Feder & Schwert goes Crowdfunding

Noch ein wei­te­rer Ver­lag geht über das und mit dem Netz neue Wege. Crowd­fun­ding ist – kurz gesagt – die Finan­zie­rung eines Pro­jek­tes über Zah­lun­gen, die vor­ab von am Pro­dukt inter­es­sier­ten Per­so­nen meist über das Inter­net geleis­tet wer­den.

Unter Zusam­men­ar­beit mit dem Por­tal Start­Next wird Feder & Schwert ab dem­nächst Bücher anbie­ten, die via Crowd­fun­ding rea­li­siert wer­den, das bedeu­tet im Umkehr­schluss, dass man dirch die­se Art der Vor­fi­nan­zie­rung sicher sein kann, dass die Wer­ke auch von Leser tat­säch­lich gewollt wer­den. Der Ver­lag geht damit nicht nur sehr fle­xi­bel auf Kun­den­wün­sche ein, son­dern nutzt auch sehr inno­va­tiv die Mög­lich­kei­ten des Webs.

Oli­ver Grau­te, Mar­ke­ting­lei­ter und Pro­duk­ti­ons­chef bei Feder & Schwert sagt dazu:

»Wir sind klein genug, um schnell auf die Wün­sche des Mark­tes ein­zu­ge­hen und haben die Grö­ße ein­zu­ge­ste­hen, dass es ent­we­der mit den Lesern funk­tio­niert oder über­haupt nicht …«

und fügt hin­zu:

»Wir sind kein Zuschuss­ver­lag, der sei­ne Autoren über den Tisch zieht und Bücher pro­du­ziert, die kei­ner haben will außer dem Autor selbst, wir sind das genaue Gegen­teil. Wir bie­ten Mög­lich­kei­ten. Wir sind der Ver­lag 2.0. Will­kom­men in der Zukunft. Ihr Wunsch ist uns Befehl!«

Das Ver­lags­pro­gramm wird aller­dings nicht voll­stän­dig auf Schwarm­fi­nan­zie­rung umge­stellt, es wer­den auch wei­ter­hin Pro­duk­te auf her­kömm­li­che Art erschei­nen. Details fin­det man in einem Arti­kel auf der offi­zi­el­len Web­sei­te.

Genau so muss das gemacht wer­den. Zeigt den »Gro­ßen« wo es lang geht!

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Quel­le: Feder & Schwert, Logo Copy­right Feder & Schwert

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online dar­über.

8 Kommentare for “Feder & Schwert goes Crowdfunding”

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Mikesch

sagt:

Feder&Schwert war in sei­ner Ver­lags­ge­schich­te stets für Über­ra­schun­gen gut.

Jedoch kann F&S auch für »Fluch & Segen« ste­hen. Auf der Segen-Sei­te sind stets ver­le­ge­ri­scher Mut zu unge­wöhn­li­chen Inhal­ten. Inno­va­ti­ve, krea­ti­ve, fre­che und unge­wöhn­li­che Lay­outs und Designs. Ein Blick für gute bis her­aus­for­dern­de Autoren. Bücher zum klei­nen Preis trotz aller Zwän­ge eines Klein­ver­la­ges. Eine gute Fan-Basis mit treu­en Anhän­gern und dazu fes­te Bin­dun­gen an asso­zier­te Fan-Medi­en.

Auf der Fluch-Sei­te ste­hen lei­der immer wie­der auch ver­le­ge­ri­sche Fehl­ent­schei­dun­gen, denen die Leser nicht mehr fol­gen mögen. Lay­outs und Cover­ge­stal­tun­gen, die so krea­tiv sind, dass sie die Augen schmer­zen und unles­bar gewor­den sind. Über-ambi­tio­nier­te Inhal­te, die so kom­plex und ver­wi­ckelt sind, dass nicht ein­mal der Autor sie ent­wir­ren konn­te. Aus Kos­ten­grün­den eine so klei­ne Schrift, dass zum Lesen eigent­lich eine Lupe not­wen­dig ist. Eine unse­li­ge Ver­stri­ckung in eine fan­ni­sche Sze­ne und einen selbst­ge­schaf­fe­nen Klün­gel-Sumpf, der eine pro­fes­sio­nel­le Pres­se- und Mar­ke­ting-Arbeit nach­hal­tig ver­hin­dert.

