Ray Bradbury (1920 – 2012)

Heu­te Mor­gen (Orts­zeit) ver­starb in Los Ange­les mit Ray Brad­bu­ry eine der größ­ten Iko­nen der Sci­ence Fic­tion. Sei­ne Wer­ke auf­zu­zäh­len ist fast müßig, eines sei­ner bekann­tes­ten Wer­ke dürf­te die Dys­to­pie FAHRENHEIT 451 sein, wei­te­re nam­haf­te Roma­ne sind THE MARTIAN CHRONICLES (DIE MARS-CHRONIKEN, 1950) oder DANDELION WINE (LÖWENZAHNWEIN, 1957). Neben den Roma­nen ver­öf­fent­lich­te er zudem Unmen­gen von Kurz­ge­schich­ten und Sto­ry­samm­lun­gen.

Etli­che sei­ner Wer­ke sind in Fil­me, Fern­seh­se­ri­en oder Comics adap­tiert wor­den, bei­spiels­wei­se die Kurz­ge­schich­te THE METEOR in den Strei­fen IT CAME FROM OUTER SPACE (GEFAHR AUS DEM WELTALL, 1953), FAHRENHEIT 451 (1966) oder RAY BRADBURY’S CRYSALIS (2008).

Ray Brad­bu­ry wur­de im Jahr 1920 in Wau­ke­gan, Illi­nois, als Sohn der schwe­di­schen Emi­gran­tin Ester Moberg und Leo­nard Spaul­ding Brad­bu­ry gebo­ren. Bereits früh erwach­te sein Inter­es­se am Lesen und an Lite­ra­tur und eige­nen Anga­ben zufol­ge wur­de er unter ande­rem von H. G. Wells, Edgar Allen Poe und Jules Ver­ne beein­flusst, sein Lieb­lings­au­tor war Edgar Rice Bur­roughs. Er war der­art ver­narrt in A WARLORD OF MARS, dass er im Alter von 12 Jah­ren sei­ne eige­ne Fort­set­zung dazu ver­fass­te. Inspi­riert von BUCK ROGERS und FLASH GORDON begann er im Jahr 1938 Sto­ris in Fan­zines zu ver­öf­fent­li­chen und brach­te ab dem­sel­ben Jahr auch sein eige­nes Zine namens IMAGINATION! her­aus.

Sei­ne ers­te bezahl­te Kurz­ge­schich­te war PENDULUM, die­se erschien im Novem­ber 1941 in SUPER SCIENCE STORIES und brach­te ihm 15 Dol­lar ein. Bereits 1942 wur­de er Voll­zeit­au­tor und kurz dar­auf ver­leg­te August Der­leths Ark­ham House sei­ne ers­te Kurz­ge­schich­ten­samm­lung unter dem Titel DARK CARNIVAL.

Für sei­ne Wer­ke erhielt er zahl­lo­se Aus­zeich­nun­gen.

Ad astra, Ray!

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Bild Ray Brad­bu­ry (2009) von Cal­eb Sco­no­sci­u­to auf flickr, aus der Wiki­pe­dia, CC BY-SA

M. A. R. Barker (1929 – 2012)

Am am Frei­tag den 16.03.2012 ver­starb nach lan­ger Krank­heit Muham­mad Abd-al-Rah­man (kurz M. A. R.) Bar­ker im Alter von 83 Jah­ren. Der ame­ri­ka­ni­sche Pro­fes­sor für Lin­gu­is­tik hat neben ande­ren eher welt­li­chen Din­gen durch sei­ne Rol­len­spie­le und Roma­ne um die Welt Téku­mel vie­len Spie­lern unzäh­li­ge schö­ne Stun­den ver­schafft.

Bar­ker wur­de am 3. Novem­ber 1929 in Ida­ho unter dem Namen Phil­ip Bar­ker als Sohn eines Schul­lei­ters mit bri­ti­schen Vor­fah­ren gebo­ren. Nach Abschluss der Schu­le stu­dier­te er Lin­gu­is­tik; in die­sem Bereich ver­fass­te er auch sei­ne Dis­ser­ta­ti­on, forsch­te spä­ter an ver­schie­de­nen Spra­chen und ver­öf­fent­lich­te Bücher dazu.

