Autoren, die ihre Bücher selbst verfilmen, gibt es nicht oft. Fantasyfilme aus deutschen Landen sind sogar eher noch seltener. Und dann auch noch einer, der hinter ausländischen Produktionen nicht zurückstehen will? Der nicht bereits anderswo verfilmten Stoff wiederkäut? Einer, der unterhalten, aber gleichzeitig nicht völlig anspruchslos sein will? Der sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistern soll?
Das klingt schon fast nach einer eierlegenden Wollmilchsau – Tommy Krappweis, Buchautor, Co-Drehbuchautor und Regisseur in einer Person, hat sich die Latte, die er überwinden möchte, nicht gerade niedrig gelegt.
Das Marvel-Universum ist groß, und auch sehr vielschichtig. Jetzt wo das Maus-Haus die Hand auf dem größten Teil der Rechte hat, muss es doch in dem unermesslichen Schätzen dieses Universums etwas geben, das Disney tatsächlich für sich filmisch umsetzen kann. Sie tun weise, wirklich die Finger von Marvels selbst produziertem Cinematic-Universe zu lassen. Die um die AVENGERS gruppierten Filme sind einfach eine zu perfekt geölte Maschinerie, als dass sie eine wechselnde Führung vertragen würden. Aber das Marvel-Universum ist eben groß. Und daher dauerte es auch nicht lange, bis die Produzenten auf die kaum bekannten BIG HERO 6 des Autorenkollektivs »Man of Action« stießen. Mit einem knuffigen Roboter. Genau Disneys Ding. Eigentlich sind alle Roboter bei Disney knuffig, weil Disney eine Verantwortung für Kinder hegt. Aber ein aufblasbarer Roboter? Das ist neu, das ist innovativ, und es ist eine bereits in Arbeit befindliche Technologie. Dazu ein etwas einfältiges Aussehen, ein wenig schusseliges Benehmen, kauzig in seiner Art. Und dann wächst er über sich hinaus. Nicht nur er allein, sondern zusammen mit seinem menschlichen Freund, wo beide noch nicht wissen, dass sie Freunde sind. Das ist der Stoff, mit dem Disney sein Imperium finanziert.
Eine Liste aller Filme um den bluttrinkenden Fürsten zu erstellen wäre mühsam, wahrscheinlich nicht komplett, und darüber hinaus von keinem größeren Nährwert. Sieht man sich auch nur ein grobes Gerüst von allen möglichen Dracula-Filmen an, dann fällt sofort die Unsinnigkeit in den meisten von ihnen auf. Waren NOSFERATU 1922 und DRACULA 1931 die erfolgreichen Grundlagen für die cineastische Verwertung der Mythengestalt, hielt er sich im Kino dennoch für länger eher im Dunkeln verborgen. Erst als Hammer mit HORROR OF DRACULA die Leinwand eroberte, begann die inflationäre Ausschlachtung des transsilvanischen Fürsten. War die Produktionsfirma Hammer anfangs noch zögerlich, schob sie nach und nach in immer kürzeren Abständen Futter für das dürstende Publikum nach. Andere Firmen versuchten der Blutspur zu folgen, schließlich war die Figur bereits frei von Rechten. Obskure Crossover gab es, genau wie eine für ein schwarzes Publikum zugeschnittene Blaxploitation-Version.
Als John Badham 1979 mit Frank Langella in der Hauptrolle erstmals eine korrekte Annäherung an den Roman von Bram Stoker versuchte, hatte das Kino dem vermeintlichen Interesse des Publikums längst einen Pfahl durchs Herz getrieben. Die durchaus gelungene Werner Herzog-Verfilmung NOSFERATU erntete nur aufgesetzten Spot, angeblich weil er sich an Murnaus Klassiker vergriff. Selbst als Francis Ford Coppola eine romangetreue Verfilmung ankündigte, lockte das niemanden aus dem Sarg. Das Publikum ließ sich allerdings überzeugen. BRAM STOKERs DRACULA wurde, vollkommen berechtigt, zu einem überragenden Erfolg. Mit dem Nachteil, dass sich erneut eine Welle an Dracula-Filmen aufzubauen begann. Als Universal Pictures ankündigte, für 2014 einen neuen DRACULA zu produzieren, da musste die erste Reaktion einfach nur sein: Warum?
Ich lese ja eine Menge englischsprachige Phantastik, weil die deutschsprachigen Autoren mich irgendwann angefangen haben zu langweilen. In den letzten Jahren ist die Situation insbesondere bei den großen Publikumsverlagen noch prekärer geworden, weil die zum einen gern Schubladen bedienen möchten und Angst vor Neuem haben und zum anderen, weil man verzweifelt versucht, dadurch Geld zu machen, dass man Epigonen erfolgreicher Stoffe wie Potter oder Twilight auf den Markt zu pumpen versucht. In letzter Zeit finde ich aber wieder vermehrt interessantes Zeug – und zumeist nicht ganz unerwartet abseits der Publikumsverlage – oder als Jugendbuch.
