Na endlich: gestalten eigener Gegenstände in EVERQUEST

War­um dar­auf bis­her in MMOs noch nie­mand gekom­men ist, erschließt sich mir nicht. Ab sofort kön­nen Spie­ler in Sonys MMOs EVERQUEST, EVERQUEST II, VANGUARD (das gibt es noch?) und FREE REALMS mit Hil­fe eines 3D-Edi­tors eige­ne Objek­te erschaf­fen und die­se dann im Spiel zum Ver­kauf anbie­ten. Zuvor wer­den die vir­tu­el­len Objek­te selbst­ver­ständ­lich von SOE geprüft und dann frei­ge­ge­ben (oder auch nicht). Neben Objek­ten kann man zudem mit Tex­tu­ren han­deln. Erschaff­bar sind bei­spiels­wei­se Rüs­tun­gen, Umhän­ge, und Gegen­stän­de fürs Haus.

Sony stellt Demo­da­tei­en zur Ver­fü­gung, mit deren Hil­fe man dann unter Ver­wen­dung bereits vor­han­de­ner 3D- oder Gra­fik­soft­ware von Dritt­an­bie­tern wie Blen­der oder Pho­to­shop neue Gegen­stän­de erschaf­fen kann – oder bereits vor­han­de­ne ver­än­dern. Zur Ver­fü­gung steht das Gan­ze der­zeit lei­der erst ein­mal nur für Spie­ler in den USA, ob und wann das soge­nann­te »Play­er Stu­dio« auch für den Rest der Welt ver­füg­bar wer­den wird, ist noch unklar. Es wür­de mich aber wun­dern, wenn sie das auf die Ver­ei­nig­ten Staa­ten beschrän­ken wür­den. Wer­muts­trop­fen bei der Num­mer ist, dass 60% des Ver­kaufs­prei­ses an Sony gehen.

Zu den tech­ni­schen Details: man erschafft Gegen­stän­de im bekann­ten .obj-For­mat, die Tex­tur liegt UV-gemappt als tga-Datei vor. Mehr dazu auf den Anlei­tungs­sei­ten des Play­er Stu­di­os.

Na end­lich! Mod­ding ist ein Aspekt der vie­le Spie­le auf­ge­wer­tet hat. Man kann davon aus­ge­hen, dass die Sims 2 nur des­we­gen so über­aus erfolg­reich waren, weil Mod­der hau­fen­wei­se Zusatz­con­tent erschaf­fen haben, auch MINECRAFT dürf­ten unter ande­rem die Myria­den von Mods zu sei­ner Popu­la­ri­tät ver­hol­fen haben. Bei MMOs wür­de es doch rich­tig Spaß machen, mit einer selbst­kre­ierten Rüs­tung her­um zu lau­fen. Der tech­ni­sche Auf­wand dürf­te aller­dings nicht zu unter­schät­zen sein, wenn das Spiel mit hau­fen­wei­se nut­zer­ge­ne­rier­ten Items über­schwemmt wird, denn die müs­sen an die Cli­ents aus­ge­lie­fert wer­den.

Bis heu­te ver­ste­he ich nicht, war­um die MMO-Bran­che nicht viel stär­ker auf User Gene­ra­ted Con­tent setzt. Was könn­te es Bes­se­res geben, als eine Fan­ge­mein­de, die dir frei­wil­lig dei­ne Arbeit macht?

Das wäre für mich fast ein Grund, doch noch­mal in EVERQUEST II rein zu schau­en. Aller­dings hat­te ich nach SIMS 2 nichts mehr in der Rich­tung gemacht, aber bis heu­te auf modthe­sims immer­hin über 890000 Down­loads mei­ner Krea­tio­nen. :)

[Update 19:30 Uhr:] in der FAQ fin­det man den Pas­sus: »we plan to quick­ly expand the pro­gram over time to inclu­de other coun­tries.«

EVERQUEST wird free-2-play

EVERQUEST ist der Oldie unter den MMORPGs. In die­sem Jahr fei­ert das 1999 gelaunch­te Spiel, an dem sich zahl­lo­se Epi­go­nen wie WORLD OF WARCRAFT in Sachen Bedie­nung und Ques­ting ori­en­tier­ten, sei­nen 13. Geburts­tag. Das ist ins­be­son­de­re im schnell­le­bi­gen und har­ten MMO-Busi­ness eine ordent­li­che Leis­tung.

Den­noch schei­nen die Nut­zer­zah­len nicht mehr so zu sein, wie man sich das beim Betrei­ber Sony wünscht, denn es wur­de jetzt offi­zi­ell ver­kün­det, dass man den Vete­ra­nen auf ein free-to-play-Modell umstel­len wird. Zur Umstel­lun­gen soll es auch im Spiel Ände­run­gen geben, zudem soll laut Betrei­ber die Web­sei­te kom­plett über­ar­bei­tet wer­den.

Nach dem Wech­sel des Geschäfts­mo­dells, der Anfang März voll­zo­gen wer­den soll, wird es drei Model­le geben, um am Spiel teil­neh­men zu können:eine ein­ge­schränk­te kos­ten­lo­se Mit­glied­schaft, die »Silber«-Fassung für USD 5 im Monat, die mehr Mög­lich­kei­ten bie­tet und der Pre­mi­um-Zugang unter dem Titel »Gold« für USD 15 pro 30 Tagen. Ange­sichts der Tat­sa­che, dass das Spiel trotz aller Neue­run­gen inzwi­schen ver­ständ­li­cher­wei­se ein wenig ange­staubt wirkt, sind 15 Dol­lar für einen Pre­mi­um-Account aller­dings eine sehr stei­le Ansa­ge, sieht man sich an, was direk­ten Kon­kur­ren­ten dafür bie­ten. Sony bekommt schein­bar wie­der ein­mal den Hals nicht voll.

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