Oft­mals als »ver­ges­se­ner Tol­ki­en« bezeich­net, basie­ren sei­ne Ide­en im Bereich Phan­tas­tik jedoch auf ganz ande­ren Grund­la­gen. Wo Tol­ki­en auf euro­pä­isch-mit­tel­al­ter­li­chen Mythen auf­bau­te, ließ sich Bar­ker eher von Sci­ence-Fic­tion, indi­scher, nah­öst­li­cher und Maya-Kul­tur inspi­rie­ren. Die dar­aus resul­tie­ren­de Welt Téku­mel hat ihren ganz eige­nen Charme, den zwar nicht so vie­le ken­nen wie die Wel­ten von Tol­ki­en, sie steht ihnen in Punk­to Detail­liert­heit und lie­be­vol­ler Aus­ar­bei­tung jedoch in nichts nach.

Das ers­te Téku­mel-Rol­len­spiel erschien 1975 bei TSR unter dem Titel EMPIRE OF THE PETAL THRONE, auf dem auch ABENTEUER IN MAGIRA der Ver­ei­ni­gung Fol­low basiert. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu Teku­mel fin­det man auf der zuge­hö­ri­gen Web­sei­te.

Mit M.A.R. Bar­ker geht eines der Urge­stei­ne der Rol­len­spiel­sze­ne von uns, hin­ter­lässt aber ein gan­zes Uni­ver­sum an Ide­en, Erin­ne­run­gen und Erzäh­lun­gen.

Bild: M. A. R. Bar­ker Copy­right The Teku­mel Foun­da­ti­on

Jean Giraud – Moebius (1938 – 2012)

Der März ist bis­lang wahr­lich kein guter Monat für Anhän­ger der Phan­tas­tik. Heu­te ver­starb der fran­zö­si­sche Comic­zeich­ner Jean Giraud, bes­ser bekannt unter sei­nen Pseud­ony­men Gir und Moebi­us.

Giraud wur­de 1938 in Fon­ten­ay-sous-Bois nahe Paris gebo­ren und wuchs bei den Groß­el­tern auf. Nach einem Stu­di­um der ange­wand­ten Kunst an der Pari­ser Aca­dé­mie des Beaux-Arts ver­öf­fent­lich­te er im Jahr 1956 sei­nen ers­ten Comic in Maga­zin FAR WEST. 1961 wur­de er Mit­ar­bei­ter des Maga­zins SPIROU und arbei­te­te als Assis­tent von Jijé an einer Epi­so­de von JERRY SPRING mit. Ab 1963 begann er dann unter dem Pseud­onym Gir an der Arbeit für eine sei­ner bekann­tes­ten Seri­en: LEUTNANT BLUEBERRY.

Neben den Wes­tern war Giraud aller­dings der Phan­tas­tik und hier ins­be­son­de­re der Sci­ence Fic­tion sehr zuge­tan und rea­li­sier­te visio­nä­re und zum Teil für ihre Zeit höchst pro­gres­si­ve, unkon­ven­tio­nel­le und expe­ri­men­tel­le Comics. Mit Phil­ip­pe Druil­let, Jean-Pierre Dion­net und Ber­nard Far­kas (einer erfun­de­nen Per­son) grün­de­te Giraud im Jahr 1975 den Ver­lag Les Huma­noï­des Asso­ciés, der die Zeit­schrift MÉTAL HURLANT her­aus brach­te, die spä­ter auch in Deutsch­land unter dem Namen Schwer­me­tall erschien.

Zu sei­nen bekann­te­ren Wer­ken aus der SF-Schie­ne gehö­ren DIE LUFTDICHTE GARAGE DES JERRY CORNELIUS oder die JOHN DIFOOL-Comics, die er zusam­men mit dem Chi­le­nen Ale­jan­dro Jodo­row­sky rea­li­sier­te.

Jean Giraud arbei­te­te wie­der­holt für die Film­in­dus­trie und wirk­te an nam­haf­ten Pro­duk­tio­nen mit: bei­spiels­wei­se ent­warf er die Raum­an­zü­ge für ALIEN, zeich­ne­te Sto­ry­boards für TRON und THE ABYSS und ent­wi­ckel­te zusam­men mit Jean-Clau­de Méziè­res das Design für DAS FÜNFTE ELEMENT.

Jean Giraud ver­starb heu­te Mor­gen nach lan­ger Krank­heit.

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Bild: Jean Giraud 2008, von Jarek Obwa?anek, aus der Wiki­pe­dia, CC-BY-SA

Hans Kneifel (1936 – 2012)

Am Abend des 7. März ver­starb wie die PERRY RHO­DAN-Web­sei­te mel­det, nach kur­zer, schwe­rer Krank­heit der Autor Hans Knei­fel.

Knei­fel wur­de im Juli 1936 in Glei­witz in Ober­schle­si­en gebo­ren und wuchs in Ober­bay­ern auf. Nach einer Aus­bil­dung als Kon­di­tor schloss er 1960 das Begab­tenab­itur erfolg­reich ab und stu­dier­te dar­auf­hin Päd­ago­gik, das Stu­di­um been­de­te er mit Staats­ex­amen. Nach einer Zeit als Berufs­schul­leh­rer in Kit­zin­gen wech­sel­te er aller­dings das Fach und wur­de zum frei­en Schrift­stel­ler.

