STAR WARS: THE OLD REPUBLIC – ein paar Betrachtungen

Inzwi­schen spie­le ich ja seit dem Head­start Bio­Wa­res MMO THE OLD REPUBLIC im STAR WARS-Uni­ver­sum. Tat­säch­lich macht das Spiel eini­gen Spaß, trotz der offen­sicht­li­chen Aus­rich­tung an aus ande­ren MMOs Bekann­tem und trotz der diver­sen Start­schwie­rig­kei­ten. Wie von mir bereits ver­mu­tet, waren die Ser­ver künst­lich in ihrer Spie­ler-Ober­gren­ze beschränkt wor­den, wodurch es zu den monier­ten Pro­ble­men mit Log­in-War­te­schlan­gen kam. Das ist inzwi­schen kaum noch ein The­ma.

Mis­sio­nen und deren Dar­bie­tung wis­sen zu gefal­len, wit­zig vor allem auch das Durch­spie­len in Grup­pen, wobei die Dia­lo­ge durch die Spie­ler aus­ge­sucht wer­den und das Spiel dann wür­felt, wel­che Ant­wort gege­ben wird. Auch hier gibt es natür­lich die von anders­wo bekann­ten Ques­ten im Stil von »samm­le zehn hier­von« und »töte fünf davon«,  das wird aber auf der­art unter­halt­sa­me Art und Wei­se dar­ge­bo­ten, dass einem oft gar nicht auf­fällt, dass das so ist. Zudem sind die Kill-Ques­ten oft nur Bonus-Mis­sio­nen, die man auch ein­fach außen vor las­sen kann. Durch die Tat­sa­che, dass man jede Mis­si­on durch NPCs erzählt bekommt, ist man »in der Geschich­te drin« und moti­viert, her­aus­zu­fin­den, wie’s wei­ter geht.

Inter­es­sant die Hand­ha­bung der »roten Gegen­stän­de«, die man durch das Ein­bau­en von Kom­po­nen­ten auf­rüs­ten und damit im Prin­zip über die Lauf­bahn sei­nes Cha­rak­ters behal­ten kann.

Es gibt aber auch diver­se pro­ble­ma­ti­sche Aspek­te. Das PvP ist im Prin­zip eine Lach­num­mer und wur­de recht zügig zum rei­nen Noob-Bashing, hier ist drin­gen­de Nach­ar­beit und Balan­cing nötig, und das schnell. Auf­grund der Art und Wei­se, wie die Mis­sio­nen ange­legt sind, ist es nicht ganz ein­fach, mit Freun­den zusam­men zu spie­len, die sich nicht halb­wegs auf dem­sel­ben Level befin­den, wie der eige­ne Cha­rak­ter, eben­so ist es pro­ble­ma­tisch mit Per­so­nen zusam­men zu spie­len, die sich nicht halb­wegs auf dem­sel­ben Stand in der Mis­si­onrei­hen­fol­ge befin­den.

Als wenig dau­er­mo­ti­vie­rend wird sich in die­sem Zusam­men­hang auch her­aus­stel­len, dass es kei­ne par­al­le­len Gebie­te gibt. Dazu im Ver­gleich WORLD OF WARCRAFT: man hat auf Sei­ten der Alli­anz umfang­rei­che Gebie­te der Men­schen, der Zwer­ge und der Nacht­el­fen (und spä­ter noch der Dra­en­ei). Damit konn­te man immer noch etwas Neu­es ent­de­cken, wenn man ein Volks­ge­biet durch­ge­spielt hat­te und einen neu­en Cha­rak­ter aus einem ande­ren Volk star­te­te. Bei SWTOR gibt es nur die Start­ge­bie­te Tython und Ord Man­tell, hat man die durch sind nur noch die Klas­sen­ques­ten anders, die rest­li­chen Mis­sio­nen aber für alle gleich. Das ist zu wenig Abwechs­lung, um Spie­ler zu moti­vie­ren, noch­mal einen Cha­rak­ter hoch­zu­zie­hen – man kennt ja alles schon. Betrach­tet man, dass es die ers­ten beklopp­ten Heiß­dü­sen bereits inner­halb des Head­starts auf den maxi­ma­len Level geschafft haben, könn­te den Betrei­bern hier ein Pro­blem mit man­geln­dem Con­tent erwach­sen.

Was über­haupt nicht geht: der Sup­port. Da wer­den bei­spiels­wei­se Text­bau­stein-Ant­wor­ten gege­ben, die nicht mal ansatz­wei­se zum Pro­blem pas­sen. Ich habe auf eine Anfra­ge zu einem Gra­fik­feh­ler eine Ant­wort bekom­men, die sich mit Log­in-Queu­es befass­te – den Aus­sa­gen im offi­zi­el­len Forum nach zu urtei­len, geschieht so etwas nicht sel­ten. Ent­we­der die Sup­port­mit­ar­bei­ter sind hoff­nungs­los über­for­dert, oder das Ver­fah­ren ist auto­ma­ti­siert – letz­te­res kann ich aller­dings nicht glau­ben, denn Ant­wor­ten las­sen meh­re­re Tage auf sich war­ten.
Eben­falls unver­ständ­lich ist die Tat­sa­che, dass War­tungs­ar­bei­ten mit Ser­ver­ab­schal­tun­gen für alle Regio­nen gleich­zei­tig durch­ge­führt wer­den, und zwar mit­ten in der Nacht in den USA, das bedeu­tet unge­fähr zwi­schen 9:00 und 17:00 Uhr in Euro­pa. Man fragt sich, war­um es ein neu­es Sup­port-Zen­trum in Euro­pa gibt und man fragt sich wei­ter­hin, war­um die US-Ame­ri­ka­ner in die­ser Form bevor­teilt wer­den. Es soll­te pro­blem­los mög­lich sein, in Euro­pa (oder anders­wo auf der Welt) ande­re, der Regi­on ange­mes­se­ne, War­tungs­zei­ten zu eta­blie­ren. Ob zu die­sen Zei­ten vie­le Per­so­nen spie­len oder nicht ist in dem Zusam­men­hang völ­lig irrele­vant, es han­delt sich nach mei­ner Mei­nung um eine unan­ge­mes­se­ne und arro­gan­te Benach­tei­li­gung der euro­päi­schen Spie­ler durch US-basier­te Fir­men. Ange­kün­digt sind wöchent­li­che War­tungs­in­ter­val­le, man kann also davon aus­ge­hen, dass das Spiel ein­mal in der Woche (Diens­tags) für Stun­den tags­über nicht zu nut­zen ist.

Damit möch­te ich mei­ne Anmer­kun­gen nach knapp drei Wochen Spiel beschlie­ßen. Dem­nächst mehr.

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online dar­über.

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