Bei den Kunst­kri­mis vom Autoren-Duo namens Hai­ley Lind ist der Titel des ers­ten Ban­des lei­der auch Pro­gramm gewor­den: »Kunst­feh­ler«. Hier ist alles falsch gelau­fen: Chao­ti­sches, über­frach­te­tes und unles­ba­res Cover-Design. Genau­so über­frach­te­te Inhal­te. Ein Kunst­dieb­stahls-Sujet, das viel­leicht noch in die All­ge­mei­ne Rei­he eines gro­ßen Bel­le­strik-Ver­lag mit einem lang­jäh­rig gewach­se­nen und viel­fäl­ti­gen Thril­ler-Pro­gramm und des­sen Leser­pu­bli­kum pas­sen könn­te, jedoch nicht zu einem klei­nen Fan­ta­sy-Ver­lag. Dazu die übli­che Mikro­schrift. Und die bekann­ten Pro­ble­me bei PR und Mar­ke­ting.

Nun sol­len die Leser beim drit­ten und wohl unver­käuf­li­chen Band die­sen ver­le­ge­ri­schen Faux­pas per Crowd­fun­dings ret­ten. Und dazu die groß­spre­che­ri­sche Paro­le »Wir sind der Ver­lag 2.0. Will­kom­men in der Zukunft.« Uff – das ist star­ker Tobak! Jungs, was habt ihr geraucht?

Soweit so schlecht. Und was sol­len die edlen Spen­der laut Eurer offi­zi­el­len Info auf der Spen­den­platt­form für ihr Geld bekom­men: NICHTS. Das Crowd­fun­ding soll nur dazu ver­wen­det wer­den, dass der Band »in den Han­del kommt und über ziel­ge­rich­te­te Ver­mark­tung durch unse­re Ver­triebs­ka­nä­le zu einem Bau­stein in der Kri­mi­rei­he unse­res Ver­la­ges wird«. Also kein Frei-Exem­plar ab einer Spen­den­sum­me von x, die den Druck­preis mit Ver­sand deckt, kei­nen ange­mes­se­nen Sub­skrip­ti­ons-Rabatt, kei­ne freund­li­che Erwäh­nung der Spen­der im Buch, son­dern ein­fach NICHTS …?

Das ist … dreist!

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Stefan Holzhauer

sagt:

Ich habe über­legt, ob ich den Kom­men­tar frei­schal­ten soll, habe es aber dann getan, da es sich um eine Mei­nungs­äu­ße­rung han­delt und ich mit einer sol­chen erst­mal kei­ne Pro­ble­me sehe.

Mir sei­en jedoch fol­gen­de Anmer­kun­gen erlaubt:

»Mikro­schrift«: Wie jetzt? Wer wie ich seit den 1970ern liest, der weiß, dass frü­her die Schrift in Taschen­bü­chern deut­lich klei­ner war als heu­te. Wer schon­mal einen Blick in eine Karl May-Taschen­buch­aus­ga­be gewor­fen hat, der weiß garan­tiert was ich mei­ne. Wer heut­zu­ta­ge ame­ri­ka­ni­sche Taschen­bü­cher kauft, der weiß das auch.

Deut­sche Publi­kums­ver­la­ge schei­nen inzwi­schen nur noch für Kurz­sich­ti­ge zu pro­du­zie­ren, betrach­tet man die Schrift­grö­ßen die dort Ver­wen­dung fin­den. Natür­lich kommt das den Ein­nah­men zugu­te, denn man muss ja lei­der auf­grund der Schrift­grö­ße US-Roma­ne in zwei Bücher unter­tei­len, weil sie sonst zu dick wer­den wür­den. Dass man auf die­se Art und Wei­se auch gleich die dop­pel­te Koh­le abgrei­fen kann, ist wohl nur net­tes Bei­werk…

F&S machen das nicht und neh­men klei­ne, aber nicht zu klei­ne Schrift in Kauf, um Bücher eben NICHT künst­lich auf­tei­len zu müs­sen. Ja und? Ist das nicht Geme­cker, aus­ge­löst durch die über­flüs­si­gen Gigant­schrif­ten in den deut­schen Druck­wer­ken der letz­ten Jah­re? Wie groß soll­te Schrift denn sein? Ist das nicht ins­be­son­de­re auch Geschmacks­sa­che?

Davon abge­se­hen scheint der Kom­men­ta­tor das Prin­zip des Crowd­fun­ding nicht ver­stan­den zu haben. Man bezahlt, weil man ein bestimm­tes Werk gedruckt in Hän­den hal­ten möch­te, NICHT, weil man in den Credits erschei­nen möch­te. Und: erst­mal vor­ab geme­ckert, nie­mand weiß, ob F&S sol­ches nicht viel­leicht in der Zukunft mög­lich macht oder plant. Bist Du mit dem Vor­schlag mal an den Ver­lag her­an getre­ten? Oder erst­mal ein­fach nur mau­len?

