Offener Brief: Interview mit Deutschlandradio Kultur

SelfpublishingAm Mon­tag kam über­ra­schend eine An­frage von Deutsch­land­ra­dio Kul­tur rein, ob man mit mir ein In­ter­view über mei­nen of­fe­nen Brief zum Thema Self­pu­blis­hing und Buch­han­del ma­chen könne. Da habe ich nach kur­zem Über­le­gen na­tür­lich zu­ge­sagt, wä­ren es RTL oder Pro7 ge­we­sen, hätte ich ab­ge­wun­ken (aber ich glaube oh­ne­hin nicht, dass bei letz­te­ren je­mand weiß, wie man „Buch“ schreibt).

Es war üb­ri­gens nichts ab­ge­spro­chen, die ha­ben mich kurz vor der Li­veaus­strah­lung an­ge­ru­fen und dann ihre Fra­gen ge­stellt. Ei­nen Mit­schnitt des In­ter­views kann man sich hier an­hö­ren.

Das re­la­ti­viert viel­leicht das ein oder an­dere, was ich im of­fe­nen Brief ge­schrie­ben habe. Der klingt na­tür­lich re­la­tiv bra­chial, aber ich habe mit vol­ler Ab­sicht die Wort­wahl der Ver­lags­au­to­ren ad­a­piert, die sich als Hand­lan­ger der Groß­ver­lage in­stru­men­ta­li­sie­ren las­sen, um zu zei­gen, dass man die­sel­ben Ar­gu­mente auch aus ei­ner an­de­ren Sicht ein­set­zen kann.

Ich bin der An­sicht, dass wir ein Mit­ein­an­der und Ne­ben­ein­an­der der un­ab­hän­gi­gen, der „klei­nen“ Prot­ago­nis­ten in die­sem Markt drin­gend be­nö­ti­gen. Das wird viel sinn­vol­ler sein, als sich in der Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen in­ter­na­tio­na­len Kon­zer­nen auf eine Seite zu schla­gen, oder ir­gend­ei­nem da­von die Rolle des „Bö­sen“ zu­schus­tern zu wol­len.

Was aber über­haupt nicht ziel­füh­rend ist,  sind Aus­sa­gen wie „das geht nicht, wir ha­ben ’stan­dar­di­sierte Ver­fah­ren‹“, wie sie ein (ver­mut­lich) Buch­händ­ler in den Kom­men­ta­ren zum of­fe­nen Brief ge­tä­tigt hat. Ama­zons ’stan­dar­di­sierte Ver­fah­ren‘ sind näm­lich um Licht­jahre bes­ser. Wie ein an­de­rer Buch­händ­ler sagte: „Zur Not habe ich das Buch in zwei Mi­nu­ten ins Wa­ren­wirt­schafts­sys­tem ein­ge­ge­ben“. Na also: geht doch!

 

Stefan Holzhauer

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit na­tür­li­cher Af­fi­ni­tät zu Pi­xeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zu­viel SF und Fan­tasy und schreibt seit 1999 on­line dar­über.

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