In einer erschĂĽtÂternÂden AblehÂnung des WilÂlens von fĂĽnf MilÂlioÂnen Online-PetenÂten und ĂĽber 100.000 DemonsÂtranÂten an dieÂsem WochenÂenÂde hat das EuroÂpäiÂsche ParÂlaÂment den gesunÂden MenÂschenÂverÂstand und den Rat von WisÂsenÂschaftÂlern, TechÂnoÂloÂgen und UN-MenÂschenÂrechtsÂexperÂten aufÂgeÂgeÂben und das UrheÂberÂrecht in der digiÂtaÂlen BinÂnenÂmarktÂrichtÂliÂnie in seiÂner GesamtÂheit gebilÂligt.
Es gibt jetzt nur noch wenig, was verÂhinÂdern kann, dass dieÂse BestimÂmunÂgen zum Gesetz der LänÂder in ganz EuroÂpa werÂden. Es ist theoÂreÂtisch mögÂlich, dass der endÂgĂĽlÂtiÂge Text auf der Tagung des EuroÂpäiÂschen Rates Ende dieÂses Monats nicht die ZustimÂmung einer MehrÂheit der MitÂgliedÂstaaÂten finÂden wird, aber dazu mĂĽssÂte minÂdesÂtens ein SchlĂĽsÂselÂland seiÂne MeiÂnung ändern. Zu dieÂsem Zweck verÂdopÂpeln deutÂsche und polÂniÂsche AktiÂvisÂten bereits ihre BemĂĽÂhunÂgen, die wichÂtigsÂten StimÂmen ihrer RegieÂrung zu verÂschieÂben.
Wenn dieÂser VerÂsuch fehlÂschlägt, werÂden die ErgebÂnisÂse langÂfrisÂtig und chaoÂtisch sein. Im GegenÂsatz zu EU-VerÂordÂnunÂgen wie der DSGVO, die zu einem Gesetz werÂden, indem sie durch die zenÂtraÂlen EU-InstiÂtuÂtioÂnen verÂabÂschieÂdet werÂden, mĂĽsÂsen EU-RichtÂliÂniÂen umgeÂsetzt werÂden: sie mĂĽsÂsen zu natioÂnaÂlem Recht jedes MitÂgliedsÂlanÂdes werÂden. Die LänÂder haben bis 2021 Zeit, um die UrheÂberÂrechtsÂrichtÂliÂnie umzuÂsetÂzen, aber die EU hält ihre MitÂglieÂder selÂten an dieÂse Frist, so dass es noch länÂger dauÂern könnÂte.
LeiÂder ist es wahrÂscheinÂlich, dass die ersÂte UmsetÂzung der RichtÂliÂnie von den LänÂdern komÂmen wird, die ihre AnnahÂme am meisÂten unterÂstĂĽtzt haben. Die derÂzeiÂtiÂge GrupÂpe der franÂzöÂsiÂschen PoliÂtiÂker hat sich stets fĂĽr die schlimmsÂten TeiÂle der RichtÂliÂnie einÂgeÂsetzt, und die Macron-RegieÂrung könnÂte verÂsuÂchen, einen frĂĽÂhen Sieg fĂĽr die MediÂenÂunÂterÂnehÂmen des LanÂdes zu erzieÂlen.
LänÂder, deren PoliÂtik stärÂker gespalÂten war, werÂden zweiÂfelÂlos länÂger brauÂchen. In Polen wurÂden die PoliÂtiÂker von wĂĽtenÂden WähÂlern belaÂgert, die wollÂten, dass sie die RichtÂliÂnie ablehÂnen, wähÂrend sie gleichÂzeiÂtig mit schamÂloÂsen DroÂhunÂgen von natioÂnaÂlen und lokaÂlen ZeiÂtungsÂbeÂsitÂzern konÂfronÂtiert wurÂden, die warnÂten, dass sie jeden PoliÂtiÂker, der gegen ArtiÂkel 11 gestimmt hatÂte, »nicht verÂgesÂsen« wĂĽrÂden. Die VerÂabÂschieÂdung der RichtÂliÂnie wird dieÂse TrenÂnung zwiÂschen dem polÂniÂschen Volk und dem MediÂenÂunÂterÂnehÂmen aufÂrechtÂerhalÂten, wobei die PoliÂtiÂker darÂum kämpÂfen, eine innerÂstaatÂliÂche Lösung zu finÂden, die ihre AusÂsichÂten bei keiÂner der beiÂden GrupÂpen beeinÂträchÂtigt.
Die RheÂtoÂrik in DeutschÂland in den letzÂten Tagen war nicht viel besÂser. DeutÂsche PoliÂtiÂker behaupÂteÂten mit unbeÂwegÂten GesichÂtern, dass die TechÂnoÂloÂgieÂunÂterÂnehÂmen die DemonsÂtranÂten an dieÂsem WochenÂenÂde fĂĽr den Marsch auf die StraÂĂźe bezahlt hätÂten. UnterÂdesÂsen legÂte die ChristÂlich-DemoÂkraÂtiÂsche UniÂon, die ParÂtei von AngeÂla MerÂkel, deren eigeÂner Axel Voss als AnfĂĽhÂrer der RichtÂliÂnie agierÂte, einen poliÂtiÂschen VorÂschlag vor, der vorÂschlug, ArtiÂkel 13 nicht mit FilÂtern, sonÂdern mit einem pauÂschaÂlen LizenzÂsysÂtem umzuÂsetÂzen. JurisÂten haben bereits erklärt, dass dieÂse LizenÂzen nicht den strenÂgen AnforÂdeÂrunÂgen von ArtiÂkel 13 entÂspreÂchen werÂden – aber es wird fĂĽr die CDU schwieÂrig werÂden, von dieÂser VerÂpflichÂtung jetzt Abstand zu nehÂmen.
Das bedeuÂtet, dass es am euroÂpäiÂschen JusÂtizÂsysÂtem und dem lanÂgen, langÂsaÂmen Weg zu einer endÂgĂĽlÂtiÂgen EntÂscheiÂdung des ObersÂten Gerichts der EU, des EuroÂpäiÂschen GerichtsÂhofs (EuGH) lieÂgen wird, das Gesetz zu korÂriÂgieÂren.
Wir könÂnen davon ausÂgeÂhen, dass die MediÂen und RechÂteÂinhaÂbern sich fĂĽr mögÂlichst draÂkoÂniÂsche natioÂnaÂle GesetÂze einÂsetÂzen und dann umgeÂhend zu den GerichÂten marÂschieÂren, um GeldÂbuÂĂźen zu verÂhänÂgen, wenn jemand online ĂĽber die unscharÂfen GrenÂzen des GesetÂzes wanÂdert. Die RichtÂliÂnie ist so geschrieÂben, dass jeder EigenÂtĂĽÂmer von urheÂberÂrechtÂlich geschĂĽtzÂtem MateÂriÂal von einem InterÂnetÂdienst ErfĂĽlÂlung verÂlanÂgen kann, und wir haben bereits geseÂhen, dass die RechÂteÂinhaÂber keiÂnesÂwegs einig sind, was Big Tech tun soll. Was auch immer InterÂnetÂunÂterÂnehÂmen und ‑OrgaÂniÂsaÂtioÂnen tun, um 27 oder mehr natioÂnaÂle GesetÂze einÂzuÂhalÂten – von der vollÂstänÂdiÂgen EinÂstelÂlung von Links zu euroÂpäiÂschen NachÂrichÂtenÂseiÂten ĂĽber die ErhöÂhung ihrer ohneÂhin schon ĂĽberÂempÂfindÂliÂchen FilÂterÂsysÂteÂme bis hin zu GeschäfÂten mit wichÂtiÂgen MediÂenÂkonÂzerÂnen – wird von der einen oder andeÂren FrakÂtiÂon der RechÂteÂinhaÂber in FraÂge gestellt werÂden.