Ich habe bisher drei Bücher von Susanne Gerdom gelesen. Das bei bloomoon erschienene QUEEN OF CLOUDS war das Letzte. Ich verrate schon Mal vorab: Wenn ich Zeit habe, lese ich mehr von ihr, denn bisher war alles mehr als überzeugend. Bei der Backlist müsste ich dann wohl mal ein Sabbatjahr einlegen …
Dwayne Johnson als Herkules? Da muss man eigentlich nicht lange überlegen. Nach seinem ersten filmischen Auftritt in DIE MUMIE KEHRT ZURÜCK, hat es noch eine Weile gedauert, bis man sich der charismatischen Wirkung des Wrestling-Champions wirklich bewusst wurde. Vielleicht dauert es noch, bis man Johnson in seiner ersten wirklich dramatischen Rolle zu sehen bekommt, aber die Industrie hat sich zumindest darauf besonnen, dass er größere Rollen in seinem Métier ohne weiteres allein stemmen kann. Spätestens seit FASTER vor vier Jahren hat Dwayne Johnson klar gemacht, dass seine Action-Figuren durchaus auch glaubwürdige Tiefe zeigen können. Für einen Typen wie Herkules ist diese Tiefe im Charakter dann doch eher nebensächlich, doch durchaus erwünscht. Natürlich hält sich auch diese Adaption des mythischen Stoffes nicht an die gestrengen Aufzeichnungen. Aber sie hält an deren Eckpfeilern fest, um eine für sich stehende, solide Geschichte zu erzählen.
GUARDIANS OF THE GALAXY – Bundesstart 28.08.2014
Mit GUARDIANS OF THE GALAXY muss Marvel beweisen, dass ihr Superhelden-Universum noch funktioniert, und weiter funktionieren wird. Zehn Filme, die auf unterschiedlichste Weise ineinander verwoben sind, wurden bisher veröffentlicht. Fünfzehn werden es sein, wenn Phase 3 des Cinematic Universe abgeschlossen wird, aber nicht mit AVENGERS 3, sondern mit GUARDIANS 2. Das zeigt nicht nur Marvels Weitblick, sondern auch unerschütterliches Vertrauen. Die Struktur stand, noch bevor Phase 2 mit IRON MAN 3 richtig angelaufen war, und der erste GUARDIANS-Einsatz noch in weiter Ferne lag. Jetzt sind diese Filme nicht alle wirklich Fortsetzungen, doch ein wackeliges Gerüst kann es dennoch schnell werden. Der Zuschauer bleibt eben ein unberechenbares Objekt der Begierde. Sieht man sich gerade den Kino-Sommer an, in dem sich GUARDIANS nun entfalten darf, hat das Zielpublikum einige als sicher geltende Kassenschlager einfach ignoriert. Nun haben sie sehr wohl Geld eingespielt, viele lagen dabei allerdings weit unter den von den Studios anvisierten Höhen. Weit drunter. Und dann die Retter der Kino-Galaxy mit einem Startwochenende von 94 Millionen Dollar. Damit liegt der Film zwar nur auf Platz 32 in der Rangfolge der Eröffnungswochenenden, doch die Branchenblätter jubelten und zeigten sich gleichzeitig verblüfft. Ein eindeutiges Zeichen, dass die Industrie nicht wirklich mit einem Erfolg in dieser Größenordnung gerechnet hatte. Nur Marvel, die eben bewiesen haben, dass alles noch funktioniert.
Bisher hat 3D bei Animationsfilmen immer die beste Wirkung erreicht. Und DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT 2 bestätigt diese Beobachtungen. Die Bilder erreichen ein ungeahnt reales räumliches Spektrum, das selbst den für Animationen üblichen, abstrakter gezeichneten Charakteren einen natürlicheren Eindruck verleiht. Wie im wirklichen Leben, sind auch in Berk fünf Jahre vergangen, wo das einst drachenjagende Dörfchen sich zu einem Volk von Drachenreitern entwickelt hat. Häuptlingssohn Hicks wird in naher Zukunft wohl zweifellos Astrid zu seiner Frau nehmen, aber am wohlsten fühlt er sich dann doch allein mit seinem Drachen Toothless. Zusammen machen sie, im wahrsten Sinne des Wortes, Ausflüge, und kartographieren die weitere Umgebung. Dabei machen sie eines Tages eine Erkundung, welche die Zukunft der Drachen bedroht. Ohne es wirklich zu merken, wird Hicks vor Herausforderungen gestellt, die ihn als Sohn des tapferen und führungsstarken Haudrauf dem Stoischen auszeichnen.