Sein ers­ter Roman UNS RIEFEN DIE STERNE  war vom Film ENDSTATION MOND inspi­riert und erschien 1956. Im Jahr 1965 ver­fass­te er sein ers­tes PERRY RHODAN-Taschen­buch und wur­de drei Jah­re spä­ter als Team­au­tor zur Serie beru­fen, für die er lan­ge Jah­re schrieb. Im Seri­en­kos­mos war Knei­fel ins­be­son­de­re Atlan ver­schrie­ben, um den er unter ande­rem zahl­rei­che »Zeit­aben­teu­er« ver­fass­te, die das Wir­ken des Arko­ni­den im Lau­fe der mensch­li­chen His­to­rie beschrie­ben. Knei­fel war nach lan­ger Pau­se ab dem Jahr 2000 wie­der als Gast­au­tor für die RHO­DAN-Serie tätig.

Neben der PR-Serie schrieb er im Heft­be­reich zudem unter ande­rem für DRAGON, MYTHOR, DÄMONENKILLER und SEEWÖLFE. Er zeich­ne­te auch ver­ant­wort­lich für die Roman­aus­ga­be der Fern­seh­se­rie RAUMPATROUILLE, wobei er neben den sie­ben TV-Fol­gen auch noch wei­te­re Aben­teu­er ver­fass­te, die in Taschen­buch­form und als Heft­ro­ma­ne erschie­nen sind. Wei­te­re Arbei­ten waren Sach­bü­cher, Dreh­bü­cher zu Hör­spie­len und in den letz­ten jah­ren meh­re­re his­to­ri­sche Roma­ne.

Hans Knei­fel ver­starb am 7. März in Mün­chen.

Auch Hans Knei­fel gehört zu den­je­ni­gen, die mei­ne Jugend maß­geb­lich geprägt haben. Zu mei­nen Lieb­lings­ro­ma­nen gehör­ten und gehö­ren sei­ne span­nen­den, immer humor­vol­len und oft nicht ganz poli­tisch kor­rek­ten Aben­teu­er um Cliff McLa­ne und die Crew der ORION.

Ad astra!

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Bild Hans Knei­fel Copy­right VPM

Ralph McQuarrie (1929 – 2012)

Bereits am drit­ten März ver­starb der US-ame­ri­ka­ni­sche Desi­gner und Futu­rist Ralph McQuar­rie. Am bekann­tes­ten dürf­ten sei­ne Pro­duk­ti­ons- und Kon­zept­zeich­nun­gen sein, auf denen das Design der ers­ten STAR WARS-Fil­me beruht.

McQuar­rie wur­de am 13. Juni 1929 als Ralph Angus McQuar­rie gebo­ren und wuchs auf einer Farm bei Bil­lings in Mon­ta­na auf. Nach­dem er im Korea-Krieg in der US-Armee gedient und einen Kopf­schuss über­lebt hat­te, stu­dier­te er am Pasa­de­na Art Cen­ter und war zuerst als Zeich­ner für eine Zahn­tech­nik-Fir­ma tätig. Danach arbei­te­te er als tech­ni­scher Illus­tra­tor für Boe­ing, zeich­ne­te aber auch zu die­ser Zeit bereits Film­pla­ka­te und illus­trier­te die CBS-Nach­rich­ten­sen­dun­gen zum Apol­lo-Pro­gramm.

Von sei­nen Arbei­ten beein­druckt unter­hielt sich ein gewis­ser Geor­ge Lucas mit ihm über einen geplan­ten Sci­ence Fic­tion-Film und die­ser hol­te ihn dann auch im Jahr 1975 für die Pro­duk­ti­on von A NEW HOPE (STAR WARS EPISODE IV) mit ins Boot. McQuar­rie zeich­ne­te zahl­lo­se Set-Kon­zep­te, ent­wi­ckel­te aber auch Cha­rak­te­re wie zum Bei­spiel R2-D2, C3-PO, Darth Vader (ins­be­son­de­re des­sen Atem­mas­ke), die impe­ria­len Sturm­trup­pen, Yoda sowie Chew­bac­ca – und er half dabei, die Mäch­ti­gen bei der 20th Cen­tu­ry Fox davon zu über­zeu­gen, das Pro­jekt zu finan­zie­ren. Man kann wohl mit Fug und Recht behaup­ten, das ein Groß­teil des Aus­se­hens und des Stils des STAR WARS-Uni­ver­sums auf McQuar­rie zurück gehen. Geor­ge Lucas sag­te nach McQuar­ries Tod: »Immer wenn ich etwas mit Wor­ten nicht erklä­ren konn­te, habe ich auf eine sei­ner Zeich­nun­gen gedeu­tet und gesagt: ›macht es so!‹ «