Aber es gibt auch MögÂlichÂkeiÂten fĂĽr die GerichÂte, die RichtÂliÂnie in den Griff zu bekomÂmen – oder sogar ihre schlimmsÂten ArtiÂkel ganz zu streiÂchen. Ein zenÂtraÂles ParaÂdoÂxon, das den Kern der RichtÂliÂnie ausÂmacht, muss sehr bald gelöst werÂden. ArtiÂkel 13 soll mit der älteÂren E‑ComÂmerÂce-RichtÂliÂnie verÂeinÂbar sein, die ausÂdrĂĽckÂlich jede VerÂpflichÂtung zur proÂakÂtiÂven ĂśberÂwaÂchung der DurchÂsetÂzung von geisÂtiÂgem EigenÂtum verÂbieÂtet (eine BestimÂmung, die vom EuGH 2011 bestäÂtigt und verÂstärkt wurÂde). Alle gesetzÂlich vorÂgeÂschrieÂbeÂnen FilÂter könnÂten angeÂfochÂten werÂden, um dieÂse InkonÂsisÂtenz zu beseiÂtiÂgen.
Aber wer wird die InterÂnetÂnutÂzer vor Gericht verÂtreÂten? Big Tech hat einiÂge BewegÂgrĂĽnÂde und MilÂlioÂnen, es zu tun, aber nach dieÂser schweÂren NieÂderÂlaÂge könÂnen dieÂse zunehÂmend defenÂsiÂven RieÂsen durchÂaus entÂscheiÂden, dass es besÂser sein wird, sich auĂźerÂgeÂrichtÂlich zu einiÂgen und ein Geschäft abzuÂschlieÂĂźen, das den etaÂblierÂten MediÂen in EuroÂpa ein DaneÂgeld zahlt – zu einem Preis, der potenÂziÂelÂle Tech-Upstarts bequem aus dieÂsem Markt ausÂschlieĂźt und die MarktÂdoÂmiÂnanz der GroÂĂźen zemenÂtiert.
Das bedeuÂtet, dass sich die euroÂpäiÂschen InterÂnetÂnutÂzer nicht auf die TechÂnoÂloÂgieÂunÂterÂnehÂmen verÂlasÂsen könÂnen, sich gegen das Gesetz zu wehÂren. Der Kampf muss fortÂgeÂsetzt werÂden, wie es in den letzÂten Wochen der Fall war, wobei sich MilÂlioÂnen von AllÂtagsÂnutÂzern online und auf der StraÂĂźe zusamÂmenÂschlieÂĂźen, um ihr Recht auf ZenÂsurÂfreiÂheit und freie KomÂmuÂniÂkaÂtiÂon ohne algoÂrithÂmiÂsche ZenÂsoÂren oder willÂkĂĽrÂliÂche LizenzÂforÂdeÂrunÂgen zum AusÂdruck zu brinÂgen.
Und auĂźerÂhalb EuroÂpas werÂden sich die FreunÂde des InterÂnets darÂauf einÂstelÂlen mĂĽsÂsen, gegen UrheÂberÂrechtsÂmaÂxiÂmisÂten vorÂzuÂgeÂhen, die verÂsuÂchen, dieÂse schreckÂliÂche RichtÂliÂnie in den Rest der Welt zu exporÂtieÂren. Wir mĂĽsÂsen und werÂden uns zusamÂmenÂschlieÂĂźen und zusamÂmenÂhalÂten, um dieÂse RichtÂliÂnie in EuroÂpa zu stopÂpen und ihre weiÂteÂre VerÂbreiÂtung zu verÂhinÂdern.
ĂśberÂsetzt mit www​.DeepL​.com/​T​r​a​n​s​l​a​tor mit Ă„ndeÂrunÂgen und HerÂvorÂheÂbunÂgen durch mich.
Dank eines Teils der PoliÂtiÂker im EU-ParÂlaÂment haben heuÂte die VerÂwerÂter (VerÂlaÂge, MusikÂlaÂbels, BörÂsenÂverÂein und wie sie alle heiÂĂźen) ein giganÂtiÂsches Geschenk bekomÂmen, das uns alle betrefÂfen wird, das das InterÂnet weltÂweit zenÂsieÂren wird und das dazu fĂĽhrt, dass UrheÂber (um die es ja vorÂgebÂlich ging) WENIGER vom VerÂtrieb ihrer WerÂken bekomÂmen werÂden. WeiÂterÂhin werÂden es unabÂhänÂgiÂge UrheÂber, die sich nicht irgendÂwelÂchen VerÂlaÂgen oder AgenÂtuÂren anschlieÂĂźen wolÂlen, es durch die ZenÂsurÂfilÂter in Zukunft erhebÂlich schweÂrer haben, ihren ConÂtent an die ZielÂgrupÂpe zu brinÂgen. Denn all das war nie dafĂĽr gedacht, den UrheÂbern mehr RechÂte und Geld zu verÂschafÂfen, sonÂdern ausÂschlieĂźÂlich den VerÂwerÂtern.
UrheÂber?
AllerÂdings haben auch hauÂfenÂweiÂse UrheÂber fĂĽr dieÂse sogeÂnannÂte Reform getromÂmelt. Man muss sich fraÂgen: Wie sind die geköÂdert worÂden? Auf der andeÂren SeiÂte haben insÂbeÂsonÂdeÂre bekannÂte und berĂĽhmÂte UrheÂber ein InterÂesÂse darÂan, dass die kleiÂnen unsichtÂbar werÂden, warÂum ist auch ganz einÂfach zu verÂsteÂhen: Dadurch verÂschwinÂdet KonÂkurÂrenz.
DesÂweÂgen kann man mal darÂĂĽber nachÂdenÂken, ob man mögÂliÂcherÂweiÂse von solÂchen KĂĽnstÂlern, VerÂlaÂgen, MusikÂlaÂbels und so weiÂter einÂfach nichts mehr kauÂfen möchÂte.
