Rick McCallum zur gestoppten STAR WARS Real-Fernsehserie

Die Nach­rich­ten geis­tern seit Jah­ren durch den vir­tu­el­len Blät­ter­wald und ja, man woll­te eine sol­che Serie im STAR WARS-Uni­ver­sum tat­säch­lich rea­li­sie­ren. Die Fans war­ten seit vie­len Jah­ren dar­auf und es sieht aus, als müss­ten sie noch ein paar Jah­re län­ger war­ten, denn auch der Pro­du­zent Rick McCal­lum sag­te, wie vor kur­zem bereits Geor­ge Lucas, dass das Pro­jekt vor­erst nicht wei­ter ver­folgt wer­de:

Dass die Serie jetzt vor­erst gestoppt wur­de, […] hat etwas damit zu tun, dass die Epi­so­den so ambi­tio­niert sind. Wir haben ca. 50 Stun­den Dreh­bü­cher in der drit­ten Über­ar­bei­tung, aber das Pro­blem besteht dar­in, dass dass wir eine Men­ge digi­ta­ler Ani­ma­tio­nen drin haben; was wir aber noch nicht haben, ist die Tech­no­lo­gie, um das zu einem Preis zu machen, der sich fürs Fern­se­hen ren­tiert. Wür­den wir das also jetzt machen, käme das einen finan­zi­el­len Selbst­mord gleich. Des­we­gen war­ten wir drei oder vier Jah­re.

Wei­ter­hin wies er aber auch dar­auf hin, dass es viel­leicht nie zu die­ser Serie kom­men wird, wenn man sich das der­zei­ti­ge Kli­ma in den USA in Sachen Fern­se­hen und Kabel­fern­se­hen anse­hen wür­de.

Net­work TV-und Kabel-TV sind gera­de dabei voll­stän­dig zu implo­die­ren und des­we­gen sind wir nicht in der Lage zu sagen, ob es in fünf Jah­ren noch ein­stün­di­ge Dra­ma-Seri­en geben wird, oder nur noch Rea­li­ty-TV, so wie es im Moment aus­sieht.

Letz­te­res klingt für mich ein wenig nach einer Aus­re­de, da ich mir nicht wirk­lich vor­stel­len kann, dass dra­ma­ti­sche Unter­hal­tungs­se­ri­en voll­stän­dig abge­schafft wer­den. Ganz sicher wird aber die Dis­tri­bu­ti­on nicht mehr wie bis­her gesche­hen, son­dern über das Inter­net – der Kun­de kann sich dann die Epi­so­den sofort nach dem Erschei­nen her­un­ter laden und ist nicht mehr dar­auf ange­wie­sen, sie zu einem bestimm­ten Zeit­punkt einer Aus­strah­lung zu sehen.

Die Fern­seh­in­dus­trie wird ihr Geschäfts­mo­dell umstel­len müs­sen, sowohl was die Ver­tei­lung, aber auch die Beprei­sung angeht, bei­spiels­wei­se auf Abo-Model­le. Und die Ame­ri­ka­ner müs­sen sich davon ver­ab­schie­den, Seri­en nur in den USA anzu­bie­ten und den Rest der Welt Jah­re war­ten zu las­sen. Das Umden­ken hat bei Kino­fil­men bereits statt­ge­fun­den, inzwi­schen erschei­nen Block­bus­ter zeit­gleich rund um die Welt, war­um soll­te das nicht bei TV-Seri­en eben­falls funk­tio­nie­ren? Wenn kei­ne lega­len Mög­lich­kei­ten geschaf­fen wer­den, fin­den sich immer ande­re Optio­nen…

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via Czech­po­si­ti­on, Bild: RickMc­Cal­lum 2005 auf der Pre­miè­re zu REVENGE OF THE SITH aus der Wiki­pe­dia

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online dar­über.

4 Kommentare for “Rick McCallum zur gestoppten STAR WARS Real-Fernsehserie”

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Helmut Müller

sagt:

Was sind denn »dra­ma­ti­sche Un­ter­hal­tungs­se­rien«? Ein Über­set­zungs­feh­ler?

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Stefan Holzhauer

sagt:

War­um?

Ich habe das mit Absicht so über­setzt, um die gemein­ten Seri­en (die dra­ma­ti­sche Züge auf­wei­sen) von Sit­coms und Rea­li­ty-TVs abzu­he­ben.

Was ist an dem Begriff falsch? Wie könn­te eine bes­se­re Über­set­zung von »dra­ma­tic one-hour epi­so­des« lau­ten?

Man könn­te auch »Span­nungs­se­ri­en« schrei­ben, aber ich bin der Ansicht, dass »dra­ma­ti­sche Unter­hal­tungs­se­ri­en« das gemein­te Gen­re ganz gut trifft.

Wiki­pe­dia:

Manch­mal wird der Begriff Dra­ma sehr weit gefasst und schließt sämt­li­che Thea­ter­stü­cke, Opern­tex­te, Bal­lett­sze­na­ri­en, Hör­spiel­ma­nu­skrip­te oder Dreh­bü­cher mit ein

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Bandit

sagt:

Span­nungs­se­rie wäre aber auch falsch. Dra­ma ist abso­lut rich­tig, weil jede Serie ohne phan­tas­ti­schen Hin­ter­grund oder künst­li­che Lacher in Ame­ri­ka als Dra­ma bezeich­net wird.

Aus­ser­dem ver­such ich mich mal schlau zu machen, wie das mit den Aus­strah­lungs­rech­ten ist. Denn ich glau­be nicht, das es an den Ame­ri­ka­nern liegt, das die Seri­en nicht welt­weit zeit­gleich aus­ge­strahlt wer­den kön­nen. WALKING DEAD lief fünf Tage nach Ame­ri­ka bei uns auf Fox, klar, brauch­ten Zeit für die Syn­chro­ni­sa­ti­on. Aber wer Syn­chro­ni­sa­tio­nen schaut, ver­passt eh das meis­te.

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Stefan Holzhauer

sagt:

Dan­ke für die Anmer­kung.

Übri­gens wer­den auch Seri­en mit phan­tas­ti­schen The­men bis­wei­len als »dra­ma­tic pre­sen­ta­ti­on« bezeich­net. Macht ja auch Sinn, war­um soll­te, dra­ma­ti­sche, span­nen­de Unter­hal­tung kei­ne SF, Mys­te­ry oder Fan­ta­sy sein? :o)

Genau: Syn­chro­ni­sa­ti­on ist mir eben­falls völ­lig egal!

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