Internationale Spieltage SPIEL und die sozialen Medien
Wer sich mit dem TheÂma bereits seit ein paar JahÂren beschäfÂtigt, der weiĂź, dass es beim Merz-VerÂlag, den AusÂrichÂtern der MesÂse »InterÂnaÂtioÂnaÂle SpielÂetaÂge« aliÂas »Spiel« in Essen etwas gemächÂliÂcher zugeht, was moderÂne MediÂen angeht. LanÂge hat man dort darÂauf beharrt, PresÂseÂinfos gedruckt auf Papier zu verÂschiÂcken, statt per Email und lanÂge wurÂde dort geforÂdert, dass man seiÂne PresÂseÂakÂkreÂdiÂtieÂrung faxen soll, bis dann auch das endÂlich als MaiÂlÂanÂhang mögÂlich war.
Auch auf den soziaÂlen MediÂen waren die BemĂĽÂhunÂgen bisÂher eher … schÂofeÂlig und niedÂlich zu nenÂnen. DesÂweÂgen war ich in dieÂsem Jahr posiÂtiv ĂĽberÂrascht, dass man beim Merz-VerÂlag nun endÂlich verÂsuÂchen wollÂte, dieÂse MediÂen zeitÂgeÂmäß zu nutÂzen, als man eine AbstimÂmung ĂĽber das diesÂjähÂriÂge offiÂziÂelÂle MesÂse T‑Shirt ausÂrief (wer die Shirts der verÂganÂgeÂnen JahÂre kennt, der weiĂź, dass die meist nicht eben ein AusÂbund an KreaÂtiÂviÂtät waren).
Auf FaceÂbook und InstaÂgram wurÂden sechs Designs vorÂgeÂstellt und man konnÂte dafĂĽr Likes verÂgeÂben. Das mit den meisÂten Likes wĂĽrÂde dann am Ende proÂduÂziert und das offiÂziÂelÂle MesÂseÂshirt 2019 werÂden. Ich hatÂte mir das GanÂze nach einem HinÂweis ebenÂfalls angeÂseÂhen und mich dann nach Ansicht aller fĂĽr das Design entÂschieÂden, das fĂĽr mich am oriÂgiÂnellsÂten war und mir auch gut gefiel.
HeuÂte haben die VerÂantÂwortÂliÂchen nun das ErgebÂnis bekannt gegeÂben und das fand ich dann doch äuĂźerst verÂwunÂderÂlich. Denn es wurÂde seiÂtens der VerÂanÂstalÂter nicht das Shirt mit den einÂdeuÂtig meisÂten Likes zum GewinÂner gekĂĽrt, sonÂdern ein völÂlig andeÂres, das noch nicht mal unter den ersÂten dreiÂen war, sonÂdern auf dem vorÂletzÂten Platz. An der StelÂle war ich dann doch etwas verÂwunÂdert, warÂum man selbst einen SieÂger ausÂruft und die AbstimÂmung ignoÂriert, denn wenn man eh schon einen FavoÂriÂten hatÂte und den unbeÂdingt durchÂdrĂĽÂcken will, hätÂte man auf ein Voting gleich verÂzichÂten könÂnen.
Man erkennt auf einen Blick (sieÂhe die LisÂte weiÂter unten), dass die VerÂantÂwortÂliÂchen den vorÂletzÂten Platz zum GewinÂner gemacht haben. Und da fragt man sich natĂĽrÂlich schon: warÂum? Auf meiÂne entÂspreÂchenÂde AnfraÂge auf FaceÂbook hin erhielt ich folÂgenÂde AntÂwort:
Wir haben unseÂre EntÂscheiÂdung doch auf unseÂrer HomeÂpage erklärt. Und leichtÂgeÂmacht haben wir uns die nicht.
»Den VerÂlauf der AbstimÂmung haben wir natĂĽrÂlich ganz genau beobÂachÂtet und dabei festÂgeÂstellt, dass einiÂge TeilÂnehÂmer alles dafĂĽr getan haben, um das MeisÂte aus den AlgoÂrithÂmen herÂausÂzuÂhoÂlen. DafĂĽr wurÂden auch FreunÂde und BekannÂte mobiÂliÂsiert.
