MINECRAFT: über acht Millionen verkaufte Spiele ohne jegliches Marketing-Budget

Die großen Pub­lish­er set­zen seit Jahren auf das­selbe Prinzip: x-fache Aufgüsse erfol­gre­ich­er Spiele und möglichst aufwendi­ges und damit teures Mar­ket­ing-Brim­bo­ri­um. Dass es auch anders geht, zeigt das Indie-Stu­dio Mojang mit seinem Block­buster immer wieder. Bish­er wur­den über acht Mil­lio­nen Exem­plare des Sand­box-Spiels MINECRAFT abge­set­zt – und ein Ende ist nicht in Sicht. Das Mar­ket­ing-Bud­get Mojangs betrug dabei exakt null Euro.

Das ist natür­lich nicht ganz kor­rekt, man müsste the­o­retisch auch die für Wer­bung aufgewen­dete Zeit berech­nen, die Notch und Co. mit Twit­tern und Bloggen ver­brin­gen, aber das wür­den die sowieso tun – und das tun auch die Big Play­er.

Tomasz Zawa­da von CD Project RED (WITCHER) hat wohl recht, wenn er sagt:

When com­pa­nies put prof­it before fans, they cre­ate some­thing that’s an emp­ty shell. You look at it from the out­side, and it looks visu­al­ly awe­some and every­thing is pol­ished, but when you look fur­ther into it there’s some­thing lack­ing inside.

Wenn die großen Fir­men Prof­it schw­er­er gewicht­en als die Fans, dann erschaf­fen sie nur leere Hüllen. Man kann es sich von außen anse­hen, es sieht visuell großar­tig aus und alles ist blankpoliert, aber wenn man geneuer hinein schaut, dann fehlt innen etwas.

Mojang hat von Anfang an nicht nur auf die Fans gehört, son­dern sie auch aktiv in die Entwick­lung ein­be­zo­gen, indem schon Alpha-Ver­sio­nen von MINECRAFT ver­füg­bar waren und man diese testen und kom­men­tieren kon­nte. Und indem Mojang nie »böse« war und beispiel­sweise Mod­der mit rechtlichen Schrit­ten ver­fol­gte, obwohl diese den Code des Spieles reverse-engi­neered hat­ten (im Gegen­teil – einige davon arbeit­en jet­zt für die Fir­ma). Denn sie wussten genau, dass, wenn die Fan­base dank der Mods wächst, sie im Umkehrschluss wieder Spiele abset­zen wür­den. Das, sowie das fast immer äußerst fre­undliche Auftreten gegenüber den Fans hat durch die entste­hende Mund­pro­pa­gan­da neben den Qual­itäten des Spiel zum Erfolg geführt – und nicht etwa Mul­ti­mil­lio­nen-Dol­lar-Bud­gets für Wer­bung.

Vielle­icht kön­nten die großen Pub­lish­er daraus etwas ler­nen. Ich glaube allerd­ings nicht daran, dass sie das tun wer­den, die beschäfti­gen sich lieber damit, ihren Kun­den das Leben mit DRM, Kon­to-Zwang, rechtswidri­gen EULAs und Kla­gen gegen Mod­der schw­er zu machen – und ihnen den x-ten Auf­guss von altem Kram anzu­drehen…

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Screen­shot der aktuellen MINECRAFT-Verkäufe von minecraft.net

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

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