Buchpreisbindung für Selfpublisher – revisited
Das stand in krasÂsem WiderÂspruch zu einer AusÂsaÂge des JusÂtiÂziars des BörÂsenÂverÂeins, die ich im JanuÂar dieÂsen JahÂres erhalÂten hatÂte. DesÂweÂgen fragÂte ich nochÂmal bei der RechtsÂabÂteiÂlung des BörÂsenÂverÂeins nach und erhielt vom JusÂtiÂziÂar Dr. ChrisÂtiÂan Sprang sehr kurzÂfrisÂtig eine AntÂwort. HierÂfĂĽr möchÂte ich mich bedanÂken. NachÂfolÂgend die StelÂlungÂnahÂme:
Sowohl der BörÂsenÂverÂein des DeutÂschen BuchÂhanÂdels als auch Prof. Dr. ChrisÂtiÂan Russ, unser PreisÂbinÂdungsÂtreuÂhänÂder von der KanzÂlei FuhrÂmann WalÂlenÂfels, erkläÂren dazu FolÂgenÂdes:
BisÂlang waren BĂĽcher aus SelbstÂverÂlaÂgen nicht preisÂgeÂbunÂden, weil Sie (sic!) im BuchÂhanÂdel keiÂne RolÂle spielÂten und daher nicht »buchÂhanÂdelsÂtyÂpisch« waren. Nun erleÂben wir geraÂde, dass bei E‑Books vieÂle »SelbstÂverÂleÂger« mit Ihren (sic!) BĂĽchern bei AmaÂzon, Apple und ähnÂliÂchen PlattÂforÂmen nicht unerÂhebÂliÂche VerÂkaufsÂzahÂlen geneÂrieÂren. Damit ändert sich wohl geraÂde auch die AntÂwort auf die FraÂge der BuchÂhanÂdelsÂtyÂpiÂziÂtät. Die PreisÂbinÂdungsÂtreuÂhänÂder streÂben daher vorÂausÂschauÂend eine RegeÂlung an, wonach SelbstÂverÂleÂger, die ihre E‑Books ĂĽber InterÂnet- GroĂźÂbuchÂhändÂler anbieÂten, die PreiÂse einÂheitÂlich festÂleÂgen mĂĽsÂsen. Anders PrintÂverÂleÂger, die in kleiÂner StĂĽckÂzahl ihre PriÂvatÂdruÂcke unter die LeuÂte brinÂgen.
Aha. :) Man darf davon ausÂgeÂhen, dass es in dieÂser Sache geraÂde einiÂge »KomÂmuÂniÂkaÂtiÂon hinÂter den KulisÂsen« gegeÂben haben dĂĽrfÂte, um es mal vorÂsichÂtig ausÂzuÂdrĂĽÂcken. Die ForÂmuÂlieÂrunÂgen »bisÂher« und Ȋndert sich wohl geraÂde« deuÂten allerÂdings darÂauf hin, dass damit die pauÂschaÂle AusÂsaÂge aus dem JanuÂar, dass SelbstÂverÂleÂger auf alle FälÂle der BuchÂpreisÂbinÂdung unterÂlieÂgen, in dieÂser AusÂschlieĂźÂlichÂkeit (nicht nur) zum damaÂliÂgen ZeitÂpunkt nicht ganz korÂrekt geweÂsen sein dĂĽrfÂte. Auch der HinÂweis, dass man »eine RegeÂlung fĂĽr SelfÂpuÂblisher anstrebt«, weist darÂauf hin, dass es seiÂtens der TreuÂhänÂder derÂzeit eben noch keiÂne konÂkreÂte RegeÂlung gibt.
HochÂinÂterÂesÂsant aus meiÂner Sicht zudem, dass jetzt auf einÂmal die FraÂge nach einer GelÂtung des BuchÂPrG fĂĽr SelfÂpuÂblisher an AbsatzÂzahÂlen festÂgeÂmacht wird, anstatt am BuchÂforÂmat. Was denn nun?
RechtsÂsiÂcherÂheit fĂĽr SelbstÂverÂleÂger stellt das alles nicht geraÂde her.
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Bild: »eBook-ParaÂgraph« von mir, CC BY-NC-SA
