VG-Wort Ausschüttung an Verleger: Gesetzesänderung und Lobbyismus
Die ParÂteiÂen in #neuÂland tun sich mit einer angeÂsichts der geänÂderÂten ParaÂmeÂter durch InterÂnet und DigiÂtaÂliÂsieÂrung drinÂgend notÂwenÂdiÂgen NovelÂlieÂrung des UrheÂberÂrechts schwer. Da bewegt sich seit JahÂren an unzähÂliÂgen StelÂlen nichts SinnÂvolÂles. Wie schnell so etwas allerÂdings gehen kann, wenn eine LobÂbyÂverÂeiÂniÂgung wie der BörÂsenÂverÂein des deutÂschen BuchÂhanÂdels lautÂhals »MimÂiÂmi!« und ordentÂlich Druck auf die PoliÂtik macht, zeigt die TatÂsaÂche, dass sich die groÂĂźe KoaliÂtiÂon in RekordÂzeit auf eine GesetÂzesÂänÂdeÂrung geeiÂnigt hat, die VerÂlaÂge wieÂder an den AusÂschĂĽtÂtunÂgen der VG-Wort beteiÂliÂgen soll, nachÂdem der BGH das bisÂheÂriÂge VerÂfahÂren als rechtsÂwidÂrig einÂgeÂstuft hat. Weit vorÂne dabei: die SPD.
Ich finÂde es geraÂdeÂzu widerÂlich, wie sich hier LobÂbyÂverÂeiÂniÂgunÂgen GesetÂze auf Wunsch von der PoliÂtik zurecht schreiÂben lasÂsen, zu UngunsÂten der UrheÂber. AndeÂre in ZeiÂten eines InterÂnets und SoziaÂler MediÂen drinÂgend notÂwenÂdiÂge VerÂbesÂseÂrunÂgen wie beiÂspielsÂweiÂse eine Art »fair use«-Klausel, oder eine VerÂrinÂgeÂrung von SchutzÂrechtsÂfrisÂten, die eher den NutÂzern zuguÂte komÂmen wĂĽrÂden, lasÂsen weiÂter auf sich warÂten, oder sind noch nicht einÂmal am HoriÂzont zu sehen – weil BĂĽrÂger keiÂne LobÂby haben. Auch ist nichts davon zu sehen, dass die UrheÂber rechtÂlich besÂser gestellt werÂden solÂlen, von HeiÂko Maas’ durchÂaus sinnÂvolÂlen Ă„ndeÂrunÂgen des UrheÂberÂrechts ist – ebenÂfalls nach hefÂtiÂger LobÂbyÂarÂbeit – kaum etwas ĂĽbrig geblieÂben. SchlimÂmer noch: Den SignaÂlen aus BrĂĽsÂsel nach zu urteiÂlen, steÂhen uns UrheÂberÂrechtsÂänÂdeÂrunÂgen ins Haus, die die NutÂzer und sogar die UrheÂber noch stärÂker benachÂteiÂliÂgen und ausÂschlieĂźÂlich den VerÂwerÂtern dieÂnen.
Bei den derÂzeiÂtiÂgen poliÂtiÂschen KonÂstelÂlaÂtioÂnen sehe ich allerÂdings kaum HoffÂnung, dass sich das alles in absehÂbaÂrer Zeit zum BesÂseÂren ändern wird.
[Update 19.12.2016:] Das dem EuroÂpaÂrecht widerÂspreÂchenÂde Gesetz wurÂde tatÂsächÂlich im EilÂverÂfahÂren durchÂgeÂwunÂken:
Die am DiensÂtag von CDU, CSU und SPD ankĂĽnÂdiÂgungsÂlos vorÂgeÂlegÂte ErweiÂteÂrung der geplanÂten Reform des UrheÂberÂverÂtragsÂrechts um »FraÂgen der VerÂleÂgerÂbeÂteiÂliÂgung« pasÂsierÂte innerÂhalb von vier Tagen prakÂtisch ohne MediÂenÂöfÂfentÂlichÂkeit den AusÂschuss fĂĽr KulÂtur- und MediÂen (SonÂderÂsitÂzung am DiensÂtag), den RechtsÂausÂschuss (MittÂwoch) das BunÂdesÂtagsÂpleÂnum (DonÂnersÂtagÂnacht) und den einÂspruchsÂbeÂrechÂtigÂten BunÂdesÂrat (FreiÂtag). (TeleÂpoÂlis)
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