ChanÂcenÂgleichÂheit ist uns wichÂtig und weil Akinga weder Deutsch spricht, noch irgendÂetÂwas tat, um mehr ReakÂtioÂnen fĂĽr ihren EntÂwurf zu geneÂrieÂren und trotzÂdem vieÂle StimÂmen und posiÂtiÂve KomÂmenÂtaÂre bekam, ist sie aus unseÂrer Sicht die verÂdienÂte SieÂgeÂrin.«
AngeÂsicht desÂsen fraÂge ich mich sofort, ob man die soziaÂlen MediÂen so gar nicht verÂstanÂden hat, oder ob dieÂse AntÂwort nur eine – in meiÂnen Augen eher schlechÂte – AusÂreÂde dafĂĽr ist, dass man den eigeÂnen FavoÂriÂten durchÂgeÂdrĂĽckt hat?
Denn das was sie da »ganz genau beobÂachÂtet haben« sind völÂlig ĂĽbliÂche AbläuÂfe, wie sie in Social Media, bei allen PubliÂkumsÂpreisÂverÂleiÂhunÂgen und sogar bei WahÂlen stattÂfinÂden: Wer die meisÂten WähÂler aktiÂvieÂren kann, gewinnt, das ist absoÂlut norÂmal und damit muss man rechÂnen, wenn man eine solÂche PubliÂkumsÂabÂstimÂmung starÂtet. DesÂweÂgen bleibt es in meiÂnen Augen weiÂterÂhin eine MissÂachÂtung des AbstimÂmungsÂerÂgebÂnisÂses.
FragÂwĂĽrÂdig fĂĽr mich auch, dass DesiÂgnern ernstÂhaft unterÂstellt wird, irgendÂwelÂche nebuÂlöÂsen »AlgoÂrithÂmen ausÂzuÂnutÂzen«, um zu gewinÂnen. Denn wenn man sich die oben darÂgeÂstellÂten AbstimÂmungsÂerÂgebÂnisÂse ansieht, dann sehen die in den MenÂgen der abgeÂgeÂbeÂnen stimÂmen völÂlig plauÂsiÂbel aus und zeiÂgen keiÂnerÂlei HinÂweis auf irgendÂeiÂne ManiÂpuÂlaÂtiÂon:
FaceÂbook:
- Design 1: 157 StimÂmen
- Design 2: 147 StimÂmen (das ist das GewinÂnerÂshirt)
- Design 3: 7 StimÂmen
- Design 4: 227 StimÂmen (dieÂses hat die meisÂten StimÂmen)
- Design 5: 182 StimÂmen
- Design 6: 162 StimÂmen
InstaÂgram:
- Design 1: 416 Likes
- Design 2: 205 Likes
- Design 3: 60 Likes
- Design 4: 417 Likes (hat auch hier sehr knapp die meisÂten StimÂmen)
- Design 5: 416 Likes
- Design 6: 215 Likes
ZähÂlen wir zusamÂmen:
- Design 1: 573
- Design 2: 352 (auch insÂgeÂsamt auf dem vorÂletzÂten Platz)
- Design 3: 67
- Design 4: 644 (insÂgeÂsamt gewinnt also deutÂlich dieÂses Design)
- Design 5: 598
- Design 6: 377
TwitÂter habe ich nicht ausÂgeÂwerÂtet, da die Like-ZahÂlen dort äuĂźerst gering sind, aber dort hatÂte Design 4 ebenÂfalls mit Abstand die meisÂten StimÂmen, zudem war TwitÂter kein Teil der ursprĂĽngÂliÂchen WettÂbeÂwerbsÂausÂschreiÂbung.
NiedÂlich ĂĽbriÂgens auch, dass einer der KomÂmenÂtaÂtoÂren auf FaceÂbook angeÂsichts dieÂser eher niedÂriÂgen ZahÂlen ernstÂhaft ĂĽber »ProÂbleÂme mit gekaufÂten Likes« redet – angeÂsichts der GröÂĂźe der VerÂanÂstalÂtung sind die TeilÂnehÂmerÂzahÂlen an den beiÂden Votings auf FaceÂbook und InstaÂgram eher gering, die auf TwitÂter zu verÂnachÂläsÂsiÂgen.
