Spiel 2016 in Essen: Parkchaos und thematische Schrumpfung

Spiel 2016

In diesem Jahr will ich meine Berichter­stat­tung von der Spielemesse in Essen ändern. Statt eines lan­gen Berichts, der ohne­hin im Großen und Ganzen nur die Ein­drücke der Vor­jahre wieder­holt, werde ich auf Spiele einge­hen, die mir ob ihrer Ausstat­tung oder Idee beson­ders aufge­fall­en waren. Test­ge­spielt habe ich keins davon, zum einen fehlte die Zeit, zum anderen war es so voll, dass die Wartezeit­en ein­fach zu lang gewe­sen wären. Deswe­gen beschränke ich mich auf die offiziellen Beschrei­bun­gen.

Besucher Spiel 2016

Was ich allerd­ings drin­gend ansprechen möchte, ist die Park­platzsi­t­u­a­tion. Es ist ja schön, wenn man ein neues Parkkonzept ein­führen möchte. Man sollte allerd­ings vielle­icht mal zehn Minuten darüber nach­denken, welche Kon­se­quen­zen die Umstel­lung angesichts der Verkehrs­führung vor Ort hat. Früher wurde man von den Ord­nern in den Parkhäusern durchgewunken und musste bei der Aus­fahrt zahlen. Jet­zt wur­den Schranken instal­liert, an denen sich jed­er Fahrer sein Tick­et selb­st ziehen musste, was die Ein­fahrt deut­lich verzögert. Deswe­gen, und wegen der Verkehrs­führung auf­grund divers­er Bauar­beit­en, bilde­ten sich lange Schlangen. Ich hat­te zwar einen Pressep­a­rkausweis bekom­men, allerd­ings wurde das aus­gewiesene Parkhaus als »belegt« aus­gewiesen. Hät­ten wir das nicht ignori­ert, hät­ten wir wohl zig Kilo­me­ter weit weg parken müssen. Tat­säch­lich wurde man mit diesem Ausweis trotz der »belegt«-Information ins Parkhaus sechs gelassen. Das hätte bess­er vorher kom­mu­niziert wer­den sollen, denn noch im let­zten Jahr wurde ich trotz Pressep­a­rkausweis abgewiesen. Auch andere Besuch­er berichteten von diversen Prob­le­men mit Anreise und Parken. Man würde sich hier von den Ver­anstal­tern deut­lich bess­er Infor­ma­tio­nen im Vor­feld wün­schen, und vor allem Vorschläge und Konzepte, wie diese Prob­leme umgan­gen wer­den kön­nen. Ich hoffe sehr, dass die neuen »Konzepte« in Zukun­ft nochmal auf Real­ität­stauglichkeit geprüft und verbessert wer­den.

Spiel 16 Tabletop

Was über­haupt nicht geht: Auf der Face­book-Seite der Spiel hat­te ich wenige Tage vorher eine sach­liche Anfrage zur Park- und Verkehrssi­t­u­a­tion gestellt, da mir bere­its zuge­tra­gen wor­den war, dass es auf­grund ver­schieden­er Umstände zu Prob­le­men kom­men kön­nte. Kom­mentare wer­den dort vom Merz-Ver­lag mod­eriert, müssen also erst freigeschal­tet wer­den. Meine Frage wurde allerd­ings wed­er freigeschal­tet, noch beant­wortet. Für mich sieht das so aus, als wolle man möglicher­weise unlieb­same Anfra­gen lieber unter­drück­en. So geht Social Media nicht, denn unter anderem zur Infor­ma­tion der Besuch­er ist eine Face­book­seite da, nicht nur für selb­st­gemachte Wer­bung, die einem als Ver­anstal­ter genehm ist.

YpsAuf der Ver­anstal­tung ist festzustellen, dass die Sub­ver­anstal­tung Com­ic Action qua­si nicht mehr der Rede wert ist, auch der Bere­ich LARP find­et nahezu nicht mehr statt. Wer aus diesen Grün­den die Messe besuchen möchte, kann sich die Reise im Prinzip sparen. Ersteres ver­lagert sich ver­mut­lich in Rich­tung der diversen Com­ic Cons in Deutsch­land, let­zteres auf die RPC – dort sind auch die Kon­di­tio­nen deut­lich angemessen­er als auf der Spiel.

Für Fre­unde von Brett- und Gesellschaftsspie­len ist die Spiel natür­lich weit­er­hin DAS Mek­ka. In diesem Jahr mit über 1000 Ausstellern und ange­blich 1200 Spie­leneuheit­en (in der Neuheit­en­abteilung für die Presse lagen allerd­ings deut­lich weniger, mich würde inter­essieren, wie die Zahl zus­tande kommt …). Ange­blich waren mit 174000 Besuch­ern über 10000 mehr vor Ort, als im let­zten Jahr. Für die Ver­anstal­ter mögen diese Zahlen erfreulich sein, den­noch soll­ten sie drin­gend nochmal darüber nach­denken, was es für die Park­si­t­u­a­tion bedeutet, wenn im näch­sten Jahr nochmal mehr kom­men soll­ten …

Kurze Spielevorstel­lun­gen fol­gen – wie gesagt – in weit­eren Artikeln.

Logo Spiel Copy­right Fried­helm Merz Ver­lag

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

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