Gibt es Alternativen beim Online-Buchkauf?

Ich stell­te mir um Zu­sam­men­hang mit der Ama­zon-Dis­kus­si­on die Fra­ge: gibt es gang­ba­re Al­ter­na­ti­ven zu Ama­zon für mich? Ja, ich be­zie­he die­se Fra­ge auf mich, der ich gern Phan­ta­stik, so­wie eng­lisch­spra­chi­ge Ori­gi­na­le lese, und der ich auf eBooks ste­he. Und ob­wohl ich auch re­gel­mä­ßig Elek­tro­nik oder Ga­mes bei Ama­zon or­de­re, habe ich die­se Wa­ren aus­ge­las­sen, um halb­wegs Chan­cen­gleich­heit her­zu­stel­len. Un­ter die­sen As­pek­ten (aber auch in Hin­sicht auf Kun­den­freund­lich­keit und Ver­sand­ko­sten) habe ich deut­sche On­line­shops mit Schwer­punkt »Bü­cher« un­ter­sucht und in vie­len Fäl­len Gru­se­li­ges ent­deckt. Ich wun­de­re mich be­reits lan­ge nicht mehr, war­um Ama­zon mit den hie­si­gen An­bie­tern ei­ner trä­gen und kon­ser­va­ti­ven Bran­che den Bo­den wischt – nach den Er­geb­nis­sen mei­ner Tests schon gar nicht mehr …

Die Ar­ti­kel (wird er­gänzt, wenn neue Tests hin­zu kom­men):

buchhandel.dekohlibri.deosiander.delehmanns.debol.delibreka.de

Wei­ter­hin: Be­trach­tun­gen zu den Mond­prei­sen für eng­li­sche eBooks.

Alternativen beim Online-Kauf, gibt es die? bol.de

Via Goog­le+ wur­de ich auf bol.de hin­ge­wie­sen. Bol.de und buch.de ge­hö­ren zum sel­ben An­bie­ter (näm­lich der buch.de in­ter­netsto­res AG). Des­we­gen zeig­te sich bei Stich­pro­ben, dass das An­ge­bot na­he­zu iden­tisch ist, ich wür­de mal da­von aus­ge­hen, dass bei­de Por­ta­le auf die­sel­ben Da­ten­ban­ken zu­rück grei­fen und nur das Front­end un­ter­schied­lich ge­stal­tet wur­de. Ich habe mich des­we­gen bei mei­nem Test auf bol.de be­schränkt.
Auf den er­sten Blick fällt mir auf der Start­sei­te auf, dass die Haupt­na­vi­ga­ti­on nach Ka­te­go­ri­en, die man oben ho­ri­zon­tal fin­det, an der lin­ken Sei­te ver­ti­kal noch­mal wie­der­holt wird. Das wirkt selt­sam red­un­dant. Wenn man al­ler­dings eine Ka­te­go­rie an­klickt, er­scheint in­ner­halb des ge­wähl­ten Kon­texts links eine Sub­na­vi­ga­ti­on – und das macht na­tür­lich Sinn. Die Ge­stal­tung der Start­sei­te ist … hm … mi­ni­ma­li­stisch und auch hier fin­det man den ge­sam­ten Con­tent­block an die lin­ke Brow­ser­sei­te ge­ku­schelt. War­um das heu­te noch der­art vie­le Sei­ten­be­trei­ber so ma­chen, ist mir völ­lig un­ver­ständ­lich.

Auf der Start­sei­te wer­den di­ver­se Me­di­en vor­ge­stellt, je­weils drei un­ter den La­bels »Tipps der Re­dak­ti­on«, »Ak­tu­el­les« und »Best­sel­ler«. Das geht völ­lig in Ord­nung und ist auch im­mer eine gute Idee, um Ver­käu­fe zu ge­ne­rie­ren, wenn­gleich auch hier die Tipps der Re­dak­ti­on jeg­li­che Be­grün­dung feh­len las­sen, war­um es sich ge­ra­de bei die­sem Ar­ti­kel um eine Emp­feh­lung han­delt.
Die Haupt­me­nü­punk­te klap­pen in Form ei­nes so­ge­nann­ten »Me­ga­men­üs« auf und of­fen­ba­ren ihre Sub­ka­te­go­ri­en. Das ist be­quem. Er­freu­li­cher­wei­se gibt es so­wohl un­ter »Bü­cher« wie auch un­ter »eBooks & eRe­ader« den Ein­trag »Sci­ence Fic­tion & Fan­ta­sy« (un­ter eBooks heisst der wit­zi­ger­wei­se »Fan­ta­sy & Sci­ence-Fic­tion«, war­um hier die Rei­hen­fol­ge eine an­de­re ist, weiß ver­mut­lich bei Bol kei­ner). Wählt man eine der Haupt­ka­te­go­ri­en, öff­net sich links eine Sub­na­vi­ga­ti­on, die mehr Ein­trä­ge um­fasst als das eben an­ge­spro­che­ne Me­ga­menü. Äu­ßerst über­sicht­lich und so oder ähn­lich muss das ge­macht wer­den.

Das "Megamenü"
Das »Me­ga­menü«

Höchst er­freu­lich ist, dass es hier so­gar meh­re­re Un­ter­ka­te­go­ri­en gibt, näm­lich »Fan­ta­sy«, »nach Rei­hen«, »Sci­ence Fic­tion«, »Vam­pir­ro­ma­ne« (seufz) und »Nach Au­to­ren«. Das ist vor­bild­lich. Wei­ter­hin be­steht die Mög­lich­keit, die an­ge­zeig­ten Er­geb­nis­se nach ver­schie­de­nen Kri­te­ri­en neu zu sor­tie­ren: »be­ste Tref­fer«, »»auf­stei­gend nach Ver­kaufs­rang«, »ab­stei­gend nach Er­schei­nungs­jahr«, »auf- und ab­stei­gend nach Preis« so­wie »»auf- und ab­stei­gend al­pha­be­tisch«. Das sind Op­tio­nen, wie ich sie auf den an­de­ren Shop­sei­ten bis­her ver­geb­lich ge­sucht habe und das er­in­nert al­les schon sehr deut­lich an Ama­zon – man hat sich zwei­fel­los an die­sem Vor­bild ori­en­tiert.

Seitenmenü
Sei­ten­me­nü

Wäh­le ich die Sub­ka­te­go­rie »fremd­spra­chi­ge Bü­cher« ver­än­dert sich er­neut das Sei­ten­me­nü und ich kann zwi­schen ver­schie­de­nen Spra­chen wäh­len. Ich klicke auf »Eng­li­sche Bü­cher« – und bin ver­blüfft, denn so­gar hier wer­den noch­mals Un­ter­ka­te­go­ri­en an­ge­zeigt. Das wäre für mich an­ge­sichts der an­de­ren ge­te­ste­ten Platt­for­men an die­ser Stel­le fast ein Grund, eine Fla­sche Scham­pus auf­zu­ma­chen und zu fei­ern, nur lei­der, lei­der ver­mis­se ich hier die Ka­te­go­rie »SF & Fan­ta­sy«. Doch halt … Nach ei­nem Klick auf »Bel­le­tri­stik« er­scheint noch­mals ein Sub­me­nü und dort gibt es auch ei­nen Ein­trag da­für. Okay, her mit dem Scham­pus und das ob­wohl es jetzt kei­ne Un­ter­tei­lung zwi­schen den bei­den Gen­res mehr gibt. Un­ter­halb der Haupt­na­vi­ga­ti­on fin­de ich so­gar ei­nen so­ge­nann­ten »Bre­ad­crumb«, der mir an­zeigt, wie tief und wo in der Na­vi­ga­ti­ons­struk­tur ich mich be­fin­de – bei de­nen scheint es sich ob­wohl sie bei der Nut­zung von kom­ple­xen Web­sei­ten über­aus hilf­reich sind, um eine ar­ka­ne oder ok­kul­te Kunst zu han­deln, denn sie in­zwi­schen sel­ten ir­gend­wo zu fin­den.

Aber im Ernst: das ist bis­her bei Wei­tem die be­ste Lö­sung, die ich bis jetzt ge­se­hen habe und sie ist höchst er­go­no­misch und be­quem. Durch die Men­ge an Sub­ka­te­go­ri­en kann man sich re­la­tiv schnell ge­nau dort­hin han­geln, wo­hin man möch­te. An­de­re An­bie­ter soll­ten sich hier schnell ein paar pla­ne­ten­gro­ße Schei­ben ab­schnei­den, denn es zeigt, was mög­lich ist, wenn man je­man­den be­auf­tragt, der sich mit so­was aus­kennt und das Wort »Usabi­li­ty« nicht für eine sel­te­ne Erb­krank­heit hält. Ich bin an die­ser Stel­le äu­ßerst ge­pannt, ob der po­si­ti­ve Ein­druck so be­stehen blei­ben wird.

