»Das mit dem Copyright«

Cory Doctorow

Neu­er Bei­trag im Arti­kel­por­tal:

Cory Doc­to­row ist ein kana­di­scher Sci­ence-Fic­tion-Schrift­stel­ler und Akti­vist in Sachen neue Medi­en, Inter­net, Copy­right-Libe­ra­li­sie­rung und Pri­vat­sphä­re. Am letz­ten Wochen­en­de habe ich sein Buch LITTLE BROTHER in Rekord­zeit gele­sen, nach­dem es mir von »fel­low neti­zens« bereits mehr­fach nach­drück­lich ans Herz gelegt wur­de.

Das Beson­de­re an die­sem Buch: man kann es nicht nur über die ein­schlä­gi­gen Ver­triebs­ka­nä­le kau­fen, son­dern es auch ein­fach auf sei­ner Web­sei­te kos­ten­los in zahl­rei­chen For­ma­ten her­un­ter laden. Kos­ten­los. Ein­fach so. Legal. Unter einer Crea­ti­ve Com­mons-Lizenz. Trotz die­ser Tat­sa­che ver­kau­fen sich sei­ne Bücher wie geschnit­ten Brot.

Wie kann das sein? Ins­be­son­de­re ange­sichts des Dau­er­ge­jam­mers gewis­ser Ver­le­ger und Ver­la­ge, wie böse kos­ten­lo­se Ange­bo­te sind – sei­en sie nun semi­le­gal oder legal – und dass bei­de den Markt zer­stö­ren…

Im Vor­wort zu LITTLE BROTHER befin­det sich der fol­gen­de Text, den ich aus dem Eng­li­schen über­setzt habe, um ihn hier zu ver­öf­fent­li­chen, was ich auf­grund der CC-Lizenz pro­blem­los tun darf, wenn ich den Namen des Autoren nen­ne, auf sei­ne Web­sei­te hin­wei­se und kein Geld damit ver­die­ne.

Wei­ter­le­sen

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online dar­über.

2 Kommentare for “»Das mit dem Copyright«”

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Ich kopi­er mal aus dem Text oben, ich den­ke, das ist nach dem was wir gele­sen haben okay: »Für mich – für so ziem­lich jeden Schrift­stel­ler – ist nicht Pira­te­rie das Pro­blem, das Pro­blem ist unbe­kannt zu sein (dan­ke an Tim O’Reilly für die­sen groß­ar­ti­gen Apho­ris­mus).«
Als Fan von Cory und von Tim O’Reilly (des­sen Ver­lag ich übri­gens sehr schät­ze) muss ich sagen: ja, d’accord. Genau­so ist es. Etwas ande­res zu behaup­ten, wäre gelo­gen.

»Die gute Nach­richt (für den Schrift­stel­ler) ist, dass eBooks auf Com­pu­tern sehr viel wahr­schein­li­cher eine Wer­be­maß­nah­me für ein gedruck­tes Buch sind (denn das ist schließ­lich bil­lig, ein­fach zu bekom­men und ein­fach zu benut­zen) als ein Ersatz. Man kann wahr­schein­lich genau so viel von dem Buch auf einem Bild­schirm lesen, um zu rea­li­sie­ren, dass man es auf Papier lesen möch­te.«
Nein, sor­ry, da kann ich lei­der nicht ganz zustim­men. Natür­lich: Stan­dard-PCs mit Stan­dard-TFTs sind wirk­lich nicht geeig­net, um ein Buch zu lesen. … Mehr anzei­gen
Aber es gibt jetzt Kind­le & Co. All die­se tol­len eBoo­kre­ader. Seit­dem hat sich die Sach­la­ge etwas geän­dert.

Das Haupt­pro­blem für Autoren, die unbe­kannt sind: sie wer­den durch kos­ten­lo­se Bücher nicht bekann­ter, und ver­die­nen tun sie auch nichts.
Cory hat unter einem spe­zi­el­len Betrach­tungs­win­kel Recht: wenn einer wie Neil Gai­man (oder Ste­phen King, etc.) ein Buch »ver­schenkt«, dann hat das einen posi­ti­ven Effekt auf sei­ne Ver­käu­fe. Sowas nennt man schließ­lich PR.

Es gibt aber einen Aspekt, der hier gar nicht beleuch­tet wur­de: der »Wert«. Das ist zwar in der Regel abs­trakt und oft­mals bizarr (bei­spiels­wei­se: war­um soll ein Fer­ra­ri für 250.000 Euro so viel bes­ser sein als ein Audi für 60.000 Euro??), aber oft gibt der »Wert« dem Werk auch das Gewicht, das es benö­tigt, um aner­kannt zu wer­den. Und Aner­ken­nung bedeu­tet auch Respekt. Und Respekt ist für einen auf­stre­ben­den Schrift­stel­ler sehr wich­tig.

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Stefan Holzhauer

sagt:

Der Text wur­de 2007 ver­fasst, da gab es zwar bereits eBook-Reader, aber weder wel­che die tech­nisch brauch­bar waren, noch wel­che, die erschwing­lich waren. Heu­te sieht das ein wenig anders aus. Das ändert aber mei­ner Ansicht nach an Corys Grund­aus­sa­gen nichts. Der Teil über das Lesen am Bild­schirm ist nur ein Aspekt.
Bei mir hat sein Plan wie­der mal funk­tio­niert: Ich habe LITTLE BROTHER auf dem eBook-Reader gele­sen und ihn dann gleich als Papier­buch bestellt. Gleich zwei Mal: ein­mal für mich und ein­mal als Geburts­tags­ge­schenk für einen Freund.

Doc­to­rows Aus­sa­gen blei­ben auch ange­sichts der auf­kom­men­den eBook-Reader vali­de, zumin­dest in mei­nen Augen. Ins­be­son­de­re wenn man betrach­tet, dass er durch die kos­ten­lo­sen Bücher bekannt wur­de. Das wird nicht jedem gelin­gen, aber unbe­kann­te Autoren wer­den nicht dadurch bekann­ter, dass sie von eta­blier­ten Ver­la­gen abge­lehnt wer­den… :o) Denn dann wer­den ihre Wer­ke gar nicht ver­legt. Da ist die kos­ten­lo­se Ver­tei­lung von eBooks (Musik) mit der Opti­on frei­willg was zu zah­len nicht gera­de abwe­gig.

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