Weltbild will Geld für kostenlose eBooks

Bookeen Cybook OpusAuf buchmarkt.de wird heu­te gemel­det, dass Welt­bild sei­nem eRe­ader Boo­ke­en Cybook Opus kos­ten­los sie­ben Klas­si­ker der Welt­li­te­ra­tur bei­legt, dar­un­ter Charles Dickens’ Weih­nachts­mär­chen DER WEIHNACHTSABEND, Gust­ave Flau­berts MADAME BOVARY und Nietz­sches ALSO SPRACH ZARATHUSTRA. Wei­te­re 40 Klas­si­ker der Welt­li­te­ra­tur kön­nen für 99 Cent das Stück erwor­ben wer­den.

Dreist ist hier wohl noch unter­trie­ben, denn das Pro­jekt Guten­berg stellt die­se Klas­si­ker, bei denen die Urhe­ber­rech­te natür­lich längst abge­lau­fen sind, schon lan­ge voll­kom­men kos­ten­frei in den ver­schie­dens­ten For­ma­ten zum Her­un­ter­la­den bereit. Bei Welt­bild hofft man nun offen­bar auf das Unwis­sen der Kun­den und ver­sucht, denen für legal kos­ten­frei erhält­li­che Bücher auch noch einen Obo­lus abzu­knöp­fen. Net­ter Ver­such…

Der deut­sche Able­ger des Pro­jekts Guten­berg wird vom Spie­gel betreut und bie­tet der­zeit (Stand Novem­ber 2009) mehr als 5.400 Bücher (unge­fähr 2.000.000 Buch­sei­ten), ca. 20.000 Gedich­te, 1800 Mär­chen, 1200 Fabeln und 5000 Sagen. Auf der Web­sei­te des eng­li­schen Pro­jekt Guten­berg sind allein 30000 freie Bücher gelis­tet, dar­un­ter auch wel­che in ande­ren Spra­chen als Eng­lisch.

Quint­essenz ist, dass man Welt­bild für die Klas­si­ker der Welt­li­te­ra­tur defi­ni­tiv nicht bezah­len muss, denn die und vie­les mehr fin­det sich bereits kos­ten­los und völ­lig legal im Netz.

Bild: Boo­ke­en Cybook Opus, Copy­right Boo­ke­en

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­lo­ser Nerd mit natür­li­cher Affi­ni­tät zu Pixeln, Bytes, Buch­sta­ben und Zahn­rä­dern. Kon­su­miert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online dar­über.

2 Kommentare for “Weltbild will Geld für kostenlose eBooks”

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Stefan Holzhauer

sagt:

Nach wie vor scheint es so, dass Gun­ter Arent­zen nicht genug zu tun hat, denn auch nach mei­nem Ver­las­sen des Zau­ber­spie­gels, wo er eine per­sön­li­che Feh­de mit dem Her­aus­ge­ber pfleg­te, will er mich offen­sicht­lich durch sein Geschreib­sel dis­kre­di­tie­ren. Sie­he: http://blog.g-arentzen.de/seiten/home/detail/article/weltbild-und-die-dreiste-abzocke/46/

Mei­ne Anmer­kung dazu: Herr Arent­zen hat eine Mei­nung, die sei ihm unbe­nom­men, ich habe eine ande­re. Es ist völ­lig irrele­vant, ob die Inhal­te irgend­wie »hüb­scher« gemacht wur­den. Bücher bestehen aus Text mit Über­schrif­ten, mit­hin rei­ne Zei­chen, Leer­zei­chen und Zei­len­ab­stän­de. Wer mal einen Blick auf die Dar­stel­lung in einem eRe­ader gewor­fen hat wird mir da sicher zustim­men. Um das ein­zu­schät­zen ist nur selbst­stän­di­ges Den­ken von­nö­ten, da hilft auch eine Email an Welt­bild nicht. Wäre mal inter­es­sant, was er in die­sem Zusam­men­hang mit »hüb­scher« meint. Runde­re Buch­sta­ben? :o)

Es ist kor­rekt, dass das Pro­jekt Guten­berg Aus­wah­len sei­ner Inhal­te auf SD-Kar­te ver­kauft. War­um auch nicht, da hat man immer­hin als min­des­ten rea­len Gegen­wert die Hard­ware. Bei Welt­bild gibts nur einen Down­load-Link, ich kann im Moment lei­der nicht sagen, ob die erwor­be­nen Inhal­te dann auch noch mit DRM ver­se­hen sind, das wäre dann der Gip­fel der Dreis­tig­keit.