Und auch der ComÂmuÂniÂty wird im PrinÂzip unterÂstellt, dass sie nach NasenÂfakÂtor abstimmt und desÂweÂgen die arme, kleiÂne DesiÂgneÂrin aus der UkraiÂne benachÂteiÂligt wird – was ich ebenÂfalls grundÂsätzÂlich fĂĽr abweÂgig halÂte, denn auĂźer den Namen der DesiÂgner wussÂte man nichts ĂĽber dieÂse. Und denÂnoch meint man, dass irgend jemand allein durch ein angebÂlich maniÂpuÂlierÂtes AbstimÂmungsÂerÂgebÂnis benachÂteiÂligt wird und keiÂne »ChanÂcenÂgleichÂheit« besteht – ich kann angeÂsichts der oben genannÂten ZahÂlen objekÂtiv nichts derÂgleiÂchen erkenÂnen. BenachÂteiÂligt wird jetzt genau einer, nämÂlich der DesiÂgner des GewinÂnerÂshirts durch die AusÂrichÂter der AbstimÂmung. Da hilft es auch nicht, wenn man darÂauf hinÂweist, dass die beiÂden HöchstÂplatÂzierÂten ebenÂfalls gedruckt werÂden und jeweils ein PreisÂgeld erhalÂten, von dem am Anfang nie die Rede war (der ersÂte Platz war mit 1000 Euro und weiÂteÂren GimÂmicks dotiert). FĂĽr mich macht das erneut den EinÂdruck, dass man im VerÂlag einen FavoÂriÂten hatÂte und den unbeÂdingt durchÂdrĂĽÂcken will, den eigentÂliÂchen GewinÂner möchÂte man mit einem schnell ausÂgeÂlobÂten GeldÂpreis ruhig stelÂlen.
Die soziaÂlen MediÂen basieÂren auf Likes und TeiÂlen, beiÂde solÂlen SichtÂbarÂkeit erzeuÂgen, das ist die zenÂtraÂle FunkÂtiÂonsÂweiÂse – aus exakt dieÂsem Grund wurÂde der WettÂbeÂwerb letztÂlich ausÂgeÂlobt: um darÂĂĽber SichtÂbarÂkeit fĂĽr die PräÂsenÂzen der VerÂanÂstalÂter auf FaceÂbook und InstaÂgram zu erzeuÂgen – man sollÂte sich dann nicht verÂwunÂdert darÂĂĽber zeiÂgen, dass das tatÂsächÂlich funkÂtioÂniert. Genau dieÂse SichtÂbarÂkeit ist pasÂsiert und keiÂnesÂfalls in merkÂwĂĽrÂdiÂgem MaĂźÂstab und ganz sicher ohne die »AusÂnutÂzung« irgendÂwelÂcher »AlgoÂrithÂmen«, wie in offenÂsichtÂliÂcher UnkenntÂnis der MechaÂnisÂmen dieÂser soziaÂlen MediÂen unterÂstellt wird. Die VerÂantÂwortÂliÂchen sollÂten zudem nicht darÂĂĽber verÂwunÂdert sein, dass ein GroĂźÂteil der AbstimÂmenÂden und TeiÂlenÂden bei einer VerÂanÂstalÂtung auf deutÂschem Boden auch aus dieÂsem Land komÂmen. Und man sollÂte den AbstimÂmenÂden auch einÂfach mal zugeÂsteÂhen, dass man schlicht fĂĽr das Motiv votiert, das einem am BesÂten gefällt, so wie auch in meiÂnem Fall, statt BenachÂteiÂliÂgung von Nicht-DeutÂschen zu unterÂstelÂlen, was ich – offen gesagt – fĂĽr eine FrechÂheit halÂte. Und was ist eigentÂlich mit dem weit abgeÂschlaÂgeÂnen Design drei? MĂĽssÂte das nicht nach dem NarÂraÂtiv der VerÂanÂstalÂter noch weitÂaus mehr benachÂteiÂligt worÂden sein? WarÂum nur das vorÂletzÂte? Da ĂĽber die DesiÂgner nicht mehr bekannt war, als die Namen, ist die AusÂsaÂge, dass eine TeilÂnehÂmeÂrin desÂweÂgen disÂkriÂmiÂniert wurÂde, weil sie aus der UkraiÂne kommt, ohneÂhin lächerÂlich. Hier wurÂde meiÂner Ansicht nach keiÂnesÂwegs »ChanÂcenÂgleichÂheit herÂgeÂstellt«, sonÂdern ganz im GegenÂteil, andeÂren EinÂreiÂchenÂden wurÂden ihre ChanÂcen genomÂmen.