Eine LisÂte finÂdet man auf HelÂga TrĂĽÂpels SeiÂte »#manifesto4copyright«. Vor dem Kauf von WerÂken könnÂte man da mal einen Blick darÂauf werÂfen und dann ĂĽberÂleÂgen, ob man dieÂses Werk tatÂsächÂlich benöÂtigt, oder ob man vielÂleicht lieÂber etwas von einem unabÂhänÂgiÂgen KĂĽnstÂler kauÂfen möchÂte. ZusätzÂlich könnÂte man in Zukunft vor jedem Kauf eines MusikÂstĂĽcks, Buches oder sonsÂtiÂgen WerÂkes mal eine SuchÂmaÂschiÂne der eigeÂnen Wahl befraÂgen, wie der oder die KĂĽnstÂler zur EU-UrheÂberÂrechtsÂreÂform steÂhen. Wir leben ja (noch) in einem freiÂen Land und nieÂmand kann zu KäuÂfen gezwunÂgen werÂden. Man könnÂte also einÂfach mal mit den FĂĽĂźen abstimÂmen. Ich möchÂte natĂĽrÂlich keiÂnesÂwegs zu einem BoyÂkott aufÂruÂfen, aber es kann jeder mit sich selbst ausÂmaÂchen, wem man Geld hinÂterÂher wirft.
VerÂbänÂde und VerÂeiÂne?
Und dann sind da noch VerÂbänÂde und VerÂeiÂne, die eigentÂlich fĂĽr ihre MitÂglieÂder agieÂren sollÂten, aber in Sachen UrheÂberÂrechtsÂreÂform genau das GegenÂteil getan haben.
Eine LisÂte von VerÂeiÂnen, VerÂbänÂden und LobÂbyÂorÂgaÂniÂsaÂtioÂnen, die fĂĽr die UrheÂberÂrechtsÂreÂform getromÂmelt haben, finÂdet man als PDF bei enpa​.eu (und falls es da verÂschwinÂden sollÂte, habe ich eine Kopie).
Da könnÂte sich jedes MitÂglied ĂĽberÂleÂgen, ob man dieÂse VerÂeiÂne und VerÂbänÂde tatÂsächÂlich noch durch MitÂgliedÂschaft und damit Geld unterÂstĂĽtÂzen möchÂte. Auch das muss natĂĽrÂlich jeder mit sich selbst ausÂmaÂchen, und ich möchÂte hier keiÂnesÂfalls dazu aufÂruÂfen …
HeuÂte war ich wie vieÂle zehnÂtauÂsenÂde andeÂre in DeutschÂland (inzwiÂschen wird bei seriöÂsen QuelÂlen von »weit ĂĽber 100000 PerÂsoÂnen« gereÂdet – Update:ĂĽber 150000!) fĂĽr ein freiÂes InterÂnet auf der StraÂĂźe, das lobÂbyÂgeÂsteuÂerÂte EU-PoliÂtiÂker, allen vorÂan Axel Voss (CDU), zugunsÂten von VerÂwerÂtern und weiÂteÂren InterÂesÂsenÂgrupÂpen zerÂstöÂren wolÂlen.
VorÂgebÂlich ist dabei immer vom UrheÂberÂrecht die Rede und davon, dass KreaÂtiÂve angeÂmesÂsen entÂlohnt werÂden solÂlen. Das ist allerÂdings nur vorÂgeÂschoÂben, denn die ReaÂliÂtät sieht völÂlig anders aus, beiÂspielsÂweiÂse solÂlen die VerÂwerÂtungsÂgeÂsellÂschafÂten wie VG Wort in Zukunft wieÂder die HälfÂte der EinÂnahÂmen an die VerÂwerÂter (also beiÂspielsÂweiÂse VerÂlaÂge) ausÂschĂĽtÂten, statt wie es nach höchstÂrichÂterÂliÂcher EntÂscheiÂdung sein muss alles an die UrheÂber. DieÂses höchstÂrichÂterÂliÂche Urteil war den VerÂwerÂtern ein Dorn im Auge und es wurÂde beiÂspielsÂweiÂse durch den BörÂsenÂverÂein des deutÂschen BuchÂhanÂdels masÂsiÂve LobÂbyÂarÂbeit betrieÂben, damit im EU-Recht festÂgeÂschrieÂben werÂden soll, dass die HälfÂte des GelÂdes wieÂder an verÂwerÂter gehen muss.
WieÂso das urheÂberÂfreundÂlich sein soll, erschlieĂźt sich mir nicht. Ich halÂte es fĂĽr das genaue GegenÂteil.
Ăśber die UploadÂfilÂter wurÂde bereits genug gesagt und ich möchÂte darÂauf nicht umfängÂlich weiÂter einÂgeÂhen, nur kurz: Sie sind techÂnisch unmögÂlich umsetzÂbar und werÂden masÂsiv overÂbloÂcken. Unter andeÂrem eben auch WerÂke kleiÂner UrheÂber, die abseits der groÂĂźen VerÂwerÂter ihre WerÂke anbieÂten. Wenn die ihre WerÂke aber nicht mehr hochÂlaÂden könÂnen, weil ein ConÂtentÂfilÂter die falsch als durch dritÂte urheÂberÂrechtÂlich geschĂĽtzt erkennt, dann hilft das auch dieÂsen UrheÂbern nicht. Vom SchaÂden fĂĽr die freie MeiÂnungsÂäuÂĂźeÂrung haben wir da noch gar nicht gesproÂchen.
Es geht hier also gar nicht um UrheÂber (sonÂdern um VerÂwerÂter) und die sogeÂnannÂte »Reform«, die das UrheÂberÂrecht fĂĽrs 21. JahrÂhunÂdert fit machen soll, tut genau das GegenÂteil: Sie ist ein RĂĽckÂschritt und zemenÂtiert ĂĽberÂkomÂmeÂne, konÂserÂvaÂtiÂve GeschäftsÂmoÂdelÂle, statt dem RechÂnung zu traÂgen, dass wir alle UrheÂber sind. Die InterÂesÂsen der BĂĽrÂger und der KreaÂtiÂven werÂden zugunsÂten der VerÂwerÂter komÂplett ĂĽber Bord geworÂfen, wir interÂesÂsieÂren nicht, allein die InterÂesÂsen der VerÂwerÂter zähÂlen.
Und was macht die CDU: Die lässt jegÂliÂche demoÂkraÂtiÂsche werÂte hinÂter sich und behaupÂtet allen ErnsÂtes, wir DemonsÂtranÂten seiÂen alle von irgendÂwelÂchen US-FirÂmen bezahlt. 450 Euro pro PerÂson – in meiÂner Tasche ist jedenÂfalls nichts davon. Ich binÂde den Beweis als Bild ein, falls der Tweet – wie schon frĂĽÂheÂre aus RichÂtung dieÂser ParÂtei – plötzÂlich verÂschwinÂdet:
Ich wieÂderÂhoÂle mich: Mit dieÂser LĂĽge, die auf dem Niveau von Trump oder Orban ist, hat die CDU den Boden der DemoÂkraÂtie verÂlasÂsen. Sie will den ProÂtest, der fest in unseÂrer VerÂfasÂsung verÂanÂkert ist, durch dieÂse offeÂnen FalschÂausÂsaÂgen disÂkreÂdiÂtieÂren.