Neben sei­nen Arbei­ten an STAR WARS war er aber noch für diver­se ande­re Designs in Film­pro­jek­ten ver­ant­wort­lich. Bei­spiels­wei­se design­te er die Raum­schif­fe aus UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART und E.T., ent­wi­ckel­te Ende der 1970er das Aus­se­hen der Serie BATTLESTAR GALACTICA und wirk­te an JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES mit. Für den STAR TREK-Film THE VOYAGE HOME arbei­te­te er als Bera­ter in Sachen Pro­duk­ti­ons­de­sign, ebe­so für JURASSIC PARK und DAS WUNDER IN DER 8. STRASSE. Für die Designs im Film COCOON erhielt er im Jahr 1985 den Oscar in der Kate­go­rie »visu­el­le Effek­te«.

Rick McCall­ums Ange­bot, auch für die STAR WARS-Epi­so­den eins bis drei die Designs zu gestal­ten, lehn­te er ab.

Ralph McQuar­rie ver­starb am 3. März im Alter von 82 Jah­ren in sei­nem Haus im kali­for­ni­schen Ber­ke­ley an Kom­pli­ka­tio­nen einer Par­kin­son-Erkran­kung.

Sei­ne Zeich­nun­gen zu STAR WARS haben mich als Her­an­wach­sen­den Ende der 1970er tief beein­druckt und waren mit Sicher­heit ein wich­ti­ger wei­te­rer Grund für mein Inter­es­se an Sci­ence Fic­tion und Tech­nik. Dan­ke Ralph.

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Bild: Ralph McQuar­rie 2010 wäh­rend eines Besuchs bei Lucas­Film, von Ter­ri Hod­ges, aus der Wiki­pe­dia, CC-BY

Cheetah (1931 – 2011)

Der hei­li­ge Abend war kein guter in die­sem Jahr für Hoch­be­tag­te. Am 24.12.2011 ver­starb Che­e­tah an Nie­ren­ver­sa­gen. Wer? Bei Che­e­tah han­delt es sich um den Schim­pan­sen, der an der Sei­te von John­ny Weiss­mül­ler in den 1930er und -40er Jah­ren in diver­sen TARZAN-Fil­men spiel­te.

Bemer­kens­wert dar­an ist, dass Schim­pan­sen in Gefan­gen­schaft übli­cher­wei­se nicht älter als 35 bis 50 Jah­re wer­den. Die­ser brach­te es auf 80 Lebens­jah­re und stand bereits als ältes­ter leben­der Schim­pan­se (genau­er gesagt als ältes­ter nicht-mensch­li­cher Pri­mat) im »Guin­ness-Buch der Rekor­de«.

Che­e­tah trat an der Sei­te von Weiss­mül­ler zwi­schen 1932 (TARZAN THE APE MAN) und 1948 (TARZAN AND THE MERMAIDS) in zwölf Pro­duk­tio­nen auf und dürf­te des­we­gen wahr­schein­lich auch den Rekord als Schim­pan­se mit den meis­ten Haupt­rol­len in Fil­men hal­ten.

Anzu­mer­ken ist aller­dings noch, dass zum einen die Rol­le in den Fil­men von meh­re­ren spe­zia­li­sier­ten Affen gespielt wur­de, die jeweils für bestimm­te Auf­ga­ben ein­ge­setzt wur­den. Bei dem am Sams­tag ver­stor­be­nen han­delt es sich mög­li­cher­wei­se um »Che­e­tah-Mike«, einen davon. Auch wird das Alter in Zwei­fel gezo­gen, es dürf­te aber davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass man beim Guin­ness-Buch weiß was man tut … oder?

http://www.youtube.com/watch?v=LwEtyM0AOhM

Update: inzwi­schen geht’s natür­lich rund im Web. Selbst­er­nann­te Exper­ten strei­ten sich mit ande­ren selbst­er­nann­ten Exper­ten, ob die Geschich­te wahr ist. Was tat­säch­lich die Wahr­heit ist, wer­den wir wahr­schein­lich nie her­aus fin­den, aber das ist auch gar nicht nötig. Zum einen ist es eine gute Sto­ry und zum ande­ren wur­de an einen der bekann­tes­ten »tie­ri­schen« Hel­den der Film­ge­schich­te erin­nert.

