From the founding of our company over 50 years ago, Chaosium has always championed human creativity. The vision of design and creation set by Greg Stafford in 1975 continues to this day.
Chaosium does not use AI in our projects.
Unfortunately, like our friends at Evil Hat recently discovered, Adobe has implemented a new feature that creates AI-generated descriptions of images. Adobe quietly inserted these AI descriptions into our new Time Without Tide Quickstart without our knowledge or consent. Being AI, these descriptions contained various errors.
We have now disabled this feature on Adobe, and uploaded a new version of the quickstart rules to the Time Without Tide Backerkit page.
We regret this happened, and invite you to please download the new version of the Time Without Tide Quickstart.
Übersetzung:
Seit der Gründung unseres Unternehmens vor über 50 Jahren hat sich Chaosium stets für die menschliche Kreativität eingesetzt. Die Vision von Design und Kreativität, die Greg Stafford 1975 ins Leben gerufen hat, besteht bis heute fort.
Chaosium setzt in seinen Projekten keine KI ein.
Leider hat Adobe, wie unsere Freunde bei Evil Hat kürzlich festgestellt haben, eine neue Funktion implementiert, die KI-generierte Beschreibungen von Bildern erstellt. Adobe hat diese KI-Beschreibungen stillschweigend und ohne unser Wissen oder unsere Zustimmung in unseren neuen „Time Without Tide“-Schnellstart eingefügt. Da sie von einer KI erstellt wurden, enthielten diese Beschreibungen verschiedene Fehler.
Wir haben diese Funktion bei Adobe nun deaktiviert und eine neue Version der Schnellstart-Regeln auf die „Time Without Tide“-Backerkit-Seite hochgeladen.
Wir bedauern diesen Vorfall und laden euch ein, die neue Version des „Time Without Tide“-Schnellstarts herunterzuladen.
Damit fällt Adobe zum wiederholten Mal mit solchen KI-Sperenzchen auf, und wieder mal hat Adobe das den Kunden nicht mitgeteilt. Die lernen es auch nicht mehr.
Den kostenlosen Quickstart zum Spiel TIME WITHOUT TIDE, einem Setting in einer Art viktorianischer Postapokalypse kann man auf der Projektseite herunter laden (dafür muss man sich allerdings bei Backerkit registrieren). Jetzt ohne Adobes Possen. Offenbar soll demnächst ein Crowdfunding folgen.
Ich glaube, dass wir mit all dem KI-Slop noch eine Menge »Freude« bekommen werden. Holt Popcorn.
Am Wochenende wurde ich auf ein Video des Synchronsprechers Sven Plate aufmerksam, der auf einen Film namens DEADLY PATIENT (Originaltitel: INTENSIVE CARE, 2018) bei Amazon Video hinwies, der offensichtlich nicht nur KI-übersetzt, sondern auch noch KI-synchronisiert worden war.
Ich habe mir das sofort mal angesehen, bzw. ‑gehört und was man da vorgesetzt bekam war schon ein starkes Stück, insbesondere da Amazon einen auch noch zwang, sich sagenhafte zwei Minuten Werbung anzusehen (der Grund, warum ich auf Prime Video nichts mehr schaue und mich der Sammelklage angeschlossen habe). Die Darbietung war dermaßen platt und emotionsfrei, das war an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Und auch manche Formulierungen ließen nicht nur vermuten, dass KI bei der Übersetzung herumgepfuscht hatte, das war eindeutig. Als ich mir das ansah hatten sich bei dem Film – vermutlich nach nach Plates Aufruf – bereits eine enorme Menge negativer Rezensionen angesammelt.