Das ist zudem ein erneuÂter Beweis, was dieÂse GeronÂten-ParÂtei von der Jugend hält. Geht sie zur SchulÂzeit fĂĽr das KliÂma und gegen die verÂfehlÂte KliÂmaÂpoÂliÂtik der letzÂten 25 JahÂre auf die StraÂĂźe wird darÂauf nicht inhaltÂlich einÂgeÂganÂgen, es geht nur um »man darf nicht schwänÂzen«. Gehen zig-zehnÂtauÂsenÂde am WochenÂenÂde auf die StraÂĂźe, dann fällt den PolitÂclowns nichts BesÂseÂres ein, als zu behaupÂten die wären alle »von ameÂriÂkaÂniÂschen KonÂzerÂnen« bezahlt.
Das hier geht nicht mehr weg. Die CDU hat es geschafft, eine ganÂze GeneÂraÂtiÂon gegen sich aufÂzuÂbrinÂgen und die SymÂpaÂthiÂsanÂten der JugendÂliÂchen werÂden immer mehr. Und ĂĽber die JugendÂliÂchen hinÂaus waren heuÂte auf der Demo in DĂĽsÂselÂdorf auch etliÂche PerÂsoÂnen zu sehen, die eher in meiÂnem Alter waren (Ich bin ein alter Sack. ErsÂter ComÂpuÂter 1979, WWW-Zugang seit MitÂte der 1990er, in der IT tätig). Und ich hofÂfe und gehe davon aus, dass es mehr werÂden.
SollÂte dieÂses groÂtesÂke Gesetz am DiensÂtag tatÂsächÂlich verÂabÂschieÂdet werÂden, dann war das heuÂte erst der Anfang, dann muss sich die GeronÂtoÂkraÂtie im #neuÂland warm anzieÂhen.
Und obwohl alle Demos heuÂte völÂlig friedÂlich vonÂstatÂten geganÂgen sind (es wurÂde in DĂĽsÂselÂdorf ohne ausÂdrĂĽckÂliÂche ErlaubÂnis noch nicht einÂmal eine frei zugängÂliÂche WieÂse betreÂten!): eine Jugend die derÂart oft und derÂart dreist verÂarscht wird, könnÂte sich radiÂkaÂliÂsieÂren und dageÂgen könnÂten die 68er wie ein … KinÂderÂgeÂburtsÂtag ausÂseÂhen.
Update: Die ReaÂliÂtät sieht ĂĽbriÂgens so aus:
Die WahrÂheit ĂĽber #DemoÂgeld: NieÂmand wird fĂĽr #Artikel13Demo bezahlt. Im GegenÂteil haben kleiÂne NGOs & PriÂvatÂperÂsoÂnen tief in die eigeÂne Tasche gegrifÂfen, um DemoÂwaÂgen, LautÂspreÂcher usw zu finanÂzieÂren. Hier könnt Ihr ihnen unter die Arme greiÂfen https://t.co/74MINExMyr#Artikel13
Als ProÂtest gegen die lobÂbyÂgeÂsteuÂerÂte, sogeÂnannÂte EU-UrheÂberÂrechtsÂreÂform und die ArtiÂkel 11, 12 und 13 wird Phan​ta​News​.de am DonÂnersÂtag, den 21.03.2019 ganzÂtäÂgig nicht erreichÂbar sein. Wer die SeiÂte dann aufÂruft wird einen InfoÂtext zu sehen bekomÂmen, sowie einen Link zu einer SeiÂte, die die DemonsÂtraÂtioÂnen gegen die Reform am 23.03.2019 in diverÂsen deutÂschen StädÂten lisÂtet.
ArtiÂkel 11: VerÂlinÂkung wird im Netz schwieÂrig bis unmögÂlich.
ArtiÂkel 12: UrheÂber werÂden noch weiÂter marÂgiÂnaÂliÂsiert, Geld das beiÂspielsÂweiÂse Autoren zusteht wird in RichÂtung VerÂlaÂge verÂschoÂben. Es geht hier nicht um UrheÂberÂrechÂte, sonÂdern um VerÂwerÂterÂinÂterÂesÂsen.
ArtiÂkel 13: ConÂtentÂfilÂter werÂden das InterÂnet wie wir es kenÂnen abschafÂfen und erhebÂliÂche EinÂschnitÂte fĂĽr Kunst, freiÂen AusÂdruck und MeiÂnungsÂäuÂĂźeÂrung brinÂgen. Die ĂśberÂmacht der InterÂnetÂgiÂganÂten wird zemenÂtiert, da kein andeÂrer AnbieÂter die ZenÂsurÂfilÂterÂinÂfraÂstrukÂtur impleÂmenÂtieÂren kann.
EinÂfach ausÂgeÂdrĂĽckt steÂhen unabÂhänÂgiÂgen KreaÂtiÂven drei GateÂkeeÂper im Weg: die PlattÂforÂmen, die VerÂwerÂtungsÂgeÂsellÂschafÂten und die FilÂterÂgeÂsellÂschafÂten.
MeiÂne BitÂte: geht am SamsÂtag fĂĽr ein freiÂes InterÂnet auf die StraÂĂźe und zeigt den korÂrupÂten PoliÂtiÂkern im EU-ParÂlaÂment, dass ihr euch das freie Netz nicht wegÂnehÂmen lasÂsen wollt!
ArtiÂkel 13 ist der immerwieÂder umstritÂteÂne VorÂschlag, prakÂtisch jede Online-ComÂmuÂniÂty, jeden Online-Dienst und jede Online-PlattÂform fĂĽr rechtsÂverÂletÂzenÂdes MateÂriÂal, das von ihren NutÂzern verÂöfÂfentÂlicht wurÂde, rechtÂlich haftÂbar zu machen, auch wenn es fĂĽr den Online-DienstÂleisÂter keiÂne denkÂbaÂre MögÂlichÂkeit gab, von einer UrheÂberÂrechtsÂverÂletÂzung zu erfahÂren.
Dies erforÂdert unvorÂstellÂbaÂre SumÂmen, um es ĂĽberÂhaupt zu verÂsuÂchen, und der VerÂsuch wird scheiÂtern. Das ErgebÂnis von ArtiÂkel 13 wird eine radiÂkaÂle VerÂrinÂgeÂrung der AlterÂnaÂtiÂven zu den US-Big-Tech-PlattÂforÂmen und den rieÂsiÂgen MediÂenÂkonÂzerÂnen sein. Das bedeuÂtet, dass MediÂenÂunÂterÂnehÂmen in der Lage sein werÂden, KreaÂtiÂve weniÂger fĂĽr ihre Arbeit zu bezahÂlen, denn die KreaÂtiÂven werÂden keiÂne AlterÂnaÂtiÂve zu den mulÂtiÂnaÂtioÂnaÂlen UnterÂhalÂtungsÂrieÂsen haben.