Anne McCaffrey (1926 – 2011)

Der Name Anne McCaf­frey dürf­te wohl jedem der sich mit Phan­tas­tik beschäf­tigt ein Begriff sein. Am bekann­tes­ten ist die Gran­de Dame der SF durch ihre Roma­ne um die DRACHENREITER VON PERN gewor­den, sie ver­fass­te jedoch auch zahl­lo­se wei­te­re Wer­ke und Zyklen wie KRISTALLSÄNGER, die DOO­NA-Serie oder Geschich­ten aus dem TALENT-Uni­ver­sum.

McCaf­frey wur­de am 1. April 1926 in Cam­bridge, Mas­sa­chu­setts, als Toch­ter der Immi­gran­ten Geor­ge Her­bert McCaf­frey und Anne Doro­thy McElroy gebo­ren. 1947 gra­du­ier­te sie mit einem Mas­ter in sla­wi­sche Spra­chen und Lite­ra­tur am Rad­clif­fe Col­le­ge. Spä­ter arbei­te­te sie als Wer­be­tex­te­rin und stu­dier­te in den USA sowie in Düs­sel­dorf und Gesang, letz­te­res führ­te sie dann auch danach an die Oper in Dela­ware. 1970 emi­grier­te sie nach Irland und wohn­te dort in einem selbst gestal­te­ten Anwe­sen mit dem Namen »Dra­gon­hold under the Hill«.

1953 erschien ihre ers­te Kurz­ge­schich­te, ihre Kar­rie­re als Autorin begann aber erst »so rich­tig«, als 1967 ihr ers­ter Roman RESTOREE (dt. 1973 bei Heyen als DIE WIEDERGEBORENE) ver­legt wur­de. Es folg­ten zahl­lo­se Bücher, gleich im Jahr 1968 der ers­te Band des DRACHENREITER-ZYKLUS mit dem Titel DRAGONFLIGHT (bei Hey­ne 1972 als DIE WELT DER DRACHEN). Unter ihrem Namen wur­den fast 100 Roma­ne publi­ziert, zudem war sie Co-Autorin bei ca. 30 Pro­jek­ten zusam­men mit AutorIn­nen wie Eliza­beth Ann Scar­bo­rough, Mar­ga­ret Ball, Mer­ce­des Lackey, Eliza­beth Moon, Jody Lynn Nye oder S. M. Stir­ling.

Im Jahr 1968 war sie die ers­te Frau die einen Hugo gewann, ein Jahr dar­auf die ers­te Autorin, die mit einem Nebu­la geehrt wur­de. Zudem war sie die ers­te, die es mit einem SF-Titel (THE WHITE DRAGON) 1978 in die New York Times Best­sel­ler­lis­te schaff­te.

Anne McCaf­frey ver­starb am 21.11.2011 im Alter von 85 Jah­ren an den Fol­gen eines schwe­ren Schlag­an­falls in ihrem Haus in Irland. Damit wird sie lei­der die ange­kün­dig­te Ver­fil­mung ihrer bekann­tes­ten Rei­he, der DRACHENREITER VON PERN, nicht mehr erle­ben.

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Bild: Anne McCaf­frey 2005, aus der Wiki­pe­dia, von Anna Creech (CC BY-SA)

H. G. Francis (1936 – 2011)

Ges­tern ver­starb Hans Ger­hard Fran­cis­kow­sky, den meis­ten wohl eher unter sei­nem Pseud­onym H. G. Fran­cis bekannt. Fran­cis war ein über­aus viel­sei­ti­ger Roman- und Hör­spiel­au­tor, er ver­fass­te Kin­der- und Jugend­bü­cher, Tier­aben­teu­er,  Detek­tiv­ge­schich­ten, Gru­sel­sto­rys und Erwach­se­nen­ro­ma­ne, war aber wohl haupt­säch­lich in der Phan­tas­tik zu Hau­se, genau­er gesagt der Sci­ence Fic­tion.

Erst vie­le Jah­re, nach­dem ich H. G. Fran­cis über die PERRY RHODAN-Serie ken­nen­lern­te, stell­te ich fest, dass ich ihn tat­säch­lich bereits vor­her gekannt hat­te, denn ich las sowohl sei­ne Jugend­bü­cher und lausch­te des Wei­te­ren zahl­lo­sen von ihm ver­fass­ten Hör­spie­len, aber die­sen Zusam­men­hang konn­te ich erst spä­ter knüp­fen. Dabei hät­te mich das Pseud­onym H. G. Fran­cis­co bereits frü­her dar­auf brin­gen kön­nen…

1970 erfolg­te sein Ein­stieg ins Per­ry­ver­sum, zuerst bei ATLAN und im Jahr dar­auf begann er auch für die Mut­ter­se­rie zu schrei­ben. Für die­se steu­er­te er im Lau­fe der Jah­re über 200 Roma­ne bei, sein letz­ter Bei­trag war Heft 2237, WELT DER HYPERKRISTALLE, erschie­nen im Jahr 2004. Zudem war er für die Dreh­bü­cher von über 600 Hör­spie­len ver­ant­wort­lich, bei etli­chen davon führ­te er auch Regie.