Erst wurde vermutet, Amazon selbst sei für die KI-Katastrophe verantwortlich, dem Vernehmen nach war dem allerdings nicht so. Amazon sagte in einer Stellungnahme, dass die Synchro nicht von ihnen stamme. Vermutlich hat DEADLY PATIENT seinen Weg über »Prime Video Direct« auf die Plattform gefunden, über die Drittanbieter Filme in Amazons Katalog veröffentlichen können. Gegenüber dwdl sagte ein Amazon-Sprecher: »Die deutsche Synchronisation des Films ‘Deadly Patient – Tödlicher Patient’ entsprach nicht den Qualitätsstandards von Prime Video. Der Film ist vorerst nicht mehr bei Prime Video verfügbar.«
Auch wenn der Film rasch verschwand: Das Problem bleibt, denn auch Netflix hatte sich bereits mit KI-generierten Animé-Übersetzungen in die Nesseln gesetzt und ich gehe davon aus, dass auch in Zukunft Anbieter mit Dollarzeichen in den Augen versuchen werden, uns so etwas unterzujubeln, um möglichst billig übersetzte Versionen an den Start zu bringen, für die man keine Sprecher°Innen bezahlen muss. Umso wichtiger, dann sofort zu zeigen, was man von so einem Dreck hält. Und auch Filmemacher°Innen sollten vielleicht genau hinsehen, den so etwas können die Beteiligten an einem Film nicht wollen und es verdirbt das Werk.
Ich weiß: Ich beklage mich regelmäßig über schlechte Synchros von US-Filmen. Dabei sind es aber in den allermeisten Fällen nicht die Sprecher°Innen, die schlechte Arbeit leisten (die machen das meist sogar sehr gut), sondern die Dialogregie mit Übersetzungen, die völlig daneben sind. Angesichts der drohenden KI-Gefahr, sollten die sich vielleicht ab sofort ein wenig mehr Mühe geben.
Wie die ein oder andere vielleicht schon mal mitbekommen hat, bin ich neben dem Betreiben von PhantaNews.de und meinem Brotjob als IT-ler auch als Digital Artist unter dem Künstlernamen Xanathon tätig (dass ich unter dem Namen international bekannt bin, hat mir sogar mal ein Gerichtsurteil bestätigt, aber das ist eine andere Geschichte).
Ich war auf der Suche nach einem Shop, in dem ich T‑Shirts und andere Dinge mit meinen Motiven anbieten kann. Dabei wollte ich aufgrund der bekannt problematischen Qualität und der Preise nicht Spreadshirt und ähnliche nutzen – und aus naheliegenden Trump-Gründen erst recht nicht US-basierte Shops wie Redbubble. Weil Ruthe mal supergeek/3dsupply empfohlen hatte, habe ich ein wenig recherchiert und war ganz angetan, auch wenn die Produktbandbreite nicht eben die größte ist.
Ich habe also ein paar Motive hochgeladen. Die wurden auch nach relativ kurzer Zeit freigegeben; es muss sich jemand die Motive ansehen, bevor sie freigeschaltet werden, das ist ja auch okay so, damit man sich beispielsweise keinen Nazischeiß einfängt.
Da die in ihrem Shop haufenweise Fanart anbieten, hatte ich dann noch eine Anfrage dazu gestellt.
Heute morgen bekomme ich dann eine lakonische Mail, in der nicht etwa die Antwort auf meine Anfrage steht, sondern dass alle meine Motive entfernt wurden, weil es sich um KI- generierte Bilder handelt:
Deine Motive wurden soeben wieder aus dem Shop entfernt da sie KI generiert sind.
Wir bitten dich davon abzusehen weitere Motive die nicht selbst gestaltet sind bei uns hochzuladen.
Wenn ich auch größtes Verständnis dafür habe, dass man im Shop keine KI-generierten Bilder möchte, habe ich Fragen:
Warum wurden die Bilder gestern erst geprüft und freigeschaltet? Danach hatte ich nämlich den Link zur Designerseite bereits geteilt. Weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut?
Warum wird ohne jegliche Grundlage unterstellt, dass es sich um KI-Bilder handelt? Die Motive sehen noch nicht mal aus, wie KI-generierte Bilder.
Wenn man meint, es könne KI sein, sollte man dann nicht den Respekt vor dem Künstler haben und vor der Löschung mal kurz nachfragen statt einfach zu löschen?
