Lübbe Audio und die Begründung von Serieneinstellungen

piracy_cdMit­te des Monats ver­öf­fent­lich­te Lüb­be Audio eine Pres­se­mit­tei­lung, in der man bedau­er­te mit­tei­len zu müs­sen, dass auf­grund von Umsatz­ein­brü­chen drei Hör­spiel­se­ri­en lei­der ein­ge­stellt wer­den. Und man hat­te natür­lich sofort auch die Übel­tä­ter aus­ge­macht, die für die Umsatz­ein­brü­che die Schuld tra­gen: es han­delt sich hier­bei nicht etwa um die Bän­ker, die für die welt­wei­te Wirt­schafts­kri­se ver­ant­wort­lich sind und die damit Mil­li­ar­den an Kauf­kraft ver­nich­tet haben, son­dern es sind ille­ga­le Down­loads über bei­spiels­wei­se P2P-Netz­wer­ke.

Allent­hal­ben hob sofort ein recht undif­fe­ren­zier­tes Heu­len und Zäh­ne­klap­pern an, es wur­de über die bösen Raub­ko­pie­rer geschimpft und sogar Ver­glei­che mit Laden­die­ben gezo­gen, ohne Lüb­bes Zah­len zu hin­ter­fra­gen, oder viel­leicht mal zu über­le­gen was an den Äuße­run­gen tat­säch­lich dran ist. Könn­te es viel­leicht sein, dass man sub­op­ti­ma­les Mar­ke­ting mit den voll­mun­di­gen Hin­wei­sen auf die ach so bösen Raub­ko­pie­rer kaschie­ren möch­te? Könn­te es sein, dass die anvi­sier­te Kli­en­tel ange­sichts einer Welt­wirt­schafts­kri­se ihr Geld lie­ber für ande­re Din­ge oder gar nicht aus­gibt?

Ich habe mal die Pro­be aufs Exem­pel gemacht und in den drei belieb­tes­ten Such­ma­schi­nen für Tor­rent-Datei­en nach »Offen­ba­rung 23« und »Ster­ne­n­oze­an« gesucht (den Such­be­griff »Edgar Allen Poe« habe ich aus­ge­las­sen, da es hier zu vie­le irrele­van­te Ergeb­nis­se gege­ben hät­te). Mir ist klar, dass es auch noch Emu­le und wei­te­re gibt, aber das Tor­rent-Netz­werk ist inzwi­schen das deut­lich belieb­te­re, wei­ter­hin las­sen auch die Ergeb­nis­se im Tor­rent-Netz­werk ein­deu­ti­ge Rück­schlüs­se auf ande­re P2P-Netz­wer­ke zu. Zudem habe ich kei­nen Emu­le-Cli­ent instal­liert und es kommt mir auch kei­ner auf den Rech­ner. Die Ergeb­nis­se samt Screen­shots im erwei­ter­ten Arti­kel.

Ich zitie­re aus der Pres­se­mel­dung:

Als Haupt­grund für die­se erschre­cken­den Umsatz­ein­bu­ßen inner­halb der letz­ten Jah­re sehen wir den star­ken Anstieg der Inter­net­pi­ra­te­rie ins­be­son­de­re im Hör­spiel­be­reich. So lie­gen uns Zah­len vor, wonach eini­ge Fol­gen unse­rer offenbarung23 Hör­spiel­se­ri­en von bis zu 50.000 Anbie­tern ille­gal ange­bo­ten wer­den, wobei wir hier nur von den Anbie­tern ille­ga­ler Down­loads spre­chen und nicht von der rea­len Zahl tat­säch­lich her­un­ter gela­de­ner Fol­gen, die noch um eini­ges über die­ser Zahl lie­gen dürf­ten. Im Schnitt wird jedes unse­rer Hör­spie­le von etwa 1.000 Anbie­tern zum ille­ga­len Down­load ange­bo­ten, was uns zusam­men mit wei­te­ren ille­ga­len Ange­bo­ten wie z.B. Strea­ming, frap­pie­ren­de Umsatz­ver­lus­te ein­brach­te. Die­se Ein­bu­ßen zwin­gen uns nun dazu, die Hör­spiel­se­ri­en Edgar All­an Poe, Per­ry Rho­dan und Offen­ba­rung 23 in letz­ter Kon­se­quenz ein­zu­stel­len.

Man las­se sich die Zahl auf der Zun­ge zer­ge­hen: 50000 Anbie­ter. Nach­fol­gend die Such­ergeb­nis­se zu »Offen­ba­rung 23« auf isoh­unt, pira­te­bay und tor­rent­re­ac­tor (aus recht­li­chen Grün­den nicht ver­linkt, sie­he ent­spre­chen­de Hei­se-Arti­kel zur even­tu­el­len Stö­rer­haf­tung beim Set­zen von Links):

Bei Isoh­unt wur­den 43 Hits gefun­den, hier ein Über­blick über die ers­te Ergeb­nis­sei­te, abstei­gend sor­tiert nach Anzahl der Seeds (S = See­der, L = Lee­cher):

Offenbarung 23 isohunt

Bei Pira­te­Bay wur­den zwei Tref­fer aus­ge­ge­ben (SE = See­der, LE = Lee­cher):

Offenbarung 23 piratebayEinen Screen­shot von Tor­rent­Re­ac­tor erspa­re ich mir, denn es gab es nicht einen Tref­fer.

Zur Erklä­rung See­der und Lee­cher (ver­ein­facht): Ein See­der ist eine Per­son (bzw. ein Rech­ner), die die Datei voll­stän­dig vor­lie­gen hat und sie somit voll­stän­dig wei­ter­ver­brei­ten kann, ein Lee­cher hat nur Tei­le der Datei, ver­bei­tet die­se aber auch wei­ter.