Auch hier ist wie­der die er­ste Su­che die nach BLOOD RI­TES von Jim But­cher. Es gibt meh­re­re Tref­fer, das Or­bit-Ta­schen­buch, so­wie Soft- und Hard­co­ver von Roc. Das Roc-Ta­schen­buch wird als Son­der­an­ge­bot mit »-10%« an­ge­prie­sen, da­mit ko­stet es mit 7,10 Euro ge­nau so­viel wie bei Ama­zon; es ist lie­fer­bar. Das Hard­co­ver ist mit 19,20 so­gar preis­wer­ter als bei Ama­zon, dort wer­den 20,99 Euro an­ge­sagt. Ich wäre schwer be­ein­druckt, lei­der ist es bei Bol aber nicht so­fort lie­fer­bar, son­dern erst in »1 – 2 Wo­chen«. Scha­de. Ama­zon kann lie­fern.

Wei­ter mit CHAN­GES, auch hier muss ich auf­grund der vie­len Tref­fer das Such­ergeb­nis mit dem Au­to­ren­na­men ver­fei­nern. Ge­fun­den wird nur ein Ta­schen­buch, das von Roc, der Preis be­trägt 7,40 Euro, es ist so­fort lie­fer­bar. Bei Ama­zon wer­den 7,20 Euro an­ge­sagt, da ist es eben­falls lie­fer­bar und die ha­ben zu­dem das Hard­co­ver.

Im Ver­gleich zu den bis­he­ri­gen Shops fällt mir üb­ri­gens auf, dass ich bei den eng­li­schen Bü­cher bei je­dem ein­zel­nen Co­ver­bil­der an­ge­zeigt be­kom­men habe, das ist deut­lich bes­ser als bei den an­de­ren An­bie­ter, wo es zu oft nur Platz­hal­ter zu se­hen gibt. Ich wür­de gern über ir­gend et­was mot­zen, aber bis­her ist al­les in Ord­nung bis gut.

Die Su­che nach REDSHIRTS för­dert Soft- und Hard­co­ver von Tor Books und Gol­lan­cz ans Licht des Bild­schirms, lie­fer­bar ist lei­der kei­nes da­von. Das trübt das Er­geb­nis, denn REDSHIRTS ist ein durch­aus ak­tu­el­ler Ro­man. Die Prei­se sind wie folgt:

  • Gol­lan­cz Hard­co­ver: 17,40 EUR
  • Gol­lan­cz Soft­co­ver: 9,30 EUR
  • Tor Hard­co­ver: 18,30 EUR
  • Tor Soft­co­ver: 11,00 EUR

Zum Ver­gleich die Prei­se bei Ama­zon:

  • Gol­lan­cz Hard­co­ver: 17,00 EUR
  • Gol­lan­cz Soft­co­ver: 9,00 EUR
  • Tor Hard­co­ver: 17,90 EUR
  • Tor Soft­co­ver: 10,70 EUR

Hier also nur mi­ni­ma­le Un­ter­schie­de beim Preis, al­ler­dings kann Ama­zon lie­fern, Bol nicht. Nicht lie­fer­bar ist hier üb­ri­gens in bei­den Fäl­len die Ta­schen­buch­aus­ga­be bei Gol­lan­cz, aber das ist kein Wun­der: die er­scheint erst im Mai.

Eine Su­che nach »Alan Dean Fo­ster« funk­tio­niert ge­nau­so gut wie eine nach »Alan De­arn Fo­ster«, die Such­ma­schi­ne kann also »fuz­zy«. Bei ei­ner Ein­schrän­kung auf eng­lisch­spra­chi­ge Bü­cher muss man lei­der fest­stel­len, dass der größ­te Teil nicht so­fort lie­fer­bar ist. Die Prei­se sind im di­rek­ten Ver­gleich zum Kon­kur­ren­ten im gro­ßen und gan­zen in Ord­nung.

Kom­men wir zu den eBooks.

Die auf eng­li­sche eBooks be­schränk­te Su­che nach Alan Dean Fo­ster bringt nur fünf Er­geb­nis­se, das ist bei ei­nem der­art flei­ßi­gen Au­tor ziem­lich er­bärm­lich. Für ICE­RIG­GER in der Gate­way-Aus­ga­be soll man 10,99 Euro be­rap­pen, Ama­zon sagt da­für nur 6,49 Euro an (ICE­RIG­GER stammt üb­ri­gens aus dem Jahr 1974 … wie die bei Bol auf die­se Prei­se kom­men, weiß wohl nur der Q). Charles Stross´ HID­DEN FA­MI­LY wird nicht ge­fun­den, eben­so we­nig wie Scal­zis REDSHIRTS. Der Best­sel­ler THE HUN­GER GA­MES von Su­z­an­ne Col­lins ko­stet 8,99 Euro, bei Ama­zon nur 5,65. Ge­or­ge R. R. Mar­tins A DANCE WITH DRA­GONS wird für 27,79 an­ge­bo­ten, hier ist der Preis bei Ama­zon mit 13,99 Euro schon hoch. Das Ta­schen­buch be­kommt man dort üb­ri­gens für ver­gleichs­wei­se läp­pi­sche 5,99 Euro, das ist der­sel­be Preis wie bei Bol.
Es sind hier auch ein paar sehr preis­wer­te Li­zenz-eBooks zu fin­den, wie bei­spiels­wei­se WORLD OF WAR­CRAFT: DAWN OF THE AS­PECTS PART I für 2,70, das ist beim Kon­kur­ren­ten al­ler­dings auch für 2,21 zu ha­ben.

Bei den eBooks sind die­Preis­un­ter­schie­de nicht ganz so krass wie auf manch an­de­ren Por­ta­len, aber im­mer noch deut­lich und die­se be­we­gen sich in vie­len Fäl­len um den dop­pel­ten Preis her­um. Er­freu­lich ist, dass auch Bol.de im eBook-Be­reich ge­mein­freie Klas­si­ker ko­sten­los im Pro­gramm hat, das ist die er­ste Platt­form ne­ben Ama­zon, die so et­was an­bie­tet. Dau­men hoch.

Zwi­schen­durch sei an­ge­merkt, dass bei der Ti­tel­de­tail­an­sicht wie bei Ama­zon Vor­schlä­ge im Stil von »Kun­den die dies kauf­ten, ha­ben auch das er­wor­ben« ein­ge­blen­det wer­den. Das ist aus mei­ner Sicht zu­erst ein­mal sehr an­ge­nehm und hilf­reich, al­ler­dings war die Qua­li­tät die­ser Vor­schlä­ge durch­wach­sen. Man könn­te na­tür­lich ar­gu­men­tie­ren, dass Bol nichts da­für kann, wenn die Kun­den so er­ra­tisch ein­kau­fen … ;)

Zum Ver­sand: Bü­cher wer­den in­ner­halb Deutsch­lands ver­sand­ko­sten­frei ge­lie­fert, das ist an­ge­nehm. Al­ler­dings gilt das wirk­lich nur für rei­ne Buch­be­stel­lun­gen. Bei so­egannn­ten Misch­be­stel­lun­gen (also Buch und noch was an­de­res) fal­len un­ter 20 Euro Be­stell­wert drei Euro Ver­sand­ko­sten an, Bü­ro­be­darf wird erst ab 45 Euro ohne Ver­sand­ko­sten ver­schickt. Das ist we­ni­ger schön. Als Lie­fer­frist wird »ein bis drei Tage« an­ge­ge­ben, also nor­ma­le Post­lauf­zeit. Ein Grund, war­um Misch­sen­dun­gen nicht eben­falls ko­sten­frei aus­ge­lie­fert wer­den, will mir nicht ein­fal­len.

Grö­ße­re Ab­son­der­lich­kei­ten in den All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen sind mir nicht auf­ge­fal­len, al­ler­dings ist es schon ein star­kes Stück, dass man Ver­sand­ko­sten nach­zah­len soll, wenn auf­grund ei­ner Stor­nie­rung oder ei­nes Wi­der­rufs der Be­stell­be­trag un­ter die Por­to­frei­gren­ze fällt. Au­ßer­dem soll­te man bei Bol.de die AGBs mal auf Feh­ler in der Zei­chen­co­die­rung über­prü­fen, ein paar der Um­lau­te wer­den mal nicht kor­rekt dar­ge­stellt, mal schon.

Al­les in al­lem wird auf Bol.de eine Men­ge bes­ser ge­macht als auf den an­de­ren bis­lang ge­te­ste­ten Platt­for­men. Auch hier sind al­ler­dings die eng­li­schen eBooks deut­lich teu­rer als bei Ama­zon und auch hier sind zahl­lo­se eng­lisch­spra­chi­ge Bü­cher nicht vor­rä­tig (oder gar nicht erst ge­li­stet) und kön­nen erst nach »ein bis zwei Wo­chen« ver­sandt wer­den. Eine ech­te Al­ter­na­ti­ve in Be­zug auf eng­lisch­spra­chi­ge Bü­cher und eBooks ist also trotz vie­ler po­si­tiv zu be­wer­ten­der Punk­te auch Bol.de nicht, al­ler­dings in al­len an­de­ren Punk­ten durch­aus, zu­mal man hier auch bei­spiels­wei­se Com­pu­ter- und Kon­so­len­spie­le oder DVDs und Blu­Rays be­kommt. Die al­ler­dings nicht ver­sand­ko­sten­frei – das gilt je­doch auch für Ama­zon, es sei denn, man ist dort Prime-Kun­de.

