Sattelt die Pferde und reitet zur Buchhandlung!

Buchhandlung auf iPadEin Artikel der tre­f­flich zur aktuellen Ama­zon-Diskus­sion und zum offe­nen Brief der Self­pub­lish­er passt. Ich zitiere aus einem Blog­post, den ich dank Cynx auf der Seite von Jan Ulrich Hasecke gefun­den habe. Der set­zt sich mit einem Artikel im Spiegel auseinan­der, der zeigt, dass dessen Ver­fass­er unter mas­sivem Real­itätsver­lust zu lei­den scheint, wenn er meint, man solle »ein­fach mal wieder in den Buch­laden um die Ecke gehen«:

Wer angesichts der Geschäftsmeth­o­d­en von Ama­zon seinen Lesern emp­fiehlt, sich an einen Men­schen zu wen­den, der sich an einen Com­put­er wen­det, um ein Buch zu bestellen, der hätte vor etwas mehr als 100 Jahren seinen Mit­men­schen sich­er auch emp­fohlen, mal wieder das Pferd zu sat­teln, um den Siegeszug des Auto­mo­bils zu ver­hin­dern.

Den im Gesamten äußerst lesenswerten Artikel des Her­rn Haseke sollte man sich drin­gend mal zu Gemüte führen. Ich kön­nte es nicht bess­er sagen.

Aus per­sön­lich­er Erfahrung: Jedes Mal, wenn ich in eine Buch­hand­lung gehe, ärg­ere ich mich dort. Sei es, weil die nie das haben, was ich will, weil die Sci­ence Fic­tion-Abteilung abgeschafft wurde, weil englis­che Taschen­büch­er dop­pelt so teuer sind, wie ander­swo oder weil die Büch­er von Klein­ver­la­gen, die eine ISBN haben und beim VLB gelis­tet sind, nicht ken­nen und auch nicht beschaf­fen wollen. Und das sagt jemand, der bis vor ca. 18 Jahren fast täglich Geld in Buch­hand­lun­gen geschleppt hat. Bis die mich und meine Wün­sche nicht mehr haben woll­ten. Solange sich das nicht mas­siv und grundle­gend ändert, kaufe ich weit­er bei Ama­zon. Also, Buch­händler, es liegt in eur­er Hand, die Kun­den zurück­zugewin­nen.

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

3 Kommentare for “Sattelt die Pferde und reitet zur Buchhandlung!”

sagt:

Hal­lo,

eine zwiespältige Sache. Lei­der ist es oft aus reinen Einkaufs­bud­get­grün­den nicht möglich, alle Titel aus der Szene vor­rätig zu hal­ten. Aber grund­sät­zlich bestelle ich jedes liefer­bare Buch, egal ob Klein­beis­chluss oder nicht. Ich will, dass unsere Kun­den zufrieden sind und wenn ein Buch im VLB gelis­tet ist, bestelle ich es auch.
Wenn ich auf Web­seit­en, in Fanzines oder auf Empfehlung hin ein Buch aus einem kleinen Ver­lag finde, das mir per­sön­lich gefällt, dann bestelle ich es fürs Lager und ich finde immer einen Kun­den.
Ich selb­st bin selb­st Samm­ler und kann die Ent­täuschung nachvol­lziehen, die ein Samm­ler empfind­et, wenn ein Buch­händler den Titel nicht ken­nt oder nicht find­et, aber alles kann man nicht wis­sen. Aber ich jage ein Buch so lange, bis ich es dem Kun­den bestellen kann, not­falls auch anti­quar­isch.
Im Kom­men­tar­fo­rum kann man einen Post von ein­er gewis­sen Frau (Buch­händ­lerin) lesen, die pauschal behauptet, dass Self­pub­lish­er nur schlecht gemachte Büch­er her­stellen und sie impliziert auch, Self­pub­lish­er hät­ten schlechte Umgangs­for­men. Das ist vol­lkommen­er Unsinn und zeugt von der Unken­nt­nis und Borniertheit manch­er Kol­le­gen. Über Kon­di­tion­s­mod­elle kann man disku­tieren, aber das ste­ht auf einem anderen Blatt. Nicht nur aus per­sön­lichem Inter­esse an der Szene, son­dern auch wegen eines beru­flichen Ethos weise ich nie­man­den zurück, der ein Buch aus einem Self­pub­lish­ingver­lag haben will und ich es besor­gen kann.

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