SHERLOCK-Special spielt im 19. Jahrhundert

SHERLOCK-Special spielt im 19. Jahrhundert

Sherlock & Watson

Seit die BBC das obi­ge Bild ver­öf­fent­lich hat, dre­hen die Spe­ku­la­tio­nen wild. Sind die bei­den SHERLOCK-Prot­ago­nis­ten auf einer Kos­tüm­par­ty? Oder hat es sie tat­säch­lich in die Ver­gan­gen­heit ver­schla­gen? War es etwa die Tar­dis?

Alles falsch, sagt der Co-Schöp­fer der Show Ste­ven Moffat. Tat­säch­lich han­delt es sich um eine spe­zi­el­le Fol­ge, die außer­halb der Seri­en­kon­ti­nui­tät liegt, ein beson­de­res Gim­mick für die Fans. Die Epi­so­de wird ansons­ten nichts mit dem Rest der Serie oder Staf­fel vier zu tun haben. Wenn man von den Dar­stel­lern und Cha­rak­te­ren abs­sieht, natür­lich.

Es han­delt sich im Prin­zip um ein »Weih­nachts-Spe­cial«, ähn­lich denen von DOCTOR WHO, es wird also irgend­wann im Dezem­ber aus­ge­strahlt wer­den. Im Früh­jahr 2016 wird dann die regu­lä­re vier­te Staf­fel von SHERLOCK fol­gen.

Wir wer­den also Bene­dict Cum­ber­batch als einen Sher­lock sehen, der koka­in­süch­tig ist, Gei­ge spielt und sei­ne Gegen­spie­ler mit Bar­titsu ver­mö­belt? Count me in, dear sirs!

p.s.: Wobei ich zuge­ben muss, dass die Sache mit der Tar­dis auch über­aus reiz­voll wäre.

Pro­mo­fo­to Copy­right BBC

British Library stellt Literatur aus dem 19. Jahrhundert kostenlos zur Verfügung

Black BessDie Bri­tish Libra­ry sam­melt – ähn­lich der Deut­schen Natio­nal­bi­blio­thek – Kopi­en aller Bücher, die im bri­ti­schen König­reich erschei­nen. Finan­zi­ell und tech­nisch unter­stützt wird sie dabei in den letz­ten Jah­ren von Micro­soft. Mit des­sen Hil­fe hat man zahl­lo­se Erst­aus­ga­ben – wir reden über ca. 65000 Bücher – von Lite­ra­tur aus dem 19. Jahr­hun­dert digi­ta­li­siert und will die­se ab dem Früh­ling dem inter­es­sier­ten Leser kos­ten­los zur ver­fü­gung stel­len. Das ist die gute Nach­richt, am letz­ten Sams­tag gemel­det vom Tele­graph.

Die schlech­te Nach­richt ist, dass man sich als Part­ner für die Ver­tei­lung die­ser Bücher Ama­zon aus­ge­sucht hat. Zwar hat man noch nichts über das For­mat der eBooks ver­lau­ten las­sen, aber es steht zu befürch­ten, dass die digi­ta­li­sier­ten Fas­sun­gen nur auf dem Kind­le zu lesen sein wer­den und ande­re eRe­ader außen vor blei­ben; tat­säch­lich hat man sich aber bis­lang weder zum For­mat der eBooks noch zu einem even­tu­el­len Kopier­schutz geäu­ßert. Grund für die­se unschö­ne Koope­ra­ti­on könn­te sein, dass Ama­zon auch gedruck­te Aus­ga­ben der Bücher anbie­ten wird, die­se sol­len für ca. 15 Dol­lar pro Werk per book on demand erhält­lich sein. Das wie­der­um ist preis­wert – ver­gli­chen mit den Prei­sen ande­rer Anbie­ter ver­grif­fe­ner Wer­ke (gern auch mal 250 Pfund), die durch die­se Koope­ra­ti­on unter Druck gera­ten dürf­ten.

Grund­sätz­lich ste­hen damit dann aber nicht nur Klas­si­ker von Jane Aus­ten, Charles Dickens und Tho­mas Har­dy zur Ver­fü­gung, ins­be­son­de­re der Steam­punk-Fan und Anhän­ger vik­to­ria­ni­scher Tri­vi­al­li­te­ra­tur dürf­te sich dar­über freu­en, dass sich unter den ver­öf­fent­lich­ten Wer­ken auch zahl­lo­se »Pen­ny Dread­fuls« befin­den, Vor­läu­fer der heu­ti­gen Heft­ro­ma­ne, die seit der Erst­ver­öf­fent­li­chung nicht mehr im Han­del erhält­lich waren. Ca. 40 Pro­zent der Bücher aus dem 19. Jahr­hun­dert in der Bri­tish Libra­ry sind anders­wo nicht mehr zu bekom­men.

Die gemein­frei­en Wer­ke kos­ten­los zur Ver­fü­gung zu stel­len ist löb­lich und erfreu­lich – aber muss­te es aus­ge­rech­net Ama­zon sein?

Bild: Pen­ny Dread­ful BLACK BESS, 1866 – 68, aus der Wiki­pe­dia