Au­ßer­dem soll­te man be­den­ken: wer eine Al­ter­na­ti­ve zu Ama­zon sucht, weil man Angst vor Mo­no­po­len oder in­ter­na­tio­nal agie­ren­den Groß­kon­zer­nen hat, der treibt mit Bol mög­li­cher­wei­se den Teu­fel mit dem Beel­ze­bub aus, denn da­hin­ter stand ur­sprüng­lich zu 100% der Me­di­en­rie­se Ber­tels­mann, der sich im­mer wie­der aus den ver­schie­den­sten Grün­den Kri­tik aus­ge­setzt sieht. Zwar wur­de die Platt­form 2002 an die »buch.de in­ter­netsto­res AG« ver­kauft, Ber­tels­mann hält je­doch im­mer noch An­tei­le von 26,7 %.  Mit dem gleich­na­mi­gen nie­der­län­di­schen In­ter­net­händ­ler bol.com hat bol.de üb­ri­gens trotz des iden­ti­schen Lo­gos nichts zu tun, denn der Hol­län­der ge­hört zu Holtz­brinck und Welt­bild. Den wer­de ich mir al­ler­dings even­tu­ell eben­falls ein­mal an­se­hen, denn auch er hat eng­lisch­spra­chi­ge (und so­gar deut­sche) Bü­cher (A DANCE WITH DRA­GONS: 10,99 Euro, THE HUN­GER GA­MES al­ler­dings mit 9,99 Euro so­gar teu­rer als bei bol.de)

Dem­nächst mehr.

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Nach­trag: ich bin ge­ra­de auf­grund po­si­ti­ver Rück­mel­dun­gen auf die Idee ver­fal­len, mir das Ad­ven­ture-Spiel NI NO KUNI für die Play­sta­ti­on 3 zu kau­fen. bol.de: EUR 58,99. Ama­zon: 49,99 … (Ga­me­Stop: 59,99, Osi­an­der: 59,99, Leh­manns: 59,99, Koh­li­bri: 59,99, buchhandel.de: nicht vor­han­den).

Alternativen beim Online-Buchkauf, gibt es die?

Kürz­lich hat ein ARD-Bei­trag die Kun­den ver­schreckt. Von un­halt­ba­ren Ar­beits­be­din­gun­gen beim On­line-Ver­sen­der Ama­zon war die Rede. Es er­hob sich ein Schrei­en und Weh­kla­gen und gar vie­le ver­spra­chen hoch und hei­lig, nie wie­der beim An­ti­chri­sten zu kau­fen. Klein­ver­la­ge er­ho­ben schein­bar mu­tig ihr Haupt und ver­lie­ßen laut la­men­tie­rend die Rei­hen der­je­ni­gen, die ihre Ware bei Darth Be­zos feil bo­ten.

Jetzt mal Klar­text: Acht Euro fuff­zich ist für Hilfs­ar­bei­ter ein Traum-Stun­den­lohn; die Mär, dass Ama­zon schlecht be­zahlt mag aus der Sicht ei­nes fest an­ge­stell­ten Aka­de­mi­kers so sein. Aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te wie Fri­seu­rin­nen oder Bäcke­rei­fach­ver­käu­fe­rin­nen habe ei­nen ge­rin­ge­ren Ver­dienst – dank des von der SPD durch Hartz IV ge­schaf­fe­nen und von der CDU ge­hät­schel­ten Bil­lig­lohn­seg­ments des Ar­beits­mark­tes. Der ge­ra­de von der CDU an­ge­sag­te an­ge­peil­te Min­dest­lohn liegt bei 8,50 Euro. Noch Fra­gen? Die im ARD-Be­richt dar­ge­stell­te Spa­nie­rin sagt in­zwi­schen, dass ihre Aus­sa­gen aus dem Zu­sam­men­hang ge­ris­sen und ver­fälscht wur­den. So­gar ver­di-Funk­tio­nä­re (!) sa­gen aus, dass das al­les über­zo­gen dar­ge­stellt wor­den sei. Auf kon­kre­te An­fra­gen hin hält sich der Hes­si­sche Rund­funk be­deckt. Aber alle kau­fen dem ach so neu­tra­len öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­der die Pro­pa­gan­da ab, ohne mal eine Se­kun­de nach­zu­den­ken oder die an­geb­li­chen Fak­ten zu hin­ter­fra­gen. Und es ent­steht der Shitstorm des ma­ni­pu­lier­ten Fern­seh­viehs, der Sym­pto­me ver­teu­felt, statt in der Po­li­tik die Aus­lö­ser zu kri­ti­sie­ren.

Si­cher ist bei Ama­zon nicht al­les toll. Im Ge­gen­teil. Aber man soll­te auf tat­säch­li­che Pro­ble­me hin­wei­sen, nicht wel­che er­fin­den und nicht in RTL-Ma­nier mit dra­ma­ti­scher Mu­sik un­ter­le­gen und rei­ße­risch Pro­ble­me er­fin­den oder auf­bau­schen, wo es gar kei­ne gibt.

Den­noch stell­te ich mir in die­sem Zu­sam­men­hang die Fra­ge: kann es gang­ba­re Al­ter­na­ti­ven zu Ama­zon für mich ge­ben? Ja, ich be­zie­he die­se Fra­ge auf mich, der ich gern Phan­ta­stik, so­wie eng­lisch­spra­chi­ge Ori­gi­na­le lese, und der ich auf eBooks ste­he. Und ob­wohl ich auch re­gel­mä­ßig Elek­tro­nik oder Ga­mes bei Ama­zon or­de­re, habe ich die­se Wa­ren aus­ge­las­sen, um halb­wegs Chan­cen­gleich­heit her­zu­stel­len. Un­ter die­sen As­pek­ten (aber auch in Hin­sicht auf Kun­den­freund­lich­keit und Ver­sand­ko­sten) habe ich deut­sche On­line­shops mit Schwer­punkt »Bü­cher« un­ter­sucht und in vie­len Fäl­len Gru­se­li­ges ent­deckt. Ich wun­de­re mich schon lan­ge nicht mehr, war­um Ama­zon mit den hie­si­gen An­bie­tern ei­ner trä­gen und kon­ser­va­ti­ven Bran­che den Bo­den wischt – nach den Er­geb­nis­sen mei­ner Tests schon gar nicht mehr …

Die Ar­ti­kel (wird er­gänzt, wenn neue Tests hin­zu kom­men):

buchhandel.dekohlibri.deosiander.delehmanns.debol.de

Alternativen beim Online-Buchkauf, gibt es die? Kurztest lehmanns.de

Eben­falls völ­lig un­be­kannt war mir die On­line-Buch­hand­lung lehmanns.de, die ich mir an die­ser Stel­le vor­ge­nom­men habe. Auf den er­sten Blick ist die Start­sei­te über­sicht­lich, er­scheint al­ler­dings auf mich alt­backen und kon­ser­va­tiv. Web­de­sign geht so seit ca. 10 Jah­ren nicht mehr, wirk­lich an­spre­chend wirkt das nicht. Das könn­te man mit ein we­nig css-Fu leicht ver­bes­sern.

Ein Blick ins Menü an der lin­ken Sei­te zeigt, dass die­ser Shop of­fen­bar ei­nen Schwer­punkt auf Sach- und Fach­li­te­ra­tur legt, denn die­se bei­den Ka­te­go­ri­en neh­men die er­sten Plät­ze in der Na­vi­ga­ti­ons­struk­tur ein. Die Haupt­punk­te sind als so­ge­nann­te Ak­kor­de­ons aus­ge­legt, die ihre Un­ter­punk­te of­fen­ba­ren, wenn man dar­auf klickt. Er­freut stel­le ich fest, dass es hier eine Ab­tei­lung »Fan­ta­sy / Sci­ence Fic­tion« gibt. Folgt man die­sem Link, ent­deckt man ober­halb des In­halts eine wei­te­re Un­ter­tei­lung in »Fan­ta­sy« und »Sci­ence Fic­tion«. Im Prin­zip sehr schön und so, wie ich das in an­de­ren On­line­shops gern ge­habt hät­te. Er­go­no­misch völ­li­ger Mum­pitz ist in mei­nen Au­gen al­ler­dings die Zer­split­te­rung der Me­nü­füh­rung: oben auf der Sei­te eine Aus­wahl für die Me­di­en (also Buch, eBook, Hör­bü­cher und so wei­ter), links die Ka­te­go­rie­un­ter­tei­lung und dann noch ein wei­te­res Menü mit Sub­ka­te­go­ri­en ober­halb des Contents? Das ge­hört links mit in die Haupt­na­vi­ga­ti­on. Die bei­den klei­nen Links oben hät­te ich fast über­se­hen.

