SIM CITY 5: Electronic Arts is evil V2.0

Wir hat­ten das alles irgend­wie schon mal. Der ein oder ande­re wird viel­leicht bereits mit­be­kom­men haben, dass der Start von SIM CITY 5 mit »unrund« noch sehr freund­lich beschrie­ben ist. Das Pro­blem liegt wie­der ein­mal in der Tat­sa­che, dass man zum Spie­len nicht nur eine Inter­net­ver­bin­dung benö­tigt, son­dern auch noch funk­tio­nie­ren­de EA-Ser­ver. Das war beim US-Start nicht gewähr­leis­tet und ist es bis heu­te nicht. Elec­tro­nic Arts ver­sprach hoch und hei­lig, dass es zum Deutsch­land­start sol­che Pro­ble­me nicht geben wür­de. Geglaubt hat dar­an mit Sicher­heit nie­mand und natür­lich war dem auch nicht so. Kun­den, die SIM CITY 5 erwor­ben haben, kön­nen es auf­grund von Bugs und mas­si­ven Kapa­zi­täts­pro­ble­men der Ser­ver nicht oder nicht sinn­voll nut­zen. EA ver­spricht Abhil­fe durch neue Ser­ver, wann die kom­men ist eben­so unklar, wie eine Ant­wort dar­auf, wie schnell die Bugs besei­tigt wer­den. Dass EA gern mal unfer­ti­ge, völ­lig ver­bug­gte Soft­ware als fer­ti­ges Pro­dukt ver­kauft, ist auch nichts wirk­lich neu­es, eben­so wenig wie die Tat­sa­che, dass deren Sup­port ins­be­son­de­re in Euro­pa lächer­lich ist.

Kun­den, die sich in den Foren kri­tisch äußern, wer­den nach Infor­ma­tio­nen auf ver­schie­de­nen Web­sei­ten (nicht nur) damit bedroht, dass man ihnen das Ori­gin-Kon­to sper­ren könn­te. Das wür­de bedeu­ten, dass man kein über den Online­dienst erwor­be­nes Spiel mehr nut­zen kann, eben­so­we­nig wie Spie­le, die ein Ori­gin-Kon­to vor­aus­set­zen.

Es kommt aber noch bes­ser: in einer Pres­se­mit­tei­lung infor­mier­te EA in den USA dar­über, dass unzu­frie­de­ne Kun­den das Spiel zurück­ge­ben und ihr Geld zurück­er­hal­ten kön­nen. Das ist jedoch offen­sicht­lich nur medi­en­wirk­sa­mes PR-Bla­bla gewe­sen, denn auch Kun­den, die dem nach­kom­men und die­sen Wunsch äußern, wer­den mit Kon­ten­sper­run­gen bedroht:

Und natür­lich pas­siert das, was pas­sie­ren muss: es hagelt hau­fen­wei­se nega­ti­ve Bewer­tun­gen bei Ama­zon. Ich gehe davon aus, dass auch die Soci­al Media-Sei­ten des »schlimms­ten Unter­neh­mens der USA« nicht gut aus­se­hen dürf­ten.

Die wer­den nicht schlau. Der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band hat­te in ähn­li­cher Cau­sa erst Bliz­zard erfolg­reich zur Abga­be einer Unter­las­sungs­er­klä­rung auf­ge­for­dert, Elec­tro­nic Arts dürf­te als nächs­tes dran sein. Die­ser always-on-DRM-Dreck muss end­lich weg!

Update: Man wird inzwi­schen offen­bar nicht mehr wie frü­her aus dem Ori­gin-Kon­to aus­ge­sperrt, wenn man einen Foren­ban erhält. Wei­ter­hin hat EA gera­de erst sei­ne SIM CITY-EULA ändern müs­sen. In der letz­ten fand sich der Pas­sus, dass man Beta­tes­ter von Ori­gin aus­schlie­ßen kön­ne, wenn die­se Bugs nicht mel­den. Das nega­ti­ve Medi­en­echo hier­zu hat sie dann offen­bar bewo­gen, die­sen Bull­shit zu ent­fer­nen.

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online dar­über.

Ein Kommentar for “SIM CITY 5: Electronic Arts is evil V2.0”

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Wir Gamer bekom­men was wir ver­die­nen.
Solan­ge wir wei­ter­hin bei EA und Kon­sor­ten (Activi­si­on Bliz­zard ist auch nicht bes­ser…) Spie­le kau­fen, die per Design schon pro­ble­ma­tisch sind, solan­ge wer­de die­se Publisher machen, was sie wol­len.
Denn die wis­sen ganz genau, dass sie es machen kön­nen.
Der Auf­schrei mag groß sein, aber war­ten wir ein­fach bis das nächs­te hoch­ge­hyp­te Mach­werk kom­men wird. Wie­der wer­den Leu­te ein Off­line-Spiel mit Online-DRM kau­fen – und zwar in Mas­sen. Es wird wie­der Pro­ble­me geben, alle wer­den schrei­en und wet­tern und wenn die Pro­ble­me »erle­digt« sind – und damit mei­ne ich nicht, dass die DRM-Funk­tio­na­li­tät ent­fernt wer­den wird – wer­den alle fröh­lich spie­len und den nächs­ten Titel kau­fen.
Da kann man EA zum schlimms­ten Unter­neh­men wäh­len und Blog­posts in Mas­sen schrei­ben, ändern wird es sich erst, wenn es dem betref­fen­den Publisher an den Geld­beu­tel geht.

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