Wer mag, kann sich unter den oben von mir gelie­fer­ten Links aus­führ­lich zu die­sem Mul­ti­ta­lent infor­mie­ren, des­we­gen wer­de ich sei­ne unge­zähl­ten Wer­ke in Buch, Heft und Dreh­buch für Hör­spiel und Film an die­ser Stel­le nicht erneut und red­un­dant auf­zäh­len. Ich möch­te aller­dings sagen, dass mich ins­be­son­de­re sei­ne SF-Roma­ne (PERRY RHODAN und im Jugend­buch) und sei­ne Hör­spie­le durch mei­ne Jugend beglei­te­ten und mich präg­ten. Mei­nen Dank dafür, auch wenn er nun zu spät ist.

H. G. Fran­cis ver­starb am 3. Novem­ber 2011 nach lan­ger Krank­heit in Ham­burg. Mein Mit­ge­fühl gilt sei­ner Fami­lie und sei­nen Freun­den.

Bild H. G. Fran­cis Copy­right VPM

Steve Jobs (1955 – 2011)

Ja, ich weiß, es schreibt heu­te jeder über Ste­ven Paul Jobs. Und der geneig­te Leser mag sich fra­gen, was ein Arti­kel über sein Able­ben hier auf Phan­ta­News zu suchen hat, einer Sei­te, die sich doch selbst­be­zich­tigt haupt­säch­lich mit Phan­tas­tik beschäf­tigt?

Mehr als reich­lich Infor­ma­tio­nen über Ste­ve Jobs wird man (nicht erst) ab heu­te all­über­all im Web fin­den. Ich möch­te an die­ser Stel­le auf die Punk­te ein­ge­hen, die eben doch zu Phan­ta­News pas­sen.

Die Ant­wort ist aber ganz ein­fach: Ohne Jobs und Woz, die damals in ihrer Gara­ge damit anfin­gen, ein­fa­che Com­pu­ter wie den Apple I, aber ganz beson­ders den Apple 2, als Mas­sen­pro­dukt ganz nor­ma­len Men­schen zugäng­lich zu machen, wären wir heu­te in Sachen Unter­hal­tung am Com­pu­ter nicht ein­mal ansatz­wei­se so weit, wie wir sind. Dann der Mac­in­tosh. Er war nicht der ers­te Com­pu­ter mit einer gra­fi­schen Benut­zer­ober­flä­che, aber sicher einer, der die­sen GUIs zum Mas­sen­durch­bruch ver­hol­fen hat. Bis heu­te fin­den wir Ele­men­te dar­aus auf unse­ren Bild­schir­men und bis heu­te sehen wir die­se auch in Com­pu­ter­spie­len.

Und wir wol­len nicht ver­ges­sen, dass Ste­ve Jobs einer der Mit­grün­der von Pixar ist, jener Pixel­schmie­de, die uns über die Jah­re mit zahl­lo­sen com­pu­ter­ani­mier­ten Trick­fil­men unter­hal­ten hat. Hier­für nahm der Visio­när damals »mal eben« fünf Mil­lio­nen Dol­lar in die Hand, weil er an die­se neue Unter­hal­tungs­form glaub­te. Er hat­te recht.

Zuletzt hat er mit sei­nen berüh­rungs­ge­steu­er­ten iPods, iPho­nes und iPads nicht nur das mobi­le Spie­len revo­lu­tio­niert, son­dern auch das elek­tro­ni­sche Lesen. Ich kann mir heut­zu­ta­ge von jedem Ort aus, an dem ich mich befin­de, neu­en SF- oder Fan­ta­sy-Lese­stoff auf mein iPod oder iPad laden …

Dan­ke Ste­ve!

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Bild: Ste­ve Jobs im August 2011, aus der Wiki­pe­dia, von Metal­Ge­ar­Li­quid, CC-BY-SA

Andy Whitfield (1974 – 2011)

Knapp 18 Mona­te nach­dem bei ihm das Non-Hodg­kin-Lym­phom dia­gnos­ti­ziert wur­de, erlag der Schau­spie­ler Andy Whit­field ges­tern der Krebs­er­kran­kung. Whit­field war gera­de erst durch sei­ne Titel­rol­le in der Starz-Serie SPARTACUS – BLOOD AND SAND bekannt gewor­den.