Wenn man fälschlich löscht, warum wird dann die Bitte auf Wiederherstellung ignoriert?
Auf meine erste Email mit der Richtigstellung, dass es keine KI-Bilder sind, wurde relativ schnell geantwortet, auf den Hinweis, dass ich das Löschen ohne Rücksprache ziemlich frech fand antwortete man:
Nicht frech, sondern vorsichtig. Wir wollten weder dich persönlich noch deine Kunst angreifen.
Das haben sie allerdings mit der Unterstellung es sei KI-generiert eindeutig getan. Ich habe Jahre gebraucht, um mich mit den verschiedenen 3D-Applikationen vertraut zu machen, damit ich Bilder in der Qualität erstellen kann. Die Szenen zu komponieren dauert Stunden, danach fällt noch Postwork in Photoshop an. In jedem dieser Bilder steckt mein Herzblut.
Dass irgendjemand ohne Ahnung sie dann einfach nebenbei als »KI« löscht, schmerzt.
Und das zeigt auch gleich ein weiteres Problem sogenannter »KI-Kunst«. Abgesehen davon, dass haufenweise Bilder von Künstler°Innen ohne deren Zustimmung zum Training der Modelle benutzt wurden, steigen die Zahlen der Fälle, in denen Künstler°Innen fälschlich bezichtigt werden, ihre Bilder seien KI-generiert. Bei automatisierten Systemen ist das schon schlimm genug, aber wenn Menschen ohne Rückfrage Bilder löschen, oder kritisieren, weil sie meinen, die seien durch einen KI-Algorithmus erstellt, ist das neben dem Bilder-Diebstahl durch die KI-Kapitalisten ein weiterer harter Schlag für die Künstler°innen, denn ihre Werke und ihre Arbeit werden quasi im Vorübergehen nachlässig gering geschätzt und ihnen wird zudem die Nutzung von KI-Modellen unterstellt.
[Edit]Noch gar nicht gesprochen haben wir an der Stelle über meinen komplett verschwendeten Zeitaufwand, um die Motive online zu stellen.[/Edit]
Bei 3DSupply/Supergeek hielt man es zudem nicht mehr für notwendig, auf meine Frage, ob sie die Motive wiederherstellen, zu antworten (als IT-ler, der auch mit Webshops arbeitet, weiß ich, dass das relativ simpel möglich sein sollte, falls sie keinen mundgeklöppelten Fummel&Bastel-Shop haben). Dass ich den Link zum Shop schon geteilt hatte und meine Besucher da jetzt nur eine leere Seite sehen, scheint bei 3dsupply niemanden zu interessieren. Hätte man mir geantwortet, wäre es zu diesem Text gar nicht erst gekommen. Auch meine Anfrage bezüglich Fanart wurde übrigens nicht beantwortet.
Ich überlege mir jetzt, ob ich den Aufwand mit dem Hochladen nochmal betreibe, oder ob ich es lasse.
Aufgrund dieser höchst negativen und frustrierenden Erfahrungen und des respektlosen Verhaltens kann ich den Laden für Künstler°Innen nicht empfehlen. Und auch Kund°Innen sollten mal darüber nachdenken, ob sie einen Shop unterstützen möchten, der derart respektlos mit Künstlern umgeht.
Sollte es noch zu irgendwelchen Rückmeldungen vom Shopbetreiber kommen, werde ich den Text ergänzen.
[Update:] Nachdem ich diesen Text online gestellt habe und ihnen den Link geschickt habe, kam dann doch noch Antwort:
Das ist doch nun wirklich unnötig.
Nur weil eine Mail nicht umgehend beantwortet wird heißt es doch nicht, dass man keine Antwort mehr bekommt.
Hier arbeiten Menschen.
Zu deiner Frage: Ja, du müsstest die Motive erneut hochladen.
Wir haben doch gesagt, dass wir das weder dich noch deine Kunst persönlich angreifen wollten.