Auf der SF & F-Start­sei­te fin­den sich ein paar Bei­spie­le, da sie je­weils ei­ge­ne Ti­tel ha­ben, han­delt es sich of­fen­bar um eine Art Emp­feh­lun­gen, an­ge­nehm fin­de ich, dass es hier schein­bar kei­ne An­spruchs-Stan­des­dün­kel gibt, denn auch ein Sach­buch zu STAR WARS ist dar­un­ter. Links füh­ren nicht nur zu den Prin­t­aus­ga­ben, son­dern auch zu den eBooks der Bü­cher (falls vor­han­den).

Ein Klick auf »Sci­ence Fic­tion« führt zu ei­ner Über­sicht, die ist an­geb­lich nach »Re­le­vanz« sor­tiert (sagt mir ein Drop­down am obe­ren Rand), was hier die Re­le­vanz­kri­te­ri­en sind, er­schließt sich mir al­ler­dings nicht. Im­mer­hin kann man auch nach »Au­tor«, »Ti­tel« und »Jahr« sor­tie­ren. Die Su­che fin­det nicht nur Print­ver­sio­nen, son­dern auch eBooks. Drit­ter Tref­fer ist John Scal­zis REDSHIRTS, das ich in mei­nen Tests im­mer als Bei­spiel ver­wen­det habe, doch dazu wei­ter un­ten mehr.

Die er­ste Su­che star­te ich wie im­mer mit dem Be­griff BLOOD RI­TES, dem Ti­tel ei­nes Har­ry Dres­den-Ro­mans von Jim But­cher. In der er­schei­nen­den Li­ste ist der er­ste Tref­fer erst wei­ter un­ten, des­we­gen ver­fei­ne­re ich die Su­che, in­dem ich den Au­to­ren­nach­na­men an­hän­ge. Das klappt bes­ser, es gibt fünf Tref­fer. Auch hier wer­den nicht bei al­len Tref­fern Co­ver­bil­der an­ge­zeigt, ge­fun­den wer­den Soft- und Hard­co­ver von Roc und Or­bit, al­ler­dings auch die von Ja­mes Mar­sters ein­ge­spro­che­nen Hör­bü­cher. Zu den Prei­sen: das Roc-Ta­schen­buch ko­stet 8,22 Euro, der Ama­zon-Preis liegt bei 7,10 Euro – Ama­zon kann so­fort lie­fern, Leh­manns eben­falls. Beim Roc-Hard­co­ver sagt Leh­manns 21,36 an, Ama­zon liegt bei 20,99, das wäre ein okay-Preis, lei­der kann Leh­manns nicht lie­fern, Ama­zon hat auf La­ger.

Wei­ter mit CHAN­GES, auch hier muss ich die Su­che mit dem Au­to­ren­na­men er­wei­tern, auch hier kom­men meh­re­re Er­geb­nis­se, die mei­sten ohne Co­ver­bild, die Roc-Ta­schen­buch­aus­ga­be fehlt eben­so wie das Hard­co­ver, das Or­bit-Ta­schen­buch ko­stet 11,13, Euro und ist nicht lie­fer­bar. Bei Ama­zon zahlt man 10,99 Euro und kann es so­fort be­kom­men. Nimmt man die Roc-Aus­ga­be ist man so­gar mit nur 7,00 Euro da­bei. An­mer­kung zwi­schen­durch: Die Dres­den-Ro­ma­ne er­schei­nen bei Roc und Or­bit, üb­li­cher­wei­se sind die Roc-Aus­ga­ben deut­lich preis­wer­ter als die des an­de­ren Ver­lags, des­we­gen fo­kus­sie­re ich üb­li­cher­wei­se auf die­se.

Die Re­cher­che nach John Scal­zis REDSHIRTS för­dert so­wohl die deut­schen wie auch die eng­li­schen Aus­ga­ben zu­ta­ge. Das Soft­co­ver von Tor Books wird für 12,34 Euro an­ge­bo­ten, ist aber wie­der mal nicht lie­fer­bar. Beim Kon­kur­ren­ten ko­stet die 10,70 Euro und ist  – ich möch­te fast an­mer­ken: wie im­mer – lie­fer­bar. Co­ver gibt es manch­mal, manch­mal nicht.

Be­vor ich das ver­ges­se: ich kann in der Sei­ten­lei­ste nach ei­ner durch­ge­führ­ten Su­che die­se ein­schrän­ken, bei­spiels­wei­se nur auf eng­li­sche Bü­cher. Das ist ge­nau das, was ich möch­te und wäre ein gran­dio­ses Fea­ture – nur lei­der steht bei ge­fühl­ten 90% der Bü­cher, dass sie »in zehn bis 20 Ta­gen lie­fer­bar« sind. Und das schmä­lert die Freu­de doch ganz er­heb­lich. Beim Kon­kur­ren­ten kann ich die Wer­ke so­fort be­kom­men.

Eine Su­che nach »Alan Dean Fo­ster« ist äu­ßerst er­folg­reich, auch nach ei­ner Ein­schrän­kung auf eng­li­sche Bü­cher. Wenn ich den Au­to­ren­na­men falsch ein­ge­be, fin­det die Such­ma­schi­ne gar nichts. Das ist schlapp. Beim kor­rekt ein­ge­ge­be­nen Na­men exi­stie­ren zwar be­ein­drucken­de 504 Tref­fer, al­ler­dings ist lei­der so gut wie kei­ner da­von mit ei­nem Co­ver ge­schmückt. Da ich Bü­cher die ich be­reits be­sit­ze auch am Co­ver er­ken­ne, ist das we­nig hilf­reich.

Ich be­mü­he die er­wei­ter­te Su­che für eine Re­cher­che nach »Alan Dean Fo­ster« im Me­di­en­be­reich »ebooks«, denn jetzt möch­te ich er­neut der Fra­ge nach­ge­hen, ob ich hier eng­li­sche eBooks er­wer­ben kann. Es wer­den hau­fen­wei­se elek­tro­ni­sche Bü­cher ge­fun­den. Der halb­wegs neue Ro­man »HU­MAN BLEND« in der Del Rey-Aus­ga­be ko­stet – und ich traue mei­nen Au­gen kaum – 21,32 Euro. Hier muss man al­ler­dings zu­ge­ben, dass Ama­zon den über­haupt nicht als eBook lie­fern kann. Trotz­dem ist der Preis lach­haft.

Bei Charles Stross´ HID­DEN FA­MI­LY be­stä­tigt sich die Be­fürchung: eng­li­sche eBooks sind auch hier ge­ra­de­zu aas­geie­rig teu­er, denn es wird ein Preis von un­ver­schäm­ten 12,36 Euro an­ge­sagt. Da­für wird dann aber auch mal vor­sichts­hal­ber kein Co­ver an­ge­zeigt. Ama­zon bie­tet eine Um­schlag­ab­bil­dung und sagt nur 4,37 Euro an, also nur un­ge­fähr ein Drit­tel des Leh­manns-Prei­ses. Auch hier sind die eng­lisch­spra­chi­gen eBook-Ver­sio­nen durch die Bank weg viel zu teu­er, zum Teil muss man deut­lich mehr als den dop­pel­ten Preis be­zah­len. Wür­feln die ihre Prei­se alle aus? Es kann mir nie­mand er­zäh­len, dass Ama­zon die US-Ver­la­ge der­art un­ter Druck setzt, dass die ePub-Preis­an­ga­ben um so­viel hö­her aus­fal­len, als die der Kind­le-Fas­sun­gen. Zu­dem lie­gen die Prei­se für die elek­tro­ni­schen Ver­sio­nen der Bü­cher so­gar deut­lich über de­nen der Prin­t­aus­ga­ben. Dass hier et­was ganz und gar nicht stim­men kann, soll­te so­gar je­man­dem auf­fal­len, der glaubt, dass man die Bild­zei­tung für mehr als Fi­sche ein­wickeln ge­brau­chen kann.

Ver­blüfft musst ich zwi­schen­durch ei­nen »zu­letzt angesehen«-Balken ent­decken. Das ist ja mal ein Fea­ture. Nur lei­der wer­den hier fal­sche Hoff­nun­gen ge­weckt, denn es gab Preis­an­ga­ben von null Euro. Oh, dach­te ich, gibt es hier etwa Pro­mo­ti­on-An­ge­bo­te für lau?

Doch beim Durch­klicken zu PULS­AR­NACHT fand ich:

Oder bei REDSHIRTS:

War also nix mit Pro­mo-An­ge­bo­ten, es han­del­te sich um ir­gend­ein tech­ni­sches Pro­blem.