Ich habe des Wei­te­ren auch noch­mal nach dem Begriff »Offen­ba­rung 23« im Zusam­men­hang mit Rapid­s­ha­re gesucht, dort ist die Situa­ti­on abso­lut ana­log und die Zah­len sind ähn­lich: es gibt ein­zel­ne, sel­te­ne Tref­fer, je nach­dem wie und wo man sucht ins­ge­samt (!) zwi­schen 13 und 17 Tref­fern.

Man muss kein Tech- oder Web-Freak sein, um die Ergeb­nis­se zu inter­pre­tie­ren: Die OFFENBARUNG 23-Hör­spie­le sind im Tor­rent-Netz­werk qua­si nicht vor­han­den und es besteht so gut wie kei­ner­lei Inter­es­se dar­an. 50000 Anbie­ter? Das kann man ver­nei­nen, da auch aktu­el­le Epi­so­den weder häu­fig vor­han­den sind, noch Seeds auf­wei­sen kön­nen.

Machen wir den­sel­ben Test für das Such­wort »Ster­ne­n­oze­an«, ins­ge­samt 13 Tref­fer bei isoh­unt:

Sternenozean isohunt

Kein ein­zi­ger See­der…

Pira­te­Bay: kei­ne Tref­fer, Tor­rent­Re­ac­tor: kei­ne Tref­fer

Fazit: Vor­han­den­sein ver­schwin­dend gering.

Ich habe dann noch­mal stich­pro­ben­ar­tig nach ein­zel­nen kon­kre­ten Titeln der Rei­hen gesucht, es hät­te ja sein kön­nen, dass nicht unter dem Rei­hen­ti­tel son­dern unter dem Ein­zel­ti­tel etwas zu fin­den gewe­sen wäre: Es wird nie­man­den ver­wun­dern, dass die Tref­fer zu den oben gefun­de­nen Ergeb­nis­sen pass­ten: es gab so gut wie kei­ne (kon­kre­tes Bei­spiel PR PARAGONKREUZ – drei Tref­fer, kei­ne See­der, zwei Lee­cher: de fac­to nicht vor­han­den).

Lüb­be wird jetzt wahr­schein­lich damit argu­men­tie­ren wol­len, dass die angeb­lich ange­bo­te­nen Pro­duk­te inzwi­schen aus wel­chen Grün­den auch immer aus dem Netz ver­schwun­den sind. Wer aller­dings weiß, wie P2P-Netz­wer­ke funk­tio­nie­ren, der weiß auch, dass das nicht mög­lich ist, denn was ein­mal im Netz ist, ist nur sehr schwer wie­der dar­aus zu ent­fer­nen. Sicher ver­sucht man gegen die Anbie­ter sol­cher ange­bo­te­nen Datei­en vor­zu­ge­hen, aber der Pro­zess ist lang­wie­rig und bis es zu Kla­gen oder Abmah­nun­gen kommt, ver­ge­hen Jah­re, des­we­gen zieht auch eine mög­li­che Erklä­rung nicht, man habe die Tor­rent-Datei­en ent­fer­nen las­sen, denn das kann so schnell nicht der Fall sein. Man kann bis­wei­len Betrei­ber von Tor­rent-Such­ma­schi­nen (wie die hier genann­ten) im In- und manch­mal auch im Aus­land dazu brin­gen, die Links zu ent­fer­nen, aber auch das ist zeit­auf­wän­dig oder all­zu oft ein­fach nicht mög­lich.

Ich wage die The­se (und dabei han­delt es sich aus­drück­lich um mei­ne Mei­nung), dass die genann­ten Zah­len, ins­be­son­de­re die »50000 Anbie­ter« Dampf­bla­sen und Luft­num­mern sind, die sich nicht bele­gen las­sen. Ich las­se mich mit ent­spre­chen­den nach­voll­zieh­ba­ren Bewei­sen aber gern eines ande­ren beleh­ren.

Und um eins ganz klar zu machen: Es geht hier nicht dar­um, was davon zu hal­ten ist, wenn Pro­duk­te der Rech­te­ver­wer­ter oder Copy­right­in­ha­ber im Netz zu fin­den sind, die The­ma­tik ist zu kom­plex, um sie in ein paar Sät­zen abhan­deln zu kön­nen, wei­ter­hin ist die Rechts­la­ge in Deutsch­land wei­test­ge­hend ein­deu­tig. Wor­um es hier geht, ist die Pres­se­mit­tei­lung Lüb­bes, die Absatz­schwie­rig­kei­ten mit ille­ga­len Down­loads begrün­det und dabei Zah­len wie »50000 Anbie­ter« nennt, die man leicht über­prü­fen kann – und die nicht mal ansatz­wei­se stim­men kön­nen. Und es geht dar­um, dass diver­se Kom­men­ta­to­ren im Netz den genann­ten Zah­len glau­ben und sich erei­fern, ohne sie zu hin­ter­fra­gen, oder mal selbst zu recher­chie­ren, wie oft die Pro­duk­te tat­säch­lich in P2P-Netz­wer­ken zu fin­den sind.

Die Ein­stel­lung der genann­ten Seri­en ist für die Fans sicher­lich höchst bedau­er­lich und für Lüb­be Audio auch. Man möge mir aber ver­ge­ben, wenn ich den vor­ge­scho­be­nen und nicht beleg­ba­ren Grund »Raub­ko­pi­en übers Netz« nicht glau­be und mir mehr Ehr­lich­keit wün­schen wür­de und weni­ger mar­ki­ge Mar­ke­ting-Sprü­che.

