Wie ein Branchenveteran berichtet, hat Microsoft die Unterzeichnung neuer Deals für Drittanbieter-Spiele im Abonnement-Dienst »Game Pass« vorerst ausgesetzt. Die Entscheidung soll viele betroffene Entwicklerstudios völlig unvorbereitet getroffen haben, da diese ihre Finanzierung fest auf eine Aufnahme in den Katalog ausgerichtet hatten.
Die plötzliche Kursänderung bei Microsoft sorgt in der Spieleindustrie für erhebliche Verunsicherung. Nachdem der Game Pass lange Zeit als verlässlicher Partner für die Vorfinanzierung von Entwicklungsbudgets und als Instrument zur Sichtbarkeitssteigerung galt, fallen nun für viele Studios wichtige Einnahmequellen weg oder werden zumindest ungewiss.
Eine offizielle Bestätigung seitens Microsoft steht noch aus. Ob es sich bei dieser Maßnahme um eine vorübergehende strategische Neuausrichtung oder eine dauerhafte Abkehr vom bisherigen Geschäftsmodell handelt, bleibt derzeit offen. Für viele unabhängige Entwickler, deren Kalkulationen auf der Einbindung in den GAME PASS basieren, ist die aktuelle Situation existenzbedrohend.
Es ist das klassische Lehrbuchbeispiel für den schleichenden Prozess der Enshittification: Erst lockt man die Produzenten mit attraktiven Versprechen und günstigen Konditionen in das eigene Ökosystem, um sie dann, sobald die Abhängigkeit groß genug ist, wie heiße Kartoffeln fallen zu lassen. Diese übermäßige Branchenmacht erlaubt es Konzernen, nach Belieben den Stecker zu ziehen und die Studios stehen am Ende mit leeren Händen da. Einmal mehr zeigt sich, dass man sich auf die Launen der US-Tech-Riesen nicht verlassen sollte. Offenbar braucht Microsoft jeden Cent für KI-Slop, allerdings munkelt man (nicht nur) in der Branche derzeit auch darüber, ob Microsoft vielleicht komplett aus dem Konsolenmarkt aussteigt, da man gegen die Konkurrenz ohnehin nicht anstinken kann.
Game Pass-Logo Copyright Microsoft


