Ralph McQuarrie (1929 – 2012)

Bereits am drit­ten März ver­starb der US-ame­ri­ka­ni­sche Desi­gner und Futu­rist Ralph McQuar­rie. Am bekann­tes­ten dürf­ten sei­ne Pro­duk­ti­ons- und Kon­zept­zeich­nun­gen sein, auf denen das Design der ers­ten STAR WARS-Fil­me beruht.

McQuar­rie wur­de am 13. Juni 1929 als Ralph Angus McQuar­rie gebo­ren und wuchs auf einer Farm bei Bil­lings in Mon­ta­na auf. Nach­dem er im Korea-Krieg in der US-Armee gedient und einen Kopf­schuss über­lebt hat­te, stu­dier­te er am Pasa­de­na Art Cen­ter und war zuerst als Zeich­ner für eine Zahn­tech­nik-Fir­ma tätig. Danach arbei­te­te er als tech­ni­scher Illus­tra­tor für Boe­ing, zeich­ne­te aber auch zu die­ser Zeit bereits Film­pla­ka­te und illus­trier­te die CBS-Nach­rich­ten­sen­dun­gen zum Apol­lo-Pro­gramm.

Von sei­nen Arbei­ten beein­druckt unter­hielt sich ein gewis­ser Geor­ge Lucas mit ihm über einen geplan­ten Sci­ence Fic­tion-Film und die­ser hol­te ihn dann auch im Jahr 1975 für die Pro­duk­ti­on von A NEW HOPE (STAR WARS EPISODE IV) mit ins Boot. McQuar­rie zeich­ne­te zahl­lo­se Set-Kon­zep­te, ent­wi­ckel­te aber auch Cha­rak­te­re wie zum Bei­spiel R2-D2, C3-PO, Darth Vader (ins­be­son­de­re des­sen Atem­mas­ke), die impe­ria­len Sturm­trup­pen, Yoda sowie Chew­bac­ca – und er half dabei, die Mäch­ti­gen bei der 20th Cen­tu­ry Fox davon zu über­zeu­gen, das Pro­jekt zu finan­zie­ren. Man kann wohl mit Fug und Recht behaup­ten, das ein Groß­teil des Aus­se­hens und des Stils des STAR WARS-Uni­ver­sums auf McQuar­rie zurück gehen. Geor­ge Lucas sag­te nach McQuar­ries Tod: »Immer wenn ich etwas mit Wor­ten nicht erklä­ren konn­te, habe ich auf eine sei­ner Zeich­nun­gen gedeu­tet und gesagt: ›macht es so!‹ «

Neben sei­nen Arbei­ten an STAR WARS war er aber noch für diver­se ande­re Designs in Film­pro­jek­ten ver­ant­wort­lich. Bei­spiels­wei­se design­te er die Raum­schif­fe aus UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART und E.T., ent­wi­ckel­te Ende der 1970er das Aus­se­hen der Serie BATTLESTAR GALACTICA und wirk­te an JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES mit. Für den STAR TREK-Film THE VOYAGE HOME arbei­te­te er als Bera­ter in Sachen Pro­duk­ti­ons­de­sign, ebe­so für JURASSIC PARK und DAS WUNDER IN DER 8. STRASSE. Für die Designs im Film COCOON erhielt er im Jahr 1985 den Oscar in der Kate­go­rie »visu­el­le Effek­te«.

Rick McCall­ums Ange­bot, auch für die STAR WARS-Epi­so­den eins bis drei die Designs zu gestal­ten, lehn­te er ab.

Ralph McQuar­rie ver­starb am 3. März im Alter von 82 Jah­ren in sei­nem Haus im kali­for­ni­schen Ber­ke­ley an Kom­pli­ka­tio­nen einer Par­kin­son-Erkran­kung.

Sei­ne Zeich­nun­gen zu STAR WARS haben mich als Her­an­wach­sen­den Ende der 1970er tief beein­druckt und waren mit Sicher­heit ein wich­ti­ger wei­te­rer Grund für mein Inter­es­se an Sci­ence Fic­tion und Tech­nik. Dan­ke Ralph.

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Bild: Ralph McQuar­rie 2010 wäh­rend eines Besuchs bei Lucas­Film, von Ter­ri Hod­ges, aus der Wiki­pe­dia, CC-BY

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online dar­über.

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