Abschlie­ßend noch eine erhel­len­de Abbil­dung zum The­ma »Laden­dieb­stahl«:

piracy-is-not-theftEdit: Eine wei­te­re Ver­mu­tung hat­te ich noch ver­ges­sen. Es liegt durch­aus im Bereich des Denk­ba­ren, dass die ein­ge­stell­ten Seri­en ohne­hin nur eine sehr schma­le Käu­fer­schicht unter den Fans anspre­chen. Lei­der sind mir kei­ne Absatz­zah­len bekannt, es ist aber ein offe­nes Geheim­nis, dass Hör­spie­le schon lan­ge nicht mehr die Top­sel­ler sind, die sie mal waren und von weni­gen gut ver­kauf­ten Aus­nah­men abge­se­hen etli­che Seri­en nur ver­gleichs­wei­se gerin­ge Ein­nah­men erzie­len. Der Auf­wand und damit die Kos­ten für die Pro­duk­ti­on eines Hör­spiels sind ungleich höher als für ein Hör­buch, ins­be­son­de­re was die Anzahl an Spre­chern und die Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen angeht. Wenn ich lese, dass die Mes­se »Hör­spiel« in Ham­burg – nach eige­nem Bekun­den die größ­te Hör­spiel-Mes­se Euro­pas und der Welt – gera­de mal (man möge mir ver­ge­ben: lächer­li­che) 3000 Besu­cher auf­wei­sen kann, dann ist das ein wei­te­rer untrüg­li­cher Hin­weis auf einen Nischen­markt.

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online dar­über.

24 Kommentare for “Lübbe Audio und die Begründung von Serieneinstellungen”

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Stefan Holzhauer

sagt:

Wie ich soeben durch einen ein­ge­hen­den Link fest­stel­len konn­te, wird mein Arti­kel im Zau­ber­spie­gel mit einem Kom­men­tar bedacht. Es ist schön fest­zu­stel­len, dass man a) gele­sen, b) auf einen »ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­ter« redu­ziert und c) einem unter­stellt wird, ille­ga­les Ver­hal­ten gut zu heis­sen. Mich wür­de mal inter­es­sie­ren, wo man eine sol­che Aus­sa­ge mei­ner­seits in die­sem Arti­kel fin­den kann…
Mei­ne Aus­sa­ge war, dass die The­ma­tik zu kom­plex ist, um sie in weni­gen Sät­zen abzu­han­deln, wei­ter­hin wies ich auf die Geset­zes­la­ge in Deutsch­land hin.
Ich habe an kei­ner Stel­le aus­ge­sagt, dass Down­loads von urhe­ber­recht­lich geschüt­zem Mate­ri­al NICHT ille­gal wären und bit­te den Ver­fas­ser des Kom­men­tars, das zur Kennt­nis zu neh­men. Er behaup­tet fälsch­lich das Gegen­teil und ich gehe davon aus, dass die­se Falsch­aus­sa­ge kor­ri­giert wird.

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Horst von Allwörden

sagt:

Was soll ich sagen. Eine Kor­rek­tur wir­de so nicht geben. Allein die Gra­fik ist für mich ver­harm­lo­send und birgt für ich in gewis­ser Wei­se eine gewis­se Akzep­tanz. Den die­se Kopi­en sind gea­nu­so ille­gal wie ein mit­ge­nom­me­nes Teil aus dem Markt und ver­ur­sa­chen (in gewis­sen Fäl­len) ein Scha­den. Und auch du hast mei­nen Arti­kel gar nicht gele­sen, weil ich mich von Lüb­bes Begrün­dung inso­fern löse, als ich fetstel­le »Aber gut, selbst wenn wir ein­mal anneh­men Lüb­be habe sich damit eine Schutz­be­haup­tung schaf­fen wol­len, um so das eige­ne Ver­sa­gen für genü­gend Absatz zu sor­gen zu kaschie­ren (und somit Lüb­be selbst den Kar­ren der drei Hör­spiel­se­ri­en vor die Wand gefah­ren hat), oder – ande­re Annah­me – die Käu­fer hät­ten die­sen Seri­en auf lan­ge Sicht die Gefolg­schaft ver­wei­gert… Es bleibt das grund­sätz­li­che Pro­blem, dass es einen gewis­sen (mate­ri­el­len) Scha­den gibt, den genau zu bezif­fern die Auf­ga­be für Mathe­ma­ti­ker und Sta­tis­ti­ker sein dürf­te – und wahr­schein­lich in einer irre kom­pli­zier­ten For­mel mün­den dürf­te.«

An die­sem Punkt löst sich der Arti­kel gänz­lich von Lüb­be und sei­nen Seri­en. Das war letzt­lich nur der Auf­hän­ger, um die Mate­rie mal zu durch­leuch­ten.

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Horst von Allwörden

sagt:

Und noch eines: Dass ich Dich ledig­lich als Ex-Mit­ar­bei­ter titu­lie­re, liegt dar­an, dass Du mir vor län­ge­rer Zeit geschrie­ben, dass Du öffent­lih nicht mit der Tech­nik des Zau­ber­spie­gels in Ver­bin­dung gebracht wer­den woll­test und die Nach­rich­ten sind ein Extra-Pro­jekt. Dar­an habe ich mich gehal­ten. Und was ist dar­an aus­zu­set­zen, die­se Bezeich­nung zu benut­zen: Du bist aus­ge­schie­de­ner (also Ex) Mit­ar­bei­ter. Dein User­ac­cout­nt besteht noch und Du kannst mira uch im Zau­ber­spie­gel wider­spre­chen. Du kannst es aber auch Account als Gast tun. Dage­gen spricht nichts.

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Stefan Holzhauer

sagt:

»Die Gra­fik ist ver­harm­lo­send«

Was für ein Unsinn. Die Gra­fik zeigt ein­deu­tig den Unter­schied zwi­schen Dieb­stahl und »Pira­cy« auf. Pira­cy ist per defi­ni­tio­nem kein Dieb­stahl, kann über­haupt kein Dieb­stahl sein, da man Imma­te­ri­al­gü­ter nicht steh­len kann – ein Urhe­ber­rechts­ver­stoß ist kein Dieb­stahl. Mit »ver­harm­lo­send« hat das über­haupt nichts zu tun, eher damit, zu ver­ste­hen, wie eine Kopie oder eine Tausch­bör­se funk­tio­niert. Wenn man die Aus­sa­ge dahin­ter nicht ver­ste­hen kann, oder sie (ob wis­sent­lich oder aus Ahnungs­lo­sig­keit) miss­in­ter­pre­tiert, kann das nicht mir zum Vor­wurf gemacht wer­den. Eben­so­we­nig kannst Du mir Dei­ne Miss­in­ter­pre­ta­ti­on der Gra­fik anhän­gen.