Warum du das in diesem Maße persönlich nimmst, dass wir da in deinem Fall etwas zu gründlich waren, verwundet doch sehr. Gerade da du betont hast eigentlich keine Zeit für lange Texte zu haben!
Uns jetzt mit einem negativen Online Text schlecht zu machen und auch Kunden vor uns warnen wollen ist etwas drüber.
Es steht uns als Onlineshop Betreiber nunmal frei Motive abzulehnen.
Um das in jedem Fall vorab mit den Artists besprechen, haben wir nicht die Kapazitäten.
Tut uns leid, dass so ein Sachverhalt dich in diesem Maße aufgewühlt hat.
Alles Gute für dich
Ein Mensch sitzt hier auch. Dass ich keine Zeit für lange Texte habe, ist inhaltlich völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Dass sie keine »Kapazitäten« haben, um ungerechtfertigte Löschungen zu verhindern, hilft in der Sache nicht weiter und bekräftigt eher die Respektlosigkeit vor Künstler und Werk. Dass es ihnen frei steht, Motive abzulehnen, steht außer Frage, aber das ist am eigentlichen Thema weit vorbei. »Etwas zu gründlich« ist ein Euphemismus. Am Ende tut ihnen noch nicht mal ihr Fehler leid, sondern dass »ein Sachverhalt« mich ihrer Meinung nach »aufgewühlt« hat.
»Künstliche Intelligenz« alias »KI« ist gerade eins der Aufregerthemen schlechthin und es äußern sich gerne Personen dazu, die nicht den geringsten Schimmer über das Thema haben, gerade aus dem Bereich Politik lese ich immer wieder Stilblüten zwischen Hohnlachen und Fremdschämen.
Dieses Beispiel dokumentiert geradezu perfekt die Probleme mit Deep Learning-basierten Techniken, insbesondere wenn man sie unüberwacht und ohne redaktionelle Prüfung einsetzt.
Es handelt sich um die deutsche Übersetzung des englischen Originaltextes zur Fernsehserie THE A‑TEAM beim Amazons IMDb.
Die Übersetzung ist wortwörtlich korrekt, inhaltlich aber erstaunlich falsch. Auch vom Wortsinn her liegt der DL-Algorithmus daneben, denn nicht die Unschuldigen werden vom Militär verfolgt, sondern das A‑Team.
Das dokumentiert aber eben auch die Probleme mit »KI«-generierten Texten: Sie können vollständig glaubwürdig aussehen, sind aber inhaltlicher Bullshit. Das lässt sich eins zu eins auf andere Bereiche von KI als Übersetzung oder Textgenerierung übertragen. Redakteure, die meinen, das könnte ihnen die Arbeit prima erleichtern, könnten irgendwann ein übles Erwachen erleben, wenn ihnen ein DL-erzeugter Bullshit-Artikel durchgerutscht sein wird und die Reputation ihres Mediums zerstört.
Ich halte »KI« in vielen Bereichen für ein überaus hilfreiches und nützliches Tool (ich möchte »content aware fill in Photoshop ebenso wenig missen, wie meine DL-basierten Upscaler oder Denoiser), aber aus dem Traum der Goldgräberstimmung, und dem »spart euch viel Geld für Texter« die derzeit von vielen bekoksten Marketing-»Spezialisten« verbreitet wird, kann schnell ein Alptraum werden.
Angesichts der rasanten Geschwindigkeit mit denen sich Deep Learning-basierte Applikationen gerade weiter entwickeln, könnte meine Aussage in drei Monaten aber bereits hinfällig sein. Die Technik entwickelt sich dermaßen rasant, dass unsere üblicherweise in Tech-Fragen völlig verschnarchten Politiker sich schwer tun werden, das zu regulieren und im Sinne der Bevölkerung einzuhegen.