Die Tat­sa­che bleibt die­sel­be: Welt­bild will bereits kost­le­nos erhält­li­che Inhal­te gegen Geld an die Leu­te brin­gen. Pole­mik? Wenn er meint… Ich hal­te das eher für Auf­klä­rung.

Abschlie­ßend scheint Herr Arent­zen mein klei­nes Blog für wich­tig genug zu hal­ten, sich dar­über zu echauf­fie­ren. Für die­se Ein­schät­zung bedan­ke ich mich. Ansons­ten möch­te ich (aus­drück­lich ohne per­sön­li­che Anspie­lun­gen :) zitie­ren: »Was kratzt es die Eiche, wenn sich die Sau an ihr schub­bert?«

Update: Herr A. hat Ant­wort von Welt­bild erhal­ten. Das ist schön. Inter­es­sant wäre für mich zu wis­sen, ob Herr A. die Ver­sio­nen kon­kret ver­gli­chen hat und damit fest­stel­len kann, ob der angeb­li­che Merhwert durch »Über­ar­bei­tung« einen Preis recht­fer­tigt. Ich den­ke nich, sie­he oben. Doku­men­te ins ePub-For­mat umwan­deln kann heut­zu­ta­ge dank ent­spre­chen­der Soft­ware jeder. Kos­ten für Ver­triebs­platt­for­men las­se ich nicht gel­ten, Guten­berg ist in der Lage, die Inhal­te kos­ten­frei anzu­bie­ten, die Online-Platt­for­men für eBook-Ver­kauf des Buch­han­dels exis­tie­ren ohne­hin und soll­ten sich pro­blem­los durch die über­zo­ge­nen eBook-Prei­se und Ver­kaufs­ak­ti­vi­tä­ten für Print­pro­duk­te finan­zie­ren las­sen. Ich wei­che von mei­ner Ansicht nicht ab: Hier ver­sucht man, Unwis­sen­de abzu­kas­sie­ren.

Wenn Herr A. nun das kri­tik­lo­se Akzep­tie­ren der Ant­wort einer Welt­bild-Mit­ar­bei­te­rin als »Recher­che« eti­ket­tie­ren möch­te, dann über­las­se ich es dem Leser, sich sei­nen Reim dar­auf zu machen.

Das solls aber zum The­ma Arent­zen auch gewe­sen sein, in Zukunft wird der Herr geflis­sent­lich igno­riert.

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Stefan Holzhauer

sagt:

Ich habe doch noch einen: Wenn man die Sei­te des eng­lisch­spra­chi­gen Pro­jekt Guten­berg auf­sucht und dort dann eine belie­bi­ge Sei­te eines Buches, dann stellt man schnell fest, dass dort unzäh­li­ge ver­schie­de­ne For­ma­te ange­bo­ten wer­den, dar­un­ter auch ePub, mobi, Plu­cker und QiOO, von den For­ma­ten Text und HTML (die die meis­ten eRe­ader eben­falls dar­stel­len kön­nen) mal abge­se­hen. Die Bücher lie­gen also bereits in dem For­mat vor, das Welt­bild erst auf­wen­dig »auf­be­rei­ten« muss. Ich habe mir ein ePub her­un­ter gela­den (Jules Ver­ne – Jour­ney To The Cen­ter Of The Earth) und auf den Reader über­tra­gen. Dar­stel­lungs­qua­li­tät und Typo­gra­fie sind – wie nicht anders zu erwar­ten – so gut wie bei gekauf­ten eBooks. Da fra­ge ich mich nach wie vor, wo der von Herrn A. kol­por­tier­te angeb­li­che Vor­teil der kos­ten­pflich­ti­gen Welt­bild-Bücher sein soll?

Mög­li­cher­wei­se sind aller­dings die kogni­ti­ven Fähig­kei­ten von Zom­bies ein­ge­schränkt… ;o)

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