Auch bei Leh­manns sind selbst­ver­ständ­lich, wie in der Bran­che bis auf löb­li­che Aus­nah­men üb­lich, alle eBooks mit Ado­be-DRM ver­seucht.

Noch ein Blick auf die Ver­sand­ko­sten: in­ner­halb Deutsch­lands lie­fert Leh­manns Bü­cher, CDs, Soft­ware und »Vi­de­os« ver­sand­ko­sten­frei, beim Ver­kauf an End­kun­den bleibt das Ver­sand­ri­si­ko bis zum Ein­gang beim Kun­den beim Ver­sen­der. Ir­gend­wel­che »schrä­gen« For­mu­lie­run­gen in den AGB fin­de ich nicht, lei­der auch kei­ne An­ga­ben zur Ver­sand­dau­er.

Fa­zit: tech­nisch ganz gut ge­löst, auch wenn die Such­funk­ti­on ein we­nig bes­ser sein könn­te, was Ver­tip­per an­geht. Das Sor­ti­ment ist durch­aus um­fang­reich und auch äl­te­re eng­li­sche Bü­cher wer­den ge­li­stet, eben­so wie ver­schie­de­ne eng­li­sche Ver­lags­va­ri­an­ten. Lei­der ist Leh­manns für mich aus zwei Grün­den den­noch nicht ein­mal an­satz­wei­se eine Al­ter­na­ti­ve: zum ei­nen sind so gut wie kei­ne eng­li­schen Ta­schen­bü­cher so­fort lie­fer­bar, alle Stich­pro­ben wa­ren es bei Ama­zon. Zum an­de­ren sind auch hier die Mond­prei­se für eng­li­sche eBooks mit »Un­ver­schämt­heit« noch äu­ßerst zu­vor­kom­mend um­schrie­ben. Für mich trotz gu­ter An­sät­ze kei­nes­falls eine Al­ter­na­ti­ve.

Nach­trag: ich wur­de auf Goog­le+ von Ron Mül­ler dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es sich bei Leh­manns pri­mär um eine Fach­buch­hand­lung mit Spe­zia­li­sie­rung auf wis­sen­schaft­li­che Fach­li­te­ra­tur han­delt. Des­we­gen sei­en die Su­chen au­ßer­halb ih­rer Fach­kom­pe­tenz. Das mag kor­rekt sein, ich ste­he al­ler­dings auf dem Stand­punkt: wenn man eine Bel­le­stri­stik-Ab­tei­lung vor­hält, dann soll­te man die­se auch ernst­haft be­trei­ben – sonst könn­te der Ein­druck ent­ste­hen, man wol­le das Seg­ment »noch eben« mit­neh­men.

Um der Fach­buchkomn­pe­tenz nach­zu­ge­hen, habe ich mich zu ein paar Stich­pro­ben im Fach­buch­be­reich ent­schlos­sen (auch hier wie­der eng­lisch­spra­chig, da Ver­glei­che mit deut­schen Bü­chern auf­grund der Buch­preis­bin­dung kei­nen Sinn ma­chen):

BLEN­DER FOR DUM­MIES
Leh­manns: lie­fer­bar, EUR 29,17
Ama­zon: lie­fer­bar, EUR 27,10

MA­STE­RING BLEN­DER
Leh­manns: lie­fer­bar, EUR 46,81
Ama­zon: lie­fer­bar, EUR 48,00

HTML 5 CAN­VAS (O’Reilly)
Leh­manns: lie­fer­bar, EUR 28,90
Ama­zon: lie­fer­bar, EUR 24,95

DE­FI­NI­TI­VE GUI­DE TO HTML5
Leh­manns: nicht lie­fer­bar, EUR 42,46
Ama­zon: lie­fer­bar, EUR 33,80

ADO­BE PHO­TO­SHOP CS6 CLASS­ROOM IN A BOOK
Leh­manns: lie­fer­bar, EUR 53,59
Amazon:lieferbar, EUR 36,95

Leh­manns kann bei eng­lisch­spra­chi­gen Fach­bü­chern of­fen­bar eine Al­ter­na­ti­ve sein, die letz­ten bei­den Bei­spie­le zei­gen al­ler­dings, dass man in Sa­chen Preis vor­sich­tig sein soll­te.

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Wei­tere Tests von Ama­zon-Al­ter­na­ti­ven:

Test buchhandel.de

Test kohlibri.de

Test osiander.de

Alternativen beim Online-Buchkauf, gibt es die? Kurztest kohlibri.de

Zwei­ter Test al­ter­na­ti­ver On­line­be­stell­mög­lich­kei­ten für Bü­cher. Dies­mal habe ich mir René Kohls kohlibri.de vor­ge­nom­men, eine Sei­te von der ich im Netz im­mer wie­der mal ge­hört hat­te und die eben­so wie ihr Be­trei­ber in der Bran­che of­fen­bar als in­no­va­tiv gilt. Auf An­hieb fiel mir auf, dass die ach so in­no­va­ti­ve Sei­te mit xt:commerce nicht ge­ra­de eine son­der­lich mo­der­ne oder »in­no­va­ti­ve« Sho­plö­sung nutzt. Und dem­entspre­chend sieht das De­sign der Sei­te auch arg alt­backen aus; hübsch und mo­dern (oder gar »in­no­va­tiv«) ist an­ders. Auf der Start­sei­te wer­den in Ka­chel­form pro­mi­nent Bil­der dar­ge­bo­ten, dort zeigt man ir­gend­wel­che In­hal­te, die mich al­le­samt nicht in­ter­es­sie­ren und mög­li­cher­wei­se auf ei­nen an­spruchs­vol­le­ren Be­su­cher als mich Nerd ge­zielt sind. Ge­fühl­te Mit­tei­lung: wir ha­ben hier An­spruch. Bei mir an­ge­kom­men: gähn. Ty­pisch Deutsch.

Of­fen­sicht­li­che Ka­te­go­ri­en su­che ich erst ein­mal ver­geb­lich, erst nach ein we­nig Klicken fin­de ich die­se links im Menü – und dann auch nur ver­gleichs­wei­se gro­be – un­ter dem Me­nü­punkt »Li­te­ra­tur«. Da­für sind Punk­te wie »Ka­len­der«, »Kunst­bü­cher & Mu­sik« oder »Fil­me, DVD und Film­bü­cher« gleich oben im Menü zu fin­den (ähn­lich der »An­ord­nung« in ei­ner Buch­hand­lung, es feh­len nur Duft­ker­zen. Al­ler­dings im Web als Prä­sen­ta­ti­on ir­gend­wie merk­wür­dig). Der er­ste Na­vi­ga­ti­ons­punkt trägt den Ti­tel »Aus­zeich­nun­gen und Prei­se«, war­um da nicht »Li­te­ra­tur« oder »Bel­le­tri­stik« steht, er­schließt sich mir nicht. War­um soll­ten ir­gend­wel­che von ir­gend­wem ver­lie­he­nen Prei­se eine Aus­wir­kung auf mein Kauf­ver­hal­ten ha­ben? Mög­li­cher­wei­se ist man der An­sicht, dass eine Preis­ver­lei­hung ein Buch be­son­ders kau­fens­wert macht – nach mei­nen Er­fah­run­gen ist dem al­ler­dings nicht so, eher im Ge­gen­teil.

Un­ter dem Punkt »Li­te­ra­tur« ver­mis­se ich jeg­li­chen Ein­trag zu Sci­ence Fic­tion und Fan­ta­sy. Das er­in­nert mich an di­ver­se Buch­hand­lun­gen im rea­len Le­ben, wo ich eben­falls den Ein­druck ver­mit­telt be­kom­me, ich ko­mi­scher Freak soll doch bit­te mei­ne schrä­gen Fe­ti­sche wo­an­ders su­chen … Man könn­te sich fast wie zu Hau­se füh­len … Auch ei­nen kon­kre­ten Me­nü­ein­trag für eng­li­sche Bü­cher su­che ich ver­ge­bens, da­bei sind die ne­ben SF&F mein vor­ran­gi­ges In­ter­es­se. Sie­he oben: Freak und so … Aber ich ver­heim­li­che ja nicht, dass ich für mich eine Al­ter­na­ti­ve su­che und nicht für ZDF-Zom­bies oder Per­so­nen, die mit dem aus­tausch­ba­ren An­ge­bot der Pu­bli­kums­ver­la­ge toooo­tal zu­frie­den sind.

Zu­rück zum The­ma: auf die­sem Wege kann ich also nicht im von mir ge­wünsch­ten An­ge­bot stö­bern, be­nut­zer­freund­lich geht an­ders. Dann eben über die Su­che (na­tür­lich kann ich nur Stich­pro­ben durch­füh­ren).

