epubli und das Urheberrecht: Keinerlei Reaktion

Screenshot Google Books

Vor ein paar Tagen hat­te ich darüber berichtet, wie epub­li über mehrere Jahre ein eBook der Autorin Anja Bagus  ver­trieben hat, obwohl der Ver­trag rechts­gültig gekündigt wor­den war, und die eige­nen AGB ein­deutig aus­sagten, dass Büch­er daraufhin inner­halb von fünf Tagen von Part­ner­plat­tfor­men ent­fer­nt wer­den müssen. Ich hat­te daraufhin eine Anfrage per Email bei epub­li gestellt. Die ist auch angekom­men, wie mir eine Autore­spon­der-Mail ein­deutig zeigte. Aber wie bere­its erwartet, erhielt ich auf meine Anfrage kein­er­lei Antwort, der Anbi­eter hüllt sich in Schweigen.

autoresponder

Übri­gens erhielt auch die Autorin auf ihre Fra­gen bezüglich eventuell abge­set­zter Exem­plare und ander­er The­men kein­er­lei Antwort. Und das ist schon eine Unver­schämtheit beson­deren Geschmacks. Erneut muss man sich fra­gen, ob man bei der Holtzbrinck-Tochter der Ansicht ist, dass das Urhe­ber­recht nur für andere gilt.

Jet­zt wird ver­mut­lich auch keine Antwort mehr kom­men, denn selb­stver­ständlich wurde auf­grund der kom­plett aus­bleiben­den Reak­tion ein Anwalt eingeschal­tet, deswe­gen wird epub­li Infor­ma­tio­nen mit Hin­weis auf ein laufend­es Ver­fahren ablehnen.

Auf Face­book entschuldigte man sich, allerd­ings erst eine Woche nach der Anfrage per Mail:

Liebe Anja, wir haben Deine Nachricht und auch die Beiträge hier gese­hen. Wir ver­ste­hen Deinen Ärg­er und Deine Irri­ta­tion. Unser Autoren-Team prüft, was passiert ist und set­zt sich mit Dir in Verbindung. So lange kön­nen wir nur sagen: Es tut uns sehr Leid und wir bit­ten um Entschuldigung!

Das ist natür­lich nichts anderes als lächer­lich. Ob ein ertappter Buch­pi­rat bei Holtzbrinck auf Nach­sicht hof­fen darf, wenn er sich lap­i­dar entschuldigt? Ver­mut­lich eher nicht.

Bei Google books ist der Roman übri­gens nach wie vor unter der Fir­mierung »epub­li GmbH« zu find­en. Siehe Bild­schirm­fo­to.

 

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

3 Kommentare for “epubli und das Urheberrecht: Keinerlei Reaktion”

Tobias

sagt:

Span­nend ist auch die Falschschrei­bung »es tut uns sehr Leid«. man sagt ja auch nicht »sehr Auto« oder »sehr Haus«. Und das bei einem Buchver­lag…

sagt:

Tja. Bis 1996 schrieb man »es tut mir leid«. Dann bis 2004 auf ein­mal »es tut mir Leid«. Von 2004 bis 2006 war freigestellt, wie man es schrieb. Erst ab 2006, der jet­zt gel­tenden Regelung, schreibt man es wieder grund­sät­zlich klein.

Darauf herumzure­it­en halte ich für ver­fehlt, das ist eine Kri­tik die eher in Rich­tung der »Rechtschreib-Reformer« und deren Zick­za­ck-Kurs gehen sollte. Lenkt auch vom eigentlichen The­ma ab.

Übri­gens ist die Rechtschrei­bung nicht verpflich­t­end (nur für den schulis­chen Bere­ich). Wer eine ältere Fas­sung nutzen möchte, kann das tun. Manche Ver­lage und Zeitun­gen haben sich ja auf eine »gemäßigte neue Rechtschrei­bung« ver­legt. Es kochen also eh viele ihr eigenes Süp­pchen.

sagt:

Aus gegeben­em Anlass: Belei­di­gun­gen, Gepö­bel und Getrolle wird nicht freigeschal­tet. Umson­st getippt, Schlauberg­er.

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