Ich ver­wah­re mich nach wie vor gegen die Ver­leum­dung (und um nichts ande­res han­delt es sich), ich wür­de Rechts­brü­che gut­hei­ßen.

Davon abge­se­hen wur­de die Mate­rie in Dei­nem Arti­kel nicht »durch­leuch­tet«, es han­delt sich um das Wie­der­käu­en von Paro­len der Rech­te­ver­wer­ter. Ich emp­feh­le für eine Aneig­nung einer dif­fe­ren­zier­te­ren (und inhalt­lich kor­rek­te­ren) Betrach­tungs­wei­se und zum Aneig­nen zumin­dest eines rudi­men­tä­ren Wis­sens zum The­ma die iRights-Web­sei­te, sowie die dort ver­link­te Sei­te der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung zum sel­ben The­ma. Lesen und ver­ste­hen.

Edit: Dass in dem frag­li­chen Arti­kel nach­träg­lich inhalt­li­che Ände­run­gen vor­ge­nom­men wer­den fin­de ich aller­dings ein wenig merk­wür­dig…

Ansons­ten (Zitat): »Es ist schön fest­zu­stel­len dass man gele­sen wird«…

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Horst von Allwörden

sagt:

Seit wann sagen Rech­te­ver­wer­ter, dass nicht jeder Down­load ein Scha­den ver­ur­sacht? Im Gegen­teil: Gera­de berich­te­te die BBC über eine neue Stu­die der Indus­trie, die nocha stro­no­mi­scher Scha­dens­sum­men und dar­überhi­aus noch Jobs kos­tet. Der­art undif­fern­zier­te Stu­di­en sind es, die der Indsu­trie die sym­pa­thi­en abhan­den kom­men läßt. Das war längst kein Wie­der­käu­en.

Und ob der Begriff juris­tisch exakt ist oder nicht, stört mich nicht. Die dahin­ter­ste­hen­de Men­ta­li­tät ille­ga­ler Kopi­en ist die glei­che wie die eines Laden­diebs. Ich dan­ke für den Aus­tausch von Gedan­ken.

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Stefan Holzhauer

sagt:

Dem ers­ten Absatz des vor­ste­hen­den Kom­men­tars konn­te ich lei­der auch nach mehr­ma­li­gem Lesen kei­nen ver­ständ­li­chen Sinn ent­neh­men…

Der zwei­te zeugt von einer dino­sau­ri­er­haf­ten Ein­stel­lung zum Web, eine ähn­li­che wie sie die Rech­te­ver­wer­ter an den Tag legen. Es wird nach Geset­zen geschrie­en oder es wer­den bestehen­de Geset­ze her­an­ge­zo­gen, die mit den Rea­li­tä­ten längst nicht mehr kom­pa­ti­bel sind, da sie nicht mit dem Inter­net im Sinn gemacht wur­den. Als die Geset­ze ent­stan­den gab es das Inter­net noch gar nicht. Geset­ze müs­sen sich der Rea­li­tät anpas­sen, nicht die Rea­li­tät an die Geset­ze.

Im übri­gen ist das Geschrei der Rech­te­ver­wer­ter eine Far­ce, sind sie es doch fast immer, die die Urhe­ber über den Tisch zie­hen und ihnen nur Bro­sa­men zukom­men las­sen, die Rech­te­ver­wer­ter sich dage­gen die Taschen voll­stop­fen.

Vor­dring­lich muss es zu einer Dis­kus­si­on kom­men, wie die Rech­te der Urhe­ber zu stär­ken sind und NICHT wie die Pfrün­de der Ver­wert­er­ma­fia zu sichern sind. Es kann und darf für ver­al­te­te Geschäfts­mo­del­le kei­nen Bestands­schutz geben und genau­so wenig darf eine gan­ze Genera­ti­on pau­schal kri­mi­na­li­siert wer­den, weil das eini­ge weni­ge Bon­zen in der Ver­wer­tungs­in­dus­trie oder Stamm­tisch­phi­lo­so­phen gern so hät­ten. Im übri­gen stel­le ich in Fra­ge, dass es eine »Laden­dieb-Men­ta­li­tät« gibt, ich gehe davon aus, dass Unwis­sen und vor allem Gewohn­heit die Grün­de sind. Man ist es doch gewohnt über­all und ob man will oder nicht Musik um die Ohren gehau­en zu bekom­men, wei­ter­hin wur­de schon immer Musik getauscht, ob auf Tape oder über das Inter­net ist zuerst ein­mal nur eine Fra­ge des Medi­ums. Und schon mit der Ein­füh­rung der Musi­cas­set­te beschwor man das Ende der Musik – was davon zu hal­ten ist, weiß in der Rück­schau jeder…

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Horst von Allwörden

sagt:

Rech­te­ver­wer­ter behaup­ten immer, dass jeder Down­load ein Scha­den ist. Dies ist zu negie­ren und ich negie­re das auch in dem Arti­kel.

Gera­de berich­tet aber die BBC über eine wei­te­re Stu­die, die noch rich­tig astro­no­mi­sche Zah­len nennt und den Ver­lust tau­sen­der Jobs ankün­digt. Die­se Stu­die ist wie üblich über­zo­gen und wird wohl zu Recht als Gefäl­lig­keits­gut­ach­ten bezeich­net. Inter­es­sant hier­bei ist, dass die Gewerk­schaf­ten mit im Boot sit­zen.

