BBC möchte DOCTOR WHO mit externer Hilfe regenerieren

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Exter­ne Stu­di­os und Fir­men sol­len dem zuletzt etwas glück­lo­sen Seri­en­klas­si­ker DOCTOR WHO zur Rege­ne­rie­rung ver­hel­fen. Die BBC hat am Don­ners­tag ein förm­li­ches Ver­ga­be­ver­fah­ren für die sech­zehn­te Staf­fel gestar­tet, bei dem sich Pro­duk­ti­ons­fir­men mit ihrer Visi­on für die Serie bewer­ben sol­len.

Vor­aus­ge­gan­gen war die im Juni ange­kün­dig­te krea­ti­ve Neu­auf­stel­lung, nach­dem Rus­sell T Davies als Show­run­ner aus­ge­stie­gen ist, die Pro­duk­ti­ons­fir­ma Bad Wolf eben­falls von Bord ging und der Kopro­duk­ti­ons­ver­trag mit Dis­ney aus­lief. Ncu­ti Gat­wa kehrt bekannt­lich eben­falls nicht zurück.

Nach dem von Dead­line ver­öf­fent­lich­ten Aus­schrei­bungs­do­ku­ment soll die Serie 2028/​29 auf die Bild­schir­me zurück­keh­ren. Bemer­kens­wert ist, wie weit die BBC das For­mat offen­lässt: durch­er­zähl­te Staf­fel oder Fall der Woche, die Epi­so­den­zahl ist eben­falls nicht vor­ge­ge­ben. Und auch die Rol­le, die Davies zuletzt aus­ge­füllt hat, steht zur Dis­po­si­ti­on.

Die BBC im Aus­schrei­bungs­do­ku­ment:

We are not neces­s­a­ri­ly loo­king to work to a strict show­run­ner model

Wir suchen nicht zwin­gend nach einem strik­ten Show­run­ner-Modell

Statt­des­sen soll in der Pro­duk­ti­on mit Episodenautor°Innen gear­bei­tet wer­den. Visu­ell wünscht sich die BBC einen kino­taug­li­chen, eigen­stän­di­gen und ehr­gei­zi­gen Look, der im glo­ba­len Wett­be­werb bestehen kann. Min­des­tens eine Com­pa­n­ion-Figur ist Pflicht, die Geschich­ten sol­len von his­to­ri­schen Set­tings über frem­de Wel­ten bis in die fer­ne Zukunft und in die Gegen­wart füh­ren. Der Schre­cken soll von der klas­si­schen bri­ti­schen Sor­te sein, dem Hin­ter-dem-Sofa-Gru­sel: Bedro­hung und Span­nung in der Dosie­rung, die ein Fami­li­en­pu­bli­kum ver­trägt. Außer­dem soll das Gan­ze erkenn­bar bri­tisch erzählt wer­den.

Bud­get­vor­ga­ben macht die BBC nicht, lädt Bie­ter aber aus­drück­lich dazu ein, Drit­te als Geld­ge­ber vor­zu­schla­gen. Wer es auf die Short­list schafft, hat es am Ende mit BBC Stu­di­os als Dis­tri­bu­tor zu tun. Der Zeit­plan ist straff: Erst­vor­schlä­ge bis zum 2. Okto­ber, Gesprä­che mit den Bie­tern im Janu­ar, der Zuschlag soll dann vor­aus­sicht­lich im März gesche­hen.

Ob sich genü­gend ernst­haf­te Inter­es­sen­ten fin­den, wird sich noch zei­gen müs­sen. Dead­line hat­te im Vor­feld vier ange­se­he­ne bri­ti­sche Dra­ma-Pro­du­zen­ten befragt und alle hat­ten erheb­li­che Beden­ken dage­gen, als Auf­trags­pro­du­zent für die BBC anzu­tre­ten: Man besitzt die Rech­te nicht, die Serie frisst grö­ße­re Res­sour­cen und krea­ti­ve Ener­gie, die Finan­zie­rung nach dem Dis­ney-Aus­stieg ist unklar (wobei die Serie vor dem Dis­ney-Ein­stieg jahr­zehn­te­lang ohne das Maus-Haus finan­ziert wer­den konn­te). Man­che zwei­feln grund­sätz­lich dar­an, ob der Time Lord für ein jun­ges Publi­kum über­haupt noch rele­vant ist (in UK ver­mut­lich rele­van­ter als im Rest der Welt, aber DOCTOR WHO war schon immer ein eher bri­ti­sches Pro­blem und außer­halb der Inseln klar ein Nerd-The­ma für eine über­schau­ba­re Ziel­grup­pe – dass der zeit­rei­sen­de Doc­tor noch rele­vant ist, zei­gen die Absatz­zah­len der Hör­spie­le). Zu den Inter­es­sier­ten zählt LINE OF DUTY-Pro­du­zent Simon Heath, der sich gegen­über der Radio Times ent­spre­chend geäu­ßert hat. BBC Stu­di­os wie­der­um hat­ten bereits im Juli ange­kün­digt, selbst mit­bie­ten zu wol­len, und blei­ben ohne­hin für Dis­tri­bu­ti­on, Lizen­zen, Mer­chan­di­se und digi­ta­le Aus­wer­tung zustän­dig. Da wird ein Teil der Ver­hand­lun­gen ganz sicher auch sein, wer wel­chen Teil des Ein­nah­men-Kuchens abbe­kommt.

Mich beschleicht ein Gefühl von Wett­be­werb mit vor­be­stimm­tem Sie­ger. Eine Serie, deren Kern­idee die Rege­ne­ra­ti­on ist, wird nun per Aus­schrei­bung rege­ne­riert und BBC Stu­di­os, die kom­mer­zi­el­le Toch­ter­ge­sell­schaft des Sen­ders, die die Serie ohne­hin welt­weit aus­wer­tet, sitzt gleich­zei­tig als Bie­ter mit am Tisch. Immer­hin: Die Offen­heit bei For­mat und Struk­tur klingt weni­ger nach Ver­wal­tungs­akt als der Vor­gang selbst, und viel­leicht kommt dabei ja tat­säch­lich etwas Muti­ges her­aus. Bis zum Zuschlag im März bleibt aller­dings reich­lich Zeit, sich das schön­zu­den­ken. Eins soll­te man auf gar kei­nen Fall ver­ges­sen: Den Anhänger°Innen der Serie muss das alles auch gefal­len und die Fan­ge­mein­de reagiert unge­hal­ten auf all­zu gro­ße Ände­run­gen am Kon­zept. Ein wei­te­rer Grund, war­um man­che DOCTOR WHO ver­mut­lich nicht mal mit einer Kneif­zan­ge anfas­sen wol­len. Auf der ande­ren Sei­te könn­te man mit einem erfolg­rei­chen Reboot auf alle Zei­ten berühmt wer­den und Fern­seh­ge­schich­te schrei­ben.

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