Russell T Davies: Hass gegen ihn begann mit Trans-Figur in DOCTOR WHO

Russel T Davies 2025

Zur Mel­dung neu­lich, dass die BBC das DOCTOR WHO-Weih­nachts­spe­cial gestri­chen hat und Rus­sell T Davies geht, passt ein Inter­view, das Davies kurz vor­her der Huff­Post UK gege­ben hat­te. Eigent­lich ging es dar­in um sein neu­es Chan­nel-4-Dra­ma TIP TOE, das sich mit Online-Radi­ka­li­sie­rung und Hass gegen LGBTQ+-Menschen beschäf­tigt. Im Rück­blick  und dem Zusam­men­hang mit DOCTOR WHO bekom­men sei­ne Aus­sa­gen eine neue Per­spek­ti­ve.

Davies sagt, der Hass im Netz gegen ihn habe in genau dem Moment ange­fan­gen, als er eine Trans-Figur in DOCTOR WHO ein­ge­führt hat. Gemeint ist Rose, gespielt von Yas­min Fin­ney aus HEARTSTOPPER, die 2023 in den 60-Jah­re-Spe­cials als Toch­ter von Don­na Noble ein­ge­führt wur­de. Seit­dem habe das nicht mehr auf­ge­hört »mit Wahn­sin­ni­gen und Idio­ten« (Zitat Davis), und das schwap­pe inzwi­schen aus dem Netz in die rea­le Welt.

TIP TOE selbst behan­delt genau die­se The­men, mit Alan Cum­ming und David Mor­ris­sey als zwei Nach­barn, die in einer immer stär­ker pola­ri­sier­ten Gesell­schaft anein­an­der­ge­ra­ten. Davies sagt, er habe das schrei­ben müs­sen, weil er sehe, wie sehr Freund°Innen aus der quee­ren Com­mu­ni­ty gera­de unter Druck ste­hen.

Gegen den »woke«-Vorwurf, der reflex­haft seit sei­ner Rück­kehr gegen die Serie geführt wird, hat­te Davies sich schon letz­tes Jahr in der BBC gewehrt: Was die einen Diver­si­tät nen­nen, sei für ihn schlicht eine offe­ne Tür, und er habe kei­ne Sekun­de Zeit für die­se alber­ne Debat­te. Im Huff­Post-Inter­view geht es jetzt aber nicht mehr um die Serie, son­dern dar­um, was die gan­ze Sache mit ihm per­sön­lich gemacht hat.

Einen direk­ten Zusam­men­hang zwi­schen dem Aus­stieg und dem geschil­der­ten Druck durch Rech­te und Trol­le stel­len weder Davies noch die BBC her. Aber dass die Troll­ar­meen den Aus­stieg als ihren Sieg fei­ern wer­den, ist abseh­bar. Und dass die Füh­rungs­eta­ge bei der BCC dem Ver­neh­men nach deut­lich kon­ser­va­ti­ver und offen­bar auch zumin­dest in tei­len LGBTIQ+-feindlich gewor­den ist, geis­tert eben­falls seit eini­ger Zeit durch die Com­mu­ni­ties, so dass ich per­sön­lich durch­aus Zusam­men­hän­ge sehen wür­de.

Bild Rus­sel T Davies von Gary Kirk, aus der Wiki­pe­dia, CC BY-SA