Zum Abschluß fra­ge ich mich, war­um man einen Ver­lag dafür kri­ti­siert, dass er Bücher her­aus bringt. Den Anspruch, dass F&S nur Phan­tas­tik ver­le­gen darf, hat nur der obi­ge Kom­men­ta­tor – war­um, fra­ge ich mich aller­dings soll­te der Ver­lag KEINE Kri­mis her­aus brin­gen? Ein Ver­lag ver­legt Bücher. Eine Ant­wort auf die­se Fra­ge fin­de ich auch nach län­ge­rem Über­le­gen nicht… Na gut, weil es dem Ver­fas­ser des Kom­men­tars nicht passt, dass auch Kri­mis ver­legt wer­den, statt nur Phan­tas­tik. Gähn.

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Stefan Holzhauer

sagt:

Nach­trag:

»Kein Frei­ex­em­plar ab Sum­me X«?

Auf der Pro­jekt­sei­te auf Start­Next lese ich spon­tan:

»10,00 €
Klei­nes Dan­ke­schön
Unter­stüt­zen Sie uns mit 10 Euro und erhal­ten dafür ein Exem­plar »Kunst­blut« nach erfolg­rei­cher Finan­zie­rung und Fer­tig­stel­lung des Titels.

20,00 €
Gro­ßes Dan­ke­schön
Unter­stüt­zen Sie uns mit 20 Euro und erhal­ten dafür ein Exam­plar »Kunst­blut« nach erfolg­rei­cher Finan­zie­rung und Fer­tig­stel­lung des Titels sowie Band 1 der Rei­he »Kunst­feh­ler ODER Band 2 »Kunst­schüt­zen«.

30,00 €
Fet­tes Dan­ke­schön
Unter­stüt­zen Sie uns mit 30 Euro und erhal­ten dafür ein Exam­plar »Kunst­blut« nach erfolg­rei­cher Finan­zie­rung und Fer­tig­stel­lung des Titels sowie Band 1 der Rei­he »Kunst­feh­ler UND Band 2 »Kunst­schüt­zen«.«

Offen­sicht­lich hat sich der Kom­men­ta­tor nicht aus­rei­chend infor­miert.

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Riven

sagt:

Also ich kann mich der Crowd­fun­ding-Begeis­te­rung auch noch nicht recht anschlie­ßen. Ich mag Feder&Schwert aus der Leser­per­spek­ti­ve sehr ger­ne. Vie­le der Bücher aus der ori­gin-Rei­he sind in jeder Hin­sicht phan­tas­tisch und bie­ten tol­le Alter­na­ti­ven zur Main­stream­fan­ta­sy. Auch die Cover­ge­stal­tun­gen fand ich stets sehr gelun­gen, ich erin­ne­re an die Brom-Cover der »Krieg der Spinnenkönigin«-Reihe. Kein Ver­gleich zum Blan­va­let-Gum­mi­bär­chen­f­lair der neu auf­ge­leg­ten Dra­chen­lan­ze­rei­he! Und dann das Engel-Pro­jekt, das zumin­dest auf Roman­e­be­ne eine genia­le Sache war.
Ja, also ein tol­ler Ver­lag, eigent­lich sogar mein Lieb­lings­ver­lag. Den­noch, dem Crowd­fun­ding ste­he ich skep­tisch gegen­über. Ich weiß, dass das pri­ma funk­tio­nie­ren kann z.B. bei Fil­men. Da kann man den Spon­so­ren dann Pro­duct Pla­ce­ment anbie­ten, die Erwäh­nung auf Fly­ern und im Abspann… Aber es stellt sich schon ein wenig die Fra­ge, wie man hier das Geld zusam­men­be­kom­men will, wel­chen Anreiz es geben soll, neben einem Exem­plar des Buches. Nun ist es hier eine Rei­he, die viel­leicht schon ihren Leser­stamm hat, aber wird das rei­chen? Und vor allem, was ist, wenn dann neue Autoren unbe­kann­te Titel ver­su­chen wer­den, so ihren Weg zu fin­den? Bei­spiel »Fair­wa­ter« von Oli­ver Plasch­ka. Ein wirk­lich tol­les Buch, aber hät­ten sich im Vor­hin­ein wirk­lich genü­gend Spon­so­ren für die Ver­öf­fent­li­chung gefun­den, rein aus einer Beschrei­bung her­aus? Ist es hier nicht Auf­ga­be eines Ver­lags, gera­de das Unge­wöhn­li­che zu wagen und einem sol­chen Buch eine Chan­ce zu geben? Nun kann man sagen, wer nicht auf die Beschrei­bung hin spen­det, der wird sich das Buch auch nicht kau­fen. Dem wür­de ich wider­spre­chen. Zum einen gibts bei Ver­öf­fent­li­chung immer ein paar durch­aus ein­fluss­rei­che Rezen­sen­ten, die sich fin­den. Zum ande­ren braucht man kein Kauf eines Buches nicht auch noch online sei­ne Daten zu hin­ter­le­gen und einer Web­site wie Start­Next zu ver­trau­en (ich will nicht sagen, dass man ihr nicht ver­trau­en kann, bin da nur von Grund auf skep­tisch).