Was bleibt ist fĂĽr mich die EntÂtäuÂschung ĂĽber dieÂses VerÂhalÂten, sei es nun weil ein Design durchÂgeÂdrĂĽckt werÂden sollÂte, oder weil man sich mit dem MediÂum nicht ausÂkennt. Das hat den ersÂten posiÂtiÂven EinÂdruck ĂĽber den AufÂtritt der VerÂanÂstalÂter der Spiel fĂĽr mich sofort wieÂder zunichÂte gemacht – die mĂĽsÂsen meiÂner Ansicht auch hier noch eine MenÂge lerÂnen.
ĂśbriÂgens hätÂte es eine VorÂgeÂhensÂweiÂse mit FinÂgerÂspitÂzenÂgeÂfĂĽhl gegeÂben, die alle zufrieÂden gestellt hätÂte:
Das Shirt mit den meisÂten StimÂmen wäre zum GewinÂner gekĂĽrt worÂden. GleichÂzeiÂtig hätÂten die VerÂanÂstalÂter angeÂgeÂben, dass das Shirt auf dem vorÂletzÂten Platz den VerÂantÂwortÂliÂchen so gut gefalÂlen hat, dass man es ebenÂfalls proÂduÂzieÂren wird. Damit wäre die AbstimÂmung durch die ComÂmuÂniÂty valiÂde geblieÂben, es hätÂte keiÂne falÂschen SchuldÂzuÂweiÂsunÂgen in Sachen ManiÂpuÂlaÂtiÂon geben mĂĽsÂsen und die VerÂanÂstalÂter hätÂten ihr LiebÂlingsÂshirt denÂnoch gehabt.
NachÂtrag (der ArtiÂkel bis hierÂher wurÂde gesÂtern verÂfasst): InzwiÂschen gab es auf FaceÂbook weiÂteÂre ReakÂtioÂnen der VerÂanÂstalÂter, die weiÂterÂhin äuĂźerst hilfÂlos wirÂken. Auf die HinÂweiÂse hin antÂworÂtet man:
Wir haben nieÂmanÂdem ManiÂpuÂlaÂtiÂon vorÂgeÂworÂfen, sonÂdern begrĂĽnÂdet, warÂum es dieÂses Shirt und kein andeÂres geworÂden ist. Im ĂĽbriÂgen geht das auch total konÂform mit unseÂren TeilÂnahÂmeÂbeÂdinÂgunÂgen. NachÂzuÂleÂsen auf unseÂrer HomeÂpage. Da steht nämÂlich wortÂwörtÂlich, dass Likes und KomÂmenÂtaÂre fĂĽr UNSERE EntÂscheiÂdung eine RolÂle spieÂlen. Und ja, wir haben entÂschieÂden und eure Likes und KomÂmenÂtaÂre in dieÂse EntÂscheiÂdung einÂbeÂzoÂgen. Und wir haben uns sehr gefreut, dass es allÂgeÂmein ein groÂĂźes FeedÂback gab. Da steht aber nicht, dass dieÂse Likes und KomÂmenÂtaÂre ALLEIN AusÂschlag gebend sind. EigentÂlich sollÂte nur ein Preis mit PreisÂgeld verÂgeÂben werÂden. Nun sind es drei PreiÂse mit drei PreisÂgelÂdern geworÂden. Und darÂĂĽber könnÂte man sich vielÂleicht auch freuÂen. FĂĽr die KĂĽnstÂler und die BesuÂcher, die hofÂfentÂlich viel SpaĂź mit ganz unterÂschiedÂliÂchen Shirts haben werÂden. Noch einÂmal ganz ganz herzÂliÂchen Dank an alle, die sich engaÂgiert haben. Die KĂĽnstÂler und die Fans. Ihr seid groĂźÂarÂtig!
