Cory Doctorow – LITTLE BROTHER

Cover Little BrotherEine neue Rezen­sion im Artikel­por­tal:

Ich lese ja gern und viel und gebe das offen zu. Es kann auch mal vorkom­men, dass ein Roman so gut/spannend/unbeschreiblich ist, dass ich ihn in kurz­er Zeit lese und darüber andere Dinge ver­nach­läs­sige. Den­noch habe ich in den let­zten Jahren fest­gestellt, dass mir das immer sel­tener passiert – auch Büch­er, die mich wirk­lich fes­seln, tun das lange nicht mehr in dem Umfang wie früher. Das ist auch kein Wun­der, je mehr das Gehirn schon aufgenom­men hat, je mehr man schon gele­sen hat, desto schwieriger wird es zum einen über­rascht zu wer­den und zum anderen ken­nt man halt der­maßen viele Werke und Ideen, dass wirk­liche Neuerun­gen aus­bleiben.

Cory Doc­torows LITTLE BROTHER hat mich von den ersten Buch­staben an völ­lig wegge­hauen und ich habe mich in ein­er Geschwindigkeit durch diesen Roman gefräst, der mich selb­st in der Nach­schau völ­lig über­rascht, denn ich hätte nicht mehr für möglich gehal­ten, dass mich ein Roman nochmal der­art faszinieren kann, dass ich ihn in einem Rutsch in Nul­lzeit durch­lese, dass es mir wirk­lich schw­er fällt, ihn mal wegzule­gen und dass ich dann jede Gele­gen­heit nutze, ihn sofort wieder in die Hand zu nehmen, um weit­er zu lesen.

Dabei wird in LITTLE BROTHER kein Genre neu erfun­den, wed­er die SF noch der Thriller oder das Jugend­buch. Den­noch ist der Roman außergewöhn­lich: außergewöhn­lich kurzweilig, außergewöhn­lich real­is­tisch und außergewöhn­lich echt, was Sit­u­a­tio­nen und Charak­tere ange­ht. Ein waschechter Sci­ence Fic­tion-Roman, der im Heute spielt und mit heuti­gen Tech­nolo­gien arbeit­et. Für wenig Tech­nikaffine dürfte der Roman unter­halt­same Fik­tion sein, wer sich ausken­nt weiß, dass alles was in diesem Buch beschrieben wird heute bere­its mach­bar ist – und gemacht wird. Wenn das beim unbe­darften Leser eine gewisse Para­noia aus­löst: gut so!

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

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