Die Schöpfer ordentlich vorgeführt
Die MediÂenÂunÂterÂnehÂmen brachÂten die UrheÂberÂgrupÂpen dazu, ArtiÂkel 13 zu unterÂstĂĽtÂzen, indem sie arguÂmenÂtierÂten, dass MediÂenÂunÂterÂnehÂmen und die von ihnen verÂtrieÂbeÂnen UrheÂber die gleiÂchen InterÂesÂsen hätÂten. Aber im EndÂspiel von ArtiÂkel 13 haben die MediÂenÂunÂterÂnehÂmen ihre SchöpÂferÂkolÂleÂgen ordentÂlich verÂarscht und forÂderÂten die StreiÂchung von KlauÂseln, die die RechÂte der KĂĽnstÂler auf eine angeÂmesÂseÂne EntÂschäÂdiÂgung durch die MediÂenÂunÂterÂnehÂmen schĂĽtzÂten, was zu völÂlig gerechtÂferÂtigÂten Zorn bei dieÂsen verÂraÂteÂnen KĂĽnstÂlerÂrechtsÂgrupÂpen fĂĽhrÂte.
Aber die ReaÂliÂtät ist, dass ArtiÂkel 13 immer schlecht fĂĽr die UrheÂber sein wĂĽrÂde. BesÂtenÂfalls konnÂte ArtiÂkel 13 nur hofÂfen, dass er ein paar Euro von der Bilanz von Big Tech in die Bilanz von Big ConÂtent verÂschieÂben wĂĽrÂde (und das wäre wahrÂscheinÂlich ohneÂhin eine vorÂĂĽberÂgeÂhenÂde SituaÂtiÂon). Weil ArtiÂkel 13 die MögÂlichÂkeiÂten fĂĽr SchöpÂfer verÂrinÂgern wĂĽrÂde, indem er unabÂhänÂgiÂge MediÂen- und TechÂnoÂloÂgieÂunÂterÂnehÂmen zerÂschlägt, wĂĽrÂden alle MitÂnahÂmeÂefÂfekÂte, die MediÂenÂunÂterÂnehÂmen machÂten, an ihre FĂĽhÂrungsÂkräfÂte und AktioÂnäÂre gehen, nicht an die KĂĽnstÂler, die keiÂne andeÂre Wahl hätÂten, als das zu schluÂcken und das zu nehÂmen, was ihnen angeÂboÂten wird.
Denn: Wann hat ein MediÂenÂunÂterÂnehÂmen zuletzt ein besonÂders proÂfiÂtaÂbles Jahr gefeiÂert, indem es seiÂne LizenzÂabÂgaÂben erhöht hat?
Es sollten schon immer Filter sein.
Die ersÂten VerÂsioÂnen von ArtiÂkel 13 forÂderÂten UnterÂnehÂmen auf, UrheÂberÂrechtsÂfilÂter nach dem VorÂbild des »ConÂtent ID«-Systems von YouÂTube zu bauÂen: YouÂTube lädt eine ausÂgeÂwählÂte GrupÂpe verÂtrauÂensÂwĂĽrÂdiÂger RechÂteÂinhaÂber ein, MusÂter von WerÂken hochÂzuÂlaÂden, die sie als ihr UrheÂberÂrecht gelÂtend machen, und bloÂckiert dann das Video eines BenutÂzers, das dieÂsen UrheÂberÂrechtsÂanÂsprĂĽÂchen zu entÂspreÂchen scheint (oder leiÂtet EinÂnahÂmen davon ab).
Es gibt vieÂle ProÂbleÂme mit dieÂsem SysÂtem. EinerÂseits beschweÂren sich groÂĂźe MediÂenÂunÂterÂnehÂmen darÂĂĽber, dass sie fĂĽr engaÂgierÂte VerÂletÂzer viel zu leicht zu umgeÂhen sind, und andeÂrerÂseits erkennt ConÂtent ID alle mögÂliÂchen Arten von legiÂtiÂmen AusÂdrucksÂforÂmen, einÂschlieĂźÂlich StilÂle, VogelÂgeÂsang und Musik, die der eigentÂliÂche KĂĽnstÂler zur VerÂbreiÂtung auf YouÂTube hochÂgeÂlaÂden hat. ManchÂmal liegt das darÂan, dass ein RechÂteÂinhaÂber fälschÂliÂcherÂweiÂse UrheÂberÂrechÂte beanÂsprucht hat, die ihm nicht gehöÂren; manchÂmal liegt es darÂan, dass ConÂtent ID ein »falÂse posiÂtiÂve« erzeugt hat (d.h. einen FehÂler macht); und manchÂmal liegt es darÂan, dass SoftÂware einÂfach nicht den UnterÂschied zwiÂschen einer verÂletÂzenÂden NutÂzung eines urheÂberÂrechtÂlich geschĂĽtzÂten WerÂkes und einer NutÂzung, die unter »faiÂres HanÂdeln« fällt erkenÂnen kann, wie beiÂspielsÂweiÂse KriÂtik, KomÂmenÂtar, ParÂodie, etc. NieÂmand hat einen AlgoÂrithÂmus zur ErkenÂnung von ParÂodien traiÂniert, und nieÂmand wird dies in naher Zukunft tun (es wäre schon toll, wenn wir MenÂschen dazu brinÂgen könnÂten, ParÂodien zuverÂläsÂsig zu erkenÂnen!).
CopyÂright-FilÂter sind eine schreckÂliÂche Idee. GoogÂle hat 100 MilÂlioÂnen DolÂlar (und mehr) ausÂgeÂgeÂben, um einen sehr begrenzÂten UrheÂberÂrechtsÂfilÂter zu erstelÂlen, der nur VideÂos betrachÂtet und nur BeiÂträÂge einer ausÂgeÂwählÂten GrupÂpe von vorÂab geprĂĽfÂten RechÂteÂinhaÂbern bloÂckiert. ArtiÂkel 13 umfasst alle mögÂliÂchen urheÂberÂrechtÂlich geschĂĽtzÂten WerÂke: Text, Audio, Video, Fotos, SoftÂware, ĂśberÂsetÂzunÂgen. Und einiÂge VerÂsioÂnen von ArtiÂkel 13 verÂlanÂgen von PlattÂforÂmen, dass sie rechtsÂverÂletÂzenÂde VerÂöfÂfentÂliÂchunÂgen jedes urheÂberÂrechtÂlich geschĂĽtzÂten WerÂkes bloÂckieÂren, selbst solÂche, von denen ihnen nieÂmand erzählt hat: IrgendÂwie wird Ihr ForÂumd fĂĽr HunÂdeÂfreunÂde seiÂne NutÂzer darÂan hinÂdern mĂĽsÂsen, 50 JahÂre alte ZeiÂtungsÂarÂtiÂkel, BeiÂträÂge von andeÂren MesÂsaÂge-Boards, Fotos, die von Social Media herÂunÂterÂgeÂlaÂden wurÂden, zu plaÂgiÂieÂren, etc. Sogar die milÂdeÂren »KomÂproÂmissÂverÂsioÂnen« von ArtiÂkel 13 sahen vor, dass Online-DiensÂte die VerÂöfÂfentÂliÂchung von allem, worÂĂĽber sie inforÂmiert worÂden waren, bloÂckieÂren mussÂten, mit schweÂren StraÂfen fĂĽr die NichtÂeinÂhalÂtung einer ForÂdeÂrung und keiÂnerÂlei StraÂfen fĂĽr falÂsche AnsprĂĽÂche seiÂtens der VerÂwerÂter.