Ich möchÂte einen Satz von oben wieÂderÂhoÂlen:
Den VerÂlauf der AbstimÂmung haben wir natĂĽrÂlich ganz genau beobÂachÂtet und dabei festÂgeÂstellt, dass einiÂge TeilÂnehÂmer alles dafĂĽr getan haben, um das MeisÂte aus den AlgoÂrithÂmen herÂausÂzuÂhoÂlen.
Wenn das nicht ein VorÂwurf der ManiÂpuÂlaÂtiÂon ist, was ist es dann? WeiÂterÂhin muss man sich fraÂgen, warÂum man die BedinÂgunÂgen eines WettÂbeÂwerbs auf irgendÂeiÂner HomeÂpage nachÂleÂsen soll, statt auf den MediÂen wo er ausÂgeÂrichÂtet wurÂde? Und warÂum nennt man das GanÂze »ComÂmuÂniÂty Design ConÂtest«, wenn am Ende doch nicht die ComÂmuÂniÂty den AusÂgang entÂscheiÂdet, sonÂdern einÂzig und allein der VerÂanÂstalÂter? Und freuÂen könnÂte man sich dann, wenn die ComÂmuÂniÂty und die StimÂmenÂzahÂlen fĂĽr die KĂĽnstÂler nicht vollÂstänÂdig ignoÂriert werÂden wĂĽrÂden. Das alles ist in meiÂnen Augen keiÂne »BegrĂĽnÂdung« sonÂdern ein BeharÂren. Und erneut der HinÂweis auf weiÂteÂre PreisÂgelÂder, der allerÂdings am Kern der KriÂtik völÂlig vorÂbei geht.
KonÂkret steht auf der WebÂseiÂte zum ConÂtest In Sachen DurchÂfĂĽhÂrung folÂgenÂdes:
[5] Wie wird der SieÂgerÂentÂwurf ausÂgeÂwählt?
Aus den bis zum 31. Juli 2019 einÂgeÂsenÂdeÂten Designs werÂden vom FriedÂhelm Merz VerÂlag 5 ausÂgeÂwählt und komÂmen in die engeÂre AusÂwahl.
DieÂse AusÂwahl wird bis zum 10. August 2019 auf der FaceÂbookÂseiÂte, dem TwitÂterÂacÂcount und dem InstaÂgraÂmÂacÂcount der InterÂnaÂtioÂnaÂlen SpielÂtaÂge SPIEL präÂsenÂtiert.
FĂĽr die EntÂscheiÂdung des FriedÂhelm Merz VerÂlaÂges spieÂlen neben der Anzahl der „Likes“ auch die KomÂmenÂtaÂre auf FaceÂbook und InstaÂgram eine entÂscheiÂdenÂde RolÂle.
Da steht allerÂdings nicht, dass die LikeÂzahÂlen ignoÂriert werÂden. Die Art und WeiÂse der DurchÂfĂĽhÂrung mussÂte in meiÂnen Augen zwinÂgend so verÂstanÂden werÂden, dass die StimÂmen der ComÂmuÂniÂty den AusÂschlag fĂĽr die EntÂscheiÂdung geben. Der Merz-VerÂlag legt das jetzt so aus, dass sie aufÂgrund der BedinÂgunÂgen ohneÂhin jedes Design hätÂten ausÂwähÂlen könÂnen. Ich wieÂderÂhoÂle mich: In dem Fall hätÂte man sich die UmfraÂge allerÂdings gleich spaÂren könÂnen.
Ich halÂte die konÂstruÂiert wirÂkenÂden AusÂreÂden der VerÂanÂstalÂter nach wie vor fĂĽr fragÂwĂĽrÂdig und unredÂlich. Das alles wirkt fĂĽr mich immer mehr so, als habe man in Sachen Social Media schwer daneÂben gegrifÂfen, hatÂte ohneÂhin ein FavoÂriÂtenÂdeÂsign, das es unbeÂdingt werÂden sollÂte, und verÂsuÂche nun, dieÂse einÂsaÂme EntÂscheiÂdung mit hilfÂloÂsen ScheinÂbeÂgrĂĽnÂdunÂgen zu kaschieÂren.
Alles sehr schaÂde.
ProÂmoÂgraÂfik CopyÂright FriedÂhelm Merz VerÂlag GmbH & Co. KG


