Börsenblatt feiert eBookCards – warum?

Ich komme heute aus den Facepalms wieder mal gar nicht mehr raus. Auf der Online-Ver­sion des Börsen­blattes feiert der Börsen­vere­in heute ab, dass sage und schreibe 300 Buch­hand­lun­gen bun­desweit Epidus eBooksCards anbi­eten.

Um mit Louis de Funès zu sprechen: »Nein! Doch! Ahh!«

300 Buch­hand­lun­gen? Und das ist ern­sthaft eine Nachricht wert? Es gibt unge­fähr 8000 Buch­hand­lun­gen in Deutsch­land, damit sind die 300 teil­nehmenden ger­ade mal lächer­liche 3,75 Prozent. Das ist kein Grund zum feiern oder für eine News­meldung, son­dern vielmehr ein Grund sich zu schä­men, da hil­ft auch der Ver­weis auf Epidus inter­ak­tive Karte auf Google Maps-Basis nicht weit­er, die mir zeigt, dass es in mein­er Nähe keinen solchen Händler gibt.

Mein Artikel zu Epidus eBook­Cards ist vom Okto­ber 2011 und bis heute haben es ger­ade mal 300 Buch­hand­lun­gen geschafft, die in ihr Sor­ti­ment aufzunehmen? Das sind Zahlen die der­art lächer­lich sind, dass man sie bess­er ver­schweigen sollte, statt damit in einem Artikel anzugeben.

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Bild: Dis­play für eBooksCards, Presse­fo­to Copy­right Epidu

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

5 Kommentare for “Börsenblatt feiert eBookCards – warum?”

ReaderT2

sagt:

Wenn man sich unter http://www.ebookcards.de/ebooks/ mal das »aktuelle« Sor­ti­ment der Buch­cov­er-Geschenkkarten anschaut, wird schnell klar, nur die ganz unten aufge­führte Jok­er-eBook­Card ist wirk­lich inter­es­sant.
Eine eBook­Card-Aus­gabe habe ich inzwis­chen lieber als Papier­buch im mod­er­nen Anti­quar­i­at zu weniger als dem hal­ben Preis gekauft.

Das sich 300 Buch­hand­lun­gen trotz­dem für eBook­Card inter­essieren, finde ich so betra­chtet schon ein Erfolg, zumal ja auch nur ein Teil der genan­nten 8000 Buch­hand­lun­gen über das Bar­sor­ti­ment Umbre­it beliefert wer­den.

Bei ein­er der Buch­hand­lun­gen habe ich mal angerufen, weil ich mir das Konzept genauer erläutern lassen wollte. Konkret dort hat sich eBook­Card nicht bewährt, weil die Kund­schaft an den ange­bote­nen Titeln zu wenig inter­essiert war.

Ein­fach ver­gle­ich­bar mit der Jok­er-eBook­Card einen Down­load-Code über das Kassen­ter­mi­nal aus­druck­en ist beque­mer und wesentlich weniger aufwendig, nur dann braucht es die Jok­er-Karte auch nicht unbe­d­ingt.

Der Reiz der eBook­Card ist ja das Buch­Cov­er, doch da ist das aktuelle Ange­bot zu mager und inzwis­chen zu ver­al­tet. Eigentlich müßten jeden Monat min­destens die zwanzig wichtig­sten aktuellen Büch­er als Karte her­auskom­men, doch das ist ja lei­der nicht der Fall.

Wenn du dir aus dem im Link angegebe­nen Ange­bot eBooks aus­suchen müßtest, würdest du da etwas find­en?

Falls es die Möglichkeit gäbe sich zu jedem der 250.000 eBooks die derzeit bestell­bar sind eine eBook­Card liefern zu lassen, fände ich das Konzept um einiges ansprechen­der. Da würde ich sog­ar eine mehrtägige Wartezeit gerne in Kauf nehmen, weil mir die Geschenkkarte mit Buch­Cov­er ein­fach gut gefällt.

Stefan Holzhauer

sagt:

Auch das nicht umfan­gre­iche Sor­ti­ment der eBook­Cards ist ein selb­st­gemacht­es der Branche. Wür­den die Ver­lage mitziehen, gäbe es auch mehr unter­schiedliche und intereessan­tere Titel. Weil die aber alle ihr eigenes Süp­pchen kochen, eifer­süchtig über ihren Pfrün­den hock­en wie Smaug auf dem Zwer­gen­gold und den anderen nicht die But­ter auf dem Brot gön­nen, lassen sie sich auf ein cooles Konzept eines New­com­ers nicht ein.

Deswe­gen: mein Ver­ständ­nis hält sich in engen Gren­zen.

sagt:

Grund­sät­zlich han­delt es sich dabei um eine sehr gute Idee. Ger­ade für kleinere und/oder reine eBook-Ver­lage kön­nte es eine inter­es­sante Möglichkeit sein, mit dem eBook-Pro­gramm in den Han­del zu kom­men. Doch lei­der sind die Bedin­gun­gen abso­lut unver­schämt. Mich wun­dert, dass sie über­haupt Ver­lage gefun­den, die deren Ver­trags­be­din­gun­gen akzep­tiert haben.

Ich selb­st hat­te mich sein­erzeit schnell für diese Idee begeis­tern kön­nen und habe um nähere Infos zu den Bedin­gun­gen und Kon­di­tio­nen gebeten. Was kam, war ein Ver­trag, der Epidu sehr weit reichende Rechte sicherte, während wir als Ver­lag nur zu zahlen, aber nichts zu bes­tim­men gehabt hät­ten. Die Ver­trags­be­din­gun­gen deuteten darauf hin, als wäre Epidu über­haupt nicht daran inter­essiert, ganze Pro­gramme aufzunehmen, son­dern sich nur auf für sie inter­es­sante Best­seller zu konzen­tri­eren. Zwar hat­te ich dem Geschäfts­führer eine deut­liche Mail zu diesen, in meinen Augen reich­lich unver­schämten Ver­trags­be­din­gun­gen geschrieben, aber natür­lich nie eine Antwort erhal­ten.

Faz­it: Ganz so ein­fach ist es nicht! Es sind nicht die »bösen« Ver­lage, die auf ihrem »Zwer­gen­gold hock­en«, son­dern die Beteiber selb­st, die für dieses »über­schaubare« Tite­lange­bot ver­ant­wortlich sind. Ins­beson­dere für reine eBook-Ver­lage sind deren Ver­trags­be­din­gun­gen untrag­bar.

Aber vielle­icht find­et die grund­sät­zlich gute Idee noch Nachah­mer, die fair­er und kom­pe­ten­ter an die Umset­zung herange­hen. Das würde mich freuen!

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