Der Schau­spie­ler wur­de in Wales gebo­ren und emi­grier­te 1999 nach Aus­tra­li­en, er war wei­test­ge­hend unbe­kannt, als er in der Rol­le des thra­ki­schen Skla­ven besetzt wur­de. Die Serie SPARTACUS wur­de trotz (oder gera­de wegen) der pla­ka­ti­ven Gewalt und der Sex-Sze­nen zu einem uner­war­te­ten Erfolg für den Sen­der Starz. Whit­field spiel­te den Cha­rak­ter in allen 13 Epi­so­den der ers­ten Staf­fel und berei­te­te sich gera­de auf die Sea­son zwei vor, als die Krank­heit dia­gnos­ti­ziert wur­de.

Die Wiki­pe­dia schreibt zu Andy Whit­field:

Sein Debüt im aus­tra­li­schen Fern­se­hen gab Whit­field 2004 mit einer Gast­rol­le in der Kran­ken­haus­se­rie ALL SAINTS. Zuvor hat­te er laut eige­nen Anga­ben meh­re­re Male erfolg­los Vor­spre­chen in Los Ange­les absol­viert. Die Schau­spie­le­rei und das Vor­spre­chen fie­len ihm am Anfang schwer: »Für das Modeln musst Du ein­fach nur erschei­nen«, so Whit­field 2003 im Inter­view mit einer Syd­ney­er Tages­zei­tung. Wei­te­re Rol­len in Kurz­fil­men folg­ten. Nach der Geburt sei­nes ers­ten Kin­des beschloss Whit­field sei­ne Schau­spiel­kar­rie­re auf­zu­ge­ben. 2007 wur­de ihm aber zu sei­ner eige­nen Über­ra­schung die Titel­rol­le in dem aus­tra­li­schen Spiel­film GABRIEL – DIE RACHE IST MEIN des Regie­de­bü­tan­ten Sha­ne Abbess ange­bo­ten, die er auf Anra­ten sei­ner Ehe­frau über­nahm. In dem Action-Dra­ma war Whit­field als letz­ter ver­blie­be­ner Erz­engel zu sehen, der sich gegen die Mäch­te der Dun­kel­heit stellt um das Pur­ga­to­ri­um, das Zwi­schen­reich zwi­schen Him­mel und Höl­le, zu ret­ten. Die düs­te­re, 150.000 aus­tra­li­sche Dol­lar teu­re Comic-Ver­fil­mung, die erst durch eine gelie­he­ne Digi­tal-Kame­ra und auf­ge­scho­be­ne Zah­lun­gen zustan­de kam, ent­wi­ckel­te sich trotz gemisch­ter Kri­ti­ken zum Erfolg an den Kino­kas­sen und mach­te Whit­field schlag­ar­tig einem brei­ten aus­tra­li­schen Publi­kum bekannt. Die welt­wei­ten Ver­öf­fent­li­chungs­rech­te an GABRIEL soll­te sich spä­ter Sony Pic­tures Enter­tain­ment sichern.

Im Jahr 2008 erhielt der Schau­spie­ler dar­auf­hin Gast­rol­len in den aus­tra­li­schen Seri­en THE STRIP, PACKED TO THE RAFTERS und MCLEODS TÖCHTER. Im August 2010 tat sich Whit­field mit Fred­die Wong zusam­men und pro­du­zier­te ein You­Tube-Video namens TIME CRISIS, basie­rend auf dem gleich­na­mi­gen Com­pu­ter­spiel.

Sei­ne Krank­heit war im Früh­sta­di­um behan­delt wor­den und schien besiegt, des­halb soll­te er in der zwei­ten Staf­fel von SPARTACUS sei­ne Rol­le wie­der auf­neh­men. Die Dreh­ar­bei­ten dar­an waren extra ver­scho­ben wor­den und statt­des­sen wur­de erst ein­mal eine Pre­quel-Serie pro­du­ziert. Lei­der brach die Krebs­er­kran­kung jedoch erneut aus und nach einer Ver­schlech­te­rung sei­nes Zustands ver­starb Andy Whit­field am 11. Sep­tem­ber 2011 in einem Kran­ken­haus in Syd­ney.