Dar­über hin­aus kann man aus (gefühlt) über­teu­er­ten Pro­duk­ten nicht ablei­ten, dass man unge­hemmt ille­ga­le Kopi­en ver­wen­den darf. Das ist ille­gal. Es gibt imer noch die Mög­lich­keit, Pro­duk­te nicht für den auf­ge­ru­fe­nen Preis zu kau­fen, also zu ver­zich­ten. Das sit ein Schlag gegen die »Ver­wert­er­ma­fia«… Und die­ser Begriff zeigt auch die Ver­harm­lo­sung des Tuns. Und die sich ille­gal Sachen her­un­ter­la­den, kri­mi­na­li­sie­ren sich selbst.

Zum Tausch sei gesagt: Musik­kas­set­ten konn­ten z. B. Musik nicht annäh­rend so mühe­los in einer Qua­li­tät ver­viel­fäl­ti­gen, die vom Ori­gi­nal nicht zu unter­schei­den ist und ist eben auch nicht in der Quan­ti­tät ver­füg­bar. Und der Ein­zel­ne bot sie in der Regel nicht wild­frem­den Per­so­nen an.

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Stefan Holzhauer

sagt:

Es ist selt­sam zu sehen, dass Du so pau­schal und undif­fe­ren­ziert genau weisst, was angeb­lich ille­gal ist – und das bei einem The­ma bei dem sich sogar Rechts­an­wäl­te und Gerich­te aus­gie­big strei­ten, es völ­lig unter­schied­li­che Urtei­le gibt und die Recht­spre­chung sich soeben erst den Gege­ben­hei­ten anpasst. Ich emp­feh­le nach wie vor, sich ein­schlä­gi­ge Tex­te zu dem The­ma mal anzu­se­hen, die NICHT von der Con­tent­ma­fia und ihren poli­ti­schen Lakai­en ver­fasst wur­den. Auf iRights schrei­ben Anwäl­te, die Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung ist auch kei­ne Orga­ni­sa­ti­on, der man übli­cher­wei­se Unsinn zuschreibt.

Zur Qua­li­tät: das ist kein Argu­ment, den meis­ten Nut­zern ist die Qua­li­ät völ­lig egal, denen hat die Cas­set­te über Jahr­zehn­te völ­lig gereicht und die hören auch heu­te noch UKW-Radio mit einer mie­sen und tech­nisch völ­lig über­hol­ten Qua­li­tät. Die Qua­li­ät ist ein wei­te­res Nicht­ar­gu­ment.

Es gibt inzwi­schen sogar bei den eta­blier­ten Inter­net­aus­dru­cker-Par­tei­en Stim­men, die für eine Novel­lie­rung der zuge­hö­ri­gen Rech­te und bei­spiels­wei­se für die Ein­füh­rung einer Kul­tur­flat­rate argu­men­tie­ren (es gibt offen­bar auch dort Rea­lis­ten). Wird damit dann Dei­ner Mei­nung nach der angeb­li­chen »Kri­mi­na­li­tät« Vor­schub geleis­tet? Mei­ner Ansicht nach wür­de mit solch einer Rege­lung zumin­dest ein win­zi­ger Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung getan, ich befürch­te aller­dings, dass die Ver­tei­lung der ein­ge­nom­me­nen Gel­der wie­der mit völ­lig undurch­sich­ti­gen und fast schon kri­mi­nell zu nen­nen­den GEZ- oder GEMA-Regeln durch­ge­führt wer­den wird.

An wel­cher Stel­le habe ich abge­lei­tet, dass man ein über­teu­er­tes Pro­dukt kos­ten­los her­un­ter­la­den »darf«?

Was soll das Argu­ment »dass nicht jeder Down­load ein Scha­den ist« aus­sa­gen? Was gibt es da zu negie­ren?

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Stefan Holzhauer

sagt:

Zitat aus Zeit Online vom 14.12.2009 – 14:30 Uhr:

Letzt­lich muss sich die Ver­wer­tungs­in­dus­trie die Fra­ge stel­len, ob sie ihren Feld­zug gegen die File­sha­rer über­haupt je gewin­nen kann. Es reicht nicht, den Poli­ti­kern die Tex­te zu schrei­ben, mit denen sie den Kon­su­men­ten die Mär vom »geis­ti­gen Eigen­tum« ver­kün­den. Auch jeder noch so hef­ti­ge Ein­griff in die tech­ni­sche Infra­struk­tur wird nicht ver­hin­dern, dass digi­ta­le Wer­ke getauscht wer­den kön­nen. Spä­tes­tens seit der Ver­brei­tung von USB-Sticks ist dafür nicht ein­mal mehr das Inter­net nötig. Der Aus­tausch fin­det über­all statt und kann daher weder kon­trol­liert noch ver­hin­dert wer­den. Neue Geschäfts­mo­del­le wer­den immer erfolg­rei­cher und ver­drän­gen die über­hol­ten. Die Ver­wer­tungs­in­dus­trie muss dies akzep­tie­ren und mit der Zeit gehen, oder sie wird auf Dau­er schei­tern.

Zitat von Sueddeutsche.de 26.03.2010, 09:05:

In der Welt der ver­netz­ten Inhal­te wer­den die Ver­wer­ter eine gerin­ge­re Rol­le spie­len. Ver­gü­tun­gen wer­den direkt zu den Urhe­bern flie­ßen, ohne den Umweg über Abga­ben, die von Ver­werterge­sell­schaf­ten wie der GEMA oder der VG Wort kon­trol­liert wer­den. Die­se mono­polglei­chen Ver­ei­ne gehö­ren noch zu einer Welt, in der Trans­fer­zah­lun­gen an Rech­te­inha­ber büro­kra­tisch admi­nis­triert wer­den muss­ten.

