Judith Madera.
Diesmal geht es um GOTTHEITEN, es finden sich zahlreiche Artikel, die sich mit dem Thema befassen, aber auch zahllose Rezensionen rund um Medien zum Thema, natürlich zuvorderst Bücher. Zudem Interviews mit Michael Kleu, Lucia Herbst und Sophie DeLast und nicht zuletzt die Kurzgeschichte GOTTESSTURZ von Swantje Niemann.
Das Cover und diverse Innenillustrationen stammen von Xanathon (und wem der Name irgendwie bekannt vorkommt, der liegt richtig, das ist mein Alter Ego als Digitalkünstler).
Eins vorab: Wer den Begriff »woke« in negativer Konnotation benutzt, hat sich automatisch für jegliche erwachsene Diskussion disqualifiziert.
Laut Duden bedeutet woke:
„in hohem Maß politisch wach und engagiert gegen (insbesondere rassistische, sexistische, soziale) Diskriminierung“.
Oder in der englischsprachigen Wikipedia:
Woke is an adjective derived from African-American English used since the 1930s or earlier to refer to awareness of racial prejudice and discrimination, often in the construction stay woke. The term acquired political connotations by the 1970s and gained further popularity in the 2010s with the hashtag #staywoke. Over time, woke came to be used to refer to a broader awareness of social inequalities such as sexism and denial of LGBTQ rights.
Übersetzt: Woke ist ein Adjektiv, das aus dem afroamerikanischen Englisch stammt und seit den 1930er Jahren oder früher verwendet wird, um das Bewusstsein für rassistische Vorurteile und Diskriminierung zu bezeichnen, oft in der Konstruktion stay woke. Der Begriff erhielt in den 1970er Jahren politische Konnotationen und gewann in den 2010er Jahren mit dem Hashtag #staywoke weiter an Popularität. Im Laufe der Zeit wurde woke verwendet, um ein breiteres Bewusstsein für soziale Ungleichheiten wie Sexismus und die Verweigerung von LGBTQ-Rechten zu bezeichnen.
Oder anders formuliert: Wer nicht woke ist, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Unsympath. Wer »woke« als Schimpfwort nutzt, ist ganz sicher einer.
In der deutschen Science Fiction-Szene proben gerade ein paar (einschlägig bekannte) reaktionäre Männer°innen den Aufstand, weil sie sich von irgendwelchen herbeiphantasierten »Woken« irgendwie ungerecht behandelt fühlen. Deswegen ging es natürlich nicht unter einem »Manifest« mit zugehöriger Webseite. Ich verlinke das peinliche Getue hier absichtlich nicht, denn Sichtbarkeit hat das nicht verdient.
Ich frage mich bei manchen Protagonisten der deutschsprachigen Szene immer wieder mal, was die an »Science Fiction« (ohne Bindestrich) nicht verstanden haben. SciFi stand und steht eben auch für alternative Gesellschafts- und Daseinsformen, für die Auseinandersetzung mit Andersartigem, die Überwindung von Vorurteilen gegenüber »Aliens«, für Toleranz und Verständnis – eben progressiv. Ein Beharren auf ewig gestrigen Konventionen ist genau das, was die Science Fiction nicht ist. Das gilt selbstverständlich auch für Sprache, dass die sich weiter entwickelt ist eine Binsenweisheit. Und wenn die in ihren Büchern nicht gendern wollen, dann zwingt sie niemand dazu, vermutlich werden ihnen die üblichen Claqueure dafür sogar zujubeln
Auf die Posse mit dem Cover, das wohl der eigentliche auslösende Faktor für das Getue war, gehe ich hier gar nicht erst ein, denn das ist alles so herbeikonstruiert, dass es weh tut. Für mich sieht es eher so aus, als ginge es hier in erster Linie um gekränkte Egos, weil man bei einer Preisverleihung vermeintlich übergangen wurde.
Aus gegebenem Anlass möchte ich deswegen an dieser Stelle nochmal auf meine Ausschreibung »Zukunft!« hinweisen:
Vor drei Jahren beendete Amazon die beliebte und richtungsweisende SciFi-Serie THE EXPANSE, basierend auf den Romanen des Autorenteams James S. A. Corey. Zuvor hatte bereits SyFy die Show abgesetzt und Amazon hatte übernommen. Doch das Ende kam zu einem Zeitpunkt, an dem es noch zahllose offene Enden gab – und die Romanserie geht noch viel weiter, genauer drei Bände (bisher). Man ließ die Anhängerinnen der Serie also im Regen stehen.