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Bild: Andy Whit­field 2010 auf dem San Die­go Comic Con, von Gage Skid­mo­re (CC-BY-SA), aus der Wiki­pe­dia, Pro­mo-Foto SPARTACUS – BLOOD AND SAND Copy­right Starz Enter­tain­ment LLC

Martin H. Greenberg (1941 – 2011)

Bei uns sind Sto­ry­samm­lun­gen (zumin­dest bei den Publi­kums­ver­la­gen) lan­ge nicht so ange­sagt wie in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, wo sie regel­mä­ßig einen fes­ten Bestand­teil der  Ver­öf­fent­li­chun­gen bil­den. Einer der umtrie­bigs­ten, aus­dau­ernds­ten und lang­jäh­rigs­ten Zusam­men­stel­ler von Antho­lo­gi­en in den USA war Mar­tin H. Green­berg, ein Name, den wohl jeder kennt, der eng­lisch­spra­chi­ge Sto­ry­samm­lun­gen im Regal ste­hen hat.

Green­berg war eigent­lich ein Pro­fes­sor für Poli­tik­wis­sen­schaf­ten an der Wis­con­sin-Green Bay Uni­ver­si­tät und stell­te im Lau­fe sei­nes Lebens geschätz­te 2500 (!) Antho­lo­gi­en aus den unter­schied­lichs­ten The­men­ge­bie­ten zusam­men, haupt­säch­lich und ins­be­son­de­re jedoch aus den diver­sen Gen­res der Phan­tas­tik. Er arbei­te­te dabei mit so bekann­ten Namen wie Isaac Asi­mov, Robert Sil­ver­berg oder Jane Yolen zusam­men und bekam im Zusam­men­hang mit den Sto­ry­samm­lun­gen diver­se Aus­zeich­nun­gen für sein Lebens­werk ver­lie­hen.

Mar­tin H. Green­berg ver­starb am 25. Juni in einem Hos­piz in Green Bay an den Kom­pli­ka­tio­nen einer Krebs­er­kran­kung.

Bild­quel­le: Good­reads

Peter Falk (1927 – 2011)

Was soll man über eine Iko­ne des Unter­hal­tungs­ge­schäfts sagen, was nicht an ande­rer Stel­le bereits zig­mal gesagt wur­de? Auch dass sei­ne Rol­le als Lieu­ten­ant Frank Colum­bo (pro­du­ziert als TV-Serie und in Form von Fern­seh­fil­men zwi­schen 1968 und 2003) stets unver­gess­lich blei­ben wird, betont nur das ohne­hin bereits Offen­sicht­li­che noch ein­mal.

Des­we­gen an die­ser Stel­le ein paar Infor­ma­tio­nen zu Peter Falk, die viel­leicht nicht all­ge­mein bekannt sind.  Gebo­ren wur­de er in Man­hat­tan und dien­te 18 Mona­te lang in der Han­dels­ma­ri­ne als Koch. Nach dem zwei­ten Welt­krieg stu­dier­te er am Hamil­ton Col­le­ge und mach­te 1951 sei­nen B.A. in Poli­tik­wis­sen­schaf­ten sowie danach den M.A. in Ver­wal­tungs­recht.

Eigent­lich woll­te er zur CIA, wur­de dort aber abge­lehnt, arbei­te­te dann für die Regie­rung von Con­nec­ti­cut und begann hob­by­mä­ßig mit der Schau­spie­le­rei. Nach­dem er von sei­nem Schau­spiel­leh­rer ermu­tigt wur­de, kün­dig­te er sei­nen Job und stu­dier­te in New York Schau­spie­le­rei unter Jack Land­au und San­ford Meis­ner. Sein Thea­ter­de­but hat­te er im Jahr 1956 in Moliere’s »Don Juan«.

Im Alter von drei Jah­ren ver­lor Peter Falk durch einen bös­ar­ti­gen Tumor ein Auge und trug seit­dem ein Glas­au­ge. Die­ses war der Grund, war­um die Film­stu­di­os ihn für Film- und Fern­seh­pro­duk­tio­nen zuerst immer wie­der ablehn­ten – spä­ter soll­te es zu einem sei­ner Mar­ken­zei­chen wer­den. Falk gewann fünf Emmys, vier davon für sei­ne Dar­stel­lung des knor­ri­gen Lieu­ten­ant Colum­bo; zwei­mal war er für den Oscar nomi­niert.

Gen­re­freun­den wird der Schau­spie­ler als Groß­va­ter in DIE BRAUT DES PRINZEN in Erin­ne­rung blei­ben.

Peter Falk starb am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag in sei­nem Haus in Bever­ly Hills, nach­dem er in den letz­ten Jah­ren an Alz­hei­mer gelit­ten hat­te. Machs gut Peter, auch Du warst einer der Hel­den mei­ner Jugend.

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Bild: Peter Falk 2007 in einem Inter­view, aus der Wiki­pe­dia