Hier kann ich aus­wäh­len, ob ich nach »Al­lem«, »Au­tor« oder »Ti­tel« su­chen möch­te. Ana­log zum letz­ten Test su­che ich nach BLOOD RI­TES von Jim But­cher. Tat­säch­lich, der zwei­te Tref­fer ist der ge­such­te Ro­man um Har­ry Dres­den. Zum Preis von 8,55 Euro, bei Ama­zon be­kom­me ich das Buch für 7,10 Euro. Jetzt könn­te man na­tür­lich über­le­gen, ob man den Mehr­be­trag auf­wen­den möch­te, um nicht bei Ama­zon kau­fen zu müs­sen.

Klicke ich »Ti­tel« an und su­che er­neut, wird das Such­ergeb­nis wit­zi­ger­wei­se deut­lich schlech­ter, wenn man die Such­kri­te­ri­en in die­ser Form ein­schränkt, soll­ten die an­ge­zeig­ten Er­geb­nis­se ei­gent­lich bes­ser wer­den. Soll­te man an­neh­men, aber aus mei­nen be­ruf­li­chen Er­fah­run­gen mit xt:commerce weiß ich, dass das Shop­sy­stem nicht ge­ra­de … na sa­gen wir mal: die tech­ni­sche Spit­ze der Ver­kaufs­platt­for­men im Web dar­stellt.

Neu­er Ver­such: der Ti­tel des letz­ten Har­ry Dres­den-Ro­mans lau­tet COLD DAYS. Den kann ich aber lei­der im An­ge­bot gar nicht fin­den, was ich für au­ßer­or­dent­lich be­dau­er­lich hal­te, im­mer­hin er­schien er schon im No­vem­ber, also aus­rei­chend Zeit, ihn ins Pro­gramm auf­zu­neh­men. Beim … äh … Mit­be­wer­ber konn­te ich den Ro­man schon ein drei­vier­tel Jahr vor dem Er­schei­nungs­ter­min vor­be­stel­len. Üb­ri­gens ist bei kei­nem der von mir ge­sich­te­ten eng­li­schen Ro­ma­ne der Ver­lag ver­merkt, es gibt aber bei­spiels­wei­se bei den Dres­den-Bü­chern zwei An­bie­ter, die sich im Preis zum Teil deut­lich un­ter­schei­den. Viel­leicht meint man bei Koh­li­bri ja, ich müss­te die Ver­la­ge an der ISBN er­ken­nen kön­nen …

Ich bin ja nicht so, also noch­mal: eine Su­che nach REDSHIRTS bringt zwar den Scal­zi-Ro­man ans Ta­ges­licht, al­ler­dings lei­der nur die deut­sche Fas­sung – und die in­ter­es­siert mich nicht.

Di­ver­se wei­te­re Su­chen zei­gen an er­ster Stel­le im­mer wie­der mal Bü­cher, die mit »un­se­re Emp­feh­lung« ge­kenn­zeich­net sind. War­um die emp­foh­len wer­den, steht al­ler­dings nicht da­bei, das macht die­se Emp­feh­lung ir­gend­wie sehr sinn­los, ein Al­lein­stel­lungs­merk­mal ist das nicht. Die Be­schrei­bung zum Charles Stross-Ro­man THE APO­CA­LYP­SE CO­DEX lau­tet:

Au­to­ren­por­trait:

Charles Stross ist der Shoo­ting Star un­ter den ame­ri­ka­ni­schen SF-Au­to­ren und wird schon heu­te in eine Rei­he mit den le­gen­dä­ren Mei­stern des Gen­res, Ar­thur C. Clar­ke, Ro­bert A. Hein­lein und Phi­lip K. Dick, gestellt.Charles Stross was born in Leeds, Eng­land, in 1964. He has worked as a phar­macist, soft­ware en­gi­neer and fre­e­lan­ce jour­na­list, but now wri­tes full-time.

Ach? Das ist ja in­ter­es­sant, wuss­te ich aber dum­mer­wei­se schon, eine In­halts­an­ga­be des Ro­mans wäre mir deut­lich lie­ber ge­we­sen, um ein­zu­schät­zen ob er mich in­ter­es­siert. Ama­zon hat da deut­lich mehr zu bie­ten – näm­lich eine In­halts­an­ga­be. Die­se Prak­tik, statt des Wasch­zet­tels sich wie­der­ho­len­de State­ments zu Au­to­ren zu lie­fern, fin­de ich öf­ter. In­ter­es­sant bei Stross der Preis­ver­gleich: Koh­li­bri sagt 11,35 Euro an, Ama­zon ge­ra­de mal 8,70 Euro. Mich wür­de in­ter­es­sie­ren, wie die­ser deut­li­che Preis­un­ter­schied zu­stan­de kommt oder be­grün­det wer­den soll. Ich ver­mu­te: kei­nen Bock die Prei­se an­zu­pas­sen.

Eine Su­che nach »Per­ry Rho­dan« bringt ver­blüf­fen­de 467 Tref­fer. Ich bin stumm vor Glück. Lei­der kann ich in der Sor­tie­rung kei­ner­lei Lo­gik er­ken­nen. Wei­ter­hin feh­len im Shop üb­ri­gens Mög­lich­kei­ten, eine Er­geb­nis­men­ge neu zu sor­tie­ren (Preis, Be­liebt­heit, Me­di­um, also bei­spiels­wei­se Ta­schen­buch und Hard­co­ver) – das wäre wirk­lich hilf­reich. Gin­ge al­les, auch mit xt:commerce.

Bis hier­her wür­de ich das Er­geb­nis des Tests der Su­che ma­xi­mal und mit ei­ner Men­ge gu­ten Wil­lens als »durch­wach­sen« be­zeich­nen, kein Ver­gleich mit der ela­bo­rier­ten und über­sicht­li­chen, viel­fach ge­staf­fel­ten Ka­te­go­ri­sie­rung bei Ama­zon. Dass die Be­rei­che SF & Fan­ta­sy  so­wie eng­lisch­spra­chi­ge Print­bü­cher kom­plett feh­len (ob­wohl sie da sind!) ist für mich im Prin­zip in Sa­chen »stö­bern« be­reits ein Auschluss­kri­te­ri­um und macht die Sei­te schwer er­träg­lich. Ich habe das un­be­stimm­te Ge­fühl, dass man mich gän­geln möch­te.

Da ex­pli­zit auch eBooks an­ge­bo­ten wer­den, su­che ich nach ei­ni­gen eng­li­schen Ro­ma­nen. Voll­stän­di­ge Fehl­an­zei­ge, der Shop ist nicht in der Lage, sol­che zu lie­fern. Ich fra­ge mich, was das soll? Aber auch in Sa­chen deut­sche eBooks kann das An­ge­bot nicht über­zeu­gen: nach ei­nem Klick auf »Li­te­ra­tur« im Menü wer­den mir ge­ra­de mal drei (in Zah­len: 3!) elek­tro­ni­sche Bü­cher an­ge­zeigt. Der Me­nü­punkt »Thrill me!« lie­fert sage und schrei­be 37 eBooks. Sci­ence Fic­tion und Fan­ta­sy auch hier im Menü kom­plet­te Fehl­an­zei­ge.

Auf­fal­lend sind zwei Din­ge: zum ei­nen wird man in ei­nen an­de­ren Be­reich des Shops ge­lei­tet, wenn man auf der Start­sei­te »eBooks»anklickt. Hier ist die Na­vi­ga­ti­on eine an­de­re (und es ver­schwin­den die Meta-Links, bei­spiels­wei­se zum Im­pres­sum). An den eBooks sucht man die vor­ge­schrie­be­nen Hin­wei­se auf eine DRM-Ver­seu­chung ver­geb­lich. War­um das so ist, wird aber klar, wenn man tat­säch­lich mal bei ei­nem Pro­dukt auf »Down­load« klickt. Dann wird man näm­lich noch­mal in ei­nen ganz an­de­ren Shop um­ge­lei­tet, dies­mal so­gar un­ter ei­ner an­de­ren URL: https://kohlibri.e-bookshelf.de. Man möge mir ver­ge­ben, aber das Her­um­schicken zwi­schen Shop­un­ter­sei­ten und an­de­ren Web­prä­sen­zen wirkt wie hilf­los zu­sam­men­ge­stop­pelt. Hier fin­det man dann al­ler­dings am eBook nicht nur Hin­wei­se zum Ko­pier­schutz, son­dern auch eine Ka­te­go­rie na­mens »Sci­ence Fic­tion, Fan­ta­sy« – und man kann nach ver­schie­de­nen Kri­te­ri­en sor­tie­ren. Was die um­ständ­li­che Ham­pe­lei mit nor­ma­ler Shop -> eBook-Shop -> noch ein eBook-Shop soll, er­schließt sich mir je­doch nicht.

Ich woll­te dann noch ei­nen Blick auf die Ver­sand­ko­sten wer­fen und da fand ich – und man kann es nicht an­ders um­schrei­ben – Un­fass­ba­res. Man kann zu­erst ein­mal schein­bar Po­si­ti­ves le­sen:

Wir lie­fern por­to­frei nach Ih­rer Wahl an alle Post­an­schrif­ten in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land.