Es gibt einen kleinen Lichtblick: BOOM! Studios werden den Plot der Serie in einer Graphic Novel-Reihe fortführen. Die soll A LITTLE DEATH heißen und die Handlung zwei Jahre nach den Ereignissen in Staffel sechs weiterschreiben, also grob im Jahr 2358. Drehen soll sich das laut der Autoren des Comics, Wes Chatham and Andy Diggle, um die Figur Amos Burton (im TV dargestellt von Wes Chatham, der steht auch mit als Macher auf dem Cover) und einen neuen Planeten namens Auberon.
Dem Vernehmen nach waren die Macher der Fernsehserie an der Entwicklung der Graphic Novels beteiligt. Interessant ist allerdings, dass der Zeitraum, in der die Comicreihe spielt in den Romanen nicht beschrieben wurde, es handelt sich also um eine neue Geschichte aus dem EXPANSE-Universum.
THE EXPANSE: A LITTLE DEATH Band 1 soll am 1. Oktober 2025 erscheinen.
Egmont Ehapa Media hat in der vergangenen Woche das Cover zum im Oktober erscheinenden neuen ASTERIX-Band vorgestellt, das möchte ich mit nur leichter Verspätung auch hier zeigen.
ASTERIX IN LUSITANIEN heißt Album 41, das erneut vom Szenaristen Fabcaro und dem Zeichner Didier Conrad realisiert wird, wie schon der letzte.
In der Pressemitteilung ist zu lesen:
Die Gallier sind zum 25. Mal außerhalb des Dorfes unterwegs. Nachdem sie schon in Belgien, Italien, Spanien, der Schweiz und vielen anderen Ländern Abenteuer erlebt haben, geht’s diesmal nach Lusitanien, in das heutige Portugal. Während sich im Norden Europas der Herbst nähert, haben Lesende ab dem 23. Oktober die Möglichkeit, sich den Sommer an Seite der reiseerprobten Gallier, mit einem mediterranen Abenteuer zu verlängern.
Für Didier Conrad ist es bereits das siebte Asterix-Album, das er als Zeichner in Szene setzt. Fabcaro ist nach DIE WEISSE IRIS zum zweiten Mal als Szenarist dabei. Mit Witz und Feingefühl setzt das Erfolgsduo das Werk der Comic-Genies und Asterix-Väter René Goscinny und Albert Uderzo fort.
ASTERIX IN LUSITANIEN erscheint am 23. Oktober 2024 bei Egmont Ehapa (ISBN: 978–3‑7704–2441‑2), die Softcoverausgabe kostet 7,99 Euro, das Hardcover schlägt mit 13,50 Euro zu Buche.
Coverabbildung Copyright Egmont Ehapa Media GmbH
Und noch’n Podcast: Pressemitteilung von Egmont Ehapa:
Wenige Tage nach dem Launch der erfolgreichen Jubiläumsausgabe zum 50. Geburtstag der Kultmarke Yps legt Egmont Ehapa Media mit sechs brandneuen Folgen von »Yps – Der Retro-Podcast« nach.
Moderiert von Medienexperte und Podcaster Christian Kallenberg, entführt der Podcast auf eine nostalgische Reise zurück in die Kindheit der 70er- und 80er-Jahre. Moderator Christian Kallenberg tritt mit prominenten Gästen der »Generation Yps« eine Zeitreise in die goldene Yps-Ära an. In jeder Folge steht jeweils ein Thema im Mittelpunkt, welches die legendären TV-Serien und Hörspiele sowie die Musik, Filmklassiker und Spiele aus den 70ern und 80er wieder aufleben lässt. Natürlich darf eine Folge zur Faszination der Yps-Gimmicks, die Comic-Geschichten und all die kleinen Abenteuer, die das Yps-Heft Woche für Woche mit sich brachte, nicht fehlen. Als Gäste konnten namhafte Prominente wie Markus Kavka, Oliver Kalkofe und Oliver Rohrbeck gewonnen werden, die ihre persönlichen Erinnerungen teilen und die Magie der eigenen Yps-Kindheit wieder aufleben lassen.
»Yps – Der Retro-Podcast’ ist die perfekte Brücke zwischen Nostalgie und modernem Storytelling. Mit dem Podcast möchten wir diese Begeisterung teilen und mit unseren Gästen eine Zeit aufleben lassen, als ein Gimmick noch die größte Sensation des Tages sein konnte«, sagt Christian Kallenberg. »Die Podcast-Folgen bieten unterhaltsame Einblicke, die nicht nur Yps-Fans begeistern werden, sondern alle, die ihre Kindheit in den 70ern und 80ern verbracht haben.«
»Yps – Der Retro-Podcast« ist ab sofort auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music und YouTube verfügbar. Gestartet wird mit drei Ausgaben, weitere Folgen erscheinen anschließend wöchentlich.
Man darf gespannt sein, wie sich das in der überbordenden Podcast-Flut etablieren kann.
Promografik Copyright Egmont Ehapa Media GmbH
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