Übrigens: der Übersetzer DeepL, ebenfalls Deep Learing-basiert, wie der Name bereits andeutet, übersetzt den Satz perfekt. Aus
Four Vietnam vets, framed for a crime they didn’t commit, help the innocent while on the run from the military.
wird
Vier Vietnam-Veteranen, die eines Verbrechens beschuldigt werden, das sie nicht begangen haben, helfen Unschuldigen, während sie auf der Flucht vor dem Militär sind.
Offenbar sind Amazons Übersetzungsalgorithmen verbesserungswürdig.
Dank an Thorsten Krüger fürs finden des urlustigen Patzers bei IMDb.
Paizo, der Herausgeber von Pen & Paper-Rollenspielen wie PATHFINDER oder STARFINDER positioniert sich in einem aktuellen Statement eindeutig gegen »AI«-generierte Inhalte, seien es Bilder oder Texte. Das gilt auch für Fanart.
Das bezieht sich insbesondere auch auf ihre Onlineplattformen Pathfinder Infinite und Starfinder Infinite, auf denen es Fans möglich ist, Content basierend auf Paizos IPs zu verkaufen. Paizo schreibt dazu:
Since we launched the company in 2002, Paizo has made its reputation with the assistance of countless traditional artists and writers, who are just as integral to the success of our games as our in-house editors, art directors, designers, and developers. The ethical and legal issues surrounding »AI art« and writing prompt programs — and the serious threat they pose to the livelihoods of partners who have helped us get to where we are today as a company — demand that we take a firm position against the use of this technology in Paizo products.
Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2002 hat sich Paizo mit Hilfe unzähliger traditioneller Künstler und Autoren einen Namen gemacht, die zum Erfolg unserer Spiele ebenso beitragen wie unsere internen Redakteure, Art Directors, Designer und Entwickler. Die ethischen und rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit »KI-Kunst« und Textgenerierungsprogrammen – und die ernsthafte Bedrohung, die sie für den Lebensunterhalt unserer Partner darstellen, die uns dabei geholfen haben, dorthin zu gelangen, wo wir heute als Unternehmen stehen – erfordern, dass wir eine klare Position gegen die Verwendung dieser Technologien in Paizo-Produkten beziehen.
Problematisch dürfte in diesem Zusammenhang allerdings werden, dass es im Moment nahezu unmöglich sein dürfte, Texte oder Bilder die mittels Deep Learning generiert wurden, verlässlich zu identifizieren (wobei allerdings auch hierfür Algorithmen bereits auf dem Weg sind).
Es wird jetzt spannend sein zu sehen, wie lange sie diesen Standpunkt aufrechterhalten werden – oder können.
Vor einer Woche erklärte der Herausgeber des renommierten US-Phantastikmagazing Clarkesworld, dass man bis auf weiteres keine Kurzgeschichten mehr annehmen würde. Grund: Er war mit Kurzgeschichten geflutet worden, die offensichtlich mit Open AIs Deep Learning-basiertem Chatbot ChatGPT erstellt worden waren (mit »künstlicher Intelligenz« hat das übrigens nur weitläufig zu tun, auch wenn Ahnungslose das gern gleichsetzen. Deep Learning ist nur ein Aspekt des weiten Feldes KI, aber keine KI an sich und in sich, von echter KI sind wir noch weit entfernt. Wenn also Politiker°Innen oder Marketing-Heinis in dem Zusammenhang von KI faseln, sind sie nicht von Ahnung getrübt und nutzen einfach ein Buzzword).
Damit erreicht ein Phänomen aus dem Bereich bilderstellende Kunst die Autoren und Verlage. Im Bereich Bilderstellung werden wir seit Monaten mit Bildern geflutet, die angeblich Kunst sind und bei denen tatsächlich nur oft Unbegabte Midjourney, Dall‑E oder Stable Diffusion mit Begriffen füttern und dann meinen, sie hätten mit den entstandenen Bildern Kunst erschaffen, was natürlich so pauschal Unsinn ist.