Doch dann kommt das dicke Ende:

Die Ge­fahr geht auf den Be­stel­ler über, so­bald die Lie­fe­rung den Be­trieb von Koh­li­bri ver­las­sen hat, und zwar auch dann, wenn Teil­lie­fe­run­gen er­fol­gen.

Das ist nun nicht nur ver­blüf­fend, son­dern mei­ner Mei­nung nach ein ekla­tan­ter Ver­stoß ge­gen deut­sche Ver­brau­cher­rech­te, denn im BGB kann man für ei­nen Kon­su­men­ten­kauf bei ei­nem ge­werb­li­chen An­bie­ter (und da­bei han­delt es sich bei Koh­li­bri frag­los) ein­deu­tig le­sen:

§ 474 – Be­griff des Ver­brauchs­gü­ter­kaufs

(1) Kauft ein Ver­brau­cher von ei­nem Un­ter­neh­mer eine be­weg­li­che Sa­che (Ver­brauchs­gü­ter­kauf), gel­ten er­gän­zend die fol­gen­den Vor­schrif­ten. Dies gilt nicht für ge­brauch­te Sa­chen, die in ei­ner öf­fent­li­chen Ver­stei­ge­rung ver­kauft wer­den, an der der Ver­brau­cher per­sön­lich teil­neh­men kann.

(2) Auf die in die­sem Un­ter­ti­tel ge­re­gel­ten Kauf­ver­trä­ge ist § 439 Abs. 4 mit der Maß­ga­be an­zu­wen­den, dass Nut­zun­gen nicht her­aus­zu­ge­ben oder durch ih­ren Wert zu er­set­zen sind. Die §§ 445 und 447 sind nicht an­zu­wen­den.

Ich bin nun kein An­walt, aber die Aus­sa­ge des Ge­set­zes ist mei­ner An­sicht nach ein­deu­tig. Zu­dem: Das LG Land­au (Ur­teil vom 17.02.2006, HK O 977/05) hat die von ei­nem On­line-Händ­ler ge­gen­über ei­nem Ver­brau­cher ver­wen­de­te AGB-Klau­sel »Ver­sand auf Ri­si­ko des Käu­fers« ex­pli­zit als un­zu­läs­sig und wett­be­werbs­wid­rig ein­ge­stuft. Das LG Saar­brücken (Ur­teil v. 15.9.2006, 7 I O 94/06) hat­te ent­schie­den, dass es ir­re­füh­rend ist, ei­nen un­ver­si­cher­ten und ver­si­cher­ten Ver­sand zur Wahl an­zu­bie­ten, wenn nicht ein­deu­tig klar ge­macht wird, dass der Ver­käu­fer un­ab­hän­gig von Art des Ver­san­des das Ri­si­ko trägt. Dass das in den AGB die­ses Shops den­noch an­ders kom­mu­ni­ziert wird, hal­te ich – ge­lin­de ge­sagt – für eine Un­ver­schämt­heit. Der Hin­ter­grund ist klar: man möch­te schön preis­wert als Bü­cher­sen­dung ver­schicken und die ist nicht ver­si­chert – wenn futsch, dann futsch. Und de­ses Ri­si­ko soll dem Kun­den auf­ge­drückt wer­den. Oder soll­te es ir­gend­wel­che – ech­ten oder ein­ge­bil­de­ten – Son­der­rech­te für den On­line­buch­han­del ge­ben? Ich glau­be kaum.

Für mich als Kun­den ist ein sol­ches Ge­schäfts­ge­ba­ren ein KO-Kri­te­ri­um.

Fa­zit: kei­ne Al­ter­na­ti­ve, we­der von der Er­go­no­mie her, erst recht nicht auf­grund der Aus­wahl, schon gar nicht in Sa­chen Kun­den­freund­lich­keit, denn die Num­mer mit dem Ver­sand­ri­si­ko wür­de ich so­gar für ab­mahn­fä­hig hal­ten (das Im­pres­sum, in dem jeg­li­che An­ga­ben zum Da­ten­schutz feh­len, ist es oh­ne­hin, wit­zi­ger­wei­se steht da auch: »Preis­stand: 1.7.2010« – hoch­ak­tu­ell!), eine Drei­stig­keit ist das al­le­mal. Ein Händ­ler, der mich als Kun­den auf die­se Art hin­ters Licht zu füh­ren ver­sucht, hat, und man möge mir ver­ge­ben, dass ich es so of­fen sa­gen muss: ver­schis­sen.

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Wei­tere Tests von Ama­zon-Al­ter­na­ti­ven:

Test buchhandel.de

Test osiander.de

Test lehmanns.de

 

Alternativen beim Online-Buchkauf, gibt es die? Kurztest buchhandel.de

An­läss­lich di­ver­ser Kri­tik­punk­te am On­line­händ­ler Ama­zon (nein, ich stim­me nicht ins all­ge­mei­ne und zu ei­nem nicht ge­rin­gen Teil al­ber­ne Ge­bas­he auf­grund ei­nes rei­ße­ri­schen und ma­ni­pu­lie­rend ge­stal­te­ten ARD-Be­richts ein) wird im­mer wie­der die Aus­sa­ge laut: »es gibt doch Al­ter­na­ti­ven!« Das möch­te ich über­prü­fen und wer­de des­we­gen hier in Zu­kunft die ein oder an­de­re an­geb­li­che Al­ter­na­ti­ve vor­stel­len.

Als er­stes nahm ich mir heu­te buchhandel.de vor. Da soll man »um­fas­send in 1,2 Mil­lio­nen Bü­chern und an­de­ren Me­di­en« su­chen kön­nen. Die kann man dann be­stel­len und bei ei­nem Buch­händ­ler vor Ort ab­ho­len, al­ter­na­tiv steht auch der Ver­sand­weg zur Ver­fü­gung.

Auf den er­sten Blick wirkt das Por­tal sehr über­sicht­lich, da auf na­he­zu jeg­li­che Il­lu­stra­tio­nen ver­zich­tet wird, es gibt al­ler­dings ei­nen Sli­der mit Buch­co­vern. Der Con­tent ist schön brav an die lin­ke Sei­te ge­quetscht, Web­de­sign like it’s 2005. Bei ei­nem Klick auf den In­fo­link zu Ver­sand­ko­sten er­hält man kei­ner­lei sach­dien­li­che In­for­ma­tio­nen, son­dern wird la­ko­nisch be­lehrt:

Et­waig an­fal­len­de Ver­sand­ko­sten für die Lie­fe­rung von Bü­chern wer­den Ih­nen bei der Aus­wahl Ih­res Buch­händ­lers an­ge­zeigt. Eine Über­sicht über sämt­li­che im Zu­sam­men­hang mit der Be­stel­lung an­fal­len­den Ko­sten er­hal­ten Sie au­ßer­dem am Ende des Be­stell­pro­zes­ses.

Das hilft nicht wirk­lich wei­ter, hier hät­te ich mir deut­lich er­schöp­fen­de­re In­for­ma­tio­nen für ge­wünscht, bei­spiels­wei­se ein paar Bei­spiel­fäl­le mit Ko­sten, aber das wür­de für die Be­trei­ber ja Auf­wand be­deu­ten, den man of­fen­bar scheut. Der Ein­druck bleibt üb­ri­gens auch bei der wei­te­ren Nut­zung des Por­tals be­stehen.

Ich habe dar­auf­hin die Such­funk­ti­on be­müht, das Such­ein­ga­be­feld auf der Start­sei­te habe ich igno­riert und gleich die »Pro­fi­su­che« in der Na­vi­ga­ti­on an­ge­klickt, ein paar Au­to­ren­na­men ein­ge­ge­ben, für de­ren Bü­cher ich mich in­ter­es­sie­re, und in drei der Fäl­le hät­te ich auch tat­säch­lich et­was be­stel­len wol­len.