Albert lebt in einem Kaff im Wilden Westen. Seine Schafe machen was sie wollen, seine Eltern sitzen jeden Tag auf dem gleichen Platz und meckern ihn an, und er ist ein erbärmlicher Feigling. Deshalb verlässt ihn seine Angebetete und tut sich kurz danach mit dem örtlichen Stutzer zusammen. Albert verzweifelt fast und will auswandern, als eine schöne Frau ihm vorschlägt, das klassische Eifersuchtsspiel zu spielen. Leider endet das in einer Duellaufforderung. Aber Albert kann nicht schießen. Anna bringt es ihm bei – und in dieser Woche lernt Albert, dass er nicht so ein Trottel ist, wie er dachte. Er verliebt sich in Anna, die aber einen sehr eifersüchtigen und sehr grausamen Mann hat, der natürlich auch bald auftaucht …
THE AMAZING SPIDER-MAN 2 – Bundesstart 17.04.2014
Es steht außer Frage, dass auch dieser zweite Teil der Neuauflage ganz großartiges Popcorn-Kino geworden ist. Hier stimmt der Humor, die Action ist grandios, das Drama angemessen, und der Bombast überwältigend. Peter Parker hat mittlerweile Gefallen daran gefunden, dass New York ihn als Spider-Man wirklich braucht. Mehr noch, es hat sein Ego enorm gesteigert. Doch hinter jedem starken Mann, steht eine starke Frau. Das weiß Peter auch, doch mit seiner Beziehung zu Gwen Stacy hadert er immer wieder, hat er ihrem sterbenden Vater doch versprochen, sich von ihr fern zu halten, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Ausgerechnet in dieser emotional sehr schwierigen Phase, passiert dem unsicheren und von seiner Umwelt nicht wahrgenommenen Techniker Max Dillon ein dummer Unfall. Mit einem Starkstromkabel in der Hand fällt er in einen Tank mit riesigen Zitteraalen. Aus dem schüchternen Max wird Electro, ein lebender Stromgenerator. Einst hatte Spider-Man Max das Leben gerettet und ihn als Freund bezeichnet. Diese kurze Begegnung löste bei Max eine starke Obsession aus, in der sich Max als wirklichen Freund von Spider-Man sieht. Jetzt als Electro weiß er nicht wie mit ihm geschieht, und er will auch niemanden etwas. Dass er auf dem Times Square mit Blitzen um sich schießt ist eher seiner Verwirrung zuzuschreiben. Als ihn dann ausgerechnet sein eingebildeter Freund Spider-Man dingfest machen will, brennen bei Electro endgültig die Sicherungen durch (musste jetzt sein).
Das Mantra über die Wertschätzung von Spielsachen ist ja hinlänglich bekannt. Als TOY STORY 1996 in die Kinos kam, revolutionierte er die metaphysischen Strukturen des Familienfilms. Nicht nur eine in der Erzählung greifbare Geschichte wollte vermittelt werden, sondern durch einen komplexeren Überbau auch vielschichtiger auf sein Publikum einwirken. Bleibt die TOY-STORY-Trilogie inhaltlich die dominierende Animationsreihe, nähert sich THE LEGO MOVIE in seiner Komplexität deren Genialität durchaus an. Dabei folgt die Geschichte allerdings einer ganz anderen Erzählstruktur und entzieht sich somit weiteren Vergleichen mit TOY STORY.
Über den Inhalt darf man eigentlich keine Worte verlieren, weil das Kinoerlebnis darunter stark leiden würde. Emmet ist der normalste aller Bauarbeiter unter den Minifiguren in Bricksburgh, so normal und angepasst, dass er nicht einmal seinen Kollegen wirklich auffällt. Emmet ist immer fröhlich und vollbringt sein Leben, wie man es von einer Minifigur erwartet, indem er Tag für Tag streng nach Plan Häuser aus Lego-Steinen zusammensetzt. In Emmets kantiger Welt fällt allerdings niemals das Wort »Lego«.
Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies und von eingebundenen Skripten Dritter zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest (Navigation) oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst Du Dich damit einverstanden. Dann können auch Cookies von Drittanbietern wie Amazon, Youtube oder Google gesetzt werden. Wenn Du das nicht willst, solltest Du entweder nicht auf "Akzeptieren" klicken und die Seite nicht weiter nutzen, oder Deinen Browser im Inkognito-Modus betreiben, und/oder Anti-Tracking- und Scriptblocker-Plugins nutzen.
Mit einem Klick auf "Akzeptieren" werden zudem extern gehostete Javascripte freigeschaltet, die weitere Informationen, wie beispielsweise die IP-Adresse an Dritte weitergeben können. Welche Informationen das genau sind liegt nicht im Einflussbereich des Betreibers dieser Seite, das bitte bei den Anbietern (jQuery, Google, Youtube, Amazon, Twitter *) erfragen. Wer das nicht möchte, klickt nicht auf "akzeptieren" und verlässt die Seite.
Wer wer seine Identität im Web schützen will, nutzt Browser-Erweiterungen wie beispielsweise uBlock Origin oder ScriptBlock und kann dann Skripte und Tracking gezielt zulassen oder eben unterbinden.