Wie Crowdfunding nicht funktioniert: DRAGON´S LAIR: THE MOVIE

Dragon's Lair The Movie

Nor­maler­weise geht es beim Crowd­fund­ing darum, Geld für ein Pro­jekt einzusam­meln, für das es anson­sten keine Geldge­ber gibt, oder bei dem man aus Grün­den darauf verzicht­en möchte, Geld bei den üblichen Quellen einzu­loben. Dafür erhal­ten diejeni­gen, die sich am Pro­jekt beteili­gen als Dank für ihren Geld­be­trag Gim­micks, oder eben das Pro­jekt, aber üblicher­weise zu einem gerin­geren, oder deut­lich gerin­geren, Geld­be­trag, als das End­pro­dukt.

Immer wieder ver­ste­hen ins­beson­dere große oder alteinge­sessene Fir­men das nicht, wenn sie sich am Crowd­fund­ing ver­suchen (die scheit­ern aber auch oft, weil die ohne­hin genug Kohle haben, sich defin­i­tiv nicht so finanzieren müssen und oft auch der Sym­pa­thiebonus fehlt).

Ein beson­ders ekla­tantes Beispiel von jeman­dem, der Crowd­fund­ing nicht ver­standen hat, ist Don Bluth. Ja, der Don Bluth, der Filme wie MRS. BRISBY UND DAS GEHEIMNIS VON NIMH, IN EINEM LAND VOR UNSERER ZEIT, ANASTASIA oder ALLE HUNDE KOMMEN IN DEN HIMMEL gemacht hat. Der möchte gerne aus der Videospielau­to­mat­en-Klas­sik­er DRAGON´S LAIR (1983) einen Film machen und sam­melt für einen Pitch (!) Geld auf Kick­starter. Eigentlich eine gute Idee.

Allerd­ings sind die Pledgelevels unfass­bar, die haben offen­bar nicht einen Moment Recherche darauf ver­wen­det, wie man so etwas aufzieht, oder aber zu lange an Kle­ber geschnüf­felt. Für eine Down­load­fas­sung eines ver­mut­lich zehn­minüti­gen Films wer­den unver­schämte 75 Dol­lar fäl­lig, für eine Blu­Ray soll man sage und schreibe 125 Dol­lar »spenden«. Das ist so jen­seits von Gut und Böse, dass es weh tut, auch wenn man dafür alle vor­ange­gen­genen Plegdelev­el eben­falls erhält. Aber vielle­icht ist man an irgendwelchen Devo­tion­alien oder »Down­load-Postkarten« gar nicht inter­essiert und will ein­fach nur den fer­tiggestell­ten Film für seinen Beitrag. Und: wenn die Pledgelev­el so der­art daneben sind, hil­ft wed­er der promi­nente Name, noch der Nos­tal­gie-Fak­tor.

Don Bluth möchte gern bis zum 26. Novem­ber 550000 Dol­lar ein­sam­meln. Ich wage mal die Prophezei­hung, dass das nicht funk­tion­ieren wird, es sei denn, die Pledgelev­el wer­den gründlich über­ar­beit­et (was diejeni­gen stören dürfte, die bere­its gespendet haben).

Der Voll­ständigkeit hal­ber ein Link zur Pro­jek­t­seite bei Kick­starter.

[Edit 9:36:] Falko wies darauf hin, dass beste­hende Pledgelev­el, die bere­its in Anspruch genom­men wur­den, nicht mehr geän­dert wer­den kön­nen. Man kann allerd­ings neue hinzufü­gen. Danke für den Hin­weis.

Pro­mo­grafik Copy­right Don Bluth & Gary Gold­man

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

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