Aber selbst wenn FilÂter DinÂge bloÂckieÂren, die keiÂne UrheÂberÂrechtsÂverÂletÂzung darÂstelÂlen, so ermögÂliÂchen sie doch dediÂzierÂten SchutzÂrechtsÂverÂletÂzern, ohne gröÂĂźeÂre ProÂbleÂme weiÂter zu machen. Das liegt darÂan, dass FilÂter relaÂtiv einÂfaÂche, staÂtiÂsche TechÂniÂken verÂwenÂden, um BenutÂzer-Uploads zu inspiÂzieÂren, und VerÂletÂzer könÂnen die BlindÂstelÂlen der FilÂter ausÂtesÂten und verÂschieÂdeÂne TechÂniÂken ausÂproÂbieÂren, bis sie auf MögÂlichÂkeiÂten trefÂfen, sie zu umgeÂhen. BeiÂspielsÂweiÂse könÂnen einiÂge BildÂfilÂter umganÂgen werÂden, indem man das Bild von links nach rechts dreht oder es anstelÂle von FarÂbe in Schwarz-WeiĂź wieÂderÂgibt. FilÂter sind »Black Boxes«, die von engaÂgierÂten SchutzÂrechtsÂverÂletÂzern wieÂderÂholt getesÂtet werÂden könÂnen, um zu sehen, was durchÂkommt.
FĂĽr ehrÂlich eNutÂzer – die DelÂfiÂne, die in den ThunÂfischÂnetÂzen des UrheÂberÂrechts gefanÂgen sind – gibt es keiÂnen UnterÂgrund mit HinÂweisÂgeÂbern, die NieÂderÂlaÂgeÂtechÂniÂken teiÂlen, um Ihre InhalÂte zu entÂstauÂen. Wenn Sie ein AIDS-ForÂscher sind, desÂsen VideÂos fälschÂliÂcherÂweiÂse von AIDS-LeugÂnern beanÂsprucht wurÂden, um sie zu zenÂsieÂren, oder GegeÂner von PoliÂzeiÂbruÂtaÂliÂtät, deren BodyÂcam-VideÂos von PoliÂzeiÂdienstÂstelÂlen bloÂckiert wurÂden, die verÂsuÂchen, der KriÂtik zu entÂgeÂhen, opeÂrieÂren Sie bereits an der GrenÂze Ihrer FähigÂkeiÂten und verÂfolÂgen nur Ihre eigeÂne Sache. Sie könÂnen verÂsuÂchen, zusätzÂlich zu Ihrer ForÂschung, AktiÂvisÂmus oder KomÂmuÂniÂkaÂtiÂon ein FilÂter-breÂchenÂder ExperÂte zu werÂden, aber es gibt nur 24 StunÂden am Tag, und die ĂśberÂschneiÂdung zwiÂschen MenÂschen die etwas zu sagen haben und MenÂschen, die herÂausÂfinÂden könÂnen, wie man ĂĽberÂeifÂriÂge (oder kaputÂte) UrheÂberÂrechtsÂfilÂtern umgeht, ist schlicht nicht sehr groĂź.
All dies brachÂte die FilÂter in einen so mieÂsen Ruf, dass deren ErwähÂnung aus ArtiÂkel 13 gestriÂchen wurÂde, aber trotz der VerÂschleieÂrung war klar, dass der Zweck von ArtiÂkel 13 darÂin bestand, FilÂter verÂpflichÂtend zu machen: Es gibt einÂfach keiÂne MögÂlichÂkeit, sich vorÂzuÂstelÂlen, dass jeder Tweet, jedes FaceÂbook-Update, jeder MesÂsaÂge-Board-KomÂmenÂtar, jedes Social Media Foto und andeÂre benutÂzerÂgeÂneÂrierÂte InhalÂte ohne ein autoÂmaÂtiÂsierÂtes SysÂtem auf die EinÂhalÂtung der UrheÂberÂrechÂte evaÂluÂiert werÂden könÂnen. Und wenn Sie Online-Foren fĂĽr die VerÂletÂzung durch ihre NutÂzer verÂantÂwortÂlich machen, mĂĽsÂsen sie einen Weg finÂden, um alles zu bewerÂten, was deren NutÂzer verÂöfÂfentÂliÂchen.
Nur weil KĂĽnstler Medienunternehmen unterstĂĽtzen, bedeutet das nicht, dass Medienunternehmen KĂĽnstler unterstĂĽtzen.
HunÂderÂte von MilÂlioÂnen Euro fĂĽr den Bau von FilÂtern ausÂzuÂgeÂben, die nicht UrheÂberÂrechtsÂverÂletÂzer zu stopÂpen, stattÂdesÂsen aber legiÂtiÂme MateÂriaÂliÂen unzuÂläsÂsig zenÂsieÂren (sei es aufÂgrund von BosÂheit, InkomÂpeÂtenz oder SchlamÂpeÂrei), wird kein Geld in die Taschen der KĂĽnstÂler brinÂgen.
Das heiĂźt nicht, dass dieÂse (zuminÂdest fĂĽr eine WeiÂle) nicht das GleichÂgeÂwicht zu den MediÂenÂunÂterÂnehÂmen beeinÂflusÂsen werÂden. Weil FilÂter immer minÂdesÂtens einiÂge Zeit ausÂfalÂlen werÂden, und weil ArtiÂkel 13 UnterÂnehÂmen nicht von der HafÂtung befreit, wenn dies geschieht, muss Big Tech zu einer Art ĂśberÂeinÂkunft mit den größÂten MediÂenÂunÂterÂnehÂmen komÂmen – »Du kommst aus dem GefängÂnis frei«-Karten, zusamÂmen mit direkÂten KomÂmuÂniÂkaÂtiÂonsÂkaÂnäÂlen, die MediÂenÂunÂterÂnehÂmen verÂwenÂden könÂnen, um ihr eigeÂnes MateÂriÂal zu entÂferÂnen, wenn es fälschÂliÂcherÂweiÂse durch einen FilÂter bloÂckiert wird. (Es ist erstaunÂlich, wie oft ein Teil eines groÂĂźen MediÂenÂkonÂzerns seiÂne eigeÂnen InhalÂte sperrt, die von einem andeÂren Teil desÂselÂben RieÂsenÂkonÂzerns hochÂgeÂlaÂden wurÂden.)
Aber es ist ziemÂlich naiv sich vorÂzuÂstelÂlen, dass der GeldÂtransÂfer von Big Tech zu Big ConÂtent KĂĽnstÂler bereiÂchern wird. Da es sich kleiÂneÂre euroÂpäiÂsche TechÂnoÂloÂgieÂunÂterÂnehÂmen nicht leisÂten könÂnen, ArtiÂkel 13 einÂzuÂhalÂten, werÂden KĂĽnstÂler keiÂne andeÂre Wahl haben, als sich bei den groÂĂźen MediÂenÂunÂterÂnehÂmen anzuÂmelÂden, auch wenn ihnen der angeÂboÂteÂne Deal nicht gefällt.