Phan­ta­News vom 23.02.2010: Das Ende der Mitt­ler

Dar­in ver­linkt: Iso­topp

Und noch­mal Iso­topp zum Kopie­ren und zur Rea­li­tät im Netz

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Horst von Allwörden

sagt:

Dass sich etwas ändern muss war nicht The­ma des Arti­kels, son­dern der Sta­tus Quo. Und der Sta­tus ist, dass es ille­gal ist.

Und wer von Ver­wer­tungs­am­fia spricht, der ver­harm­lost das Tun ande­rer und für mich dif­fa­miert das jeden Ver­wer­ter, heißt das Tun gut. Gleich­gül­tig wie er han­delt. Aber das ist Dein Bier. Und – das ist mei­ne Mei­nung – der sym­pa­thi­siert zumin­dest mit Leu­ten, die sich geis­ti­gen Eigen­tums bemäch­ti­gen, indem sie es unbe­grenzt zur Ver­fü­gung tel­len. Wenn jemand sei­ne Schöp­fung frei zur Ver­fü­gung stellt, ist das etwas Ande­res. Zudem gibt es sehr vie­le frei zugäng­li­che Res­sour­cen. Aber so lang es Copy­rights unter­liegt.…
Zudem war es bei dem Arti­kel mir ein­fach zu bil­lig, mich auf die Sei­te derer zu stel­len, die bereit­stel­len und her­un­ter­la­den. Das kann näm­lich jeder und es ist in. Nein, trotz aller Milch­mäd­chen­rech­nun­gen und über­höh­ten Zah­len sind da Rech­te. Und eine Kul­tur­flat­rate ist schlicht und ergrei­fend ein zu pausha­le Lösung. – Wer nicht kau­fen will, soll es sein las­sen.

Aber wir dre­hen uns im Kreis. Daher den­ke ich, die Dis­kus­si­on von uns bei­den führt nicht wei­ter.

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Stefan Holzhauer

sagt:

Wei­ter­hin also kei­ne inhalt­li­che Argu­men­ta­ti­on, son­dern nur das Wie­der­käu­en der Paro­le »es ist ille­gal«.

»Aber so lang es Copy­rights unter­liegt…«

»Frei zugäng­li­che Res­sour­cen« unter­lie­gen also Dei­ner Ansicht nach kei­nen »Copy­rights«? Ich wie­der­ho­le mei­ne Anre­gung, dass Du Dich über die Sach­la­ge infor­mie­ren soll­test, zudem auch der Bezug auf »Ser­ver­be­trei­ber« (am Ende Dei­nes Arti­kels) von Ahnungs­lo­sig­keit zeugt.

Ich hei­ße also »das Tun« (was immer das auch sein mag) gut, weil ich die Con­tent­ma­fia Con­tent­ma­fia nen­ne?

Ich stim­me Dir zu, ange­sichts sol­cher Aus­sa­gen erüb­rigt sich jede wei­te­re Dis­kus­si­on…

Dan­ken möch­te ich aller­dings noch für fol­gen­de Aus­sa­ge:

»Und eine Kul­tur­flat­rate ist schlicht und ergrei­fend ein zu pausha­le Lösung. – Wer nicht kau­fen will, soll es sein las­sen.«

Aber GEZ-Gebüh­ren sind in Ord­nung? (/facepalm)

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Stefan Holzhauer

sagt:

Anzu­mer­ken wäre noch, dass man es beim Zau­ber­spie­gel selbst mit den Urhe­ber­rech­ten nicht so ernst nimmt. Zahl­lo­se urhe­ber­recht­lich geschütz­te Abbil­dun­gen ohne jeg­li­chen Zitat­hin­weis oder mit Albern­hei­ten wie »Archiv des Autors«.

Wei­ter­hin hat­te ich den Her­aus­ge­ber gebe­ten, mei­ne Arti­kel aus den Zau­ber­spie­gel-News zu ent­fer­nen (die wei­sen ins­be­son­de­re in ihrer Gesamt­heit völ­lig frag­los die nöti­ge Schöp­fungs­hö­he auf). Mehr­fach gebe­ten. Der ant­wor­te­te ich habe noch Admin­zu­gang zu den News und sol­le die selbst löschen. Nur lei­der habe ich kei­nen so wei­ten Admin­zu­gang mehr, dass ich vor dem Löschen ein Back­up fah­ren kann, um die Risi­ken der Löschung für das WP-Sys­tem ins­ge­samt zu mini­mie­ren und soll­te das schief gehen das Back­up wie­der ein­spie­len zu kön­nen. Ich woll­te mir nicht vor­wer­fen las­sen, ich habe bei der Löschung das Sys­tem abge­schos­sen (wer Word­press kennt, weiss wie zickig die Soft­ware sein kann). Aus dem Grund habe ich selbst die Löschung unter­las­sen und noch­mals dar­um gebe­ten, die Arti­kel zu ent­fer­nen. Das ist jetzt Wochen her. Reak­ti­on auf mei­ne Mail: kei­ne.

Gel­ten sei­ne mar­ki­gen Wor­te über Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen im Web nur pro Rech­te­ver­wer­ter (aka Con­tent­ma­fia)? Oder wie soll­te man die­se Ver­hal­tens­wei­sen sonst inter­pre­tie­ren?

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Kyr

sagt:

Mal von eurer Dis­kus­si­on weg, zu der Dis­kus­si­on, war­um Lüb­be wohl die­se drei Rei­hen ein­ge­stellt hat.
Ich per­sön­lich bin kein gro­ßer Freund von Hör­spie­len und wür­de mir wahr­schein­lich auch kein Hör­spiel kau­fen, wenn es die für einen Euro zu kau­fen gäbe. Kann man Hörspielen/Hörbüchern ein­fach wenig anfan­gen; ich lau­fe auch nicht mit einem Kopf­hö­rer durch die Stadt.