  • Su­che nach Jim But­cher: »Lei­der wur­de zu Ih­rer Such­an­fra­ge kein Er­geb­nis ge­fun­den. Bit­te re­cher­chie­ren Sie er­neut mit ge­än­der­ten Ein­ga­ben.«
  • Su­che nach Charles Stross: »Lei­der wur­de zu Ih­rer Such­an­fra­ge kein Er­geb­nis ge­fun­den. Bit­te re­cher­chie­ren Sie er­neut mit ge­än­der­ten Ein­ga­ben.«
  • Su­che nach Ge­or­ge R. R. Mar­tin: »Lei­der wur­de zu Ih­rer Such­an­fra­ge kein Er­geb­nis ge­fun­den. Bit­te re­cher­chie­ren Sie er­neut mit ge­än­der­ten Ein­ga­ben.«
  • Su­che nach Alan Dean Fo­ster: »Lei­der wur­de zu Ih­rer Such­an­fra­ge kein Er­geb­nis ge­fun­den. Bit­te re­cher­chie­ren Sie er­neut mit ge­än­der­ten Ein­ga­ben.«
  • Su­che nach Cory Doc­to­row: »Lei­der wur­de zu Ih­rer Such­an­fra­ge kein Er­geb­nis ge­fun­den. Bit­te re­cher­chie­ren Sie er­neut mit ge­än­der­ten Ein­ga­ben.«

Das hat die Be­zeich­nung »Pro­fi­su­che« aber mal wirk­lich ver­dient … (face­palm) Was? Ich soll bit­te nicht nach du­bio­sen Aus­län­dern son­dern or­dent­li­chen deut­schen Au­to­ren su­chen? Bit­te­schön:

  • Su­che nach Kai Mey­er: »Lei­der wur­de zu Ih­rer Such­an­fra­ge kein Er­geb­nis ge­fun­den. Bit­te re­cher­chie­ren Sie er­neut mit ge­än­der­ten Ein­ga­ben.«
  • Su­che nach Ju Ho­nisch: »Lei­der wur­de zu Ih­rer Such­an­fra­ge kein Er­geb­nis ge­fun­den. Bit­te re­cher­chie­ren Sie er­neut mit ge­än­der­ten Ein­ga­ben.«
  • Su­che nach Oli­ver Plasch­ka: »Lei­der wur­de zu Ih­rer Such­an­fra­ge kein Er­geb­nis ge­fun­den. Bit­te re­cher­chie­ren Sie er­neut mit ge­än­der­ten Ein­ga­ben.
  • »Su­che nach Myra Ça­kan: »Lei­der wur­de zu Ih­rer Such­an­fra­ge kein Er­geb­nis ge­fun­den. Bit­te re­cher­chie­ren Sie er­neut mit ge­än­der­ten Ein­ga­ben.«
  • Su­che nach Kai Mey­er: »Lei­der wur­de zu Ih­rer Such­an­fra­ge kein Er­geb­nis ge­fun­den. Bit­te re­cher­chie­ren Sie er­neut mit ge­än­der­ten Ein­ga­ben.«
  • Su­che nach Mar­kus Heitz: »Lei­der wur­de zu Ih­rer Such­an­fra­ge kein Er­geb­nis ge­fun­den. Bit­te re­cher­chie­ren Sie er­neut mit ge­än­der­ten Ein­ga­ben.«
  • Su­che nach Ste­fan Holz­hau­er: »Lei­der wur­de zu Ih­rer Such­an­fra­ge kein Er­geb­nis ge­fun­den. Bit­te re­cher­chie­ren Sie er­neut mit ge­än­der­ten Ein­ga­ben.« (klei­ner Scherz, aber man hät­te mich als Her­aus­ge­ber der Steam­punk-Chro­ni­ken durch­aus fin­den kön­nen)

An die­ser Stel­le war ich vor La­chen kaum noch in der Lage, zu tip­pen und hät­te den Test auf­grund völ­li­ger Un­taug­lich­keit der Platt­form fast ab­ge­bro­chen. Es hilft nicht im Ge­ring­sten, dass man über eine Ein­ga­be in »Stich­wort« tat­säch­lich Bü­cher hät­te an­ge­zeigt be­kom­men kön­nen (wie ich spä­ter noch her­aus fand). Wenn ich »Su­che nach Au­tor« an­ge­bo­ten be­kom­me, möch­te ich sie auch nut­zen kön­nen. Dass hier nicht ein Er­geb­nis ge­lie­fert wird, ist der­art gro­tesk, dass es jeg­li­cher Be­schrei­bung spot­tet.

Die Stich­wort­su­che fand dann über­ra­schen­der­wei­se tat­säch­lich Bü­cher von Jim But­cher, lei­der feh­len bei sehr vie­len eng­lisch­spra­chi­gen Wer­ken die Co­ver­ab­bil­dun­gen. Der Preis für den Har­ry Dres­den-Ro­man BLOOD RI­TES liegt als Pa­per­back bei sa­gen­haf­ten 10,99 Euro, da­bei wird mit In­for­ma­tio­nen ge­geizt, es wird nicht an­ge­ge­ben, um wel­che Ver­lags­fas­sung es sich da­bei han­delt. Zum Ver­gleich: bei Ama­zon ko­stet das Ta­schen­buch BLOOD RI­TES 7,10 Euro, ist also fast vier Euro preis­wer­ter!

Egal, für den Test in den Wa­ren­korb ge­legt. Da­nach Wa­ren­korb auf­ge­ru­fen und be­stel­len wol­len. Ich soll eine Post­leit­zahl an­ge­ben, um eine Buch­hand­lung in der Nähe zu fin­den. Die Rem­schei­der Buch­hand­lung Pott­hoff wird eben­so­we­nig an­ge­zeigt, wie die Tha­lia-Fi­lia­le, da­für eine Fach­buch­hand­lung, die gleich mal dar­auf hin­weist, dass es por­to­frei erst ab 25 Euro gibt. Geh weg mit Dei­nem Klein­kram, Du Kun­de. Wir wol­len Dich nicht. Die näch­sten an­ge­bo­te­nen Buch­händ­ler sind in Vel­bert, Ra­tin­gen und Düs­sel­dorf. Das macht ja viel Sinn, und ist auch ga­ran­tiert to­tal gut für mei­nen CO2-Foot­print, wenn ich Ki­lo­me­ter weit fah­re, um mir die Bü­cher ab­zu­ho­len. Et­li­che der Buch­hand­lun­gen bie­ten vor­sichts­hal­ber erst gar kei­nen Ver­sand, an­de­re sa­gen stol­ze Por­to­ko­sten, wie bei­spiels­wei­se def­ti­ge 5,90 Euro, an. Da­mit läge der But­cher bei 16,89 Euro, da­für be­kom­me ich an­ders­wo das Hard­co­ver.

An die­ser Stel­le habe ich dann tat­säch­lich ab­ge­bro­chen, denn ich sah kei­nen Sinn dar­in, die­se al­ber­ne Platt­form wei­ter zu nut­zen. Wer glaubt, dass ich un­ter die­sen Be­din­gun­gen kau­fe, der glaubt auch an die Schlümp­fe. Das Er­geb­nis stellt al­ler­dings mei­ner An­sicht nach die Pro­ble­me der Buch­bran­che im Web sehr gut dar, ohne dass man es wei­ter kom­men­tie­ren müss­te: Igno­ranz, Kun­de­n­un­freund­lich­keit, und voll­um­fäng­li­che tech­ni­sche so­wie in­halt­li­che In­kom­pe­tenz. Von den Mond­prei­sen für eng­lisch­spra­chi­ge Bü­cher noch gar nicht ge­spro­chen.

eBooks gibt es üb­ri­gens auf buchhandel.de nicht (nur ein Such­feld für libre­ka) …

Up­date (11:00 Uhr): Auf buchreport.de kom­men­tiert Mat­thi­as Ul­mer:

Sie fin­den von Cory Doc­to­row 14 Tref­fer, wenn Sie im Au­to­ren­feld den Na­men so ein­ge­ben, wie es Pro­fis tun: Nach­na­me Kom­ma Vor­na­me.

»Ein­ge­ben, wie es die Pro­fis tun« – Der war gut! Ich habe ge­lacht. Wie wäre es mit »Ein­ge­ben wie es die Kun­den tun«? Oder »Ein­ge­ben, wie es in Such­ma­schi­nen üb­lich ist«?

Up­date 2 (12:00 Uhr) ich lese ge­ra­de auf boersenblatt.de: wenn man als Buch­händ­ler dort er­schei­nen möch­te, muss man mo­nat­lich (!) 20 Euro (!!) ab­drücken. Dort kann man zu­dem le­sen:

Wir wol­len ge­mein­sam mit dem Buch­han­del die Platt­form in den näch­sten Mo­na­ten kom­plett über­ar­bei­ten. Das be­trifft zum Ei­nen die Dar­stel­lung, die Su­che und den Be­stell­pro­zess…

»Wir wol­len … in den näch­sten Mo­na­ten …« – Ja, lasst euch ru­hig Zeit, die Kon­kur­renz schläft ganz si­cher! Ich bin schon sehr ge­spannt, ob sie dies­mal je­man­den fra­gen, der sich mit so et­was aus­kennt, oder ob wie­der ein er­go­no­mie­frei­er Mo­loch da­bei her­aus kommt.

Up­date 3 (19:00 Uhr) Auf buchreport.de wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Lei­stung für Buch­händ­ler ab so­fort ko­sten­los ist, die 20 Euro fal­len also nicht mehr an. Al­ler­dings will man den Buch­händ­lern ab Mit­te 2013 eine »um­satz­ab­hän­gi­ge Trans­ak­ti­ons­ge­bühr« be­rech­nen. Ich wür­de mal ver­mu­ten, dass die bei viel Um­satz hö­her aus­fällt, als 20 Euro. Wäre dem so, dann wäre die ach so tol­le Neue­rung kei­ne.

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Wei­tere Tests von Ama­zon-Al­ter­na­ti­ven:

Test kohlibri.de

Test osiander.de

Test lehmanns.de