Qindie – Die Schatzkarte zu Selfpublishing-Perlen

Heute ging das Por­tal Qin­die on­line. Qin­die ist eine grif­fige Zu­sam­men­fas­sung aus zwei Wor­ten: „Qua­li­tät“ und „In­die“. Was will uns das sa­gen? Ziem­lich ein­fach: Self­pu­blis­hing wäre ei­gent­lich eine coole Sa­che, aber man kann und darf ein­fach nicht mehr ver­leug­nen, dass wir da­mit ein Pro­blem ha­ben: ich sage gerne „je­der An­alpha­bet und sein Hund kann ver­öf­fent­li­chen und tut es auch“. Und die­ses Pro­blem führt dazu, dass die ein­schlä­gi­gen In­de­pen­dent-Platt­for­men wie bei­spiels­weise Kindle Di­rect Pu­blis­hing oder Kobo Wri­ting Life in Hau­fen von sti­lis­ti­sch und or­tho­gra­fi­sch un­er­träg­li­chem Bull­s­hit ver­sin­ken, den sich ernst­haft kei­ner ge­ben kann. Das führte lei­der dazu, dass der Be­griff „Self­pu­blis­hing“ sich ob die­ser Aus­wüchse in letz­ter Zeit eher zu ei­nem Schimpf­wort wan­delte.

Lei­der, denn tat­säch­lich gibt es de­fi­ni­tiv auch viel Le­sens­wer­tes un­ter den In­die-Pu­bli­ka­tio­nen – und zwar so­wohl von Au­to­ren und Au­to­rin­nen, die be­reits bei nam­haf­ten Ver­la­gen ver­öf­fent­licht ha­ben, aber den­noch zu­sätz­lich auch als Self­pu­blis­her Werke pu­bli­zie­ren (die laut Ver­la­gen kei­ner le­sen möchte), als auch von New­co­mern, die noch kei­ner kennt, die es aber den­noch ver­ste­hen zu schrei­ben. Im In­ter­net ist das ähn­lich, auch dort gibt es hau­fen­weise Null­num­mern un­ter den Web­sei­ten – doch hier wei­sen uns Such­ma­schi­nen mit ih­ren Al­go­rith­men den Weg und tren­nen Spreu von Wei­zen und Dün­ger von Dung. Warum gibt es so et­was nicht für In­die-Pu­bli­ka­tio­nen? Weil es tech­ni­sch nicht geht. Den In­for­ma­ti­ons­ge­halt ei­ner Web­seite kann man – viel­leicht – durch In­halts­ana­lyse und Back­link-Sta­tis­tik er­fas­sen, bei Bel­le­tris­tik ist dies un­gleich schwie­ri­ger bis un­mög­lich.

Die Platt­form Qin­die will eine Bre­sche in das Di­ckicht des Self­pu­blis­hings schla­gen und möchte auf die Per­len hin­wei­sen. Möchte dem Le­ser die Mög­lich­keit ge­ben, un­ter all dem oft schwer ver­dau­li­chen Buch­sta­ben­wust die le­sens­wer­ten, nein, die un­be­dingt les­ba­ren Werke ab­seits der eta­blier­ten Ver­lage zu fin­den. Möchte die Zeit min­dern, die man da­bei auf­wen­det, sich mit der Ma­chete er­schöpft und frus­triert durch Ur­wäl­der vol­ler or­tho­gra­fi­scher und sti­lis­ti­scher Schling­pflan­zen zu ha­cken, wäh­rend man da­bei von Stink­tie­ren be­droht wird, die der An­sicht sind, nach La­ven­del zu duf­ten.

Wer die heute ge­star­tete Seite be­sucht, der sollte sich dar­über im Kla­ren sein, dass die­ses Pflänz­chen noch jung ist. Es muss wach­sen und ge­dei­hen. Den Dün­ger kön­nen auch die Le­ser lie­fern, denn Rück­mel­dun­gen was man an­ders oder bes­ser ma­chen kann oder ob man was über­se­hen hat, also kon­struk­tive Kri­tik, kann je­der brau­chen. „No­body is per­fect“, sagt ein al­tes klingo­ni­sches Sprich­wort, das ich im Ori­gi­nal lei­der nicht aus­spre­chen kann. :)

Also, liebe Le­ser, egal wel­chen Gen­res: be­sucht Qin­die. Fin­det coole Bü­cher ab­seits des Ver­lags-Main­streams. Elek­tri­sche und pa­pierne. Bringt euch mit Kom­men­ta­ren oder Emails ein. Und sagt es wei­ter! Alle wich­ti­gen In­for­ma­tio­nen fin­det man dort. Keine Ge­schmacks­po­li­zei. Aber An­re­gun­gen.

Dis­clai­mer: ich bin nicht ganz neu­tral in die­ser Sa­che, denn ihr wer­det auf Qin­die mei­nen Na­men fin­den. Den­noch: selbst wenn ich noch nie et­was da­von ge­hört hätte, würde ich das als Freund von Bü­chern und eBooks so­wie An­hän­ger der Self­pu­blis­hing-Idee ganz groß­ar­tig fin­den. Ehr­lich. Ent­schei­det selbst.

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Stefan Holzhauer

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit na­tür­li­cher Af­fi­ni­tät zu Pi­xeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zu­viel SF und Fan­tasy und schreibt seit 1999 on­line dar­über.


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