Hol­zis Nach­for­schun­gen habe ich auch mal durch­ge­führt und kom­me da zu ähn­li­chen Ergeb­nis­sen. Gesucht habe ich nach Tor­rents für »Offen­ba­rung 23« und »Para­gon­kreuz«. Zu »Offen­ba­rung 23« gibt es pro Fol­ge etwa 5 See­der und 1 oder 2 Lee­cher.
Für »Para­gon­kreuz« habe ich im güns­tigs­ten Fall 2 See­der und 1 Lee­cher gefun­den.

Das bestä­tigt die Aus­sa­ge, dass sowohl Offen­ba­rung 23 als auch Para­gon­kreuz kaum als Tor­rent irgend­wo vor­han­den ist. Inso­fern ist die Aus­sa­ge, dass jedes Hörbuch/Hörspiel von etwa 1000 Anbie­ter ins Netz gestellt wur­de eher in das Reich der Legen­den zu ver­ban­nen. Ich bin nun auch nicht der geüb­te Tor­rent­down­loa­der, viel­leicht hat Lüb­be ja Exper­ten, die den gan­zen Tag nichts ande­res machen; kann ja sein.

Für mich ist die Aus­sa­ge aus der Pres­se­mit­tei­lung ein­fach hei­ße Luft. Die Ziel­grup­pe ist ein­fach zu klein, da kann man kei­nen Blu­men­topf gewin­nen.

Und ganz all­ge­mein: Das Inter­net besteht aus »Kopie­ren«. Wird eine Web­sei­te auf­ge­ru­fen, so wird sie auf den Ziel­rech­ner kopiert, auch eine ver­sand­te Mail wird zum Emp­fang­ser­ver kopiert (und dann beim Sen­der gelöscht), anschlie­ßend vom Emp­fangs­ser­ver zum User kopiert (oder per Web­sei­te kopiert).

Dieb­stahl ist nach mei­nem Wis­sen, wenn ich den Gegen­stand X dem Besit­zer A weg­neh­me. Dann hat A den Gegen­stand X nicht mehr. Ich habe ihn. Da beim Kopie­ren A immer noch über X ver­fügt, ist per se kein Dieb­stahl gege­ben. Ist natür­lich klar, dass A es nicht ger­ne sieht, wenn er zwar noch über X ver­fügt, ich aber mir sein X ohne Geld­zah­lung ein­fach so genom­men habe. Aber Dieb­stahl …

Was das denn nun genau ist, scheint nie­mand wirk­lich zu wis­sen. Eine Sache von Gerich­ten – und die ent­schei­den mehr oder weni­ger unein­heit­lich.

Mei­ne sieb­zehn Cent dazu.

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Kyr

sagt:

Noch eine Anmer­kung: Wenn man sich _nicht_ die Ergeb­nis­se der ein­zel­nen Tor­rent­such­ma­schi­nen anschaut, son­dern mit Such­be­grif­fen wie »Para­gon­kreuz Tor­rent Down­load« arbei­tet und ein­fach mal Goog­le befragt – tja, da kommt man dann schon auf 1000 Anbie­ter.

Inter­es­sant, dass zum Bei­spiel »Per­ry Rho­dan 2534 – Der Gesand­te der Maahks« locker auf über 200 See­ders kommt.

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Stefan Holzhauer

sagt:

Klar, wobei die Goog­le-Ergeb­nis­se != tat­säch­lich vor­han­de­ne Down­loads sind. Ob man das bei Lüb­be aller­dings unter­schei­den kann (oder will)…

Wenn man sich die angeb­li­chen 200 Tor­rent-See­der für »Der Gesand­te der Maahks« mal genau­er ansieht, dann sind es tat­säch­lich nur drei… Das ist dann wie­der deut­lich näher an der Tref­fer­zahl bei­spiels­wei­se bei isoh­unt, da sind es gelis­tet aktu­ell vier. Das sind erfreu­lich wenig.

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Christian Montillon

sagt:

Habe die Dis­kus­si­on hier über­flo­gen.
Lus­ti­ger­wei­se stammt »Der Gesand­te der Maahks« von mir. Und mir per­sön­lich ist wurscht, ob man das jetzt »Dieb­stahl« nen­nen kann oder nicht. Für mich ist (ganz naiv gedacht) es ein­fach so, und ich gehe davon aus, dass sich die­se Tref­fer auf das Hör­buch bezie­hen – ich weiß es nicht, könn­te auch das ebook sein, ich kenn mich da ehr­lich gesagt nicht aus.
Äh, zurück zum Satz­fa­den: für mich gestal­tet sich das so: die­se 200 Down­loads (dar­um gehts doch, gell) sind Down­loads, die nicht bezahlt wur­den. Die also nicht hät­ten statt­fin­den dür­fen, weil die­ser Text/das Pro­dukt zum einen dem Ver­lag und zum ande­ren mir gehört (Urhe­ber­recht).
Da hät­te ich ehr­lich gesagt schon lie­ber 200 wei­te­re bezahl­te Down­loads. Von denen mir jeder (sagen wir mal, die Zahl ist erfun­den) 50 Cent gebracht hät­te. Macht zusam­men 100 Euro, die ich nicht habe, aber haben soll­te. Macht bei 10 Per­rys im Jahr 1000 Euro. Ohne wei­ter nach­zu­gu­cken, ob und wie die vom letz­ten Jahr auch noch wei­ter down­gel­oa­ded wer­den.

Und noch­mal: mir ist wurscht, ob das, was ich hier schrei­be, juris­tisch kor­rekt ist. Wer für mei­ne Tex­te nicht bezah­len will, soll sie nicht hören/lesen. Punkt. Oder soll sie sich von nem Freund aus­lei­hen. Und ob mein Scha­den 100 Euro im Jahr ist, 1000 Euro oder 10.000 Euro: Das ist Geld, das nicht in mei­nem Geld­beu­tel lan­det. Für die 100 Euro könnt ich toll essen gehen, für die 1000 Euro in Urlaub fah­ren, für die 10.000 Euro ein Car­port bau­en und mei­nen Hof pflas­tern.

