Onleihe: Bonnier und Holtzbrinck kriegen den Hals nicht voll

OnleiÂhe nennt sich das VerÂfahÂren, mit dem die eBooks auch bei dem StadtÂbĂĽÂcheÂreiÂen angeÂkomÂmen sein sollÂten. TatÂsächÂlich steht dem allerÂdings im Weg, dass den VerÂlaÂgen die OnleiÂhen ein Dorn im Auge sind, da sie der Ansicht sind, dass dadurch ihr EinÂkomÂmen erhebÂlich geminÂdert wird. DesÂweÂgen hört man aus RichÂtung der VerÂlaÂge und des BörÂsenÂverÂeins zu dieÂsem TheÂma bereits seit JahÂren viel »MimÂiÂmi«.
BonÂnier und HoltzÂbrinck (und damit auch DroeÂmer Knaur, Fischer, KieÂpenÂheuÂer & Witsch, Rowohlt, Piper, UllÂstein und Carlsen) haben den BĂĽcheÂreiÂen jetzt ein AngeÂbot gemacht, das dieÂse sehr wohl ablehÂnen könÂnen. Auch wenn man hefÂtig herÂumÂlobÂbyÂisiert hat, um festÂzuÂstelÂlen, dass eBooks auch ganz norÂmaÂle BĂĽcher im SinÂne des BuchÂpreisÂbinÂdungsÂgeÂsetÂzes sind, möchÂte man fĂĽr die OnleiÂhe-eBooks offenÂbar einen andeÂren StaÂtus inkluÂsiÂve VerÂfallsÂdaÂtum.
Denn die LizenzÂbeÂdinÂgunÂgen beinhalÂten zum einen, dass die klasÂsisch klamÂmen BiblioÂtheÂken fĂĽr eBooks den zweiÂeinÂhalbÂfaÂchen EndÂkunÂdenÂpreis bezahÂlen solÂlen. FĂĽr den erhöhÂten Preis haben die dann auch noch ein besonÂdeÂres FeaÂture: ein VerÂfallsÂdaÂtum. Denn die LizenÂzen solÂlen nach zwei vier JahÂren oder geraÂde mal 52 AusÂleihÂvorÂgänÂgen verÂfalÂlen.
Der BiblioÂtheksÂverÂband FranÂken hat es dann in einer StelÂlungÂnahÂme nachÂvollÂziehÂbaÂrerÂweiÂse auch abgeÂlehnt, eBook-LizenÂzen zu dieÂsen BedinÂgunÂgen zu erwerÂben. Ich gehe davon aus, dass andeÂre nachÂzieÂhen werÂden.
Da sehen wir in meiÂnen Augen wieÂder einÂmal, dass groÂĂźen VerÂlaÂgen die klinÂgelnÂde KasÂse offenÂbar deutÂlich wichÂtiÂger ist, als die UnterÂstĂĽtÂzung von Kunst und KulÂtur bei gemeinÂnĂĽtÂziÂgen EinÂrichÂtunÂgen wie StadtÂbĂĽÂcheÂreiÂen. DieÂjeÂniÂgen, die sich selbst immer wieÂder gern als KulÂturÂhĂĽÂter und ‑UnterÂstĂĽtÂzer gerieÂren, sind meiÂner Ansicht nach längst priÂmär zu GeldÂhĂĽÂtern geworÂden. PerÂsoÂnen, die auf die BĂĽcheÂreiÂen angeÂwieÂsen sind, weil sie sich den BuchÂkauf nicht leisÂten könÂnen (in DeutschÂland ist inzwiÂschen jeder FĂĽnfÂte arm oder von Armut bedroht), schauÂen in die RöhÂre.