KleiÂneÂre UnterÂnehÂmen spieÂlen heuÂte eine wichÂtiÂge RolÂle im TechÂnoÂloÂgie-Ă–koÂsysÂtem der EU. Es gibt natioÂnaÂle AlterÂnaÂtiÂven ähnÂlich wie InstaÂgram, GoogÂle und FaceÂbook, die die US Big Tech in ihren HerÂkunftsÂlänÂdern ĂĽberÂtrefÂfen. DieÂse werÂden den KonÂtakt mit ArtiÂkel 13 nicht ĂĽberÂleÂben. Die winÂziÂgen AusÂnahÂmen von ArtiÂkel 13 fĂĽr kleiÂneÂre TechÂnoÂloÂgieÂunÂterÂnehÂmen waren ohneÂhin nur MakuÂlaÂtur, und die neuÂesÂte VerÂsiÂon von ArtiÂkel 13 macht dieÂse AusÂnahÂmen nutzÂlos.
KleiÂneÂre MediÂenÂunÂterÂnehÂmen – oft von unabÂhänÂgiÂgen KĂĽnstÂlern gefĂĽhrt, um ihre eigeÂnen KreaÂtioÂnen oder die einiÂger weniÂger FreunÂde zu verÂmarkÂten – werÂden ebenÂfalls keiÂnen Platz am Tisch mit Big Tech finÂden und dieÂse kleiÂnen AnbieÂter mĂĽsÂsen sich ausÂschlieĂźÂlich darÂauf konÂzenÂtrieÂren, die MediÂenÂrieÂsen davon abzuÂhalÂten, die BestimÂmunÂgen von ArtiÂkel 13 zu nutÂzen, um sie ganz aus dem Geschäft zu dränÂgen.
In der ZwiÂschenÂzeit werÂden »FilÂter fĂĽr alles« eine GoldÂgruÂbe fĂĽr BetrĂĽÂger und GauÂner sein, die KĂĽnstÂler ausÂnutÂzen. ArtiÂkel 13 wird dieÂse SysÂteÂme zwinÂgen, sich auf der SeiÂte der ĂśberÂbloÂckieÂrung potenÂziÂelÂler UrheÂberÂrechtsÂverÂletÂzunÂgen zu irren, und das ist ein GlĂĽcksÂfall fĂĽr ErpresÂser, die gefälschÂte UrheÂberÂrechtsÂanÂsprĂĽÂche nutÂzen könÂnen, um die Feeds von KĂĽnstÂlern abzuÂschalÂten und Geld zu verÂlanÂgen, um die AnsprĂĽÂche aufÂzuÂheÂben. TheoÂreÂtisch könÂnen auf dieÂse WeiÂse schiÂkaÂnierÂte KĂĽnstÂler verÂsuÂchen, die PlattÂforÂmen dazu zu brinÂgen, den Betrug zu erkenÂnen, aber ohne den Schutz eines groÂĂźen MediÂenÂunÂterÂnehÂmens mit seiÂnen RĂĽckÂkaÂnäÂlen in die groÂĂźen TechÂnoÂloÂgieÂunÂterÂnehÂmen mĂĽsÂsen sich dieÂse KĂĽnstÂler hinÂter MilÂlioÂnen andeÂrer MenÂschen anstelÂlen, die zu Unrecht gefilÂtert wurÂden, um ihren Fall zu verÂtreÂten.
Wenn du jetzt schon denkst, dass Big Tech schlecht ist…
KurzÂfrisÂtig kippt ArtiÂkel 13 das SpielÂfeld in RichÂtung MediÂenÂunÂterÂnehÂmen, aber dieÂser VorÂteil wird schnell dahin sein.
Ohne die NotÂwenÂdigÂkeit, aufÂstreÂbenÂde KonÂkurÂrenÂten in EuroÂpa zu kauÂfen oder zu verÂnichÂten, werÂden die ameÂriÂkaÂniÂschen TechÂnoÂloÂgieÂrieÂsen nur gröÂĂźer und schwieÂriÂger zu zähÂmen sein. Selbst die aggresÂsiÂve KarÂtellÂarÂbeit der EuroÂpäiÂschen KomÂmisÂsiÂon wird wenig zur FörÂdeÂrung des WettÂbeÂwerbs beiÂtraÂgen, wenn der WettÂbeÂwerb gegen Big Tech im RahÂmen der GeschäftsÂtäÂtigÂkeit HunÂderÂte von MilÂlioÂnen Euro fĂĽr die EinÂhalÂtung des UrheÂberÂrechts erforÂdert – KosÂten, die Big Tech wähÂrend des WachsÂtums nie zu traÂgen hatÂte, und die die TechÂnoÂloÂgieÂunÂterÂnehÂmen verÂnichÂtet hätÂten, bevor sie wachÂsen konnÂten.
Zehn JahÂre nach der VerÂabÂschieÂdung von ArtiÂkel 13 wird Big Tech gröÂĂźer denn je und noch entÂscheiÂdenÂder fĂĽr den Betrieb von MediÂenÂunÂterÂnehÂmen sein. Die Big Tech-UnterÂnehÂmen werÂden dieÂse Macht nicht als eine öffentÂliÂche TreuÂhandÂgeÂsellÂschaft behanÂdeln, die fĂĽr alle gerecht verÂwalÂtet wird: Sie werÂden sie als einen wirtÂschaftÂliÂchen VorÂteil behanÂdeln, der auf jede erdenkÂliÂche WeiÂse genutzt werÂden kann. Wenn der Tag kommt, an dem die FIFA, UniÂverÂsal oder Sky die TechrieÂsen GoogÂle, FaceÂbook oder Apple viel mehr benöÂtiÂgen als umgeÂkehrt, werÂden die TechÂnoÂloÂgieÂunÂterÂnehÂmen ausÂpresÂsen, ausÂpresÂsen und ausÂpresÂsen.
Dies wird natĂĽrÂlich dem ErgebÂnis der MediÂenÂunÂterÂnehÂmen schaÂden. Aber weiĂźt du, wem es noch schaÂden wird?
KĂĽnstÂlern.
Denn MediÂenÂrieÂsen, wie andeÂre UnterÂnehÂmen, die einen KäuÂferÂmarkt fĂĽr ihre RohÂstofÂfe – also Kunst und andeÂre kreaÂtiÂve ArbeiÂten – haben, teiÂlen ihre EinÂnahÂmen nicht mit ihren LieÂfeÂranÂten, aber sie erwarÂten von ihren LieÂfeÂranÂten unbeÂdingt, dass sie ihre VerÂlusÂte mitÂtraÂgen.
Wenn MediÂenÂunÂterÂnehÂmen verÂhunÂgern, nehÂmen sie KĂĽnstÂler mit. Wenn KĂĽnstÂler keiÂne andeÂre Wahl haben, werÂden sie von den MediÂenÂunÂterÂnehÂmen noch stärÂker ausÂgeÂpresst.