Ich werd mich gern eines Bes­se­ren beleh­ren las­sen, viel­leicht wird das Pro­jekt ja ein vol­ler Erfolg und kann dem Ver­lag aus der Kri­se hel­fen. Aber wie gesagt, fürs Ers­te kann ich die Begeis­te­rung von­we­gen »Ver­lag 2.0« etc. nicht nach­voll­zie­hen. Etwas weni­ger Kampf­be­grif­fe hät­tens hier übri­gens auch getan!

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Stefan Holzhauer

sagt:

Was denn für »Kampf­be­grif­fe?«

Davon abge­se­hen sagt die Pres­se­mel­dung des Ver­lags doch ein­deu­tig aus, dass man auch für­der­hin »her­kömm­lich« pro­du­zier­te Bücher her­aus­brin­gen will. Da dürf­te auch Platz für Plasch­kas sein…

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Riven

sagt:

Na gut, ich weiß ja nicht, wie sie das mit dem »her­kömm­lich« ver­ste­hen. Hab das jetzt nur auf »gesi­cher­te« Pro­jek­te wie zum Bei­spiel wei­te­re For­got­ten Realms-Roma­ne bezo­gen, die schon ihre Stamm­le­ser­schaft haben.

Mit »Kampf­be­grif­fen« mei­ne ich sowas wie »Ihr Wunsch ist uns Befehl« oder »Wir sind der Ver­lag 2.0«. Wirkt auf mich unfrei­wil­lig komisch.

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ToMe

sagt:

Ich bin heu­te durch Zufall über die­ses Sys­tem gestol­pert und hal­te es für eine gute Grund­idee. Aller­dings gibt es auch noch einen Punkt, der in mei­nen Augen über­ar­bei­tungs­be­dürf­tig ist.

Erst ein­mal zu den Vor­tei­len für die ein­zel­nen Betei­lig­ten:
Autor: Bekommt die Mög­lich­keit zur Ver­öf­fent­li­chung. Laut der Beschrei­bung klingt es für mich so, dass durch Crowd­fun­ding Bücher rea­li­siert wer­den sol­len, die ansons­ten even­tu­ell kei­ne Chan­ce bekom­men hät­ten. Nicht, weil sie etwa schlecht wären – was sicher­lich nicht der Fall ist – son­dern weil sie etwas Neu­es, Gewag­tes, Extra­va­gan­tes sind. Etwas, bei dem sich der Ver­lag denkt: »Wow! Aber … lässt sich das auch ver­kau­fen?« Ich kann mir vor­stel­len, dass gera­de klei­ne­re Ver­la­ge, die sich nicht all­zu vie­le Fehl­schlä­ge leis­ten kön­nen, an die­ser Stel­le einen Rück­zie­her machen und lie­ber auf Num­mer sicher gehen. Mit Crowd­fun­ding hin­ge­gen könn­ten sie sich gezielt erkun­di­gen, ob sich doch genug Leser fin­den wür­den, um das eigent­lich gute Manu­skript zu ver­öf­fent­li­chen.

Ver­lag: Kann Neu­es aus­pro­bie­ren, ohne ein gro­ßes Risi­ko ein­zu­ge­hen. Wider der Mei­nung so man­cher Men­schen, die das Sys­tem schon mit einer Art Vor­stu­fe eines DKZV ver­glei­chen, kann ich es für Klein­ver­la­ge nach­voll­zie­hen. Zumin­dest, solan­ge es sich in Gren­zen hält und nicht plötz­lich aus­schließ­lich prak­ti­ziert wird.