Hey – das ist Arbeit, die ich geleis­tet habe und die ich gefäl­ligst auch bezahlt haben will, wenn jemand das Pro­dukt lesen/hören will. Inso­fern ist jeder ille­ga­le Down­load ein Dieb­stahl an mir. Und am Ver­lag genau­so. Egal, ob das Wort passt oder nicht – die Tat­sa­che bleibt bestehen.

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Christian Montillon

sagt:

Nur zur Klar­stel­lung: Ich wer­fe hier nie­man­dem der Dis­ku­tan­ten etwas vor. Ich sage nur mal, wie es sich aus der War­te eines »Betrof­fe­nen« anfühlt.
Mir ist klar, dass die­se 200 Down­loads (die ja nur stell­ver­tre­tend daste­hen) im ande­ren Fall kei­ne 200 Käu­fer gewe­sen wären. Aber, hm, sie hät­ten es auch kau­fen kön­nen. Wol­len aber kein Geld aus­ge­ben. Sol­len sie es also auch nicht besit­zen. Punkt.

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Stefan Holzhauer

sagt:

Um das noch­mal ein­deu­tig klar­zu­stel­len, ins­be­son­de­re da HHvA mir etwas ande­res unter­stellt: Ich hei­ße das ille­ga­le Her­un­ter­la­den urhe­ber­recht­lich geschüt­zen Mate­ri­als NICHT gut. Ich wüss­te auch nicht, aus wel­chen mei­ner Aus­sa­gen man das auch nur ansatz­wei­se ent­neh­men könn­te.

Wor­um es hier geht ist, dass immer wie­der beein­dru­cken­de Zah­len von angeb­li­chen ille­ga­len Down­loads erfun­den wer­den, die mit der Rea­li­tät nichts aber auch gar nichts zu tun haben, um bei­spiels­wei­se Seri­en­ein­stel­lun­gen oder mas­siv ein­ge­bro­che­ne Umsatz­zah­len zu recht­fer­ti­gen. Und all­zu oft sind die­se Zah­len frei erfun­den – so auch hier.

Und: es han­delt sich bei den ange­spro­che­nen »200 Down­loads« (wir reden über das eBook) NICHT um Down­loads son­dern um Seeds, also Anbie­ter, die die Datei haben und anbie­ten. Damit ist noch nicht aus­ge­sagt, dass die sie nicht gekauft haben (wobei die Ver­mu­tung wohl nahe liegt, dass sie es nicht getan haben) und es ist noch viel weni­ger gesagt, dass sie auch her­un­ter gela­den wird, denn ins­be­son­de­re die Down­load­zah­len las­sen sich nach mei­ner Ansicht nicht mal ansatz­wei­se sicher fest­stel­len. Zudem: das von Goog­le aus­ge­wor­fe­ne Ergeb­nis ist falsch. De fac­to liegt die Datei im Tor­rent-Netz­werk vier mal vor.

Klar willst Du von Dei­nen Wer­ken leben, will ich auch. Es gibt aber im Zusam­men­hang mit die­ser The­ma­tik so vie­le Falsch­aus­sa­gen und Miss­ver­ständ­nis­se, dass zumin­dest mal ein paar davon zurecht gerückt wer­den soll­ten. Ganz unab­hän­gig von der Dis­kus­si­on über die Ille­ga­li­tät oder die Ent­wick­lung neu­er und ins­be­son­de­re für den Urhe­ber vor­teil­haf­ter Bezahl­mo­del­le.

Und eins soll­te klar sein: die bis­he­ri­gen Struk­tu­ren und Geschäfts­mo­del­le wer­den sich so nicht mehr lan­ge auf­recht erhal­ten las­sen, da wird man sich den Rea­li­tä­ten stel­len müs­sen. Das wäre alle­mal bes­ser, als alle Absatz­pro­ble­me auf ille­ga­le Down­loads zu schie­ben.

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Kyr

sagt:

_ICH_ habe nicht über die eBooks geschrie­ben, son­dern nur über die Hörspiele/Hörbücher.

Und, Chris­ti­an, ich kann dei­nen Unmut klar ver­ste­hen und tei­le ihn auch. Als Selbst­stän­di­ger in der IT-Bran­che möch­te ich auch für mei­ne Arbeit bezahlt wer­den und bin sehr ver­är­gert, wenn jemand mei­ne Arbeit klaut, weil sie im Netz ver­füg­bar ist.

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Stefan Holzhauer

sagt:

Die »zwei­hun­dert Tref­fer« bezo­gen sich aber auf das eBook, das Hör­buch ist qua­si über­haupt nicht im Netz zu fin­den.

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Kyr

sagt:

@Stefan Holz­hau­er: Du hast Recht. »Per­ry Rho­dan 2534 – Der Gesand­te der Maahks« ist als eBook in den Tor­rent­tra­ckern. Mein Feh­ler.

Jetzt ist auch gut mit der Suche­rei. Neben mir lie­gen PR2532-2536, die wol­len noch gele­sen wer­den. [Gedruck­te PR-Hef­te, beim Kiosk erwor­ben. ;) ]

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Stefan Holzhauer

sagt:

Eben. Ich bin gera­de bei »Rei­se in die Nie­man­ds­welt«, als eBook, legal bei Beam-eBooks erwor­ben. :o)

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kruemel-chan

sagt:

Das Offen­barunng 23 ein­ge­stellt wird hat in mei­nen Augen einen ganz and­ren Grund. Es liegt garan­tiert nicht an den Down­loads, son­dern viel­mehr an der Tat­sa­che, das die Serie ab Fol­ge 30 nur noch rie­si­ger Schrott ist und die Leu­te es des­halb nicht mehr kau­fen und hören wol­len. Mit die­ser Mei­nung ste­he ich ja nicht allei­ne da. Ich kann LPL Records nur sagen: Selbst Schuld!!! Das habt ihr selbst ver­saut!!!

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