Und genauso nutzen jetzt Personen, die sich für Schriftsteller°Innen halten, ChatGPT, um Texte zu erschaffen. Und das sollte auch nicht wundern, denn genau dafür hatte Open AI bereits Ableger seines Algorithmus GPT‑3 beworben: Beim Verfassen von Texten zu helfen und Schreibblockaden zu überwinden. Dabei beginnt man Sätze oder Absätze und die GPT-3-basierten Tools vervollständigen diese im Kontext des bereits Geschriebenen.
Logo ChatGPT
Deswegen sollte es nicht wundern, wenn sich selbst für gewitzt haltende Pseudoautor°Innen meinen, sie würden große Literatur erschaffen (oder um einfach schnelles Geld zu machen), indem sie ChatGPT mittels Prompt anweisen, eine Kurzgeschichte zu verfassen.
Und das ist aus vielen Gründen ein Problem. An erster Stelle sicherlich, weil es für Selfpublisher°innen ohnehin schon äußerst schwierig ist, sichtbar zu werden, das wird noch viel schwieriger, wenn man zusätzlich auch noch in einer Flut von DL-generierten Büchern versinkt.
Es gibt inzwischen Programme, die ChatGPT-erzeugte Texte erkennen können; Fun Fact am Rande: auch die basieren auf Deep Learning. Allerdings stehen die zum einen nicht jeder zur Verfügung (oder Nutzer sind nicht in der Lage, sie zu verwenden) und zum anderen wird es insbesondere für Amazon äußerst schwierig werden, große Mengen an Veröffentlichungen zu durchsuchen – und es wird garantiert auch False Positives geben, also Bücher, die fälschlich automatisiert aussortiert werden, obwohl keine sogenannte KI beteiligt war.
Das ist selbst ein Problem für den größten Selfpublishing-Anbieter Amazon, der sicherlich versuchen wird, seine technische Macht und Kompetenz dagegen in Stellung zu bringen. Die deutsche Buchbranche glänzt üblicherweise durch technische Rückständigkeit und wird damit meiner Erwartung nach noch viel größere Probleme haben. Ich gehe davon aus, dass sich in nicht allzu ferner Zukunft jemand mit der Nachricht melden wird, er habe einem der großen Publikumsverlage ein per DL erstelltes Werk untergejubelt.
Problematisch ist das aber auch für Selfpublisher°Innen (und nicht nur für die), wenn Amazon seinen Dienst massiv einschränkt, um der genannten Probleme Herr zu werden, oder wenn deutsche Plattformen aus Angst und technischem Unvermögen dasselbe tun. Aber auch dass Herausgeber wie Clarkesworld keine Kurzgeschichten mehr annehmen, um Zeit zu haben einen Weg zu finden, um damit umzugehen, ist besorgniserregend über das Selfpublishing hinaus (selbst wenn Kurzgeschichten in Deutschland leider quasi keine Rolle spielen).
Problematisch ist das auch deswegen, weil ChatGPT mit Milliarden Texten aus dem Web per Datamining gefüttert wurde, der Algorithmus hat aus diesen Texten sein künstliches neuronales Netzwerk trainiert, daher auch der Begriff Deep Learing (stark vereinfacht). Es könnte also passieren, dass Fragmente aus den Originaltexten in den erzeugten Inhalten auftauchen und das wäre ein Plagiat. Dass das nicht abwegig ist, zeigt dass Microsofts Code-Vervollständigungs-Tool CoPilot dabei erwischt wurde, unerlaubt den Code Dritter zu kopieren, mit dem das Tool gefüttert worden war, dabei konnte dieser Drittcode eindeutig identifiziert werden – und Programmcode ist in vielen Fällen als kreative Schöpfung ebenfalls urheberrechtlich geschützt.
