Von der Unmöglichkeit, ein eBook zu kaufen

Ich hat­te hier mehr­fach über die Ver­fil­mung und TV-Serie zu Ste­phen Kings DARK TOWER berich­tet. Mir kam in dem Zusam­men­hang am Wochen­en­de der völ­lig abstru­se Plan, zumin­dest den ers­ten Roman mal zu gou­tie­ren, damit ich weiß, wovon ich da spre­che. Als stol­zer Besit­zer eines eRea­der soll­te das auch eigent­lich kein Pro­blem dar­stel­len – so dach­te ich in mei­nem nicht mehr ganz so jugend­li­chen Leicht­sinn.

Pro­ble­ma­tisch waren dann aber gleich meh­re­re Fak­to­ren. Das Haupt­pro­blem ist, dass ich den Roman gern in eng­lisch lesen möch­te. Soll­te ja bei einem eBook jetzt nicht so die Schwie­rig­keit sein.

Falsch!

Bei deut­schen Anbie­tern kann man nicht nur kei­ne deut­schen, son­dern auch kei­ne eng­li­schen eBooks erwer­ben – oder zumin­dest nur eine ver­schwin­dend gerin­ge Aus­wahl. Naja, was soll’s, in Zei­ten der Glo­ba­li­sie­rung und inter­na­tio­na­lem Inter­net­han­del kann das doch kein Hin­der­nis sein, bestell ich halt in Kings Mut­ter­land USA, geschickt bekom­men muss ich ja nix. Doch auch die wol­len mein Geld nicht haben, wie ich her­aus­fin­den muss­te, kön­nen man­che eBooks aus Lizenz­grün­den nicht nach Deutsch­land ver­kauft wer­den. WTF? Ande­re Händ­ler las­sen zwar zu, dass ich mich unter einer fal­schen US-Adres­se anmel­de und via PayPal bezah­le, haben aber dann das Buch nicht. Ama­zon ist sowie­so raus, da ich kei­nen Kind­le besit­ze und des­sen For­mat nicht möch­te.

Wenn man dann einen eLi­te­ra­tur-Höke­rer fin­det, der einem das Buch tat­säch­lich ver­ti­cken möch­te, stellt man fest, dass das eBook teu­rer ist, als die bei uns erwerb­ba­re eng­li­sche Papier­va­ri­an­te und selbst­ver­ständ­lich mit Ado­bes DRM ver­seucht wur­de…

Ergeb­nis einer Drei­vier­tel­stun­de Suchen und Recher­chie­ren: Meh.

Ich habe dann inter­es­se­hal­ber noch­mal nach­ge­se­hen, ob ich GUNSLINGER als ePub bei Tor­rent, Rapid­s­hare und Co. hät­te bekom­men kön­nen. Ergeb­nis: Der ers­te Tref­fer in Goog­le wäre erfolg­reich gewe­sen…

Lie­be Freun­de von den Ver­la­gen: ich möch­te euch mein Geld ja in den gie­ri­gen Rachen wer­fen. Drin­gend. Aber ihr lasst mich nicht…
Naja, was soll’s, es gibt mehr als genug lega­le und kos­ten­lo­se Alter­na­ti­ven zu eurem über­teu­er­ten eKram, wei­ter­hin hau­fen­wei­se Spe­cial Inte­rest-Mate­ri­al abseits des Main­streams. So wird das nichts mit den eBooks…

Creative Commons License

Bild: »NoBook statt eBook« von mir.

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online dar­über.

2 Kommentare for “Von der Unmöglichkeit, ein eBook zu kaufen”

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sagt:

Na, ganz so schlimm ist es ja nun auch nicht. Das Kind­le-For­mat hat ech­te Vor­tei­le (auto­ma­ti­sche online-Lese­pro­ben, gute Ver­net­zung mit Social Media. Hier ein Bei­spiel: http://michaelerle.blogspot.com/2010/12/leseprobe-masken-uber-masken.html). Und es könn­te tatsöch­lich sein, dass Ama­zon mit sei­nem pro­prie­tä­ren For­mat offe­ner ist als die ande­ren Anbie­ter.
Aber es ist kein gro­ßer Auf­wand, meh­re­re Platt­for­men und For­ma­te zu bedie­nen, und sobald der eBook-Markt ein wenig gereift ist, wer­den die Ver­la­ge dabei sicher auch akti­ver. Hof­fe ich.

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Stefan Holzhauer

sagt:

»Gute Ver­net­zung mit Social Media«?

Wie drückt sich das denn kon­kret aus?

»Und es könn­te tatsöch­lich sein, dass Ama­zon mit sei­nem pro­prie­tä­ren For­mat offe­ner ist als die ande­ren Anbie­ter.«

Äh… ein pro­prie­tä­res For­mat ist per defi­ni­tio­nem nicht offen und damit auch nicht »offe­ner als ande­re«. Mich wür­de eine inhalt­li­che Begrün­dung inter­es­sie­ren. Offe­ne For­ma­te sind immer vor­zu­zie­hen. Lese­pro­ben kann ich auch als DRM-frei­es ePub anbie­ten, dafür benö­ti­ge ich kein Kind­le-For­mat. Eine Lese­pro­be kann man auch noch in zahl­lo­sen Vari­an­ten zur Ver­fü­gung stel­len ohne dafür auf ein pro­prie­tä­res For­mat zurück grei­fen zu müs­sen.

Mal ganz davon abge­se­hen, dass Ama­zon bekann­ter­ma­ßen Zugriff auf die Inhal­te des Kind­le hat und davon auch bereits Gebrauch gemacht hat, indem angeb­lich ille­ga­le Inhal­te mal eben vom Gerät gelöscht wur­den. Ich wür­de mich nicht in eine sol­che Abhän­gig­keit bege­ben wol­len, ins­be­son­de­re da die Not­wen­dig­keit dafür nicht besteht.

Wenn es ein eBook nicht in einem mir pas­sen­den For­mat und zu einem eben­sol­chen Preis gibt, dann ist die Lösung für mich ein­fach: ich kau­fe es nicht.

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