Zwölf US-Bundesstaaten klagen gegen die Fusion von Paramount und Warner Bros.

Logos Paramount und Warner

Vor knapp zwei Wochen schrieb ich über Robert Picar­do und die Abset­zung von STARFLEET ACADEMY. Picar­do mach­te die neu­en Eigen­tü­mer von Para­mount für die schlech­ten Quo­ten ver­ant­wort­lich: kei­ne Wer­bung, kei­ne Plat­zie­rung im Menü, des­we­gen zu wenig Zuschauer°Innen. Genau die­se Eigen­tü­mer wol­len sich nun auch noch War­ner Bros. Dis­co­very ein­ver­lei­ben. Dage­gen wird jetzt geklagt, aller­dings nicht aus Washing­ton, son­dern aus Kali­for­ni­en.

Zwölf US-Bun­des­staa­ten unter Füh­rung Kali­for­ni­ens haben am 13. Juli 2026 Kla­ge gegen Para­mount Sky­dance und War­ner Bros. Dis­co­very ein­ge­reicht, um die 111 Mil­li­ar­den Dol­lar schwe­re Fusi­on zu stop­pen. Ver­han­delt wird vor dem Bezirks­ge­richt für den nörd­li­chen Distrikt Kali­for­ni­ens. Der kali­for­ni­sche Jus­tiz­mi­nis­ter Rob Bon­ta erklärt, die Fusi­on füh­re zu höhe­ren Prei­sen, schlech­te­rer Qua­li­tät und weni­ger Inhal­ten bei Film und Fern­se­hen, zu Las­ten von Kinos, Kabel­dis­tri­bu­to­ren und am Ende des Publi­kums. Soll­ten die Kon­zer­ne nicht bis zum Abschluss des Ver­fah­rens still­hal­ten, soll ein Antrag auf einst­wei­li­ge Ver­fü­gung fol­gen.

Wir erin­nern uns: Ursprüng­lich woll­te Net­flix das Strea­ming- und Stu­dio­ge­schäft von War­ner kau­fen. Para­mount kam mit einem feind­li­chen Über­nah­me­an­ge­bot dazwi­schen und setz­te sich durch, unter­stützt durch die Trump-Regie­rung. Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um geneh­mig­te die Fusi­on am 12. Juni, angeb­lich zur Über­ra­schung der eige­nen Juris­ten, die die Prü­fung gelei­tet hat­ten und eher zu einer Kla­ge ten­dier­ten. Para­mount-Chef David Elli­son soll Regie­rungs­ver­tre­tern zuge­sagt haben, beim zu War­ner gehö­ren­den CNN grö­ße­re Ände­run­gen vor­zu­neh­men, denn das ist den Trum­pis­ten zu kri­tisch. Und die Sky­dance-Über­nah­me von Para­mount wur­de sei­ner­zeit erst frei­ge­ge­ben, nach­dem der Kon­zern zuge­sagt hat­te, bei CBS einen Auf­pas­ser zu instal­lie­ren, der die Bericht­erstat­tung auf angeb­li­che poli­ti­sche Schlag­sei­te hin über­wa­chen soll, sowie einem Ver­gleich über 16 Mil­lio­nen Dol­lar mit Trump wegen eines angeb­lich mani­pu­la­tiv geschnit­te­nen Inter­views bei 60 MINUTES. Para­mount und die FCC bestrei­ten jeden Zusam­men­hang. Natür­lich tun sie das.

Inhalt­lich stützt sich die Kla­ge auf den Clay­ton Act, ein US-Kar­tell­ge­setz von 1914, das Zusam­men­schlüs­se unter­sagt, deren Wir­kung dar­in bestehen kann, den Wett­be­werb wesent­lich zu ver­rin­gern oder ein Mono­pol zu begüns­ti­gen. Von fünf gro­ßen Film­ver­lei­hern wür­den nach der Fusi­on nur noch vier übrig blei­ben, die über 85 Pro­zent aller breit gestar­te­ten US-Kino­fil­me kon­trol­lie­ren, im Kabel­be­reich blie­ben zwei übrig, das fusio­nier­te Unter­neh­men und Dis­ney, mit zusam­men 59 Pro­zent (die Zah­len stam­men aus der Kla­ge­schrift). Das Ver­spre­chen der Kon­zer­ne, jähr­lich min­des­tens 30 Fil­me zu ver­öf­fent­li­chen, hal­ten die Staa­ten für eine lee­re Zusa­ge, weil recht­lich nicht durch­setz­bar.

Para­mount erklär­te gegen­über Dead­line, man sehe kei­ner­lei kar­tell­recht­li­che Pro­ble­me, schließ­lich hät­ten Dut­zen­de Behör­den welt­weit die Trans­ak­ti­on durch­ge­wun­ken. Das US-Wirt­schafts­por­tal Sema­for berich­te­te zudem, der Kon­zern erwä­ge, sei­nen Fir­men­sitz aus Kali­for­ni­en weg­zu­ver­le­gen. Von der Sor­te Trotz­re­ak­ti­on darf man wohl noch mehr erwar­te und ich gehe zudem davon aus, dass sich der oran­ge­far­be­ne Troll eben­falls zu Wort mel­den wird.

Für uns Phan­tas­tik-Fans geht es dabei nicht um abs­trak­tes Kar­tell­recht, son­dern um die Stu­di­os bei­spiels­wei­se hin­ter STAR TREK, DC, HARRY POTTER und DUNE sowie um die Zusam­men­le­gung von Para­mount+ und HBO Max. Wer sehen will, wie Elli­son mit geerb­ten Inhal­ten umgeht, muss nur in Rich­tung STAR TREK schau­en. Dazu kommt, dass auch War­ner Bros. sich immer wie­der durch äußerst zwei­fel­haf­te Aktio­nen in Rich­tung der Fans und Com­mu­ni­ties aus­zeich­ne­te und in der Hin­sicht kei­nen guten Ruf hat. Wenn sich die Chef­eta­gen der bei­den Stu­di­os zusam­men­tun, dürf­te das die­se Situa­ti­on nicht ver­bes­sern.

Ob zwölf Bun­des­staa­ten ein von der Bun­des­re­gie­rung durch­ge­wun­ke­nes Mil­li­ar­den­ge­schäft auf­hal­ten kön­nen, ist offen.

Es bleibt span­nend.

Logo Para­mount Copy­right Para­mount, Logo War­ner Bros. Dis­co­very Copy­right War­ner Bros. Dis­co­very

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