Was ist zu tun?
Weder MediÂenÂrieÂsen noch TechÂnoÂloÂgieÂrieÂsen haben die InterÂesÂsen von KĂĽnstÂlern im Blick.
BeiÂde Arten von UnterÂnehÂmen sind voll von MenÂschen, die sich um KĂĽnstÂler kĂĽmÂmern, aber instiÂtuÂtioÂnell hanÂdeln sie fĂĽr ihre AktioÂnäÂre, und jeder Cent, den sie einem KĂĽnstÂler geben, ist ein Cent, den sie nicht an dieÂse InvesÂtoÂren zurĂĽckÂgeÂben könÂnen.
Eine wichÂtiÂge KonÂtrolÂle dieÂser DynaÂmik ist der WettÂbeÂwerb. Den KarÂtellÂbeÂhörÂden steÂhen vieÂle InstruÂmenÂte zur VerÂfĂĽÂgung, die seit mehr als einer GeneÂraÂtiÂon weitÂgeÂhend ungeÂnutzt sind. UnterÂnehÂmen wurÂde erlaubt durch FusioÂnen oder durch die ĂśberÂnahÂme aufÂkomÂmenÂder WettÂbeÂwerÂber zu wachÂsen, so dass KĂĽnstÂler weniÂger MediÂenÂunÂterÂnehÂmen und weniÂger TechÂnoÂloÂgieÂunÂterÂnehÂmen als AnsprechÂpartÂner haben, was bedeuÂtet, dass dieÂse UnterÂnehÂmen KĂĽnstÂler noch enger in den WĂĽrÂgeÂgriff nehÂmen und ihnen noch weniÂger Geld fĂĽr ihre Arbeit geben könÂnen. KarÂtellÂämÂter könnÂten das verÂhinÂdern.
Ein weiÂteÂrer wichÂtiÂger MechaÂnisÂmus könnÂte eine echÂte UrheÂberÂrechtsÂreÂform sein, wie die NeuÂorÂgaÂniÂsaÂtiÂon des bestehenÂden RechtsÂrahÂmens fĂĽr das UrheÂberÂrecht oder die FörÂdeÂrung neuÂer SysÂteÂme zur AufÂteiÂlung der EinÂnahÂmen, wie freiÂwilÂliÂge RahÂmenÂliÂzenÂzen, die es KĂĽnstÂlern ermögÂliÂchen könnÂten, sich fĂĽr einen Pool von UrheÂberÂrechÂten gegen LizenzÂgeÂbĂĽhÂren zu entÂscheiÂden.
Ein solÂches SysÂtem muss darÂauf ausÂgeÂrichÂtet sein, hisÂtoÂriÂsche ForÂmen der KorÂrupÂtiÂon zu bekämpÂfen, wie z.B. VerÂwerÂtungsÂgeÂsellÂschafÂten, die LizenzÂzahÂlunÂgen ungeÂrechtÂferÂtigt verÂteiÂlen, oder MediÂenÂunÂterÂnehÂmen, die dieÂse beanÂspruÂchen. Das wäre die Art von zukunftsÂsiÂcheÂrer Reform, die die UrheÂberÂrechtsÂrichtÂliÂnie hätÂte beschreiÂten könÂnen, bevor sie von den InterÂesÂsenÂverÂtreÂtern in Beschlag genomÂmen wurÂde.
Ohne dieÂse RichtÂliÂniÂen werÂden wir am Ende die MediÂenÂunÂterÂnehÂmen bereiÂchern, aber nicht die KĂĽnstÂler, deren WerÂke sie verÂkauÂfen. Auf einem unfaiÂren MarktÂsegÂment einÂfach mehr UrheÂberÂrechÂte an VerÂwerÂter zu verÂgeÂben, ist wie einem gemobbÂten Kind zusätzÂliÂches EssensÂgeld zu geben: Die BulÂlies nehÂmen sich das zusätzÂliÂche Geld auch noch, und das Kind wird weiÂterÂhin hungÂrig sein.
KĂĽnstÂler sollÂten auf der SeiÂte des freiÂen AusÂtauschs steÂhen.
Es ist einÂfach, sich auf MediÂen und Kunst zu konÂzenÂtrieÂren, wenn man an ArtiÂkel 13 denkt, aber dort wird desÂsen priÂmäÂre WirÂkung nicht zu sehen sein.
Die PlattÂforÂmen, auf die sich ArtiÂkel 13 richÂtet, sind nicht in ersÂter Linie UnterÂhalÂtungsÂmeÂdiÂen: Sie werÂden fĂĽr alles genutzt, von der RomanÂtik bis zum FamiÂliÂenÂleÂben, von der BeschäfÂtiÂgung bis zur UnterÂhalÂtung, von GesundÂheit bis FreiÂzeit, von PoliÂtik und StaatsÂbĂĽrÂgerÂschaft und mehr.
UrheÂberÂrechtsÂfilÂter werÂden sich auf alle dieÂse AktiÂviÂtäÂten ausÂwirÂken, da sie alle mit den gleiÂchen ProÂbleÂmen wie FalÂse-PosiÂtiÂves, ZenÂsur, Betrug und mehr konÂfronÂtiert sein werÂden.
Die Kunst hat sich schon immer fĂĽr die freie MeiÂnungsÂäuÂĂźeÂrung fĂĽr alle einÂgeÂsetzt, nicht nur fĂĽr KĂĽnstÂler. Big Tech und Big Media ĂĽben bereits eine enorÂme KonÂtrolÂle ĂĽber unser öffentÂliÂches und gesellÂschaftÂliÂches Leben aus. DieÂse KonÂtrolÂle nochÂmals zu erhöÂhen ist schlecht fĂĽr uns alle, nicht nur fĂĽr dieÂjeÂniÂgen von uns die KĂĽnstÂler sind.
KĂĽnstÂler und PubliÂkum haben ein gemeinÂsaÂmes InterÂesÂse darÂan, das Leben von KĂĽnstÂlern zu förÂdern: MenÂschen kauÂfen keiÂne BĂĽcher, Musik oder FilÂme, weil sie MediÂenÂunÂterÂnehÂmen unterÂstĂĽtÂzen wolÂlen, sie tun es, um KreaÂtiÂve zu unterÂstĂĽtÂzen. Wie immer ist fĂĽr KĂĽnstÂler die richÂtiÂge SeiÂte, auf der sie sein könÂnen, die SeiÂte des PubliÂkums: die SeiÂte der freiÂen MeiÂnungsÂäuÂĂźeÂrung, ohne unterÂnehÂmeÂriÂsche TorÂwächÂter jegÂliÂcher Art.
ĂśberÂsetzt mit www​.DeepL​.com/​T​r​a​n​s​l​a​tor, Ă„ndeÂrunÂgen von mir (ja, ich weiĂź, dass einiÂge ForÂmuÂlieÂrunÂgen besÂser sein könnÂten, ich habe bereits diverÂse ĂĽble PatÂzer von DeepL entÂfernt, aber hier geht es meiÂner Ansicht nach mehr um die Sache als um perÂfekÂte Form)
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