Zah­len­der Leser: Als ich das ers­te Mal davon gele­sen habe, habe ich mir ver­wun­dert die Augen gerie­ben. 10 € für ein Buch? 20 € für zwei Bücher? 30 für drei? Jetzt mal ehr­lich, das sind doch ganz nor­ma­le Prei­se. Das Geld geht auch nicht ver­lo­ren, wenn das Pro­jekt nicht rea­li­siert wird. Man hat nichts zu ver­lie­ren. Funk­tio­niert es, gibt’s die Bücher, wenn nicht, pas­siert gar nichts.

Für Über­trie­ben hal­te ich neben­bei bemerkt die Sache mit der Umwelt. Ich habe einen Text über Crowd­fun­ding zunächst gelang­weilt über­flo­gen und behielt am Ende nur den Gedan­ken an einen umwelt­schüt­zen­den Ver­lag zurück… Was ja nicht wirk­lich der eigent­li­che Hin­ter­grund des Gan­zen ist, auch wenn es mir so vor­kommt, als wür­de es bewusst vor­ge­scho­ben. Natür­lich stimmt es, dass durch die­ses Sys­tem weni­ger Flops pro­du­ziert wer­den und dadurch auch etwas die Umwelt geschont wird, aber die­ser eigent­lich klei­ne Neben­ef­fekt wird in mei­nen Augen über­trie­ben stark auf­ge­plus­tert.

Auch die Sum­me war etwas hoch ange­setzt. Ich weiß nicht, wie lan­ge der Zeit­raum war, in dem die 4.500 € hät­ten gespen­det wer­den sol­len. Aber das ist schon ein ordent­li­cher Geld­bat­zen. Beim letz­ten Band einer Kri­mi­tri­lo­gie (?) kann ich es gera­de noch nach­voll­zie­hen, immer­hin hät­te die Geschich­te, wenn sie denn gut genug ist, einen fes­ten Leser­stamm gehabt, der die Ver­öf­fent­li­chung unter­stützt hät­te. (Aller­dings wird der Ver­lag schon einen Grund gehabt haben, war­um er das drit­te Buch nur über Crowd­fun­ding ver­öf­fent­li­chen woll­te…)

Jetzt stel­le man sich ein völ­lig unbe­kann­tes Buch eines völ­lig unbe­kann­ten Autoren mit einer Geschich­te fern dem viel­ge­le­se­nen Main­stream vor, das durch Crowd­fun­ding ver­öf­fent­licht wer­den soll. Wie soll so jemand die rund 400 Men­schen zusam­men bekom­men, die für sein Buch spen­den sol­len? Ein über­zeu­gen­des, ver­öf­fent­lich­tes Buch kann man viel bes­ser ver­mark­ten und ver­kau­fen als eine Lese­pro­be. Nur ein fer­ti­ges Buch hat die Chan­ce, gute Rezen­sio­nen bekann­ter Men­schen o. ä. zu erhal­ten, auf denen sich eine umfang­rei­che­re Ver­mark­tung leicht auf­bau­en lie­ße, usw. usf.
Klar kann man sei­ne Fami­lie und sei­ne Freun­de anheu­ern, ordent­lich zu spen­den. Aber mal ehr­lich, das hät­te den Sinn des Sys­tems so ziem­lich ver­fehlt, oder irre ich mich? Das wür­de dann schon wirk­lich in Rich­tung DKZV gehen (»Hey, leiht mir mal bit­te euer Geld, damit ich mein Buch ver­öf­fent­li­chen kann«)… Es soll doch über­prüft wer­den, wie viel Inter­es­se die Leser an dem Werk haben, nicht wie viel Geld die Ver­wandt­schaft.

Dazu man­gelt es in mei­nen Augen an Wer­bung. Ich lese sehr viel und mache so eini­ge grö­ße­re Schreib­fo­ren im WWW unsi­cher, auch der Ver­lag Feder&Schwert ist mir nicht unbe­kannt. Aber von Crowd­fun­ding habe ich bis zum heu­ti­gen Tag noch nie etwas gehört. Wenn noch ein­mal ein Pro­jekt gestar­tet wer­den soll­te, muss die Sache viel mehr publik gemacht wer­den. Sonst hat das Gan­ze kei­nen Sinn.

Soweit mei­ne Gedan­ken zum The­ma. Dem Ver­lag Feder&Schwert wün­sche ich viel Erfolg für das nächs­te Pro­jekt.

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