Ich lehne Deep Learning nicht grundsätzlich ab und sehe auch durchaus reichlich positive Aspekte und legale Anwendungsgebiete (die aufzuzählen würde den Rahmen des Artikels sprengen). Aber wie mit jeder neuen Technologie gibt es Personen, die die Möglichkeiten ausnutzen und verwenden, um sich einen Vorteil zu verschaffen, sei es in der Internet-Währung »Sichtbarkeit« oder finanziell. Ich bin sehr gespannt, wie Gesellschaft und Wirtschaft darauf reagieren werden. Von der deutschen Politik erwarte ich in der Hinsicht nichts, die bemerken neue Tech-Themen und Regulierungsnotwendigkeiten ohnehin immer zehn Jahre zu spät und/oder reagieren dann handwerklich miserabel darauf, weil sie die inhaltlich nicht verstanden haben, oder weil Gesetze durch Unternehmen herbeilobbyisiert werden.
In den USA laufen die ersten Verfahren von Künstler°Innen gegen Open AI oder die Betreiber von Midjouney. Die Klagenden halten es für nicht in Ordnung, dass ihre Werke ungefragt in die DL-Algorithmen gefüttert wurden. Ich erwarte demnächst Ähnliches im Bereich Text.
Zum Abschluss noch ein Beispiel:
Ich sagte zu ChatGPT:
Write a short story about hyperintellgent aliens that visit earth to pacify humanity but that goes awfully wrong
Und die Antwort war folgende Vignette:
The hyperintelligent aliens arrived on Earth with the best of intentions. They were a peaceful species and had heard about the violence and conflict that plagued the planet. They believed they could help. The aliens had the power to pacify humanity with a single thought, and they were confident that they could bring about a new era of peace and harmony.
The leaders of Earth welcomed the aliens with open arms. They were excited about the prospect of a world without war, famine, or poverty. The aliens began their work, using their advanced technology to pacify human minds. At first, everything seemed to be going well. People stopped fighting, and the world became a much quieter place.
However, as time went on, something started to go wrong. The pacification began to have unintended consequences. People stopped being creative, curious, and passionate. They became apathetic and indifferent to everything around them. The world became a stagnant, colorless place, devoid of any real life.
The aliens were baffled. They had intended to create a peaceful world, but they had not realized the true cost of pacification. They had taken away the very essence of what made humans human.
The leaders of Earth demanded that the aliens reverse their pacification. They wanted their people to be free to think, feel, and act as they pleased. But the aliens had no idea how to undo what they had done. They had thought that they could make the world a better place, but instead, they had destroyed it.
In the end, the aliens left Earth, saddened by the unintended consequences of their actions. They had hoped to help humanity, but instead, they had robbed them of their humanity. And so, the world returned to its former state, with all its flaws and imperfections. But at least, it was still alive.
Sicher, das ist weder hohe Literatur (aber das ist eine Menge Belletristik ebenfalls nicht) noch besonders kreativ. Dennoch kann man vielleicht Neil Clarkes Problem verstehen, wenn er mit solchen Texten geflutet wird. Übrigens ist ChatGPT im englischsprachigen Bereich bei Amazon inzwischen an etlichen Werken als »Mitautor« genannt.
Disclaimer: Dieser Artikel wurde ohne die Nutzung von ChatGPT erstellt (bis auf die Vignette), auch wenn es mir in den Fingern juckte. Artikelbild aus Dall‑E, Prompt: »A robot spewing money, digital painting«. Logo ChatGPT Copyright Open AI
Normalerweise werden Titel auf PhantaNews in Großbuchstaben geschrieben. Im Fall der angekündigten Fox-Serie »neXt« wäre das aufgrund der Schreibweise allerdings kontraproduktiv.
Bei neXt geht es um den Tech-Magnaten Paul Leblanc, gespielt von John Slattery (AVENGERS: ENDGAME), der sich bemüht, die von ihm entwickelte und wildgewordene künstliche Intelligenz unter Kontrolle zu bekommen. Somit ein hochaktuelles Thema, auch wenn wir von echten KIs noch meilenweit entfernt sind.
Einen konkreten Starttermin für neXt gibt es noch nicht, die Show wurde aber für die US-»Midseason« angekündigt, das wäre vermutlich im Januar oder Februar 2020.
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